Pflanzenportrait – Pappelknospen

Genau jetzt ist vielerorts die Zeit, um Pappelknospen zu sammeln. Die Pappeln, Populi sp., verlieren in den Frühjahrswinden sehr leicht dünne Äste, die dann auf dem Boden unter dem Pappeln zu finden sind. An einem sauberen Ort kann man diese Äste aufsammeln und die Knospen abpflücken. Am besten sind die Knospen ganz kurz bevor sie sich öffnen und die frischen kleinen Blättchen zu sehen sind.

da ich vergessen habe, ein Foto zu machen, bevor ich sie in Öl eingelegt habe, habe ich sie euch nochmal auf einem Teller drapiert

Schon beim Pflücken merkt man, dass die Knospen harzig klebrig sind und einen leicht säuerlichen, balsamischen Geruch verströmen.

Die geernteten Knospen kann man vielfältig verwenden.
Sie eignen sich, um daraus einen Tee zu brühen. Die enthaltenen ätherischen Öle, Gerbstoffe, Flavonoide und ein salicysäureähnlicher Stoff (wirkt ähnlich dem Aspirin) helfen, innerlich angewendet, gegen entzündliche Vorgänge im Körper wie Gicht oder Blasenentzündung, aber auch bei Magen-/Darmbeschwerden.
Der Tee kann auch äußerlich für Auflagen verwendet werden und ist bei Entzündungen der Haut und trockener Haut, sowie Ekzemen hilfreich.


Die wohl bekannteste Anwendung ist aber die Pappel-Salbe.
Um diese herzustellen, muss zuerst ein Mazerat aus den Knospen gewonnen werden.

Hier findet ihr eine Anleitung, wie ihr solch einen Ölauszug herstellt.


Dieser Ölauszug wird dann mit Bienenwachs verfestigt.
Das Verhältnis sollte 50g Öl zu 3-4g Bienenwachs sein, je nachdem wie fest ihr eure Salbe haben möchtet.

Gebt das Öl in ein Glas und dieses dann in ein Wasserbad. In das Öl kommt nun das Bienenwachs. Erwärmt alles ganz sanft und vorsichtig, bis das Wachs geschmolzen ist. Rührt kurz durch und dann kann die fertige Salbe schon abgefüllt werden.
Beschriftet eure Salbentigel mit Art der Salbe und Datum. Die Salbe ist ca. 1 Jahr lang haltbar.

Sie dient der Körperpflege, hilft gegen raue Haut, Ekzeme, Entzündungen und kann als Wundheilsalbe verwendet werden.

Für Fortgeschrittene kann das Pappelöl auch zu Cremes verarbeitet werden oder es kann mit anderen Ölen gemischt werden, um noch mehr Pflegeeigenschaften zu erhalten.

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Kräuterportrait – das Johanniskraut

Der Lichtbringer, nicht nur in der kalten Jahreszeit. Gepriesenes Kraut gegen Depressionen, Angst und nervöse Verstimmungen. Helfer bei Narben und allerlei Hautleiden.
Um das Johanniskraut ranken sich zahlreiche Mythen und Legenden. Lasst uns zusammen mal etwas genauer hinschauen:

Vorkommen
Das echte Johanniskraut, Hypericum perforatum, wächst in unseren Breiten fast überall wild. Man kann es also wunderbar wild sammeln oder auch im eigenen Garten anbauen. Achtung: es verbreitet sich sehr stark. Da es aber eine großartige Bienenweide ist, tut man sogar unseren kleinen Freunden etwas Gutes. Man findet das Johanniskraut auf Wiesen, an Wegrändern oder auch an Waldrändern. Es mag gern sonnige Standorte, die nicht zu feucht sind.


