Holunderbeeren-Rezepte

Die Holunderbeeren sind reif. Eine meiner liebsten Jahreszeiten, da mir der Holunder persönlich sehr am Herzen liegt.

Nun gibt es im Netz unzählige Rezepte zur Weiterverarbeitung. Über die Jahre habe ich viele davon ausprobiert und auch eigene entwickelt. Ein paar davon möchte ich heute mit euch teilen.

vollreife Holunderbeeren sind fast schwarz und schön glänzend

einfaches Holundergelee – Grundrezept
ca 1kg vollreife Holunderbeeren
etwas Wasser oder Apfelsaft
1 Packung Gelierzucker nach Vorliebe

Die Holunderbeeren werden ganz grob von den Stängeln getrennt. Wenn ein paar der kleineren Stängel dran bleiben, ist das kein Drama. Wichtig ist, dass die großen Doldenstängel ab kommen.

Die Beeren kommen nun in einen Topf, wo sie mit einem Schluck Wasser oder Apfelsaft 10- 20 Minuten weich kochen.

Die gekochten Beeren durch ein feines Sieb passieren und die Flüssigkeit in einem Gefäß auffangen. Die Beeren anschließend sehr gründlich durch das Sieb streichen, um auch das Fruchtfleisch zu bewahren. Die verbliebenen Kerne kommen in den Bio-Müll oder auf den Kompost.

Nun kommt das Ganze in einen Messbecher und wird bei Bedarf durch Zugabe von Wasser oder Apfelsaft an die auf der Gelierzuckerpackung angegebene Menge angepasst.

Nun das Gelee nach der Anleitung auf der Packung zubereiten und sofort in sterilisierte Gläser abfüllen.
Fertig 🙂


winterliches Holler-Gelee:
Zutaten s. oben, dazu kommen noch:
Zimt
Vanille
Nelken

Die Zubereitung ist die gleiche wie oben, allerdings solltest Du hier tatsächlich Apfelsaft als zusätzliche Flüssigkeit nehmen, da er den Geschmack hervorragend ergänzt.

Bei Zimt und den Nelken bitte vorsichtig sein, da der Geschmack der Gewürze sehr stark sein kann.


Holunder-Likör
500g Holunderbeeren
2 Flaschen weißer Rum
500g Zucker (kann bei Bedarf auf 1kg erhöht werden, es kommt auf den Geschmack der Beeren an)
½ Tl Vanille-Extrakt
1 Zimtstange (Bio-Lebensmittelqualität)

Die Holunderbeeren waschen und von den Stielen trennen. In einem Topf erst mit einem ganz kleinen Schluck Wasser ca. 20 Minuten gar kochen. Dann die Flüssigkeit abseihen und mit Zucker und der Zimtstange solange erwärmen, bis der Zucker gelöst ist. Nicht mehr kochen. Jetzt die Zimtstange entfernen, etwas abkühlen lassen und das Vanille-Aroma und den Schnaps hinzufügen.

Sofort in sterile Flaschen abfüllen.
Das Ganze hält rein theoretisch ewig, aber wer will das schon 😉


Übrigens sollte Holunder immer gekocht werden. Roh werden sie nur sehr selten vertragen, die meisten Menschen bekommen bisweilen sehr beschleunigte Verdauung davon.


Mein besonderer Tipp:
Beim Kochen von Gelees und Marmeladen vor dem Abfüllen immer eine Gelierprobe machen.
Dazu gibt man einen Teelöffel voll von der kochenden Flüssigkeit auf einen kalten Teller und pustet kurz bis es erkaltet ist.
Nun kann man wunderbar sehen, ob es geliert. In dem Fall kann die Flüssigkeit abgefüllt werden.

Sollte es noch nicht soweit sein, einfach noch 1, 2 Minuten weiterkochen oder ggf. mehr Geliermittel zugeben.

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Kräuterportrait – die Goldrute

Die Goldrute ist eine imposante Erscheinung. So sieht man ihre leuchtend gelben großen Blütenstände schon von Weitem.
Lasst uns einmal schauen, was so alles in dieser Pflanze steckt.

die Blätter der Goldrute
der üppige Blütenstand

 

 

 

 

 

 

 

Zuerst einmal muss man wissen, dass es etliche Arten von Goldruten gibt. Ich möchte mich heute auf die eingewanderte kanadische Goldrute, bzw die Riesengoldrute beschränken, da ihre Heilwirkung sogar noch größer ist, als die der einheimischen Arten.

