Anwens Kräuter Quickie

Heute möchte ich einmal Werbung in eigener Sache machen.

Während meiner Kräuterwanderungen mit vielen interessierten Neulingen und auch Kindern höre ich immer wieder die Frage nach geeigneter Literatur. Nun gibt es hunderte Kräuterbücher in allen möglichen Ausführungen.
Aber es gibt nur sehr wenige, wenn überhaupt welche, für absolute Anfänger.

Also habe ich mich hingesetzt und all die Wünsche genommen und daraus ein Buch gemacht.

Anwens Kräuter Quickie

Diese Buch beinhaltet genau 10 Pflanzen. Nicht mehr und nicht weniger. So verzettelt man sich nicht in den schier endlos wirkenden Weiten der Vielfalt wie in anderen Büchern. Diese 10 Pflanzen sind allerdings so gut beschrieben, dass es auch einem absoluten Anfänger sehr leicht möglich ist, sie genau und sicher zu bestimmen.

Auf zahlreichen schönen Wanderungen zusammen mit meiner Fotografin sind tolle Bilder entstanden. Sie zeigen euch viele Details, die zur Bestimmung einer Pflanze wichtig sind.

Ein eigener Abschnitt handelt jeweils von Verwechslungspartner und woran ihr diese erkennt.

Dann habe ich euch noch einige Anwendungsbeispiele für Küche und Hausapotheke aufgeschrieben. Sie sollen aber nur als Anregung dienen und sind keinesfalls vollständig. Aber sie verschaffen dem Leser einen Eindruck, was alles möglich ist.

Wer sofort zur Tat schreiten will und die sicher bestimmten Pflanzen verarbeiten möchte, findet auch immer ein einfaches Rezept mit dabei. Der große Vorteil meines Buches ist, dass Ihr es einfach mitnehmen könnt. Es ist so klein und leicht, dass es in jede Tasche passt.

Zu bestellen ist das Buch über meine Homepage oder auf Amazon.

Nun wünsche ich Euch viel Spaß beim Lesen und Entdecken!
Eure Claudia Winter

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Ein Kräuterkissen zum Träumen

Wie oft geht es uns so, dass wir abends wach liegen und beim besten Willen nicht einschlafen können? Viele haben dann kleine Tricks, um irgendwann doch ins Reich der Träume abzugleiten.
Hier können auch diverse Kräuter gut helfen. Eine Variante möchte ich euch heute vorstellen:
Das Kräuterkissen

verschiedene Kräuterkissen

Ein Kräuterkissen ist ein Stoffsäckchen oder ein kleines Kissen gefüllt mit Kräutern. Man kann eine einzige Sorte Kräuter verwenden oder auch eine schön harmonische Kombination verschiedener Pflanzen. Ein paar davon möchte ich hier gern vorstellen.

Lavendel
Der Klassiker. Lavendel wirkt über seine ätherischen Öle entspannend und ausgleichend. Er holt uns aus dem Gedankenkarussel raus und verbreitet eine wohlige Wärme in der Seele.

Lavendel kann sehr gut allein angewendet werden.


Hopfen
Während Kräuter wie Lavendel und Zitronenmelisse eher für die Damen zugänglich sind, hilft der Hopfen oft den Herren. Es muss aber nicht immer das abendliche Bier sein. Man kann sehr gut getrocknete Hopfenblüten in ein kleines Säckchen tun und unter das Kopfkissen legen. Dies hilft wunderbar und zuverlässig beim Einschafen.


Zitronenmelisse
Die ätherischen Öle der Zitronenmelisse wirken sehr ähnlich wie die des Lavendels. Sie sind also eine gute Alternative für Menschen, die den Lavendelduft nicht gern mögen.


Baldrian
Der Baldrian ist eines der stärksten Kräuter, wenn es um die Förderung des Einschlafens geht. Wem der Tee oder die Tropfen nicht schmecken, kann ihn sehr gut in einem Kräuterkissen anwenden.


Johanniskraut
Auch das Johanniskraut kann als Zutat für ein Kräuterkissen dienen. Hier hilft es besonders, wenn man viele Sorgen und Ängste habt und deswegen nicht in den Schlaf kommt.


Möchte man sich ein Kräuterkissen selbst herstellen, sollte man nur sehr saubere und wirklich gut trockenen Kräuter verwenden. Da sie sich ja in unmittelbarer Nähe des Kopfes befinden, hier bitte besonders auf Hygiene achten.

Eine sehr einfache und schnelle Variante ist das schon erwähnte Säckchen. Hierzu schneidet man aus einem Stück Stoff einen Kreis mit 15-20 cm Durchmesser aus, legt eine Handvoll getrockneter Kräuter in die Mitte, nimmt die Ränder hoch und verschließt das Ganze mit einem hübschen Band. Gut zuknoten, damit sich das Ganze nicht irgendwann aufdröselt und man die ganzen Kräuter im Bett verteilt 😉

Wer es etwas schöner haben möchte, der kann sich auch ein kleines Kissen nähen.