Johanniskraut

Beschreibung
Das Johanniskraut wird ca. 30-70 cm hoch, ist mehrjährig und wächst bisweilen stark verzweigt. Man kann es vor allem an sonnigen Standorten finden, vom Waldrand bis zu sandigen Wegrändern habe ich das Johanniskraut schon überall angetroffen. Die gegenständigen Blätter sind länglich, etwas eiförmig und hellgrün mit einem ganz kleinen Hauch von grau. Charakteristisch sind die dunklen Punkte auf den Blättern die auch auf den Blütenblättern zu finden sind. Es handelt sich hier um Öldrüsen der Pflanze.
Die strahlend gelben Blüten wachsen in einer Trugdolde an den Enden der Stängel. Zerreibt man eine Blüte zwischen den Fingern, so tritt ein dunkelroter bis lilafarbener Saft aus. Daran kann man das Johanniskraut zweifelsfrei erkennen.


die wichtigstens Inhaltsstoffe
Hypericin, Bitterstoffe, ätherische Öle, Gerbstoffe, Pektin


Verwendung
Das Johanniskraut ist das Kraut der Sonne, der Wärme und des Wohlergehens. Seine leuchtend gelben Blütenblätter allein heben schon die Stimmung und verbreiten Sommer pur. So wird es in der Volksmedizin gegen depressive Verstimmungen, Gereiztheit, Angstzustände bis hin zu schweren Depressionen eingesetzt. Da mit solchen Krankheitsbildern aber nicht zu scherzen ist, hier der ganz klare Hinweis von mir, in solchen Fällen bitte immer einen Arzt oder Heilpraktiker aufzusuchen. Denn das Johanniskraut wird vor allem in der Pflanzenheilkunde sehr gern von Fachleuten empfohlen.

Traditionell wird es aber auch bei einer Vielzahl von anderen Erkrankungen angewendet. Bei Nervenschmerzen, bei entzündlichen Wunden und zur Blutstillung (auch nach der Geburt). Es reguliert den Hormonhaushalt der Frau in der fertilen Zeit genau so wie in den Wechseljahren und hilft auch bei Schlafstörungen und allgemeiner Schwäche.
Auch eine positive Wirkung auf Blase und Darm wird heilkundlich überliefert. So kann es bei Reizdarm und chronischen Darmerkrankungen genauso hilfreich sein wie bei Blasensteinen und Inkontinenz.

Das Johanniskraut wird als Tee, Tinktur oder als Mazerat, das bekannte Rotöl, eingesetzt. Hier findest du eine Anleitung zum Herstellen des Rotöls.


In der Räucherkunde wird das Johanniskraut zur Mittsommernacht geräuchert. Mit dem verbrennen des Krauts übergibt man Unglück und Krankheit dem Feuer.
Auch wurde zum Segnen und Schützen vor Dämonen und schlechten Einflüssen geräuchert.

die Blüte im Detail

In der Küche findet das Johanniskraut keine Verwendung, es ist rein medizinisch einzusetzen.


Bitte beachtet unbedingt, dass das Johanniskraut in allen Anwendungsformen die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöht. Im Winter sehr förderlich, da der Körper das wenige Licht besser ausnutzen kann, wenn man sich unter freiem Himmel befindet, im Sommer allerdings kommt es u.U. eher zum Sonnenbrand.

Und nun wünsche ich Euch viel Freude bei der Annäherung an dieses wundervolle Heilkraut.

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Räucherkunde: Myrrhe

Myrrhe

Myrrhe ist einer der beliebtesten Räucherstoffe und weltweit weit verbreitet. Ihre endgültige Berühmtheit hat sie durch die christliche Geschichte der Geburt Jesu Christus erhalten, in der die Weisen aus dem Morgenland Gold, Myrrhe und Weihrauch brachten.
Hier sieht man, wie wertvoll und von welch wichtiger Bedeutung das Harz für die Menschen damals war.
Und die Geschichte reicht noch viel weiter zurück. Die Ägypter räucherten die Myrrhe zur Mittagszeit zu Ehren ihres Sonnengottes Ra und in im antiken Griechenland wurde es in Tempeln und bei Zeremonien verbrannt.

Und auch heute noch steckt die Myrrhe in einer Vielzahl von Arzneimitteln, Zahnpasten und Mundwässern.
Medizinisch gesehen hat sie eine desodorierende, zusammenziehende und betäubende Wirkung. So wird die Myrrhentinktur vor allem im Mundraum angewendet bei leichten Entzündungen der Mandeln oder des Zahnfleisches oder Druckstellen.

ein Räucherritual in der Natur

Beim Räuchern entfaltet sie einen sehr herben und würzigen Duft, der in vielen Räuchermischungen gern genutzt wird.