Die kanadische Goldrute, Solidago canadensis, ist die Vertreterin der Gattung mit den großen langen goldgelben Blütenständen.
Die Pflanze an sich wächst mit einem zentralen, behaarten Stängel, an dem direkt die länglichen Blätter sitzen. Sie fassen sich leicht rau an und laufen an den Enden spitz zu. Im oberen Teil des bis zu 1,5 m hohen und behaarten Stängels erscheinen verzweigt mehrere Blütenstände. Sie sind bis zu 20 cm lang und bestehen aus vielen einzelnen goldgelben Blüten. Goldrute zählt zu den Korbblütlern, ihre Blütezeit ist von etwa Juli bis in den September hinein.

Sie ist eine großartige Insektenweide. Im Sommer tummeln sich extrem viele Insekten, vor allem Bienen, Hummeln und Wildbienen jeglicher Art auf ihr. Daher finde ich persönlich die Goldrute eine gute Ergänzung der heimischen Flora. Im Moment muss man ja für alles, was blüht und unseren Insekten Nahrung gibt, dankbar sein.
Aber das darf jeder für sich entscheiden 😉


Inhaltsstoffe:
hauptsächlich Flavonoide, Glycoside und Saponine, aber auch ätherisches Öl, Gerbstoffe und Bitterstoffe


Verwendung in der Hausapotheke:
Die Goldrute hat harntreibende, entzündungshemmende und krampflindernde Eigenschaften. Diese sind perfekt zur Behandlung vor allem von Blasenentzündungen, aber auch Nierengrieß, Ödemen und rheumatischen Erkrankungen.
In der Phytotherapie wird die Goldrute bei Blasenentzündung gern zusammen mit Birkenblättern, Ackerschachtelhalm oder auch Hauhechel eingesetzt.

Ganz wichtig: tritt nach 2-3 Tagen keine Besserung auf, ist unbedingt ein Arzt aufzusuchen, da bei Blasenentzündungen schwere Komplikationen auftreten können. Hier also bitte nicht eigenständig herumexperimentieren.

Zur Behandlung trinkt man mehrmals täglich eine Tasse Tee aus dem Kraut, also Stängel, Blätter und Blüten und achtet insgesamt auf eine hohe Flüssigkeitszufuhr von mindestens 2l am Tag.


In der Küche spielt die Goldrute keine wirkliche Rolle. Ab und an trinke ich einen Tee aus ihr ganz gern, weil ich den leicht süßlichen, kräftigen Geschmack mag.

Detail der Blüten

Mein besonderer Tipp:
Goldrute lässt sich wunderbar für allerlei Geldrituale verräuchern. Dabei zieht sie, genau wie ihre Erscheinung sehr üppig ist, die Fülle in unser Leben.

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Kräuterportrait – der Frauenmantel

Um den Frauenmantel, Alchemilla vulgaris, ranken sich seit Jahrhunderten viele Mythen und Legenden.
So war er Alchemistenkraut und sollte dein Stein der Weisen hervorbringen. Schon bei den Germanen war er Frigg geweiht, der viele weibliche Attribute zugeschrieben wurden, in der heutigen Zeit wird er auch Mantel der Maria genannt.
Die Wassertröpfchen, die sich in den Blättern sammeln, wurden seit jeher mit verschiedenen Mythen belegt. So war es ein hervorragendes Wunschwasser oder wurde zur Augenheilkunde genutzt.

Frauenmantel kurz nach einem Regenschauer – Pic by Steffi Ziege

Den Frauenmantel kann man sehr gut an seinen sehr typisch aussehenden Blättern erkennen. Diese wachsen in einer Halbrosette und haben einen recht langen Stiel. Die Ränder sind typisch gewellt und vor allem in den Morgenstunden findet man darauf die vermeintlichen Tautropfen. Diese Tropfen sind allerdings meist kein Tau, sondern sogenannte Guttationströpfchen. Guttation ist die Ausscheidung von überschüssiger Flüssigkeit durch die Blätter zusammen mit verschiedenen Stoffwechselprodukten der Pflanze.
Die Blütenstände sind eher unscheinbar grünlich, manchmal leicht gelb und bestehen aus vielen einzelnen Blüten. Die Blütezeit des Frauenmantels ist den ganzen Sommer hindurch.


Auch das Kraut kann man den ganzen Sommer lang ernten.
Verwechseln kann man den Frauenmantel mit der Malve im frühen Stadium. Allerdings sind die Blätter der Malve stärker geadert, an den Rändern weniger gesägt und glänzend. Die Malve wächst im weiteren Verlauf hoch und bildet meist lila Blüten aus. Der Frauenmantel bleibt immer ein Bodendecker.


Als Inhaltsstoffe sind vor allem die Gerbstoffe, Flavonoide und Harze erwähnenswert, aber auch spezielle Pflanzenhormone, die dem weiblichen Hormon Progesteron ähneln.


