einen Holler-Auszug herstellen

Der Holunder steht in den meisten Regionen in voller Blüte. Zeit, sich ans Werk zu machen und einen wundervollen Holler-Auszug herzustellen.
Es gibt dazu so viele Rezepte wie Leute, die ihn herstellen. Deswegen möchte ich an dieser Stelle klarstellen, dass dies die Methode ist, nach der ich seit vielen Jahren arbeite und die mir einfach am besten gefällt.


Zutaten:
5-10 Blütendolden vom Holunder
2l Wasser
2 Bio-Zitronen

Holunderblüten

Die Blütendolden (rein botanisch gesehen handelt es sich um Trugdolden) sollten an einem warmen und trockenen Tag zur Mittagszeit gepflückt werden. Achtet bitte um einen respektvollen Umgang mit der Natur beim Sammeln, Holunderbeeren sind ein wertvolles Futter für viele Wildtiere.
Legt danach die Dolden auf ein Tablett oder einige Stücke Küchenpapier aus. Auf den Blüten sitzen fast immer kleine Tierchen, die so die Möglichkeit zum Abwandern haben.

Dann kommen die Blüten in einen großen Topf und werden mit 2l Wasser übergossen. Ich lasse die kleinen dünnen Stängel dran, entferne aber den großen Stiel. Dazu kommt die in Scheiben geschnittene Zitrone.

Das Ganze wird nun aufgekocht und darf einige Minuten lang leise köcheln. Nach ca. 10 Minuten mache ich den Herd aus.
Nun lasse ich den Topf mit Deckel drauf einige Stunden lang stehen. Selten sind es mehr als 3 oder 4 Stunden. Ein ziehen lassen über Nacht oder gar mehrere Tage lang mache ich nicht, dafür bin ich zu ungeduldig 😉

Jetzt filtert man die Flüssigkeit durch ein Tuch oder sehr feines Sieb ab und fängt alles in einem neuen Topf auf.

Aus diesem Auszug lassen sich nun alle möglichen Dinge zubereiten.
Man kann daraus den beliebten Hollersirup kochen. Dazu einfach auf die 2l Flüssigkeit 1-2 kg Zucker dazugeben, aufkochen lassen und in sehr saubere Flaschen füllen. Gegebenenfalls könnt ihr den Geschmack durch die erneute Zugabe von Zitronensaft oder Zitronensäure noch ein wenig anpassen.

Es lassen sich auch wundervolle Gelees kochen. Entweder pur oder mit Obstsäften zusammen. Haltet euch hier einfach an die Anweisungen des entsprechenden Herstellers des Geliermittels.

Tipp:
Meine Kinder lieben es, wenn ich eine Erdbeermarmelade koche und dazu etwas von dem Holler-Auszug dazugebe.

Experimentiert einfach ein bisschen herum und lasst euch von der Fülle der Aromen inspirieren.

Viel Spaß dabei.

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Pflanzenportrait – Holunder

Vor ein paar Jahren gab es einen tollen Sommertrend. Der HUGO- überall gab es ihn zu trinken. Ein eisgekühlter Cocktail aus Sekt, frischer Minze und Holunderblütensirup.
So verhalf der HUGO dem Holunder zu deutlich mehr Aufmerksamkeit.

Denn er ist super vielseitig und fast überall zu finden.

die ganz jungen Blätter im zeitigen Frühjahr

In früheren Zeiten war der Holunder, Sambucus nigra, von keinem Gehöft oder Haus wegzudenken. War er doch der Baum des Schutzes und Sitz der alten Göttin: Holle, Holda oder Percht war ihr Name. Sie stellte die Verbindung zur Unterwelt dar und man brachte ihr Opfergaben mit der Bitte um Schutz. Die Bauersfrauen berichteten der Göttin von ihren Sorgen. Frau Holle nahm sie mit in die Unterwelt und kümmerte sich darum.

die Blätter in voller Pracht

Der Holunder ist ein Baum der Gegensätze. Sind seine Blätter und das Holz bestenfalls unverträglich, so sind seine Blüten und Früchte ein wahrer Schatz an Aromen und Heilstoffen. Die schneeweißen Blüten stehen im absoluten Gegensatz zu den schwarzen Beeren.

die wundervoll zarten Blüten

Seine Rinde ist meist recht deutlich gefurcht, er wächst in der Regel als Strauch und kann mehrere Meter hoch werden. Seine Blätter sind unpaarig gefiedert. Wichtiges Erkennungszeichen sind die markgefüllten Äste, aus denen sehr wahrscheinlich schon zu prähistorischen Zeiten Flöten hergestellt wurden. Die Blütenstände sind meist recht groß und in Trugdolden angeordnet. Die Blüten sind weiß.