Myrrhe wirkt beim Räuchern
– heilend
– weihend
– segenend
– schützend
– reinigend

Sie vermag es, unsere Emotionen zum Vorschein zu bringen und eine Verbindung zu schaffen zwischen verschiedenen Ebenen des Seins und der Elemente.

Myrrhe auf dem Hausaltar

Wir können sie unterstützend zu Ritualen und Gebeten räuchern, um Heilung oder auch Erfolg bei Unternehmungen herbei zu führen. Auch für Orakel und Liebesrituale ist die Myrrhe das Mittel der Wahl.

Diese Liste ließe sich fast unendlich weiterführen. Ich möchte es an dieser Stelle aber fürs Erste gut sein lassen und Euch einladen, selbst auf Entdeckungsreise zu gehen.


Möchtest Du individuell zusammengestellte Räuchermischungen genau für DICH? Dann schreib mir eine Nachricht. Ich verschicke deutschlandweit.

Hier gibt es eine kurze Einführung in die Räucherkunde.

In den Wintermonaten biete ich Seminare für Einsteiger zum Thema Räuchern an. Schau einmal auf meiner Homepage nach Terminen.

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diese ätherischen Öle helfen Dir gegen den Winterdown

Der Winter war dieses Jahr zwar in den meisten Regionen sehr mild, dennoch sehnen sich viele nach Frühling. Wärmere Temperaturen, Sonnenschein und das Gefühl von Aufbruch ins kommende Jahr können wir kaum noch erwarten.

Aber gerade wenn es uns nicht so gut geht, können wir einiges tun, um uns ein wenig besser zu fühlen.
Es gibt im Handel spezielle Tageslichtlampen. Diese simulieren einen sonnigen Tag und können eine Menge bringen. Spaziergänge an der frischen Luft und gemeinsame Zeit mit lieben Menschen können ebenso wohltuend sein.
Aber auch die Pflanzenwelt hält einiges bereit.

verschiedene ätherische Öle

Heute möchte ich Euch in die Welt der Aromatherapie entführen und Euch eine kleine Auswahl an ätherische Öle vorstellen, die gegen die typische Winterdepression helfen können.


Orange

– wird aus den Fruchtschalen gewonnen
– schafft ein Gefühl der Behaglichkeit und des Wohlbefindens
– wird auch oft mit Gesundheit assoziiert
– kann in Bädern, in der Duftlampe und in Sprühflaschen verwendet werden
– auch direkt zum auf die Haut auftragen geeignet (bitte ein bisschen        vorsichtig sein, da es bei empfindliche Hauttypen durchaus zu Hautreizungen kommen kann)
– erhöht die Photosensibilität der Haut


Weihrauch

– wird aus dem Harz gewonnen
– der warme und süße Duft schmeichelt der Seele
– das Öl hilft bei Depression, Erschöpfung und Angst
– kann in Bädern, in der Duftlampe und in Sprühflaschen verwendet werden
– auch direkt zum auf die Haut auftragen geeignet


Bergamotte

– wird aus den Fruchtschalen gewonnen
– der frische, leicht zitronige Duft versprüht Frische und Klarheit
– das Öl hilft bei Depressionen, Stimmungsschwankungen, Erschöpfung und Reizbarkeit
– kann in Bädern, in der Duftlampe und in Sprühflaschen verwendet werden
– auch direkt zum auf die Haut auftragen geeignet (bitte ein bisschen vorsichtig sein, da es bei empfindliche Hauttypen durchaus zu Hautreizungen kommen kann)
– erhöht die Photosensibilität der Haut


Rosmarin

– wird aus dem Kraut gewonnen
– der Duft ist frisch, würzig und wirkt klärend und anregend
– das Öl hilft bei Depressionen, Konzentrationsschwäche, Müdigkeit und Antriebslosigkeit
– kann in Bädern, in der Duftlampe und in Sprühflaschen verwendet werden
– auch direkt zum auf die Haut auftragen geeignet, zum Beispiel für Massagen
– bitte nicht in der Schwangerschaft, bei Epilepsie, Babys und Kleinkindern und empfindlicher Haut anwenden