Anwendung in der Hausapotheke
Der Frauenmantel ist die Pflanze der Frauenheilkunde. Die Signatur der Pflanze zeigt uns durch ihre Mantelform eine schützende, einhüllende und entspannende Wirkung an.

Und so wird er auch angewendet. Er kann bei vielerlei Problemen mit dem Uterus und den Ovarien helfen. Nach der Geburt kräftigt er alle Bänder im Bauch allgemein das Bindegewebe und regt den Milchfluss an.
Während der Menstruation kann er durch seine entkrampfende Wirkung und die enthaltenen Pflanzenhormone Linderung bei Schmerzen und unregelmäßigen Blutungen bringen und die Stärke der Mensblutung verringern. Auch kann er Wecheljahresbeschwerden mindern und PMS ein wenig ertäglicher machen.
Die wundheilende Eigenschaft kann man sich auch bei Augenentzündung und Magen-Darmproblemen zunutze machen.
Auf die Seele wirkt er schützend und stärkend.

Verwendet wird das getrockete Kraut (Blätter, Stiele und Blüten), vornehmlich als Tee.


Mein besonderer Tipp:
Der Frauenmantel, der oft in Parks oder Gärten zu finden ist, ist fast immer eine Zuchtform und für die medizinische Anwendung nicht sehr gut geeignet. Die Blätter sind größer und fühlen sich ein bisschen flauschiger an.
Frauenmantel wächst wild eher im südlichen Deutschland.

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Kräuterportrait – das Mädesüß

Das Mädesüß ist eine tolle Pflanze. Ihr Duft ist unbeschreiblich schön und in meiner Hausapotheke ist sie unverzichtbarer Bestandteil.
Heute möchte ich sie Dir ein bisschen genauer vorstellen.

die Blätter, Blüten und Früchte auf einem Bild

Das Mädesüß, Filipendula ulmaria, ist eine mehrjährige Staude, die nährstoffreiche und eher feuchte Standorte bevorzugt. So kann man sie häufig an Gräben oder Flussufern finden. Charakteristisch sind der rötlich-braune kantige Stängel und die gefiederten Blätter, die wechselständig am Stängel sitzen. Sie sind sehr stark geadert und auf der Unterseite leicht gräulich filzig behaart.
Die Blüten sind wunderschön und reinweiß, sie verströmen einen geradezu betörenden süßen Duft, der ein bisschen an Mandeln erinnert. Sie sitzen an den Stängelenden in Doldentrauben.

hier sind die stark geaderten Blätter und der kantige rote Stängel gut zu erkennen

Die wichtigsten Inhaltsstoffe sind Flavonoide, Gerbstoffe sowie Phenolglycoside, aus denen beim Trocknen Salicylverbindungen entstehen.

Achtung: Das Mädesüß muss also unbedingt getrocknet werden, um eine Wirkung zu erzielen.

 

die noch unreifen Früchte im Detail

Das Wort Mädesüß
Den Namen Mädesüß kann man aus verschiedenen Wortstämmen herleiten. Er hat auf jeden Fall nichts mit Mädeln oder Mädchen zu tun.
Es kann vom Wort Mahd – also „Wiese“, „mähen“ herrühren, hier ist auch das englische Wort meadow recht interessant (im Englischen heißt die Pflanze tatsächlich auch meadowsweet). Denn beim Mähen der Wiesen verströmt das Kraut einen unglaublich intensiven und süßen Duft.
Eine andere Möglichkeit ist der Wortstamm Met, oder im Englischen Mead, denn in früheren Zeiten wurde das Mädesüß sehr gern zum aromatisieren von Wein und Met genommen.


Geschichtliches
Das Mädesüß wird seit Urzeiten von den Menschen in Europa verwendet. Man hat an Begräbnisstätten in England und Wales von vor mehreren tausend Jahren Spuren des Mädesüß gefunden. Auch den Druiden war das Mädesüß zusammen mit der Mistel, der Wasserminze und dem Eisenkraut eines der heiligsten Kräuter und wurde bei vielen wichtigen Zeremonien wie Hochzeiten und Begräbnissen verwendet.
In späterer Zeit streuten die Menschen das Mädesüß im Haus aus, um die Räume mit den wundervollen Duft zu erfüllen.
Im 19. Jahrhundert wurde aus dem Mädesüß die Salicylsäure isoliert und bei Schmerzen und Erkältung sowie grippalen Infekten eingesetzt.
Somit war das Mädesüß neben der Weide lange Zeit die einzige Quelle für Salicylsäure.


Anwendung in der Hausapotheke
Durch die enthaltenen Inhaltsstoffe wirkt das Mädesüß leicht schmerzlindernd, zusammenziehend, schweißtreibend und entzündungshemmend.