Bei der Auswahl des Stoffes sollte man darauf achten, dass dieser nicht zu grobporig ist, sonst streuselt man sich die Kräuter ins Bett.

Nun bleibt mir nur noch, erholsamen Schlaf und schöne Träume zu wünschen.

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Kräuterportrait – der Spitzwegerich

eine typische Spitzwegerichpflanze

In unseren Breiten unterscheiden wir den Spitzwegerich, Plantago lanceolata, den Breitwegerich, Plantago major, den mittleren Wegerich, Plantago media, und zahlreichen Mischformen. Alle Formen des Wegerich sind sich in ihren Inhaltsstoffen und der Wirkungsweise sehr ähnlich und können demnach auch gleich eingesetzt werden.

Der Spitzwegerich ist sehr robust, wächst das gesamte Jahr hinweg immer wieder nach und ist fast überall zu finden. Das macht ihn zu einer wertvollen Wildpflanze für viele Belange.

Beschreibung

Spitzwegerich wächst auf Wiesen, in Wäldern, aber auch auf Schotterhalden, auf Wegen zwischen Steinen und in Parks. Die langen dünnen Blätter haben parallel verlaufende, sehr gut sichtbaren Blattadern und wachsen in einer bodennahen Rosette. Die kleine, unscheinbar braune Blüte wächst im Sommer an einem dünnen Stängel empor. Der Spitzwegerich ist mehrjährig und kann das ganze Jahr über gesammelt werden.

Seine Hauptinhaltsstoffe sind Schleimstoffe, aber auch Kieselsäure, Gerb- und Bitterstoffe, sowie Glycoside und Flavonoide.

die Blätter des Spitzwegerichs
hier sieht man die unscheinbaren Blüten sehr gut

Verwendung in der Küche
Die recht aromatischen Blätter können kleingeschnitten in Salate oder Eintöpfe gegeben werden. Sie eignen sich auch als Gemüse für Aufläufe und Eierspeisen.
Die Blütenstände können zu einem leckeren Snack verarbeitet werden, indem man sie in Teig ausbäckt.


Verwendung als Heilpflanze
Der hohe Gehalt an Schleimstoffen macht den Spitzwegerich zu einer wertvollen Heilpflanze für alle Erkrankungen im Hals und Rachenbereich. Als Kaltauszug zubereitet kann er vor allem bei Erkältungskrankheiten gut eingesetzt werden. Spitzwegerichsirup hilft hervorragend bei Hustenreiz.
Der frische Saft der Blätter oder eine Tinktur lindert Juckreiz, zum Beispiel nach Insektenstichen. Der Frischsaft wirkt außerdem blutstillend und entzündungshemmend.


Rezept
Spitzwegerichsirup
frischer Spitzwegerich
Zucker
ein Schraubdeckelglas

Der Spitzwegerich wird gewaschen und muss anschließend vollkommen trocken sein. Dann wird er kleingeschnitten. Nun schichtet man abwechselnd Zucker und Spitzwegerich in einem sauberen Glas und presst alles gut an. Es dürfen keine Hohlräume oder Luftblasen in dem Glas sein. Ist das Glas bis zum Rand gefüllt, verschließt man es gut und lässt es mindestens 6, meist eher 10-12 Wochen an einem dunklen Ort mit gleichmäßiger Temperatur stehen oder gräbt es gar (gut verpackt) in den Boden ein. Ist die Masse gut durchgezogen und hat sich braun verfärbt, gibt man das Ganze in einen Topf und kocht es kurz auf. Dann die restlichen Pflanzenteile aussieben und den so entstandenen Sirup in kleine Braunglasflaschen abfüllen. Zur Sicherheit können die fertigen Flaschen noch einmal im Wasserbad sterilisiert werden. Den Sirup sollte man im Kühlschrank aufbewahren.Der Sirup wird bei Hustenreiz und Halsentzündung eingesetzt und ist vor allem für die Behandlung von Kindern sehr gut geeignet.

zum Vergleich: der Breitwegerich
das Blatt des Breitwegerichs im Detail

Tipps
Brennt man sich an einer Brennnessel, so lindert der frische Saft des Spitzwegerichs den Schmerz. Fast immer wachsen neben Brennnesselpflanzen auch Spitzwegerich oder Breitwegerich.


Mehr über den Spitzwegerich und weitere essbare Wildpflanzen gibt es in meinem Buch Anwens Kräuter Quickie.