Lavendel

– wird aus den Blüten gewonnen
– der würzige, blumige und warme Duft löst Entspannung und Wohlbehagen aus
– das Öl hilft bei Depression, Schlaflosigkeit, Reizbarkeit und Kopfschmerzen
– kann universell angewendet werden in Duftlampen, Sprays, Parfüm, als Massageöl, in Bädern usw.


Jasmin

– wird aus den Blüten gewonnen
– der Duft ist weich, warm und blumig
– das Öl hilft bei Depression, Ängsten und Besorgnis und geringem Selbstwertgefühl
– es wird in Cremes, Parfüm und Massageölen eingesetzt
– es handelt sich um ein sehr exquisites, teures Öl – hier bitte unbedingt auf Qualität achten

Das sind nur ein paar Beispiele für ätherische Öle, die Euch im Winter gegen schlechte Laune, Reizbarkeit, Schlaflosigkeit und Depressionen helfen können.

Viel Erfolg beim Ausprobieren.

Solltet Ihr das Gefühl haben, dass sich Euer Zustand trotz verschiedener Maßnahmen nicht bessert, sucht bitte einen Arzt oder Heilpraktiker auf.

 

 

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DIY – Bastelanleitung für Brighids Cross

Brighids Cross war und ist auf den Britischen Inseln und besonders in Irland ein wichtiger Bestandteil der Bräuche um Imbolc.
Es wurde entweder selbst hergestellt oder man bekam es von Nachbarn oder Freunden geschenkt.

Es wurde im Haus und Hof aufgehangen, um die heilige Brighid um ihren Schutz zu bitten.

Die Form des Kreuzes erinnert sehr an uralte Sonnensymbole und lässt so die Verbindung zur keltischen Gottheit Brighid erkennen. Die Göttin des Feuers, der Flammen und der Schmiedekunst.


Nun möchte ich euch zeigen, wie ihr ein solches Kreuz ganz leicht selbst herstellen könnt.

Ihr benötigt dazu lediglich einige Halme Stroh oder Binsen. Es sollten mehrere Stück sein, je nachdem wie groß ihr Euer Kreuz haben möchtet. Dazu noch 4 kurze Stücke Bindfaden.

Zuerst nehmt ihr einen Halm, den ihr in der kompletten Länge lasst. Alle anderen Halme werden in der Mitte geknickt.

so fängt man an

Den ersten geknickten Halm legt ihr genau in der Mitte des gerade um ihn herum, so dass ein T entsteht.

ein geknickter Halm wird über einen geraden gelegt

Nun dreht ihr das Ganze um 45° und legt wieder einen Halm über die Mitte.

der 2. Halm kommt dazu

Wieder drehen und den nächsten Halm über die Mitte legen.

nun ist schon ein Kreuz entstanden

Das Ganze wiederholt ihr so lange, bis das Kreuz eine Größe erreicht hat, die euch gefällt. Es sollte aber nicht zu groß werden, die Mitte darf nicht zu mächtig werden. Vertraut da einfach auf euer ästhetisches Empfinden und euer Bauchgefühl.

das war mir noch zu dünn

Die losen Enden des letzten Halms legt ihr nicht frei an, sondern steckt sie in die gegenüberliegende Schlaufe (s. roter Kreis). So entsteht ein geschlossener Kreislauf.

das letzte Ende wird in eine Schlaufe gesteckt

Bindet die losen Enden mit einem Stück Schnur zusammen und fertig ist euer Brighids Cross. Ein Talisman um Haus und Hof zu schützen. Wenn ihr ihn am Imbolc aufhängt, bittet Brighid in einem kleinen Gebet um Schutz.

das fertige Brighids Cross

Gutes Gelingen und viel Freude beim Nachbasteln.

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pagane Feiertage – Imbolc

Imbolc ist ein Fest, dass auf der ganzen Welt und seit mehr als 2000 Jahren gefeiert wird. Es hat überall natürlich andere Namen.