So wird es bei allerlei Schmerzen zu Linderung verwendet, bei Erkältung mit Fieber wird es gern als Tee getrunken, da es zur Schwitzkur genommen werden kann und den Erkältungssymptomen entgegen wirken kann.
Auch bei rheumatischen Erkrankungen kann das Mädesüß Linderung bringen.
Es wird immer die Blüten mit dem oberen Stängelende inklusive der oberen Blätter als Tee verwendet.


Mädesüß in der Küche
Wie eben schon erwähnt, ist das Mädesüß wunderbar geeignet, um Flüssigkeiten zu aromatisieren. Man kann es zu Wein- oder Liköransätzen geben oder Süßspeisen und Milchprodukten damit einen besonderen Touch verleihen. Auch in Fruchtzubereitungen oder Fruchteis ist es ein Gedicht, dass Du unbedingt einmal probieren solltest.

Wie die Holunderblüten kann man es prima in Teig ausbacken.


Mein besonderer Tipp:
Trockne das Mädesüß zu Sträußen gebunden im Haus und es verströmt dabei seinen wundervollen Duft.

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Kräuter richtig trocknen

Nun ist die Zeit der Fülle da und wir können viele tolle Kräuter ernten. Doch was dann?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sie weiter zu verarbeiten.
Man kann sie zum Beispiel klein hacken und einfrieren. Dies bietet sich vor allem bei Küchenkräutern wie Basilikum oder Petersilie an.
Aber alles, was in die Weiterverarbeitung geht wie Tees, Tinkturen und Mazerate erfordert in der Regel getrocknete Kräuter. Und auch nur so lassen sich Kräuter in größeren Mengen gut aufbewahren.

Deshalb möchte ich Dir verschiedene Möglichkeiten zeigen, wie Du das richtig und effektiv machst.

Das Trocknen an sich ist sehr einfach und es gibt nur wenig zu beachten.

verschiedene Getrocknete Kräuter und Hagebuttenschalen

Achte auf einen geeigneten Untergrund.
Dies kann Küchenkrepp sein oder auch Fliegengitter, dass auf einen Holzrahmen gespannt ist.
Gut ist es, wenn sich das Ganze bewegen lässt. So nehme ich sehr gern ein großes Holzbrett oder Tablett, lege es mit Küchenpapier aus und gebe dann darauf meine Kräuter.
Bitte benutze keine Zeitung. Die Druckerschwärze ist auch heutzutage noch nicht wirklich gesund 😉


Achte auf das richtige Licht.
Bitte Kräuter niemals in der direkten Sonne trocknen. Die UV-Strahlung und die Hitze lassen wichtige Stoffe wie ätherische Öle leicht verfliegen und Vitamine und Eiweiße gehen kaputt.

Trockne Deine Kräuter grundsätzlich im Schatten und an einem gut belüfteten Ort.


Trockne vollständig durch.
Die Kräuter müssen vollkommen trocken sein, bevor Du sie in Gläser, Tüten oder sonstige Gefäße verpackst.
Du erkennst dass sie trocken sind daran, dass Blätter zwischen den Fingern zerbröseln und kleine Stängel mit einem Knacks durchbrechen.

Nicht vollständig trockene Kräuter werden über kurz oder lang anfangen zu schimmeln. Und dann müsstest du das ganze Gefäß wegschmeißen.


Nimm die richtige Art zu trocknen.
Pflanzen, bei denen man das ganze Kraut erntet oder die große Blütenstände haben, wie zum Beispiel Beifuß, Lavendel oder Brennnessel, bindet man am unteren Stängelende zusammen und trocknet sie kopfüber hängend. Hier bietet es sich an, ein Tuch drunter zu legen, da die Blütenstände oft ein wenig krümeln beim Trocknen. So gewinnt man sogar noch diese und hat keine Sauerei auf dem Fußboden.
Alle anderen Kräuter liegen entweder auf Papier oder eben auf bespannten Rahmen. Eine sehr kreative Idee sind auch diese Röhren, in denen man zum Beispiel Stofftiere aufbewahren kann und die aus verschiedenen Etagen und Netzstoff bestehen.

Eine Trocknung im Ofen oder Dörrapparat sollte nur in ganz seltenen Ausnahmefällen gemacht werden, wenn es wirklich gerade nicht anders geht. Ansonsten sind mir persönlich die Temperaturen dort zu hoch.


Trockne Sortenrein.
Trockne die einzelnen Kräuter getrennt voneinander. Mischen kannst Du sie dann immer noch, wenn Du sie weiterverarbeiten möchtest.
So gehst Du sicher, dass Du dann genau das hast, was Du benötigst.