Copyright Bilder: Stefanie Ziege

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Kräuterportrait – der Beifuß

Der Beifuß, Artemisia vulgaris, ist eine typische Sommer und Herbstpflanze. Viele von uns kennen ihn wohl nur durch die Beifußsträußchen, die zur Weihnachtszeit in den Supermärkten erhältlich sind. Dabei ist der Beifuß eine hervorragende Würz- und Heilpflanze.
Die mehrjährige Pflanze wächst mit einem zentralen Stängel, der immer eine rot-braune Farbe aufweist und eher holzig ist. Im oberen Teil verzweigt er sich stark und bildet viele längliche Blüten an den Triebspitzen. Die Blüten sind winzig klein und unscheinbar. Die dunkelgrünen Blätter sitzen direkt am Stängel, sind im unteren Bereich recht groß und werden nach oben hin immer kleiner und feingliedriger. Die Blattunterseite ist sibrig-grau filzig.

die glänzende Oberseite eines Beifußblattes
die grau-filzige Unterseite eines Beifußblattes

Beifuß wächst fast überall und stellt wenig Ansprüche an den Boden. Man findet ihn auf Wiesen, an Wegen und auf Sandplätzen. Aber auch an Bachläufen kann man fündig werden.


Am ehesten ist der Beifuß mit dem Wermut, Artemisia absinthum, zu verwechseln. Dieser hat allerdings einheitlich graugrüne Blätter, die dazu auch noch an Stielen sitzen. Die Blüten sind kräftiger gefärbt und eher gelb.

Hauptinhaltsstoffe sind verschiedene Bitterstoffe. Dazu findet man im Beifuß noch allerlei ätherische Öle und Flavonoide.

der rötlich-braune Stiel ist hier gut zu erkennen

Im zeitigen Sommer noch bevor sich die Blüten geöffnet haben sammelt man die jungen Triebspitzen. Die Blüten erntet man am Besten im Hochsommer bis in den Herbst hinein. Die Blätter können während der gesamten Vegetationsperiode geerntet werden, sind jedoch immer herzhafter, je älter sie sind.

die Blüte des Beifuß

In der Küche wird der Beifuß hauptsächlich als Gewürz oder würzige Zutat für Suppen, Salate, Eintöpfe angewendet. Er ist eine gute Zugabe zu fettigen Fleischgerichten (hauptsächlich Geflügel) und passt auch gut in verschiedene Eierspeisen.

Seine wohl bekannteste Anwendung in der Hausapotheke ist die Anregung von Appetit und Verdauung. Die Bitter- und Gerbstoffe helfen dem Verdauungstrakt bei der Bewältigung von fetten und schwer verdaulichen Speisen.
Aber auch bei Schlafstörungen und nervösen Erscheinungen hilft ein Tee und verspricht Beruhigung. Beifuß ist nicht in der Schwangerschaft anzuwenden, da er Wehen auslösen kann. Allerdings kann er bei Periodenschmerzen als Tee getrunken Linderung verschaffen und die Periodenblutung ausgleichen. Beifuß gilt als klassisches Frauenkraut.


Rezept
Kräutersalz mit Beifuß
einige Beifußblätter
verschiedene andere Kräuter
gutes, grobes Meersalz

Man benötigt Beifuß und verschiedene andere Kräuter aus dem Garten, Supermarkt oder wild gesammelt.
Es eignen sich wunderbar Petersilie, Schnittlauch, aber auch Knoblauchsrauke, Rosmarin, Oregano oder wilder Dost. Hier entscheidet allein der persönliche Geschmack – Experimentierfreude ist gefragt.
Insgesamt sollte man auf ca. 100g Kräuter kommen.
Diese werden mit 300g Meersalz in einem Mixer kurz zerkleinert und dann auf einem Backblech an einem schattigen Platz getrocknet. Alternativ kann man sie auch bei 50°C im Ofen mit geöffneter Tür trocknen.
Das Salz ist fertig, wenn die Kräuter trocken sind. Dann kann es in Gläser abgefüllt werden und zum Würzen von allerlei Speisen genommen werden.
Ein Kräutersalz mit Beifuß eignet sich besonders für fettige Fleischgerichte.


Auch mythologisch hat der Beifuß eine große Bedeutung.
Ihm werden große Zauberkräfte nachgesagt. Bei fast allen antiken und frühmittelalterlichen Kulturen galt er als kraftvolles Schutzkraut vor bösem Zauber, Hexerei und Unglück. Bei den Kelten gilt der Beifuß als Helfer beim Wahrsagen und heißt dort noch heute Mugwort – Machtkraut. In Räuchermischungen wird er besonders gern in den Rauhnächten geräuchert.

Mein besonderer Tipp:
Ein Beifußsträußchen im Zimmer soll Fliegen und Mücken verscheuchen.
Bitte bei Beifuß besondere Vorsicht walten lassen. Er kann Allergien auslösen.


Mehr über den Beifuß und allerlei andere Wildkräuter findest Du in meinem Buch Anwens Kräuter Quickie.

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Tinkturen für die Hausapotheke

Tinkturen können bei den kleinen Zipperlein des Alltags eine wirkliche Hilfe sein. Ihre Einsatzgebiete sind sehr vielfältig und sie sind für viele Dinge hilfreich.

Hier lest Ihr, wie man eine Tinktur herstellt.

Im Folgenden möchte ich Euch einige Tinkturen und ihre Einsatzgebiete vorstellen.