Im Christentum ist es Lichtmess, bei den alten Römern wurden Kerzen zu Ehren der Göttin Februa durch die Straßen getragen (fällt euch was auf?). Bei den alten Griechen feierte man die Wiederkehr Persephones aus der Unterwelt und in den keltischen Gebieten, vor allem im Irland, feierte man Imbolc. Aber auch im asiatischen und amerikanischen Raum wurde dieser Tag besonders gefeiert. So ist das chinesische Neujahrsfest immer um diese Zeit und auch die Mexikaner feiern den Dia de la Candelaria (den Tag der Kerzen) am 2. Februar.


Imbolc (sprich: Imolk) ist das Fest des Lichts. Lämmer werden anscheinend mitten im harschen Winter geboren, die ersten Blumen erscheinen im Form von Schneeglöckchen. Die Tage sind inzwischen schon merklich länger. Das Versprechen nach Licht und Leben von Midwinter ist eingelöst worden.

Also der perfekte Zeitpunkt, um zu feiern.

Nun haben die unterschiedlichen Kulturen gegebenermaßen verschiedene Traditionen. Aber alle haben mit Kerzen und Licht zu tun.

Ich möchte mich aber hier auf das Imbolc-Fest der Inselkelten und Druiden beschränken und einige Anregungen geben.

Die Druiden feiern es am 1. und 2. Februar bzw. in der Nacht zwischen beiden Tagen. Die Farben dieses Festes sind vornehmlich weiß und gold oder gelb. Sie repräsentieren das Licht und die Milch der Schafmütter für ihre Lämmer.

weiße Blumen schmücken das Haus

Geweiht ist dieses Fest der großen Göttin Brighid. Sie ist die Göttin des Wassers und des Feuers, der Brunnen und Flammen, Göttin der Poeten und Schmiedekunst und Göttin der Heilung.
Dieses Fest ist gedacht um Samen zu pflanzen. So eignen sich die Tage um Imbolc besonders gut, um tatsächlich die ersten Samen in die Erde zu bringen und Pflanzen wachsen zu lassen. Aber auch gedankliche Samen können jetzt gesät werden. Was möchten wir dieses Jahr erreichen? Was sind unsere Hoffnungen und Träume im bevorstehenden Jahr? Was ist aus unseren Vorsätzen zu Neujahr geworden? Halten sie noch oder möchten sie durch einige andere Ideen ersetzt werden? All das kann am Imbolc-Fest Thema sein.
Das Haus schmücke ich mit vielen hellen Blumen und weißen Kerzen. Oft steht auf dem zentralen Tisch eine Schale mit weißen Blüten und schwimmenden Kerzen darin.

ein typisches St. Brighids Cross

Den Tag nutze ich, um das Haus sehr gründlich zu putzen. Der ganze Staub und Tand des Winters darf einem neuen und frischen Gefühl weichen. Vielleicht hast Du ja sogar Zeit, eine längst fällige Renovierung vorzunehmen? Abends wird dann zum Abschluss eine Reinigungsräucherung von mir durchgeführt. Ich räuchere das ganze Haus, bis in die hinterste Ecke und alle Bewohner. So lassen wir auch energetisch den Winter endgültig hinter uns.

Zum Imbolc-Fest gehört auch jedes Jahr das Binden eines Brighids Cross (eine Bauanleitung gibt es hier). Es ehrt die Göttin und bittet um ihren Schutz und Segen für Haus und Hof.
Außerdem weihe ich eine Kerze, die mir beim Durchhalten zum Erreichen meiner Ziele dient. Wann immer ich einen Durchhänger habe, zünde ich diese Kerze an und besinne mich auf meine Stärken.