Früchte in verschiedenen Reifestadien

Man findet den Holunder meist in der Nähe von menschlichen Siedlungen, in Parks, Gärten oder an Straßenränder. Aber auch in lichten Wäldern ist er oft anzutreffen.

Jetzt bis in den Frühsommer ist die Zeit der Holunderblüten.
Achtet aber beim Sammeln bitte immer darauf, von jedem Baum immer nur ein paar wenige Blütendolden zu nehmen. Erstens benötigen die nektar- und pollensammelnden Insekten den Holunder sehr dringend, zweitens sind die Beeren wichtiges Futter für allerlei Wildtiere.


Es gibt so viele tolle Rezepte, die teilweise recht unterschiedlich, aber alle sehr lecker sind. Aus dem riesigen Schatz möchte ich euch hier ein paar Anregungen geben:

Hollerküchlein
Man sammelt die Blütendolden an einem trockenen und sonnigen Tag und legt sie zu Hause (am besten draußen) ein wenig auf ein Küchentuch, damit die Insekten abwandern können.
Währenddessen bereitet man einen Teig zu.
Es kann ein Bierteig sein oder auch ein etwas festerer Eierkuchenteig. Im Teig wälzt man die ganze Blüte und bäckt sie im heißen Fett goldbraun aus.


Holunderblütensirup
Die Blüten werden mit einer kleingeschnittenen Zitrone kurz aufgekocht, 1-12h stehen gelassen, dann filtert man alles Feste (am besten durch ein Tuch) ab, gibt je nach Menge Zucker hinzu und kocht das ganze ein wenig ein, bis sich eine sirupartige Konsistenz ergibt.

Hier gibt es eine genaue Anleitung für einen Holler-Auszug.


Holunderblüten-Räucherwerk
Die gesammelten Holunderblüten werden auf einem Küchentuch getrocknet und können wundervoll verräuchert werden.
Sie bringen Schutz, Wohlstand und man kann Holunderblüten wunderbar in Segensräucherungen geben.


Holunderblütentee
Der Holunderblütentee oder Fliedertee, wie er früher genannt wurde, wird seit Urzeiten angewendet. Vor allem bei Erkältungen kann man ihn zur Schwitzkur trinken.
Er unterstützt das Immunsystem und wirkt leicht stimmungsaufhellend.
Zudem schmeckt er sehr lecker und muss meist gar nicht zusätzlich gesüßt werden.


Weitere Rezepte, dann mit Holunderbeeren, gibt es im Herbst.
In der kalten Jahreszeit findet man auch oft die Judasohren auf dem Holz des Holunders.

 

all pics by Stefanie Ziege

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Kräuterportrait Beinwell

Beinwell, Symphytum officinale, ist eine großartige Heilpflanze und dazu auch noch eine wunderbare Hummelweide.
Schon seit Urzeiten wird Beinwell zur Behandlung von allen möglichen knöchernen Erkrankungen verwendet. Schon der Name Bein- (Knochen) well (gut) deutet auf diese Verwendung hin.


Beschreibung:
Die Pflanze ist mehrjährig und wächst auf guten, eher feuchten Böden. Sie kommt gut mit vollsonnigen, aber auch mit schattigeren Plätzen zurecht. Man kann sie in Deutschland wild finden aber auch super im Kübel oder Garten anbauen. Die Blätter sind recht groß, spitz zulaufend, mit deutlicher Blattaderung und rau behaart. Aus der Wurzelbasis wachsen die Blütenstängel mit einigen Blättern daran hervor, die mit vielen lilafarbenen Blüten besetzt sind. Sie erinnern ein bisschen an Glockenblumen. Es ist eine wahre Freude, im Sommer den Hummeln zuzusehen, wie sie emsig den Nektar saugen und nur noch ihr kleiner Fellpopo raus schaut 😉
Die Wurzel des Beinwell ist außen dunkelbraun bis schwarz und innen hell, fast weiß. Zerbricht man ein Stück, merkt man sofort den klebrigen Schleim, der in ihnen enthalten ist.

an der Blattunterseite sind sehr deutlich die rauen Haare zu erkennen

 

der Blütenansatz
die Blattaderung ist sehr deutlich zu erkennen

Hauptinhaltsstoffe:
Allantion, Gerbstoffe, Schleimstoffe


Verwendung:
Die Blüten des Beinwell können zu Dekorationszwecken verwendet werden, auch die Blätter sind rein theoretisch in kleinen Mengen essbar. Dies ist aber aufgrund der rauen Haare nicht wirklich eine große Freude.

