Blütenzucker selbst machen

Das Verfahren, dass ich Euch gestern mit dem Salz vorgestellt habe, lässt sich auch 1 zu 1 auf duftende Blüten und Zucker übertragen.

Falls Ihr den Beitrag nicht gelesen habt, könnt ihr hier nachlesen, wie man leckeres Kräutersalz selbst macht.

Nun aber zum Blütenzucker.

Ihr benötigt frische Blüten. Die meisten Blüten der Pflanzen um uns herum sind tatsächlich sehr gut essbar. In der Regel kann man die Blüten essen, wenn auch die Pflanze für uns Menschen genießbar ist. Bitte achtet darauf, dass die Blüten wirklich süß sind. Kapuzinerkresse zum Beispiel wäre eher weniger geeignet, da sie einen sehr scharfen und würzigen Geschmack hat.

Man nimmt also eine handvoll frische Blüten und mischt sie sehr vorsichtig mit möglichst feinem Zucker. Das Ganze kommt für ein paar Tage auf ein Backblech oder Tablett mit Backpapier und kann schonend trocknen. Dann in ein schönes Glas füllen und genießen.

leckerer Lavendelzucker

Toll eignen sich dafür:

  • Lavendelblüten
  • Rosenblüten
  • Kornblumen
  • Sonnenblumen
  • die Blüten aller Obstbäume und (Wild-)obststräucher
  •  allerlei Wildkäuterblüten

Eine ganz besondere Spezialität sind kandierte Blüten. Vor allem in Spanien sind kandierte Veilchenblüten eine Delikatesse.

Hier das Rezept für Euch: 

kandierte Veilchenblüten:
Veilchenblüten je nach Verfügbarkeit
250g Zucker
100ml Wasser

Die Veilchenblüten müssen trocken und ganz sauber sein (hier bitte unbedingt auf den Standort achten). Das Wasser mit dem Zucker aufkochen bis das Gemisch Blasen wirft. Dann auf Körpertemperatur abkühlen lassen.
Nun die Blüten einzeln vorsichtig in den Sirup tauchen und nachach auf Backpapier zum Trocken auslegen. Die Blüten dürfen nicht aneinander kleben.
Das Ganze muss nun gründlich durchtrocknen.
Zum Aufbewahren in eine große Dose oder ein hübsches Glas legen.

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Kräutersalz selbst machen

Eine tolle und schnell gemachte Möglichkeit, die Kräuterkraft und den wunderbaren Geschmack zu konservieren, ist das Kräutersalz. Die Möglichkeiten sind schier unendlich. Du kannst einzelne Kräuter nehmen oder kombinierst sie miteinander.
Auch essbare Blüten sind dafür wunderbar geeignet.

 

Du benötigst:

  • eine handvoll frische Kräuter oder essbare Blüten
  • ca 100g grobes Meersalz
  • ein hübsches Glas

Frische Kräuter bekommst Du heutzutage selbst im Winter im Baumarkt, Gartencenter und in vielen Supermärkten. Achte bitte unbedingt auf Bio-Qualität. Am besten bieten sich natürlich selbst angebaute Kräuter von  der Fensterbank, Terrasse, Garten oder Balkon an.

Die frischen Kräuter kannst Du Dir ganz nach Vorliebe zusammenstellen. Wie schon eingangs beschrieben, kannst Du auch wunderbar würzige Blüten mit einarbeiten, wie zum Beispiel Kapuzinerkresse oder die Blüten bzw Samenstände vom Schnittlauch oder Bärlauch. Das gibt nochmal einen hübschen Farbtupfer.

Zum Beispiel:

  • Rosmarin, Oregano, Salbei und Basilikum für eine italienische Mischung
  • Schnittlauch, Dill, Liebstöckel und Petersilie für eine Rundum-Mischung
  • Oregano, Majoran und Salbei für eine Mischung, die gut zu Fleisch passt
  • Dill, Salbei und Thymian für eine Mischung, die gut zu Fisch passt
  • Rosmarin, eignet sich wunderbar zum würzen von Kartoffeln oder Pasta
  • Bärlauch, der Klassiker

Zur Verarbeitung gibt es 2 Varianten, die Du je nach Geschmack auch miteinander kombinieren kannst.