Zur Meditation über die Wünsche und Ziele für das kommende Jahr räuchere ich natürlich auch.
Das ist meine Mischung für dieses Jahr:

Birkenblätter (Neuanfang)
Copal (Segnung und Schutz)
Holunderblüten (Heilung, Farbe weiß, Verbindung zur großen Göttin)
Weihrauch (Segnung)
Johanniskraut (Licht, Sonne)
Lemongras (hellt Stimmung auf, bringt Optimismus)
Eisenkraut (Erfolg, Klarheit)

Nun wünsche ich Euch ein tolles Fest und den Segen der Göttin.
Blessed Be! )O(

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Räucherkunde – Copal

Copal ist ein wertvoller Bestandteil vieler Räuchermischungen. Heute möchte ich ihn euch ein bisschen näher vorstellen.

Copal dient nicht nur zum Räuchern, sondern wird auch heute noch vor allem in der Farb- und Lackindustrie zur Herstellung von Farben benötigt.

Copal

Copal zählt zu den Harzen. Er wird meist in kleinen runden oder länglichen Stücken angeboten, den Copaltränen. Sie sind sehr hell und eher gelblich, manchmal auch fast weiß durchscheinend. Beim Copal handelt es sich wie schon erwähnt um das Harz verschiedener Bäume. Die Bezeichnung ist eher eine geografische als eine botanische.

Vor allem bei den alten Völkern Mittel- und Südamerikas war Copal hoch verehrt und heilig. Es wurde den Göttern geopfert, bei Zeremonien geräuchert und Könige sollen sogar Zahnfüllungen daraus erhalten haben.

Im Handel bekommt man meist das Copal Manila, kleine helle Harzkugeln. Inzwischen sind hin und wieder auch andere Copalsorten erhältlich. Sie unterscheiden sich alle in ihrem Duft.

 

Der Duft des Copal Manila ist frisch harzig, sehr weich und wärmend. Er macht das Herz weich und die Sinne weit.

Die Anwendung ist im Großen und Ganzen für alle Copalsorten gleich:

  • als Opfergabe bei Zeremonien
  • als Helfer bei der Divination
  • öffnet das Herz
  • fördert die Heilung
  • reinigend

Rezept:
das Feuer der Liebe entfachen:
Copal, Damiana, Brennnesselsamen und Rosenblüten

Alles zu gleichen Teilen mischen und auf dem Sieb langsam räuchern. Es ist hilfreich, dabei eine erfüllte Liebe zu visualisieren und eine liebvolle und dankbare Geisteshaltung anzunehmen.

Hier lest ihr einen Artikel zur Einführung in die Räucherkunde.

Viel Spaß und Erfolg beim Ausprobieren.

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Mit Sprossen fit durch den Winter

Oftmals fällt einem im Winter die gesunde Lebensweise besonders schwer. Da gibt es zu den Feiertagen ausgedehnte Essensgelage, man ist weniger draußen und das teils schlechte Wetter drückt aufs Gemüt.

Toll wären da doch frische Sachen, die bestenfalls auch noch selbst herzustellen sind.

Sprossen sind da die perfekte Lösung!

Als Sprossen bezeichnet man umgangssprachlich frisch gekeimte Samen. Dabei müsste es eigentlich korrekterweise Keimlinge heißen. Diese Samen können von vielen verschiedenen Pflanzen kommen und werden meist roh verzehrt, können aber auch gebraten, gekocht oder eingelegt werden.

Besonders gut eignen sich:

  • Kräuter und Wildkräuter
  • Hülsenfrüchte
  • Getreidesorten
  • Gemüse

Das Ziehen der Keimlinge ist ganz einfach und kann auf vielerlei Arten erfolgen.

Auf Küchenpapier:
Es werden 2-3 Lagen feuchtes Küchenpapier in eine flache Schale gelegt. Auf dieses feuchte Papier werden dann die Samen gestreut und können keimen.
Das Papier immer gleichmäßig feucht halten und beizeiten ernten.

Diese Methode eignet sich vor allem für sehr kleine Samen von Kräutern und Getreiden.

In einem Glas:
Hierbei werden die Samen in ein Glas mit wenig Feuchtigkeit gelegt und können dort keimen. Man kann das Glas mit Gase abdecken, aber bitte nicht mit einem Deckel verschließen.
Hier ist besonders darauf zu achten, dass die Samen nicht schimmeln. Es empfiehlt sich, die Samen jeden Tag mit frischem Wasser abzubrausen und überflüssige Feuchtigkeit abzugießen. Es gibt auch spezielle Keimgläser im Handel zu kaufen.