Bewahre deine getrockneten Schätze richtig auf.
Die Aufbewahrung der fertig getrockneten Kräuter sollte kühl und vor allem dunkel und trocken erfolgen. Du kannst Schraubdeckelgläser, andere Gläser mit Deckel, Papiertüten oder verschiedene Container benutzen.
Beschrifte alle Gefäße immer mit dem Namen des Inhalts und dem Monat und Jahr, in dem Du es abgefüllt hast. So behältst Du auch im wachsenden Vorrat den Überblick 😉


Mein besonderer Tipp:
Getrocknete Kräuter bewahre ich maximal 1-2 Jahre auf. Danach verwende ich sie aber noch noch. Tolle Ideen sind Badezusätze oder das Räuchern, manchmal gehen auch Duftkissen noch.
Sammle und trockne also nur soviel, wie Du benötigst. Taste Dich dazu einfach über ein paar jahre hinweg ran. Du weißt zum Schluss ganz gut, wie viel Du benötigst.

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Kräuterportrait – die Kamille

Überall auf Wiesen, an Wegrändern und sogar mitten auf Schotterwegen kann man sie jetzt blühen sehen – die Kamille.
Das nehme ich zum Anlass für ein Portrait und einen ganz einfachen Trick, wie ihr sie immer richtig bestimmt.

Die Kamille, Matricaria chamomilla, ist eine sehr häufige Pflanze, die im Sommer oft anzutreffen ist. Genau jetzt im Juni und Juli hat sie ihre Blütezeit. Sie ist eine einjährige Pflanze und recht robust.

echte Kamille – Quelle: Wikipedia, gemeinfrei

Das wichtigste Merkmal sind die fein gefiederten Blättchen und die strahlend weißen Blütenblätter mit den kräftig gelben Röhrenblüten in der Mitte. Sie wächst einjährig.
Bei der echten Kamille stehen die weißen Blütenblätter sehr häufig nach unten ab und sie verströhmt diesen ganz charakteristischen Duft, den wohl alle gut kennen.
Die ebenfalls medizinisch wirksame römische Kamille, Chamaemelum nobile, hat häufig gefüllte Blüten die deutlich größer sind und wächst im Gegensatz zur echten Kamille als mehrjährige Staude. Sie blüht oft erst ab August.

Es gibt noch weitere Kamille-Arten in unseren Breiten. Da wäre zum Beispiel die strahlenlose Kamille, die kleiner und gedrungener wächst und keine weißen Blütenblätter hat.
Oder die Hundskamille, die größer ist und nicht so feine Blätter besitzt. Erwähnenswert wäre auch noch die gelbe Färberkamille, die seit Urzeiten zum Färben diverser Textilien genutzt wird.
Alle diese Sorten sind aber medizinisch weitestgehend unwirksam.

Verwendung
Wie der Name schon vermuten lässt, ist die Kamille die „Mutter aller Heilpflanzen“. Sie behütet, entspannt, hüllt ein, macht heile und sorgt für wohlige Zufriedenheit.

Im Folgenden möchte ich Dir nur ein paar mögliche Anwendungen vorstellen, die Bandbreite ist so riesig, dass sie für 3 Blogs reichen würde.

Volksheilkundlich wird sie oft bei Magen-Darm-Problemen empfohlen. Der Tee hilft unter anderem bei Blähungen, Magenkrämpfen und Verdauungsbeschwerden.

Diese entkrampfende Eigenschaft kann man sich auch bei nervöser Unruhe, nervösen Magenbeschwerden und nervös bedingten Schlafproblemen zu Nutze machen.
Eine Tasse schöner Kamillentee am Abend kann Wunder wirken.

Ihre entzündungshemmenden Eigenschaften machen sie zu einem guten Helfer bei allerlei Verletzungen und Entzündungen im Mund- und Rachenraum und bei Erkältungen aller Art. Hierzu gurgelt oder spült man mit starkem Tee oder verdünnter Tinktur.

Kamille ist natürlich auch eine hervorragende Frauenpflanze. Entzündungen der Scheide, Weißfluss, Menstruationskrämpfe und viele weitere Frauenleiden können mit ihr behandelt werden. Hier kommen wieder ihre entkrampfenden und entzündungshemmenden Eigenschaften zum Tragen.

Die Kamillie am Auge:
Oft liest man noch, dass die Kamille als Tee zubereitet auf ein Wattepad gegeben werden soll und dann aufs Auge gelegt werden soll. Dies würde bei Augenentzündung und Überreizung helfen.

BITTE NICHT!

Denn: Der fertige Kamillentee enthält Teilchen, die aus Silicium bestehen und wie kleine Nadeln aussehen. Sie sind winzig klein und mit dem bloßen Auge oft gar nicht zu erkennen. Dennoch sind sie da und würden das Auge nur noch weiter reizen. Also bitte auf Fertigpräparate – zum Beispiel mit Eurphrasia, Augentrost – zurückgreifen.