Variante 1:
Die Kräuter waschen und gut trocknen lassen, dann sehr fein hacken und mit dem Salz mischen.

Variante 2:
Die gewaschenen und trockenen Kräuter zusammen mit grobem Meersalz entweder im Mörser solange reiben, bis die Kräuter komplett zerrieben sind oder im elektrischen Mixer in Intervallen solange mixen, bis die Kräuter mit dem Salz eine einheitliche Masse und vor allem Farbe erreicht haben.

Das Ganze dann jeweils auf Backpapier langsam trocknen lassen. Das dauert nur wenige Tage, denn das Salz entzieht den Kräutern sehr schnell die Feuchtigkeit. Alternativ könnt Ihr die Mischung auch im Ofen auf niedrigster Temperatur für ein paar Stunden trocknen. Unbedingt die Ofentür einen Spaltbreit offen lassen.

Ich bevorzuge die langsame Variante, weil hierbei der Geschmack am besten erhalten bleibt.

Wenn alles getrocknet ist, füllt Ihr es in ein hübsches Glas und beschriftet und verziert es nach Eurem Geschmack.


Mein besonderer Tipp:
Schichte verschiedenfarbige Salze übereinander, das gibt ein tolles optisches Erlebnis und man hat nacheinander verschiedene spannende Geschmäcker.


Mehr über Kräuter und was man daraus machen kann, erfahrt Ihr in meinen Seminaren.

Und nun viel Spaß beim Ausprobieren und Verschenken.

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Kräuteröl selbst machen

Eine schöne und schnelle Geschenkidee ist auch ein Kräuteröl. Man benötigt gar nicht viel und frische Kräuter gibt es entweder unter der Saison in Hülle und Fülle aus Garten oder vom Balkon, oder in der Nebensaison heutzutage in jedem Supermarkt oder Gartencenter. Wichtig ist, dass es sich um Bio-Qualität handelt, denn eventuelle Spritzmittel möchte wohl niemand in seinem Öl haben.

leckeres Kräuteröl

Du brauchst:

  • ein paar frische Kräuter (zur Not gehen auch getrocknete, der Geschmack ist dann aber nicht mehr so intensiv)
  • gutes Öl, ich nehme am liebsten Olivenöl oder Sonnenblumenöl
  • eine hübsche Flasche

Die gewaschenen Kräuter werden ein bis zwei Stunden lang angetrocknet und dann in die Flasche gegeben. Mit dem Öl auffüllen und fertig ist das leckere Kräuteröl. Lasst es bestenfalls ein paar Wochen ziehen.

Das Antrocknen der Kräuter dient dazu, ein wenig der enthaltenen Feuchtigkeit herauszuziehen. So wird das Öl nicht so schnell schlecht.

Hier einige Idee für leckere selbstgemachte Kräuteröle:

  • Knoblauch & Chili
  • Basilikum, Rosmarin, Oregano, Knoblauch (ergibt ein tolles Öl für die italienische Küche oder für Salate)
  • Bärlauch (hier natürlich der frisch gesammelte im Frühjahr)
  • Liebstöckel, Petersilie, Dill und Knoblauch (Liebstöckel bitte vorsichtig dosieren – ergibt ein großartiges Würzöl für den Alltag)

Bei frischem Knoblauch in größeren Mengen bitte Vorsicht walten lassen, das fängt sehr schnell an zu gären.
Probiere doch einmal selbst aus, was Dir am besten schmeckt und lass Deiner Kreativität freien Lauf.

Viel Spaß beim genießen!


Möchtest Du noch mehr über die weite Welt der Kräuter erfahren? Dann sind meine Seminare genau das Richtige für Dich.
Schau mal auf meiner Homepage Anwen.

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weihnachtliches Badesalz selbst herstellen

Selbstgemachte Geschenke sind doch immer noch die schönsten Geschenke.
Heute möchte ich ein tolles Rezept für eine weihnachtliches Badesalz mit euch teilen.

so kann das fertige Badesalz aussehen

Ihr benötigt:

  • grobes Meersalz, am allerschönsten ist das von Toten Meer (es geht aber auch Steinsalz)
  • Orangenschalen von
  • Zimtstangen
  • ätherisches Öl von Orange und Zitrone

Achtet bei allen Zutaten auf Bio-Qualität. Ihr badet ja darin.