Die hauptsächliche Verwendung liegt beim Beinwell im medizinischen Bereich.
Die Blätter werden in der Volksheilkunde zu Breiumschlägen oder Blattauflagen bei Rückenschmerzen oder zur Linderung von so ziemlich allen knöchernen Beschwerden und Gelenkbeschwerden verwendet.

Aus den Wurzeln lässt sich eine großartige Tinktur herstellen, die so wie die frischen Blätter zu verwenden ist. Sie kann alle möglichen Knochen- und Gelenkbeschwerden wie Rückenschmerzen, Prellungen, Verstauchungen, Verspannungen, Muskelschmerzen, Zerrungen usw. lindern .

die frisch angesetzte Tinktur
Beinwellwurzeln

Mit einem Ölauszug aus Beinwell-Wurzeln lässt sich später eine großartig Heilsalbe herstellen. Sie wird genau wie Tinktur oder Frischsaft verwendet.

 

 

 

In der Schwangerschaft ist Beinwell bitte nur nach Absprache mit dem Arzt einzusetzen und dann auch nur äußerlich.

Haltet dieses Jahr bei euren Streifzügen in der Natur einmal Ausschau nach dem wundervollen Beinwell. Vielleicht entdeckt ihr ihn ja.
Viel Freude dabei.

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Salbenküche – eine kräftige Heilsalbe

Nachdem ich nun mein Pappelöl abgefiltert habe, hat mich die Muse geküsst und mir kam die Idee, daraus mit anderen Ölen eine Heilsalbe herzustellen.
Da ich 2 Kinder haben und selbst viel in der Natur unterwegs bin, könnt Ihr Euch meinen Bedarf an Heilsalbe sicher gut vorstellen.

Also habe ich meinen Medizinschrank aufgemacht und siehe da:
Es strahlten mich 2 Gläser mit Ölen an, die verarbeitet werden wollten.

Und so kam ich zu diesem Rezept:

130 ml Ringelblumenöl (so stellst Du einen Ölauszug her)
120 ml Pappelöl
50 ml Rötöl

alle Zutaten werden langsam im Wasserbad erwärmt, das Bienenwachs beginnt schon zu schmelzen

Das ganze habe ich mit einer kleinen Menge Kakaobutter und 20g Bienenwachs erwärmt bis das Wachs geschmolzen war. Gut durchgerührt und dann sofort in Salbendosen abgefüllt.

die fertige Heilsalbe: 2 große Dosen für zu Hause und eine kleine für Unterwegs

Das Ergebnis ist eine großeartige, sehr gut verreibbare Salbe, die einen tollen balsamischen Duft hat. Sie zieht erstaunlich schnell ein und hinterlässt ein sehr weiches Hautgefühl.

Diese Salbe kann auf alle wunden Hautstellen aufgetragen werden. Bei Entzündungen, gerade geschlossenen Wunden, Abschürfungen, Ekzemen (bitte erst auf Verträglichkeit testen wegen der Ringelblumen), rauhen Hautstellen, Abszessen, Pickeln und leichten Verbrennungen. Sie sollte sehr heilkräftig sein und so ungefähr alles abdecken, was an Hautproblemen auftauchen kann.

Ich werde einmal selbst beobachten, was diese Salbe so kann und euch auf dem Laufenden halten.

Viel Spaß beim selbst ausprobieren.