Weizenkörner in einem Keimglas

In einem Keimgerät:
Auf dem Markt gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Keimgeräte. Von ganz kleinen Schüsseln mit eingesetzten Sieben bis hin zu mehrstöckigen Apparaten ist alles verfügbar. Große Geräte eignen sich aber nur, wenn man regelmäßig eine große Menge Keimlinge benötigt.
Hier kann man sich an die mitgelieferte Bedienungsanleitung halten um die besten Ergebnisse zu erzielen.

Kresse, die gerade in einer Keimschale auskeimt

Grundsätzlich sollte man auf Hygiene achten und die Keimlinge regelmäßig auf Schimmelbildung untersuchen. Samen in Keimgläsern sollten mehrmals täglich abgebraust werden.
Samen von Hülsenfrüchten kann man vor dem eigentlichen Keimen gut eine Nacht in Wasser einweichen. Dies unterstützt das schnellere Gelingen.

Nicht benötigte Keimlinge können einige Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Doch warum sind Sprossen nun so gesund und wertvoll?

Mungobohnensprossen Von Yosri at ms.wikipedia – Transferred from ms.wikipedia

 

Sprossen enthalten eine Vielzahl an wertvollen Mineralstoffen, Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen. Sie tragen zur guten Versorgung des Körpers mit all diesen frischen Nährstoffen bei. Außerdem sind sie sehr umweltbewusst, weil sie direkt vor Ort in der heimischen Küche ohne großen Energieaufwand und rein biologisch produziert werden können.
Sie enthalten viele Vitamine und Proteine. Vor allem B-Vitamine, Vitamin C, E und Niacin (wichtig für den Cholesterin-Stoffwechsel). So decken zum Beispiel 50g Weizenkeimlinge den täglichen Vitamin B1 Bedarf und die Hälfte des Vitamin C Bedarfs eines Erwachsenen (Quelle: Ernährungswissenschaftlerin Mag. Pichler).

Hier noch einige Beispiele für tolle Sprossen:

  • Kräuter und Gemüse wie Knoblauchsrauke, Brennnessel, Kresse, Schnittlauch, Rukola, Brokkoli – es eignen sich grundsätzlich alle essbaren (Wild-)Kräuter und Gemüse
  • Hülsenfrüchte wie Sojabohnen, weiße Bohnen, Mungobohnen
  • Getreide wie Gerste, Alfalfa oder Weizen

Und nun viel Spaß beim ausprobieren und genießen.

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Einführung in die Räucherkunde

Räuchern bereichert das Leben ungemein. Durch Düfte können Emotionen und Energien geweckt, gedämpft oder geleitet werden. Die Seele der Pflanzen, die wir räuchern vermag zu trösten, zu kräftigen, zu unterstützen oder auch einfach fröhlich zu machen. Räucherungen werden seit Jahrtausenden in allen Kulturen der Erde zur Reinigung, Segnung, Heilung und als Begleiter bei Gebeten und Ritualen genutzt.

Die Räucherkunde wird von einigen, wie ich finde zu Recht, als Räucherkunst bezeichnet.

eine Räucherschale mit Fächer – Bild: B. Nimtz

Doch wie räuchert man denn eigentlich richtig?

Es gibt verschiedene Varianten des Räucherns:

  • Räucherkegel oder -kugeln
  • Räucherstäbchen
  • lose Räuchermischungen entweder auf Kohle oder auf einem Sieb
  • Räuchersticks

Um einen Einstieg zu finden, ist es durchaus legitim, sich erstmal mit Räucherstäbchen an das Thema heran zu tasten. Räuchern ist immer eine energetische Arbeit und so muss man sich keine Gedanken über die Zusammenstellung machen, sondern kann sich auf das Wesentliche konzentrieren.

Möchte man dann tiefer in die Materie einsteigen, empfiehlt sich das Räuchern mit Räuchersticks. Das sind Kräuter, die man zu einen Bündel gebunden hat. Auch hier gibt es verschiedene Varianten, meist nimmt man nur eine Sorte Kräuter, es kann aber auch gemischt werden.