Reibt von einer Orange die Schale ab und gebt sie zu dem Meersalz. Zerstoßt eine Zimtstange in grobe Stücke und mischt auch diese unter.
Zum Schluss gebt ihr ein paar Tropfen der ätherischen Öle hinzu bis der Duft angenehm für euch ist.

Das Ganze noch einmal gut durchmischen und schon könnt ihr es in schöne Gläser füllen. Wer mag, kann optional einen ganz kleinen Schluck gutes Öl dazugeben, um das Bad noch pflegender zu machen. Hier eignen sich Mandelöl, Jojobaöl oder ein sehr gutes Olivenöl.

Das Badesalz hält sich rein theoretisch ewig, da das Salz die Schalen austrocknet.


Mein besonderer Tipp:
Gebt etwa ein drittel Bittersalz hinzu. Bittersalz, auch Epsomsalz genannt, enthält Magnesium und tut den Muskeln sehr gut. Es sorgt für Entspannung und Wohlbefinden.


Was man noch so tolles aus Kräutern und Pflanzen herstellen kann, erfahrt ihr in meinen Seminaren, ab Januar auch in einem tollen online-Kurs!
Auf meiner Homepage findet ihr alle Informationen dazu.

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Weihnachtsgewürze – lecker und gesund

Nun ist sie wieder da, die Zeit der duftenden Lebkuchen, Ingwerplätzchen und Zimtsterne. Die Weihnachtszeit versetzt viele von uns in die Kindheit zurück, die Düfte der Weihnachtsbäckerei lösen größtes Wohlbehagen aus.

Doch warum ist das so und was können die unterschiedlichen Gewürze, die wir besonders zur Weihnachtszeit verwenden, eigentlich so alles?

Lasst uns mal sehen:

weihnachtliche Gewürze in einem Gesteck

Zimt

Zimtrinde

Zimt stammt vom Zimtbaum, Cinnamomum, wobei es verschiedene Sorten dieser Pflanze im gesamten asiatischen Raum gibt. Er ist als Zimtstange (das ist die getrocknete Rinde) gemahlenes Pulver oder Zimtblüte zu finden. Verantwortlich für den klassischen Duft ist das enthaltene Zimtöl.

Schon seit vielen tausend Jahren wird Zimt verwendet. Früher als Räucherstoff und Medizin, heute hauptsächlich als Gewürz. In Europa ja hauptsächlich zur Weihnachtszeit, in vielen asiatischen Regionen aber ganzjährig.

Zimt hat diesen warmen, balsamischen Duft und wirkt heilsam bei Husten und Schnupfen, ist aber auch für den Magen gut und wirkt leicht abführend.

Ein klassisches Weihnachtsgebäck sind Zimtsterne, er aromatisiert aber auch vorzüglich den Glühwein und Zimtschnecken zusammen mit Kardamon.


Gewürznelken

Gewürznelken sind die Blütenknospen des Nelkenbaums Syzygium aromaticum. Er ist, wie viele andere Gewürzpflanzen auch, in Asien beheimatet.

Sie werden meist im Ganzen verwendet, können aber auch zu Pulver gemahlen werden. Auch in den Nelken ist sehr viel ätherisches Öl enthalten, dass den typischen Duft ausmacht. Gewürznelken wirken antibakteriell, entzündungshemmend und schmerzstillend und sind hilfreich bei Blähungen. Sie helfen unter anderem bei Zahnschmerzen oder dem zahnenden Kind. Auch Mundwasser und Zahnpasta werden mit Nelkenöl versetzt.

In der Weihnachstzeit kommen die Nelken aber hauptsächlich zur Aromatisierung von Gewürzweinen und Likören zum Einsatz.

Eine wunderbar duftende Dekoration ist es, eine Orange mit Gewürznelken zu spicken und diese im Raum auszulegen.


Vanille

Vanilleschoten

Die Vanille ist die (fermentierte) Fruchtkapsel der Vanillepflanze, Vanilla planifolia, einer Orchideenart. Sie ist in Mittel- und Südamerika beheimatet.
Vanille ist der Klassiker in der Küche wenn es um Süßspeisen und Gebäck geht, heute ist in fast allen industriellen Produkten (künstliches) Vanille-Aroma enthalten.
Ihr balsamischer, warmer Duft stammt von ätherischen Öl. Vanille wirkt stimmungsaufhellend, stoffwechselfördernd und regt die Verdauung an.