 Spitzwegerichtinktur:

  • aus den Blättern
  • äußerlich bei Insektenstichen aller Art
  • innerlich bei Husten (fördert den Auswurf)

Gänseblümchentinktur:

  • aus den Blüten
  • äußerlich bei Akne und unreiner Haut
  • äußerlich bei Quetschungen und Verrenkungen (wenn kein Arnika zur Hand ist)

Arnikatinktur:

  • aus den Blüten
  • nur äußerlich anzuwenden
  • bei allen Problemen mit den weichen Teilen des Bewegungsapparats
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Verstauchungen, Verrenkungen, Quetschungen, Hämatome
  • Achtung: eine selbst angesetzte Arnikatinktur muss mind. 1:3 mit Wasser verdünnt werden, bevor man sie auf die Haut auftragen kann!


Wasserdosttinktur:

  • aus dem Kraut und den Blüten
  • innerlich zur allgemeinen Stärkung und Kräftigung bei Erkältungskrankheiten
  • Stärkung des Immunsystems

Schwedenkräuter nach Maria Treben:

  • eine Mischung verschiedener Kräuter, kann fertig gekauft werden
  • es sind traditionell über 40 verschiedene Anwendungen überliefert
  • kann innerlich und äußerlich angewendet werden

ein paar der wichtigsten Anwendungen sind:

  • zur Narbenheilung und Heilung von Fisteln und Abszessen, sowie Wunden und allerlei Hautleiden
  • Linderung von Zahnschmerzen und Bläschen auf der Zunge
  • bei Magenkrämpfen, Blähungen und Verstopfung, sowie Appetitlosigkeit
  • Ohrenschmerzen
  • Halsentzündung
  • Hühneraugen

Anwendung und Dosierung von Tinkturen:

Möchte man eine Tinktur äußerlich anwenden, empfiehlt sich das direkte Betupfen der betroffenen Hautstelle. Auch kann ein Wattebausch mit der Tinktur beträufelt und aufgelegt werden. So kann sie länger einziehen. Ich habe das auch schon mit einem Pflaster gemacht, indem ich den Zellstoff des Pflasters mit der Tinktur befeuchtet habe.

Bei der innerlichen Anwendung kommt es bei der Dosierung auf die jeweilige Tinktur und ihr Einsatzgebiet an. Als grobe Orientierung empfiehlt es sich, 3x täglich ca. 10-20 Tropfen in einem Glas Wasser zu sich zu nehmen.

Bei akuten Zuständen kann man eine Tinktur auch entweder direkt oder auf einem Stück Würfelzucker schlucken.

Bitte beachtet hierbei unbedingt, dass Ihr Euch nur selbst behandeln solltest, wenn Ihr sehr genau wisst, was Ihr tut und was Ihr da behandelt.

Bei ernstzunehmenden Beschwerden ist immer eine Arzt oder Apotheker aufzusuchen.

Noch mehr Tinkturen für die Hausapotheke findest Du in diesem Artikel.

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Kräuterportrait – das Gänseblümchen

Das Gänseblümchen, Bellis perennis, ist sicher fast allen seit frühen Kindertagen wohl bekannt. Stechen seine hübschen weißen Blüten doch auf jeder Wiese hervor. Und wer hat als Kind oder Elternteil nicht schon einmal einen Kranz aus ihnen geflochten. So möchte ich euch diese schlichte und zurückhaltende Schönheit in diesem Blog ein bisschen genauer vorstellen.


Beschreibung:
Die charakteristische Blüte des Gänseblümchens kennt wohl jedes Kind. Sie sitzt an einem kurzen, grünen und behaarten Stängel. Die weiß rosa Hüllblütenblätter sind um die leuchtend gelben Röhrenblüten angeordnet. Die Blattrosette des Gänseblümchens ist oft kaum zu sehen, die Blätter sind eher rundlich, kurz und sehr klein. Das Gänseblümchen ist mehrjährig und wächst fast ganzjährig. Es blüht während der gesamten Vegetationsperiode. Man findet das Gänseblümchen nahezu überall: auf Wiesen, Waldlichtungen und an Wegrändern.

die hübsche Blüte

Verwechslung:
Das Gänseblümchen kann mit keiner anderen Pflanze verwechselt werden. Einzig die Wiesenmargerite hat ähnlich aussehende Blüten, welche aber viel größer sind und die gesamte Pflanze ist deutlich höher im Wuchs. Außerdem wächst die Margerite nicht in einer Rosette, sondern ist verzweigt.


die unscheinbaren Blätter

Inhaltsstoffe:
Reich an den Vitaminen A und C
, sowie Eisen, Magnesium und Calcium ist das Gänseblümchen eine tolle Bereicherung der Wildküche. Außerdem enthält es Bitterstoffe, Schleimstoffe und Saponine.
Die Blüten und Blätter des Gänseblümchens sind essbar. Man kann sie das ganze Jahr über finden und sammeln.
Manche Menschen haben nach dem Essen der Blüten einen rauh-scharfen Nachgeschmack im Mund. Dieser ist aber nicht bedenklich.