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Pflanzenportrait – Pappelknospen

Genau jetzt ist vielerorts die Zeit, um Pappelknospen zu sammeln. Die Pappeln, Populi sp., verlieren in den Frühjahrswinden sehr leicht dünne Äste, die dann auf dem Boden unter dem Pappeln zu finden sind. An einem sauberen Ort kann man diese Äste aufsammeln und die Knospen abpflücken. Am besten sind die Knospen ganz kurz bevor sie sich öffnen und die frischen kleinen Blättchen zu sehen sind.

da ich vergessen habe, ein Foto zu machen, bevor ich sie in Öl eingelegt habe, habe ich sie euch nochmal auf einem Teller drapiert

Schon beim Pflücken merkt man, dass die Knospen harzig klebrig sind und einen leicht säuerlichen, balsamischen Geruch verströmen.

Die geernteten Knospen kann man vielfältig verwenden.
Sie eignen sich, um daraus einen Tee zu brühen. Die enthaltenen ätherischen Öle, Gerbstoffe, Flavonoide und ein salicysäureähnlicher Stoff (wirkt ähnlich dem Aspirin) helfen, innerlich angewendet, gegen entzündliche Vorgänge im Körper wie Gicht oder Blasenentzündung, aber auch bei Magen-/Darmbeschwerden.
Der Tee kann auch äußerlich für Auflagen verwendet werden und ist bei Entzündungen der Haut und trockener Haut, sowie Ekzemen hilfreich.


Die wohl bekannteste Anwendung ist aber die Pappel-Salbe.
Um diese herzustellen, muss zuerst ein Mazerat aus den Knospen gewonnen werden.

Hier findet ihr eine Anleitung, wie ihr solch einen Ölauszug herstellt.


Dieser Ölauszug wird dann mit Bienenwachs verfestigt.
Das Verhältnis sollte 50g Öl zu 3-4g Bienenwachs sein, je nachdem wie fest ihr eure Salbe haben möchtet.

Gebt das Öl in ein Glas und dieses dann in ein Wasserbad. In das Öl kommt nun das Bienenwachs. Erwärmt alles ganz sanft und vorsichtig, bis das Wachs geschmolzen ist. Rührt kurz durch und dann kann die fertige Salbe schon abgefüllt werden.
Beschriftet eure Salbentigel mit Art der Salbe und Datum. Die Salbe ist ca. 1 Jahr lang haltbar.

Sie dient der Körperpflege, hilft gegen raue Haut, Ekzeme, Entzündungen und kann als Wundheilsalbe verwendet werden.

Für Fortgeschrittene kann das Pappelöl auch zu Cremes verarbeitet werden oder es kann mit anderen Ölen gemischt werden, um noch mehr Pflegeeigenschaften zu erhalten.

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Kräuterportrait – das Johanniskraut

Der Lichtbringer, nicht nur in der kalten Jahreszeit. Gepriesenes Kraut gegen Depressionen, Angst und nervöse Verstimmungen. Helfer bei Narben und allerlei Hautleiden.
Um das Johanniskraut ranken sich zahlreiche Mythen und Legenden. Lasst uns zusammen mal etwas genauer hinschauen:

Vorkommen
Das echte Johanniskraut, Hypericum perforatum, wächst in unseren Breiten fast überall wild. Man kann es also wunderbar wild sammeln oder auch im eigenen Garten anbauen. Achtung: es verbreitet sich sehr stark. Da es aber eine großartige Bienenweide ist, tut man sogar unseren kleinen Freunden etwas Gutes. Man findet das Johanniskraut auf Wiesen, an Wegrändern oder auch an Waldrändern. Es mag gern sonnige Standorte, die nicht zu feucht sind.


Johanniskraut

Beschreibung
Das Johanniskraut wird ca. 30-70 cm hoch, ist mehrjährig und wächst bisweilen stark verzweigt. Die gegenständigen Blätter sind länglich, etwas eiförmig und hellgrün mit einem ganz kleinen Hauch von grau. Charakteristisch sind die dunklen Punkte auf den Blättern die auch auf den Blütenblättern zu finden sind. Es handelt sich hier um Drüsen der Pflanze.
Die strahlend gelben Blüten wachsen zu mehreren an den Enden der Stängel. Zerreibt man eine Blüte zwischen den Fingern, so tritt ein dunkelroter, bisweilen lilafarbener Farbstoff aus. Daran kann man das Johanniskraut zweifelsfrei erkennen.