Mein besonderer Tipp:
Die echte Kamille erkennst Du, wenn Du die Blüte der Länge nach halbierst. Ist der Blütenboden hohl, dann hast Du die echte erwischt.
Ist er gefüllt, dann handelt es sich um keine medizinisch wirksame Sorte.

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Kräuterportrait – die Schafgarbe

Die Schafgarbe, Achillea millefolium, ist eine mehrjährige krautige Pflanze, die vor allem durch ihre sehr speziell geformten Blätter – man nennt sie auch die Augenbraue der Venus 😉 – und die schönen weißen Blüten besticht. Schafgarbe vermehrt sich sowohl über Samen, als auch über ihre kräftigen Wurzeln. Aus diesen wachsen zuerst die Blättchen und dann ein Blütenstiel. Die Blätter sitzen einzeln und ungestielt am Stängel. Die Blüten mit 4-6 weißen, winzig kleinen und sehr zarten Blütenblättchen bilden eine Scheindolde, es handelt sich aber um einen Korbblütler. Die Pflanze hat einen herb-aromatischen, leicht scharfen Geschmack.

die sehr jungen Blätter im zeitigen Frühjahr
der Blütenansatz

Man findet die Schafgarbe hauptsächlich an Wegrändern, auf Wiesen, Weiden und Schuttplätzen. Sie hat wenig Ansprüche an ihren Standort, mag es aber grundsätzlich eher sonnig und trocken.

 

Achtung Verwechslungsgefahr!
Die Schafgarbe kann mit einigen teils tödlich giftigen Pflanzen verwechselt werden. Allerdings ist die Blattform sehr typisch und kommt so bei keiner anderen Pflanze vor. Bitte nur bei 100% sicherer Bestimmung sammeln und immer mehrere Merkmale abgleichen.

Inhaltsstoffe
Hauptinhaltsstoffe sind Bitter- und Gerbstoffe, Schleimstoffe, verschiedene Vitamine, sowie Kupfer und Kalium.

Die ganz jungen und zarten Blättchen können über die gesamte Vegetationsperiode hinweg geerntet werden. Sobald die Blüten im Frühsommer erscheinen, kann man auch diese sammeln.

die wunderschöne Blüte im Detail

Anwendung in der Küche
Die Blätter sind eine tolle Zutat für Gewürzsalze und Kräuterbutter. Sie können aber auch zur Aromatisierung von Kräuterschnaps oder als Tee verwendet werden. Die Blüten dienen als essbare Dekoration und Zutat für Kräuterbutter oder Brotbelag. Man kann auch einen Sirup oder Gelee daraus kochen.

Heilwirkung
Die Schafgarbe zählt zu den wichtigsten Frauenkräutern. So hilft sie bei allerlei Frauenleiden wie Menstruationsschmerzen und -krämpfen, ist blutstillend bei starken Mensblutungen und gleicht Wechseljahresbeschwerden aus. Bei Weißfluss kann ein Sitzbad hilfreich sein. Die Bitterstoffe regen die Verdauung an und können positiv auf Galle, Leber und Nieren, sowie bei Bauchkrämpfen wirken.

mein besonderer Tipp:
Die Schafgarbentinktur wird traditionell bei allerlei Hautproblemen wie unreiner Haut, Entzündungen oder Ekzemen angewendet.

Die Schafgarbe kann bei empfindlichen Menschen eine Kontaktallergie auslösen.

 

alle Fotos in diesem Beitrag von Stefanie Ziege

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Pflanzenportrait – die Felsenbirne

In den letzten Wochen habe ich ganz viele Fragen nach dieser Pflanze in den diversen Gruppen und Foren gesehen, so dass ich mich dazu entschlossen habe, nun einen Artikel darüber zu schreiben, denn die Felsenbirne MUSS man erlebt haben!

die Blüten und Blätter der Felsenbirne Quelle Wikipedia, common license
die Blätter und (noch nicht ganz reifen) Früchte der Felsenbrine

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Felsenbirne, Amelanchier spec., kommt sehr häufig im städtischen Bereich vor. In Parks auf Plätzen oder in Vorgärten kann man sie oft antreffen, denn sie wird von den Gemeinden gern zur Stadtbegrünung gepflanzt. Es gibt zahlreiche Arten, alle gehören zu den Kernobstgewächsen.

Die meisten Arten werden zwischen niedrigen Büschen bis zu mehreren Metern hohe Sträucher.
Die Blätter erinnern ein wenig an die des Apfels und können an den Rändern glatt oder gesägt sein. Manche Arten haben ein wenig rötliche Blätter, andere sind grau filzig behaart.