Verwendung:
Die Blüten können als essbare Dekoration verwendet werden oder sehr schmückend als Zutat für Blütenbutter. Sie ergeben getrocknet zusammen mit den Blättern einen schmackhaften Tee.
Die Blätter dienen als Zutat für Salat, sind aber sehr mühselig zu erneten.

In der Hausapotheke kann das Gänseblümchen als Tee oder Tinktur bei Frühjahrsmüdigkeit und Erkältung eingenommen werden. Bei Gliederschmerzen helfen Waschungen mit Tee. Das Gänseblümchen wird auch oft als das kleine Arnika bezeichnet. So hilft es gut bei allerlei Problemen des weichen Bewegungsapparats wie Quetschungen und blauen Flecken. Die Tinktur wirkt gegen Hautunreinheiten und Akne.


Rezept Gänseblümchetinktur:
Man sammelt die voll aufgeblühten Blütenköpfe an einem sonnigen, trockenen Tag. Sie kommen in ein helles Glas mit Schraubdeckel. Das Glas ca. zur Hälfte mit Blüten befüllen und mit ~35%igem Kornschnaps aufgießen. An einen hellen Ort mit gleichmäßiger Wärme stellen und täglich schütteln. Wenn die Farbe aus den Blüten herausgelöst ist (meist so nach 3-4 Wochen) wir das Ganze durch einen Kaffeefilter oder ein Tuch abgefiltert und in ein dunkles Glas gefüllt und beschriftet.
Die Tinktur kann als Zutat für Gesichtswasser bei unreiner Haut dienen oder bei Quetschungen und Verrenkungen.


Mein besonderer Tipp:
Gänseblümchen sind vor allem bei Kindern sehr beliebt zum Spielen. So kann man aus den Blüten, wenn man den Stiel dran lässt, schöne Blumenkränze flechten. Auch sehr beliebt bei Jungen und Mädchen zugleich ist das Spiel, die Blütenblättchen einzeln auszuzupfen. „Er liebt mich, er liebt mich nicht…. „


Noch mehr über das Gänseblümchen gibt es in meinem Buch Anwens Kräuter Quickie zu lesen und nun viel Freude mit dieser zurückhaltenden Schönheit, in der so viel tolles steckt.

 

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Salbenküche – einen Ölauszug herstellen

Oft liest man in den diversen Gruppen, im Internet und sonstwo von Ölauszügen. Doch was ist das eigentlich? Wie stellt man es her und was kann man dann damit anstellen? Das möchte ich heute ein bisschen näher erklären und auch auf mögliche Fehler eingehen.

Genau genommen handelt es sich bei der Methode, Pflanzenteile in Öl einzulegen um einen Ölauszug, der Fachbegriff lautet Mazerat. Viele Wirkstoffe in Pflanzen sind fettlöslich und gehen beim Einlegen in Öl in selbiges über. Und genau das macht man sich zu Nutze, um Wirkstofföle für die direkte Anwendung oder als Grundlage für Salben herzustellen.


Zum Herstellen eines solchen Ölauszugs benötigt man frische oder getrocknete Blüten, Blütenblätter oder andere Pflanzenteile.

Wichtig ist, dass alles sauber und unbedingt trocken ist. Verwendet man frische Pflanzenteile, muss man sie sehr gut abtrocknen, sollte man sie gewaschen haben. Gut ist es auch, sie einige Stunden antrocken zu lassen, um einen Teil der enthaltenen Feuchtigkeit verdunsten zu lassen.
Je frischer und feuchter das Pflanzenmaterial ist, desto größer ist die Gefahr, dass der Ansatz schimmelt.
Möchte man auf Nummer sicher gehen, kann man auch einen Warmauszug aus frischen Pflanzen machen oder eben getrocknete Pflanzenteile nehmen.
Das geht bei fast allen Pflanzen, einzige Ausnahme bildet das Johanniskraut.

fertiges Ringelblumenöl

Verfahren:
Die Pflanzenteile werden nun also in ein sauberes und trockenes Schraubdeckelglas gegeben und mit einem neutralen Öl, ich nehme gern Mandelöl, großzügig bedeckt. Es sollte immer mehr Öl als Pflanzenteile im Glas sein. Deckel drauf ist ganz wichtig. Bitte nicht nur mit einem Tuch abdecken, da sonst das Öl noch schneller oxidiert, sprich schlecht werden kann. Das Ganze versieht man mit Namen und Datum und stellt es hell, aber nicht in die pralle Sonne. Das Glas am besten täglich schütteln und auf mögliche Schimmelbildung kontrollieren.

Welches Öl man für das Mazerat nimmt, hängt ein bisschen von der Verwendung ab.
Mandelöl und Jojobaöl sind sehr hochwertig und hautpflegend, aber auch recht teuer. Sesamöl oder Rapsöl sind gute Alternativen für Leute, die Sonnenblumenöl oder Olivenöl nicht mögen oder vertragen.
Letztendlich musst Du ausprobieren, was für Dich genau das Richtige ist. Hier kommt es sehr auf individuelle Vorlieben und Geschmäcker an.