Inhaltsstoffe
Hypericin, Flyvonoglykoside, Biflavone, Gerbstoffe, ätherisches Öl


Verwendung
Das Johanniskraut ist das Kraut der Sonne, der Wärme und des Wohlergehens. Seine leuchtend gelben Blütenblätter allein heben schon die Stimmung und verbreiten Sommer pur. So wird es in der Volksmedizin gegen depressive Verstimmungen, Gereiztheit, Angstzustände bis hin zu schweren Depressionen eingesetzt. Da mit solchen Krankheitsbildern aber nicht zu scherzen ist, hier der ganz klare Hinweis von mir, in solchen Fällen bitte immer einen Arzt oder Heilpraktiker aufzusuchen. Denn das Johanniskraut wird vor allem in der Pflanzenheilkunde sehr gern von Fachleuten empfohlen.

In der Räucherkunde wird das Johanniskraut zur Mittsommernacht geräuchert. Mit dem verbrennen des Krauts übergibt man Unglück und Krankheit dem Feuer.
Auch wurde zum Segnen und Schützen vor Dämonen und schlechten Einflüssen geräuchert.

die Blüte im Detail

Und auch das Rotöl sollte in keiner Hausapotheke fehlen:

Rötöl
Rotöl heißt der Ölauszug aus dem Johanniskraut, da er sich im Laufe der Ziehzeit rot verfärbt. Es kommt immer ein bisschen auf den Standort und die regionalen Gegebenheiten an. So wird es manchmal nur leicht rot, ich habe aber schon tiefrote, bisweilen fast bräunliche Rotöle gesehen.

Herstellung:
Man sammelt das voll erblühte Kraut zur Mittagszeit an einem sonnigen, trockenen Tag.
Traditionell wird es am oder um den Johannistag (24.6.) gesammelt. Dort sollen seine Heilkräfte besonders groß sein. Ob der Johannistag nun seinen Namen vom Johanniskraut hat oder umgekehrt lässt sich wohl kaum noch zweifelsfrei belegen.

Nun nimmt man die voll aufgeblühten Blüten, noch geschlossene Blüten und gern auch schon ein paar Fruchtstände und lässt sie ein bis zwei Tage antrocknen. Das Johanniskraut neigt sehr schnell dazu, im Öl zu schimmeln und durch das Antrocknen geht ein Teil der Feuchtigkeit schon einmal aus der Pflanze.
Dann legt man die Pflanzenteile vorsichtig in ein großes Glas und bedeckt das Ganze sehr großzügig mit gutem Olivenöl. Es ist unbedingt darauf zu achten, dass keine Pflanzenteile oben raus schauen. Es empfiehlt sich, das Glas nicht fest zu verschrauben, sondern ein durchlässiges Tuch darauf zu befestigen. So kann die Feuchtigkeit besser entweichen.
Tagsüber stellt man das Glas nun in die volle Sonne, nachts ist es ins Haus zu holen.

Nach ca. 4 Wochen ist das Öl rot geworden und kann abgefiltert werden. Das fertige Rotöl kommt in dunkle Flaschen oder Gläser und wird beschriftet.
Es eignet sich hervorragend zur Hautpflege von trockener Haut, Narbenbehandlung und zur Massage bei Verspannungen, Muskelbeschwerden und oben genannten psychischen Problemen.


In der Küche findet das Johanniskraut keine Verwendung, es ist rein medizinisch einzusetzen.


Bitte beachtet unbedingt, dass das Johanniskraut in allen Anwendungsformen die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöht. Im Winter sehr förderlich, da der Körper das wenige Licht besser ausnutzen kann, wenn man sich unter freiem Himmel befindet, im Sommer allerdings kommt es u.U. eher zum Sonnenbrand.

Und nun wünsche ich Euch viel Freude bei der Annäherung an dieses wundervolle Heilkraut.

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Räucherkunde: Myrrhe

Myrrhe

Myrrhe ist einer der beliebtesten Räucherstoffe und weltweit weit verbreitet. Ihre endgültige Berühmtheit hat sie durch die christliche Geschichte der Geburt Jesu Christus erhalten, in der die Weisen aus dem Morgenland Gold, Myrrhe und Weihrauch brachten.
Hier sieht man, wie wertvoll und von welch wichtiger Bedeutung das Harz für die Menschen damals war.
Und die Geschichte reicht noch viel weiter zurück. Die Ägypter räucherten die Myrrhe zur Mittagszeit zu Ehren ihres Sonnengottes Ra und in im antiken Griechenland wurde es in Tempeln und bei Zeremonien verbrannt.