Ihr seht schon, die Unterschiede sind recht groß. Aber alle Pflanzen haben die schönen weißen Blüten gemeinsam, die in Trauben an den Ästen hängen. Ich habe es schon erlebt, dass der Baum so übervoll mit Blüten war, dass er fast weiß war. Dieser Anblick im Frühjahr ist wirklich beeindruckend 🙂
Aus den Blüten entwickeln sie dann die wundervollen Früchte. Sie werden nur ca. 1-2 cm groß und hängen zu mehreren an ca. 2cm langen, dünnen Stielen von den Ästen. An ihrem Ende sieht man noch sehr deutlich den Blütenrest.

die reifen Früchte

Man pflückt ausschließlich die vollreifen Früchte. Diese sind dunkellila, beinahe schwarz. Hellere Früchte sind noch nicht reif und geschmacklich wenig erbaulich.
Die reifen Früchte hingegen sind eine Sensation, die man einmal versucht haben muss.
Sehr süß und trotzdem eine ganz leichte Säure mit einem Hauch von Marzipan.

Mir persönlich schmecken die Früchte großartig und inzwischen habe ich auch viele Freunde und Teilnehmer meiner Kräuterwanderungen mit dieser Begeisterung angesteckt.

mein besonderer Tipp:
Am besten macht man daraus ein Gelee oder eine Marmelade, dann aber bitte die Kerne heraussieben, denn die sind keine wirkliche Freude auf dem Brot.

Roh können die Früchte auch gegessen werden, allerdings können bei großen Mengen Magen-Darmprobleme bei empfindlichen Personen vorkommen.

selbstgebackenes Brot mit leckerem Gelee der Felsenbirne – ein GEDICHT!

Die unteren Früchte kann man bedenkenlos ernten – die, die weiter oben am Strauch sitzen, bleiben für die Vögel. So ist genug für alle da.

Und nun wünsche ich euch viel Spaß bei der Suche nach dieser tollen Pflanze und dem Genuss der Früchte!
Seid ihr euch unsicher? Dann kommt zu einer meiner spannenden Kräuterwanderungen.

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Pflanzenportrait – die Linde

Am Brunnen vor dem Tore, da steht ein Lindenbaum.
Ich träumt in seinem Schatten so manchen süßen Traum. *träller*

Schon als Schulkind mochte ich dieses doch recht verstaubte Lied sehr gern. Und auch heute noch begleitet mich die Linde oft auf meinen Wegen.
Deshalb hier für euch eine Vorstellung dieses schönen Baums und ein Vorurteil werde ich auch noch beseitigen.


Die Linde gibt es bei uns in vielen verschiedenen Arten, vor allem in Parks und an Straßen wird sie gern gepflanzt. Medizinisch wirksam sind hauptsächlich die Sommerlinde und die Winterlinde.

Beide unterscheiden sich in einigen Merkmalen, so dass man sie recht gut auseinanderhalten kann:

Sommerlinde, Tilia platyphyllos:

die unbehaarte Blattunterseite der Sommerlinde

– meist über 30 m hoch
– Blätter zwischen 5 und 10 cm lang, bisweilen handtellergroß, auf der Oberseite weich behaart und auf der Unterseite heller
– blüht meist Mitte – Ende Juni
– die Früchte weisen 3-5 Rippen auf, die Hochblätter sind spitz zulaufend

die Blütenstände

Blütenstände der Winterlinde
Winterlinde – man erkennt gut die Behaarung

Winterlinde, Tilia cordata:
– meist nur 20-30 m hoch
– Blätter 3-5 cm lang, nur an der Blattbasis und in den Achseln der Blattadern leicht behaart
– blüht im Juli
– die Früchte sind weniger stark gerippt und die Hochblätter sind am Ende rund


Inhaltsstoffe:
vor allem Schleimstoffe, Flavonoide, ätherisches Öl und Saponine


Beide Lindenarten finden in der Volksheilkunde Verwendung. Hierbei aber lediglich die Lindenblüten. Es werden die Blüten und das grüne Hochblatt verwendet.

Die wohl bekannteste Anwendung ist die der Schwitzkur. Hierzu trinkt man abends einen Lindenblütentee. Positiver Nebeneffekt: die enthaltenen Schleimstoffe beruhigen gereizte Schleimhäute im Mund- und Rachenbereich. Auch ein Lindenblütenbad soll traditionell bei Erkältungskrankheiten hilfreich sein.