Nach ca. 4 Wochen filtert man das Öl durch ein sehr feines Tuch oder Filterpapier. Das gewonnene Öl füllt man dann in ein neues Glas, schreibt Name und Datum drauf und stellt es ab dann dunkel und kühl.

Der Ölauszug ist ca. 12 Monate haltbar.
Hierbei gilt meist: je länger das Basisöl noch haltbar war (beachte das MhD auf der Verpackung), desto länger ist auch das Mazerat haltbar.
Sollte sich Schimmel bilden, oder der Geruch ins ranzige umschlagen, ist das gesamte Öl zu verwerfen.


Ein paar Beispiele und Anwendungsmöglichkeiten:

  • Ringelblumen (besonders gut geeignet zur Herstellung von Ringelblumensalbe)
  • Lavendel (zum Beispiel als Massageöl)
  • Arnika (zum Beispiel als Massageöl)
  • Johanniskraut (das Rotöl eignet sich wunderbar zur Behandlung von Wunden und Hautproblemen)
  • Kümmel,Fenchel, Anis (alle 3 zusammen als Bauchweh-weg-Öl für kleine Kinder)

Mein besonderer Tipp:
Wirkstofföle und ätherische Öle sind nicht das Gleiche, auch wenn Wirkstofföle (Mazerate) bisweilen sehr gut riechen. Ätherische Öle können nur durch eine aufwändige Destilation gewonnen werden und sich leicht flüchtig.
Bei Wirkstoffölen handelt es sich um fette Öle, die man mit oben beschriebener Methode gewinnen kann.

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Pflanzenportrait – der Lavendel

Wer schon einmal im Sommer in der Provence in Frankreich war, der ist wahrscheinlich für sein Leben lang beeindruckt. Lila Felder voller Lavendel so weit das Auge reicht. Und der Duft, der in der Luft liegt, betört die Sinne.

Lavendel ist eine DER Sommerblumen schlechthin. Sie hat unglaublich viele tolle Eigenschaften und man kann sie für viele Belange des alltäglichen Lebens einsetzen.

Pflanzenbeschreibung
Lavendel, Lavandula angustifolia, ist eine mehrjährige Pflanze. Da sie ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammt, ist sie bedingt winterhart. Sie benötigt einen lockeren Boden und nicht übermäßig viel Wasser.

Die zuerst sehr zarten und hellgrünen Stängel verholzen mit zunehmendem Alter, was die Pflanze widerstandsfähiger macht. Die länglichen, hellgrünen, leicht gräulichen Blättchen sind ungefiedert und sitzen paarweise gegenständig direkt an den Stängeln. An den Enden der Stängel finden sich die charakteristischen lila Blüten in sogenannten Scheinähren. Es werden hauptsächlich die Blüten verarbeitet. Der wichtigste Inhaltsstoff ist das enthaltene ätherische Öl.

die jungen Triebe des Laendels, man sieht die noch geschlossenen Blütenköpfe

Lavendel im Haushalt
Die beste Eigenschaft von Lavendel ist wohl die, Insekten fernzuhalten. So helfen Lavendelsäckchen im Kleiderschrank, Motten zu bekämpfen. Gleichzeitig duftet die Wäsche großartig und man schont die Umwelt, indem man auf allerlei duftende Wäschezusätze verzichten kann.

Pflanzt man Lavendel auf Balkon oder Terrasse, bleiben einem Mücken im Haus eher erspart. Zwischen Rosen gepflanzt sorgt der Duft des Lavendel dafür, dass die Rosen eher blattlausfrei bleiben.

Lavendel eignet sich hervorragend als Zusatz zum Putz- und Wischwasser. Sein ätherisches Öl wirkt beruhigend und desinfizierend.

getrockneter Lavendel

Auch kleine Kinder profitieren vom Lavendelaroma: mischt man ein paar Tropfen Lavendelöl mit Wasser und gibt dies in eine Sprayflasche, bekommt man ein wundervollen Raumduft, der Kinder beruhigt und gleichzeitig gegen das Monster unterm Bett wirkt 😉 .

In der Räucherkunde setzt man Lavendel traditionell für Schutz und Reinigung ein. Er sollte in keiner Reinigungsmischung fehlen.

Lavendel in der Hausapotheke
Traditionell schreibt man dem Lavendel beruhigende Eigenschaften zu. So wird er hauptsächlich zur Beruhigung und Stärkung der Nerven gebraucht. Ein Tee mit Lavendelblüten wird abends getrunken und hilft beim Abschalten und Einschlafen. Außerdem verlängert er die Schlafdauer und die motorische Aktivität. Auch Bäder, Wickel und Kompressen oder eine Duftlampe mit dem ätherischen Öl helfen hier sehr zuverlässig.
Durch ein kleines Lavendelduftkissen im Bett kann die Wirkung noch erhöht werden.

die Blüte des Lavendels

Lavendel in der Küche
Lavendel ist durch sein kräftiges, aber nicht aufdringliches Aroma eine wundervolle Zutat für allerlei Leckereien. So eignet er sich super als Aroma für Marmeladen – besonders Erdbeeren und Orangen harmonieren gut mit ihm.