Und auch heute noch steckt die Myrrhe in einer Vielzahl von Arzneimitteln, Zahnpasten und Mundwässern.
Medizinisch gesehen hat sie eine desodorierende, zusammenziehende und betäubende Wirkung. So wird die Myrrhentinktur vor allem im Mundraum angewendet bei leichten Entzündungen der Mandeln oder des Zahnfleisches oder Druckstellen.

ein Räucherritual in der Natur

Beim Räuchern entfaltet sie einen sehr herben und würzigen Duft, der in vielen Räuchermischungen gern genutzt wird.


Myrrhe wirkt beim Räuchern
– heilend
– weihend
– segenend
– schützend
– reinigend

Sie vermag es, unsere Emotionen zum Vorschein zu bringen und eine Verbindung zu schaffen zwischen verschiedenen Ebenen des Seins und der Elemente.

Myrrhe auf dem Hausaltar

Wir können sie unterstützend zu Ritualen und Gebeten räuchern, um Heilung oder auch Erfolg bei Unternehmungen herbei zu führen. Auch für Orakel und Liebesrituale ist die Myrrhe das Mittel der Wahl.

Diese Liste ließe sich fast unendlich weiterführen. Ich möchte es an dieser Stelle aber fürs Erste gut sein lassen und Euch einladen, selbst auf Entdeckungsreise zu gehen.


Möchtest Du individuell zusammengestellte Räuchermischungen genau für DICH? Dann schreib mir eine Nachricht. Ich verschicke deutschlandweit.

Hier gibt es eine kurze Einführung in die Räucherkunde.

In den Wintermonaten biete ich Seminare für Einsteiger zum Thema Räuchern an. Schau einmal auf meiner Homepage nach Terminen.

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diese ätherischen Öle helfen Dir gegen den Winterdown

Der Winter war dieses Jahr zwar in den meisten Regionen sehr mild, dennoch sehnen sich viele nach Frühling. Wärmere Temperaturen, Sonnenschein und das Gefühl von Aufbruch ins kommende Jahr können wir kaum noch erwarten.

Aber gerade wenn es uns nicht so gut geht, können wir einiges tun, um uns ein wenig besser zu fühlen.
Es gibt im Handel spezielle Tageslichtlampen. Diese simulieren einen sonnigen Tag und können eine Menge bringen. Spaziergänge an der frischen Luft und gemeinsame Zeit mit lieben Menschen können ebenso wohltuend sein.
Aber auch die Pflanzenwelt hält einiges bereit.

verschiedene ätherische Öle

Heute möchte ich Euch in die Welt der Aromatherapie entführen und Euch eine kleine Auswahl an ätherische Öle vorstellen, die gegen die typische Winterdepression helfen können.


Orange

– wird aus den Fruchtschalen gewonnen
– schafft ein Gefühl der Behaglichkeit und des Wohlbefindens
– wird auch oft mit Gesundheit assoziiert
– kann in Bädern, in der Duftlampe und in Sprühflaschen verwendet werden
– auch direkt zum auf die Haut auftragen geeignet (bitte ein bisschen        vorsichtig sein, da es bei empfindliche Hauttypen durchaus zu Hautreizungen kommen kann)
– erhöht die Photosensibilität der Haut


Weihrauch

– wird aus dem Harz gewonnen
– der warme und süße Duft schmeichelt der Seele
– das Öl hilft bei Depression, Erschöpfung und Angst
– kann in Bädern, in der Duftlampe und in Sprühflaschen verwendet werden
– auch direkt zum auf die Haut auftragen geeignet


Bergamotte

– wird aus den Fruchtschalen gewonnen
– der frische, leicht zitronige Duft versprüht Frische und Klarheit
– das Öl hilft bei Depressionen, Stimmungsschwankungen, Erschöpfung und Reizbarkeit
– kann in Bädern, in der Duftlampe und in Sprühflaschen verwendet werden
– auch direkt zum auf die Haut auftragen geeignet (bitte ein bisschen vorsichtig sein, da es bei empfindliche Hauttypen durchaus zu Hautreizungen kommen kann)
– erhöht die Photosensibilität der Haut