Die Sticks werden an der Spitze angezündet und glimmen dann nur noch, was einen schönen gleichmäßigen Rauch erzeugt. Solche Sticks eigenen sich wunderbar, um Personen, Gegenstände und Räume zu räuchern.

Dann gibt es natürlich noch die losen Räuchermischungen. Es gibt fertige zu kaufen oder man mischt sich selbst das zusammen, was für einen passt. Dafür sollte man sich allerdings mit dem Wesen und der Wirkungsweise der Pflanzen auseinander gesetzt haben.
Eine Räuchermischung kann nur funktionieren, wenn alle Bestandteile ähnlichem Zweck dienen und gut und harmonisch zusammenpassen.

Lose Räuchermischungen werden je mach Zusammensetzung auf Kohle oder einem Sieb verbrannt.
Dafür benötigt ihr:

  • ein Räucherstöven mit Sieb (gibt es fertig zu kaufen)
  • feines Räucherwerk wie Blüten und delikate Kräuter

oder

  • eine feuerfeste Schale aus Keramik
  • Sand oder Erde
  • Räucherkohle
  • loses Räucherwerk

Es gibt viele esoterische aber auch ganz weltliche Ansichten über das Räuchern. Nach vielen Jahren des energetischen Räucherns habe ich für mich meine ganz eigene Wahrheit diesbezüglich gefunden.
So lade ich euch ein, mit mir zusammen auf diese spannende Reise zu gehen und die Welt der Räucherkunde zu entdecken. Dazu gebe ich ein Seminar für Einsteiger am 20. Januar 2018 in Berlin.
Hier bekommt ihr alle Infos zum Seminar und der Buchung.

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Blütenzucker selbst machen

Das Verfahren, dass ich Euch gestern mit dem Salz vorgestellt habe, lässt sich auch 1 zu 1 auf duftende Blüten und Zucker übertragen.

Falls Ihr den Beitrag nicht gelesen habt, könnt ihr hier nachlesen, wie man leckeres Kräutersalz selbst macht.

Nun aber zum Blütenzucker.

Ihr benötigt frische Blüten. Die meisten Blüten der Pflanzen um uns herum sind tatsächlich sehr gut essbar. In der Regel kann man die Blüten essen, wenn auch die Pflanze für uns Menschen genießbar ist. Bitte achtet darauf, dass die Blüten wirklich süß sind. Kapuzinerkresse zum Beispiel wäre eher weniger geeignet, da sie einen sehr scharfen und würzigen Geschmack hat.

Man nimmt also eine handvoll frische Blüten und mischt sie sehr vorsichtig mit möglichst feinem Zucker. Das Ganze kommt für ein paar Tage auf ein Backblech oder Tablett mit Backpapier und kann schonend trocknen. Dann in ein schönes Glas füllen und genießen.

leckerer Lavendelzucker

Toll eignen sich dafür:

  • Lavendelblüten
  • Rosenblüten
  • Kornblumen
  • Sonnenblumen
  • die Blüten aller Obstbäume und (Wild-)obststräucher
  •  allerlei Wildkäuterblüten

Eine ganz besondere Spezialität sind kandierte Blüten. Vor allem in Spanien sind kandierte Veilchenblüten eine Delikatesse.

Hier das Rezept für Euch: 

kandierte Veilchenblüten:
Veilchenblüten je nach Verfügbarkeit
250g Zucker
100ml Wasser

Die Veilchenblüten müssen trocken und ganz sauber sein (hier bitte unbedingt auf den Standort achten). Das Wasser mit dem Zucker aufkochen bis das Gemisch Blasen wirft. Dann auf Körpertemperatur abkühlen lassen.
Nun die Blüten einzeln vorsichtig in den Sirup tauchen und nachach auf Backpapier zum Trocken auslegen. Die Blüten dürfen nicht aneinander kleben.
Das Ganze muss nun gründlich durchtrocknen.
Zum Aufbewahren in eine große Dose oder ein hübsches Glas legen.

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