Die Blüten in Zucker eingelegt oder zu Sirup eingekocht können so haltbar gemacht werden. Auch Cremespeisen oder Backwaren können toll durch die Zugabe von Lavendel aufgepeppt werden.


Mein besonderer Tipp:
Lavendel zu trocknen ist ganz einfach: Man erntet die aufgeblühten Blütenstände an einem sonnigen und trockenen Tag, am besten um die Mittagszeit. Schneide großzügig ein Stück Stängel mit ab. Meist sprießen aus den geschnittenen Pflanzen noch einmal neue Blüten. Die abgeschnittenen Stängel bindet man zu einem Sträußchen zusammen und trocknet ihn kopfüber hängend an einem hellen, trockenen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung.

Was ist denn Dein Lieblingsrezept mit Lavendel. Schreib mir gern. 🙂

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Salbenküche – eine Tinktur herstellen

Heute möchte ich Dir einen Einblick geben, wie man selbst gesammelte oder angebaute Heilpflanzen weiterverarbeiten kann und ihre Inhaltsstoffe verfügbar und haltbar machen kann.

Eine Möglichkeit ist es, eine Tinktur herzustellen.

Tinkturen können grundsätzlich aus frischen wie auch aus getrockneten Pflanzen hergestellt werden. Man kann alle Teile einer Pflanze verwenden. Wurzeln, Blätter, Stängel und auch Blüten, selbst Harze sind möglich. Je nach Tinktur nimmt man meist nur einen bestimmten Pflanzenteil. So wird Beinwelltinktur aus der Wurzel gemacht, Gänseblümchentinktur dagegen aus den Blütenköpfen.

Was Du benötigst:

– Pflanzenmaterial
– ein weißes Schraubdeckelglas
– Alkohol
– Braunglasflaschen zum Abfüllen
– Filterpapier oder ein sehr feines Tuch

 

Zuerst säubert man die Pflanzenteile. Wurzeln müssen gut abgespült werden, Blütenköpfe können meist sofort verarbeitet werden (auf einen sauberen Standort der Pflanzen achten). Dann schneidet oder reißt man die Pflanzen entsprechend klein.
Hier gilt: Wurzeln oder große Blätter werden kleingeschnitten, zarte Blütenköpfe können ganz bleiben.
Nimmst Du frische Pflanzenteile, stellst Du eine Urtinktur her, bei getrocknetem Material ist es dann eben eine Tinktur. Bei manchen Pflanzen ist ein Trocknen unumgänglich (zb. Mädesüß). Hier kommt es ein bisschen auf die persönlichen Vorlieben und die zu verarbeitende Pflanze an. A
chte unbedingt darauf, dass das Material nicht zu nass vom Abwaschen ist.
Nun gibt man alles in ein Schraubdeckelglas. Man füllt es ca. bis zur Hälfte mit Material. Bei zarten Blüten bitte nicht quetschen.
Dann gießt man das Glas bis zum Rand mit Alkohol auf. Alle Pflanzenteile müssen vollständig von Alkohol bedeckt sein.
Hat man weniger Pflanzen oder benötigt nicht so viel Tinktur auf einmal, nimmt man entsprechend weniger.

die Pflanzenteile kommen in ein sauberes Glas…
… und werden mit Alkohol aufgegossen
Beschriftung nicht vergessen

Das Ganze kommt dann an einen hellen, aber nicht vollsonnigen Platz. Täglich schütteln, dabei darauf achten, dass sich kein Schimmel gebildet hat (ist mir noch nie passiert, kann aber mal vorkommen).

der Ansatz muss nun stehen
die Blätter des Bärlauchs haben fast vollständig ihre Farbe verloren

Nach  ca. 4 Wochen ist die Tinktur fertig. 
Man sieht, dass sich der
Inhalt verändert hat. Die Flüssigkeit nimmt meist eine Farbe an und das Pflanzenmaterial wird (gerade bei Blüten und Blättern durchscheinend)

Sie wird dann nur noch durch ein sehr feines Tuch oder einen Kaffeefilter abgefiltert.

 

die Tinktur wird nun gefiltert

Die fertige Tinktur kommt sodann in ein dunkles Glas/Flasche und sollte zukünftig dunkel stehen.

die fertige Tinktur

Tinkturen sind durch den Alkohol, der konservierend wirkt, rein theoretisch viele Jahre lang haltbar. Ich persönlich setze aber jedes Jahr in etwa so viel an, wie ich benötige und habe so immer frische Tinkturen zur Hand.

Bitte beachte, dass man einige Tinkturen noch verdünnen muss, bevor man sie verwenden kann, zum Beispiel Arnika.