Rosmarin

– wird aus dem Kraut gewonnen
– der Duft ist frisch, würzig und wirkt klärend und anregend
– das Öl hilft bei Depressionen, Konzentrationsschwäche, Müdigkeit und Antriebslosigkeit
– kann in Bädern, in der Duftlampe und in Sprühflaschen verwendet werden
– auch direkt zum auf die Haut auftragen geeignet, zum Beispiel für Massagen
– bitte nicht in der Schwangerschaft, bei Epilepsie, Babys und Kleinkindern und empfindlicher Haut anwenden


Lavendel

– wird aus den Blüten gewonnen
– der würzige, blumige und warme Duft löst Entspannung und Wohlbehagen aus
– das Öl hilft bei Depression, Schlaflosigkeit, Reizbarkeit und Kopfschmerzen
– kann universell angewendet werden in Duftlampen, Sprays, Parfüm, als Massageöl, in Bädern usw.


Jasmin

– wird aus den Blüten gewonnen
– der Duft ist weich, warm und blumig
– das Öl hilft bei Depression, Ängsten und Besorgnis und geringem Selbstwertgefühl
– es wird in Cremes, Parfüm und Massageölen eingesetzt
– es handelt sich um ein sehr exquisites, teures Öl – hier bitte unbedingt auf Qualität achten

Das sind nur ein paar Beispiele für ätherische Öle, die Euch im Winter gegen schlechte Laune, Reizbarkeit, Schlaflosigkeit und Depressionen helfen können.

Viel Erfolg beim Ausprobieren.

Solltet Ihr das Gefühl haben, dass sich Euer Zustand trotz verschiedener Maßnahmen nicht bessert, sucht bitte einen Arzt oder Heilpraktiker auf.

 

 

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DIY – Bastelanleitung für Brighids Cross

Brighids Cross war und ist auf den Britischen Inseln und besonders in Irland ein wichtiger Bestandteil der Bräuche um Imbolc.
Es wurde entweder selbst hergestellt oder man bekam es von Nachbarn oder Freunden geschenkt.

Es wurde im Haus und Hof aufgehangen, um die heilige Brighid um ihren Schutz zu bitten.

Die Form des Kreuzes erinnert sehr an uralte Sonnensymbole und lässt so die Verbindung zur keltischen Gottheit Brighid erkennen. Die Göttin des Feuers, der Flammen und der Schmiedekunst.


Nun möchte ich euch zeigen, wie ihr ein solches Kreuz ganz leicht selbst herstellen könnt.

Ihr benötigt dazu lediglich einige Halme Stroh oder Binsen. Es sollten mehrere Stück sein, je nachdem wie groß ihr Euer Kreuz haben möchtet. Dazu noch 4 kurze Stücke Bindfaden.

Zuerst nehmt ihr einen Halm, den ihr in der kompletten Länge lasst. Alle anderen Halme werden in der Mitte geknickt.

so fängt man an

Den ersten geknickten Halm legt ihr genau in der Mitte des gerade um ihn herum, so dass ein T entsteht.

ein geknickter Halm wird über einen geraden gelegt

Nun dreht ihr das Ganze um 45° und legt wieder einen Halm über die Mitte.

der 2. Halm kommt dazu

Wieder drehen und den nächsten Halm über die Mitte legen.

nun ist schon ein Kreuz entstanden

Das Ganze wiederholt ihr so lange, bis das Kreuz eine Größe erreicht hat, die euch gefällt. Es sollte aber nicht zu groß werden, die Mitte darf nicht zu mächtig werden. Vertraut da einfach auf euer ästhetisches Empfinden und euer Bauchgefühl.

das war mir noch zu dünn

Die losen Enden des letzten Halms legt ihr nicht frei an, sondern steckt sie in die gegenüberliegende Schlaufe (s. roter Kreis). So entsteht ein geschlossener Kreislauf.

das letzte Ende wird in eine Schlaufe gesteckt

Bindet die losen Enden mit einem Stück Schnur zusammen und fertig ist euer Brighids Cross. Ein Talisman um Haus und Hof zu schützen. Wenn ihr ihn am Imbolc aufhängt, bittet Brighid in einem kleinen Gebet um Schutz.

das fertige Brighids Cross

Gutes Gelingen und viel Freude beim Nachbasteln.

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pagane Feiertage – Imbolc

Imbolc ist ein Fest, dass auf der ganzen Welt und seit mehr als 2000 Jahren gefeiert wird. Es hat überall natürlich andere Namen.