Oft kommen Lindenblüten auch in Teemischungen vor, die bei Blasenproblemen zu Einsatz kommen, den Lindenblüten wirken entzündungshemmend. Zudem wirken sie entkrampfend, was bei vielen Begleiterscheinungen von Erkältungskrankheiten wie Husten, Abgeschlagenheit und Magenproblemen hilfreich ist. In früheren Zeiten war die Linde deshalb ein sehr beliebtes Mittel in der Volksheilkunde.


Auch mythologisch hat die Linde eine große Bedeutung. So stand sie in jeder Siedlung auf dem Dorfplatz. Dies rührt aus uralter germanischer Zeit her, in der die Linde ein Schutzbaum und Baum der Göttin Freya war. Er war Versammlungsort und Ort der inneren Einkehr und Verbindung zur geistigen Welt.
Auch heute noch ist in fast jedem Dorf an zentraler Stelle eine Linde zu finden, denn sie können viele hundert Jahre alt werden. In einem hessischen Dorf steht mit über 1200 Jahren der älteste Baum Deutschlands. Und es ist – oh Überraschung! – eine Linde.


Und nun zu dem Vorurteil, dass die Lindenblüten kleben:
Wer kennt es nicht. Im Sommer klebt ALLES, was sich unter einem Lindenbaum befindet. Der Boden, ein abgestelltes Fahrrad oder Auto und hält man sich länger unter einer Linde auf, so kann man bisweilen kleine Tropfen herunterfallen spüren.
Nun, dies ist allerdings kein Nektar aus den Blüten, sondern der sogenannte Honigtau: die Ausscheidung der Blattläuse, die zu Abermillionen die Linde im Sommer bevölkern.
Die eigentlichen Lindenblüten sind daran also gar nicht beteiligt 😉

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das Rotöl – vielseitiger und beliebter Helfer

Ein Ölauszug (Mazerat) aus dem Johanniskraut, wird Rotöl genannt, da er sich im Laufe der Ziehzeit rot verfärbt. Es kommt immer ein bisschen auf den Standort und die regionalen Gegebenheiten an. So wird es manchmal nur leicht rot, ich habe aber schon tiefrote, bisweilen fast bräunliche Rotöle gesehen.

Wichtig ist, dass man das man nur das echte Johanniskraut, Hypericum perforatum, für das Rotöl verwenden kann. Zuchtformen sind in der Regel nicht heilkräftig. Dies sieht man vor allem daran, dass die Blüten beim Zerreiben keinen roten Farbstoff absondern.

die wunderbare Blüte des Johanniskrauts

Herstellung:
Man sammelt das voll erblühte Kraut zur Mittagszeit an einem sonnigen, trockenen Tag.
Traditionell wird es am oder um den Johannistag (24.6.) gesammelt. Dort sollen seine Heilkräfte besonders groß sein. Ob der Johannistag nun seinen Namen vom Johanniskraut hat oder umgekehrt lässt sich wohl kaum noch zweifelsfrei belegen.

Nun nimmt man die voll aufgeblühten Blüten, noch geschlossene Blüten und gern auch schon ein paar Fruchtstände und lässt sie ein bis zwei Tage antrocknen. Das Johanniskraut neigt sehr schnell dazu, im Öl zu schimmeln und durch das Antrocknen geht ein Teil der Feuchtigkeit schon einmal aus der Pflanze. Außerdem stößt das Trocknen wichtige Prozesse in der Pflanze an.
Dann legt man die Pflanzenteile vorsichtig in ein großes Glas und bedeckt das Ganze sehr großzügig mit gutem Olivenöl. Es ist unbedingt darauf zu achten, dass keine Pflanzenteile oben raus schauen. Es empfiehlt sich, das Glas nicht fest zu verschrauben, sondern ein durchlässiges Tuch darauf zu befestigen. So kann die Feuchtigkeit besser entweichen.
Tagsüber stellt man das Glas nun in die volle Sonne, nachts ist es ins Haus zu holen.
Zwischendurch kann immer mal wieder geschüttelt werden und es muss kontrolliert werden, dass alle Pflanzenteile gut mit Öl bedeckt sind.

Nach ca. 4 Wochen ist das Öl rot geworden und kann abgefiltert werden. Das fertige Rotöl kommt in dunkle Flaschen oder Gläser und wird beschriftet.
Es eignet sich hervorragend zur Hautpflege von trockener Haut, Narbenbehandlung und zur Massage bei Verspannungen, Muskelbeschwerden und psychischem Stress.

Bitte brachtet aber, dass Rotöl die Photosensibilität erhöht. Es macht die Haut durchlässiger für UV-Strahlen und es komtm eher zum Sonnenbrand.

mein besonderer Tipp:
Rotöl eignet sich ganz wunderbar zur sanften Hautpflege, besonders im Gesicht. Es mildert Rötungen und Entzündungen und erhält die Elastizität der Haut.

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