Meistens benötigt man nicht sehr viel, es ist also oft nicht nötig, mehrere Gläser anzusetzen. Mache lieber weniger und schaue, wie viel Du in einem Jahr verbrauchst.


Welcher Alkohol ist geeignet?
Das kommt immer ein bisschen darauf an, welche Tinktur man machen möchte. Um Harze zu lösen, braucht es hochprozentigen Alkohol von mindestens 70%.
Aber für gängige Blätter und Blüten, sowie die meisten Wurzeln, sind ~ 35% alc. sehr gut geeignet und ausreichend.

mein besonderer Tipp:
Wunderbar kann man einfachen Kornschnaps aus dem Supermarkt benutzen. Es ist für den Hausgebrauch nicht nötig, teuren Alkohol in der Apotheke zu kaufen und diesen dann ggf. noch selbst zu verdünnen.

Was kann man nun mit den verschiedenen Tinkturen anfangen und welche Pflanzen eignen sich für welche Anwendung?
Lies hier weiter über Tinkturen in der Hausapotheke Teil 1 und Teil 2.

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Kräuterportrait – die Knoblauchsrauke

Die Knoblauchsrauke, Alliaria petiolata, ist eine zweijährige Pflanze, die viele Anfänger auf dem Gebiet der Wildkräuter verwirrt. Ihre Gestalt ist nämlich in den 2 Jahren ihres Wachstums gänzlich unterschiedlich. Deswegen möchte ich diese tolle Wildpflanze ein bisschen genauer für euch beleuchten.

Man findet die Knoblauchsrauke fast überall auf Wiesen oder an Waldrändern. Manchmal auch auf Waldlichtungen. Auch in Siedlungen ist sie häufig anzutreffen. Sie wächst hauptsächlich im Frühjahr, ihre Blütezeit ist in etwa im Mai. Hat man einmal eine Stelle gefunden, wo man die Knoblauchsrauke findet, kann man sich sicher sein, sie auch im Folgejahr dort anzutreffen, da sie ja zweijährig wächst.

Schauen wir uns nun einmal die unterschiedlichen Wuchsformen in den 2 Jahren etwas genauer an:

Die Knoblauchsrauke im ersten Jahr ihres Wachstums:

Sie wächst ausschließlich bodennah und bildet nur Blätter aus. Diese sind rund, in vielen Fällen bis zu handtellergroß und sehr weich gezähnt. Man findet keinen Stängel und keine Blüten.

viele junge Pflänzchen, die dicht beieinander wachsen
das Blatt einer einjährigen Pflanze im Detail

Die Knoblauchsrauke im zweiten Jahr ihres Wachstums:

Sie bildet einen bis zu 100 cm hohen Stängel, an dem Blätter und Blüten wachsen. Die Blätter sind deutlich spitzer als die des ersten Jahres und unregelmäßig gezähnt, meist auch kleiner. Die kleinen weißen Blüten mit 4 Blütenblättern sitzen zu mehreren am Ende des Stängels.
Hier die sehr jungen Blätter des 2. Jahrs im sehr zeitigen Frühling. Noch sind die Blätter rund, aber der Stiel ist dunkel gefärbt.
das Blatt der „erwachsenen“ Knoblauchsrauke im zweiten Jahr im Detail
die Samenstände – Knoblauchsrauke blüht ausschließlich im zweiten Jahr

In beiden Jahren kann die Knoblauchsrauke verarbeitet werden. Allerdings haben die Blätter während und nach der Blüte kaum noch Aroma. Dann verarbeitet man eher die Blüten und später die Samen.

Das Aroma ist das ganz Besondere an diesem tollen Wildkraut. Das leicht scharfe aber dennoch sanfte Knoblaucharoma und die zarten Blätter.
So kann man aus den Blättern wunderbares Pesto herstellen, das ein wenig schärfer ist als Bärlauchpesto. Sie lassen sich aber auch mit anderen Blättern zu Spinat verarbeiten. Toll schmecken Brennnnessel- und Knoblauchsraukenblätter zusammen. Als Einlage für Suppen und Saucen (erst am Ende der Garzeit hinzugeben) sind sie genau so geeignet wie für Frischkäse oder Kräuterbutter. Die kleinen Blüten sind eine tolle essbare Dekoration. Sie sind recht scharf, eignen sich also eher für herzhafte Gerichte.

Im sehr zeitigen Frühjahr oder späten Herbst können die Wurzeln geerntet werden und als scharfes Gemüse verarbeitet werden. Ich persönlich finde das aber recht mühsam, da die Wurzeln nicht sehr groß sind.

Aus den Samen lässt sich eine Art Senf herstellen, wenn man diese mit Essig und Salz vermörsert.

Als wichtigste Inhaltsstoffe möchte ich nennen: Knoblauchöl, Senfölglykoside, Vitamin A & C und reichlich Mineralstoffe.

So lässt sich mit der Knoblauchsrauke der Spieseplan wunderbar aufpeppen. Viel Spaß dabei!

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