Im Christentum ist es Lichtmess, bei den alten Römern wurden Kerzen zu Ehren der Göttin Februa durch die Straßen getragen (fällt euch was auf?). Bei den alten Griechen feierte man die Wiederkehr Persephones aus der Unterwelt und in den keltischen Gebieten, vor allem im Irland, feierte man Imbolc. Aber auch im asiatischen und amerikanischen Raum wurde dieser Tag besonders gefeiert. So ist das chinesische Neujahrsfest immer um diese Zeit und auch die Mexikaner feiern den Dia de la Candelaria (den Tag der Kerzen) am 2. Februar.


Imbolc (sprich: Imolk) ist das Fest des Lichts. Lämmer werden anscheinend mitten im harschen Winter geboren, die ersten Blumen erscheinen im Form von Schneeglöckchen. Die Tage sind inzwischen schon merklich länger. Das Versprechen nach Licht und Leben von Midwinter ist eingelöst worden.

Also der perfekte Zeitpunkt, um zu feiern.

Nun haben die unterschiedlichen Kulturen gegebenermaßen verschiedene Traditionen. Aber alle haben mit Kerzen und Licht zu tun.

Ich möchte mich aber hier auf das Imbolc-Fest der Inselkelten und Druiden beschränken und einige Anregungen geben.

Die Druiden feiern es am 1. und 2. Februar bzw. in der Nacht zwischen beiden Tagen. Die Farben dieses Festes sind vornehmlich weiß und gold oder gelb. Sie repräsentieren das Licht und die Milch der Schafmütter für ihre Lämmer.

weiße Blumen schmücken das Haus

Geweiht ist dieses Fest der großen Göttin Brighid. Sie ist die Göttin des Wassers und des Feuers, der Brunnen und Flammen, Göttin der Poeten und Schmiedekunst und Göttin der Heilung.
Dieses Fest ist gedacht um Samen zu pflanzen. So eignen sich die Tage um Imbolc besonders gut, um tatsächlich die ersten Samen in die Erde zu bringen und Pflanzen wachsen zu lassen. Aber auch gedankliche Samen können jetzt gesät werden. Was möchten wir dieses Jahr erreichen? Was sind unsere Hoffnungen und Träume im bevorstehenden Jahr? Was ist aus unseren Vorsätzen zu Neujahr geworden? Halten sie noch oder möchten sie durch einige andere Ideen ersetzt werden? All das kann am Imbolc-Fest Thema sein.
Das Haus schmücke ich mit vielen hellen Blumen und weißen Kerzen. Oft steht auf dem zentralen Tisch eine Schale mit weißen Blüten und schwimmenden Kerzen darin.

ein typisches St. Brighids Cross

Den Tag nutze ich, um das Haus sehr gründlich zu putzen. Der ganze Staub und Tand des Winters darf einem neuen und frischen Gefühl weichen. Vielleicht hast Du ja sogar Zeit, eine längst fällige Renovierung vorzunehmen? Abends wird dann zum Abschluss eine Reinigungsräucherung von mir durchgeführt. Ich räuchere das ganze Haus, bis in die hinterste Ecke und alle Bewohner. So lassen wir auch energetisch den Winter endgültig hinter uns.

Zum Imbolc-Fest gehört auch jedes Jahr das Binden eines Brighids Cross (eine Bauanleitung gibt es hier). Es ehrt die Göttin und bittet um ihren Schutz und Segen für Haus und Hof.
Außerdem weihe ich eine Kerze, die mir beim Durchhalten zum Erreichen meiner Ziele dient. Wann immer ich einen Durchhänger habe, zünde ich diese Kerze an und besinne mich auf meine Stärken.


Zur Meditation über die Wünsche und Ziele für das kommende Jahr räuchere ich natürlich auch.
Das ist meine Mischung für dieses Jahr:

Birkenblätter (Neuanfang)
Copal (Segnung und Schutz)
Holunderblüten (Heilung, Farbe weiß, Verbindung zur großen Göttin)
Weihrauch (Segnung)
Johanniskraut (Licht, Sonne)
Lemongras (hellt Stimmung auf, bringt Optimismus)
Eisenkraut (Erfolg, Klarheit)

Nun wünsche ich Euch ein tolles Fest und den Segen der Göttin.
Blessed Be! )O(

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