Sie wird meist direkt in Speisen gegeben. Hierzu wird die Schote der Länge nach aufgeschnitten und das Mark, dass aus vielen kleinen schwarzen Samen besteht, herausgekratzt.
Die verbliebene Schote kann noch zur Herstellung von Vanillezucker oder Vanille-Extrakt verwendet werden.

Vanille ist in vielen Süßspeisen, Kuchen und Gebäck, sowie Getränken und Teezubereitungen enthalten.
Mein liebstes Weihnachtsrezept sind Vanillekipferl. 


Sternanis

Sternanis sind die Samen des echten Sternanis, Illicium verum. Sie haben eine unverwechselbare Form und ein ganz vorzügliches Anisaroma mit leichter Lakritznote. Sternanis und Anis sind aber 2 verschiedene Pflanzen, der Sternanis ist im asiatischen Raum beheimatet.

Er wird immer in ganzen Samen verkauft. Der Duft kommt vom Anisöl, desweiteren sind Saponine enthalten.

Er wirkt antibakteriell und antiviral, wirkt gegen Magenkrämpfe und Blähungen, regt die Verdauung an und die Saponine helfen bei Bronchialerkrankungen.

Sternanis aromatisiert hervorragend Gewürzweine, Liköre und Plätzchen, er kann auch wunderbar zusammen mit Zimt und getrockneten Orangen als Dekoration verwendet werden. Durch seine sternförmige Erscheinung passt er ja bestens zur Mythologie der Weihnachtszeit.

Sternanis

Ingwer

Beim Ingwer handelt es sich um das Rhizom des Ingwer Zingiber officinale. Auch er stammt aus Asien, ist heute aber fast auf der ganzen Welt zu finden. Ingwer ist heute in vielen Supermärkten ganzjährig zu bekommen und dient vielen als Gewürz und Zutat für allerlei Speisen und Smoothies. Und zurecht. So sind in ihm eine Vielzahl von ätherischen Ölen enthalten, sowie verschiedene Vitamine und Mineralstoffe. Ingwer wirkt anregend auf den gesamten Organismus, ist antibakteriell und antiviral, hilft bei allerlei Verdauungsbeschwerden und fördert die Durchblutung.
Er wird meist frisch verwendet, als kandierter Ingwer oder auch getrocknet und gemahlen als Pulver. Ingwer hat einen sehr aromatischen und scharfen Geschmack.

Als Gewürz passt er hervorragend in die asiatische und indische Küche, zu Geflügel und Lamm. Er ist aber auch als Tee oder Ginger Ale sehr lecker.

Zur Weihnachtszeit wird Ingwer im Lebkuchengewürz verwendet und als Gingerbread aus dem englischsprachigen Raum.


Es gibt natürlich noch viel mehr Gewürze zur Weihnachtszeit. Vielleicht schreibe ich noch einen zweiten Blog über Kardamon, Piment, Koriander und Co. Jetzt wünsche ich euch erstmal eine schöne und besinnliche Weihnachtszeit.

Wenn ihr noch mehr über verschiedene Pflanzen wissen möchtet, empfehle ich euch mein Buch Anwens Kräuter Quickie.

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Vanille-Extrakt ganz einfach selbst herstellen

Leidenschaftliche Bäcker werden das Problem kennen: in vielen Rezepten wird nach Vanille verlangt. Gerade in amerikanischen und britischen Rezepten steht hier oft Vanille-Extrakt. Dann geht man in den Supermarkt und wundert sich, warum das Zeug so exorbitant teuer ist. Kaufen tut man es dann meist trotzdem. Das Rezept soll ja gelingen.

Dabei muss das gar nicht sein, denn Vanille-Extrakt kann man ganz einfach zu Hause machen. Und es kostet nur wenige Cent!

alle benötigten Zutaten

Was man benötigt:

  • ausgekratzte Vanilleschote
  • simplen Kornschnaps
  • ein Schraubdeckelglas
  • ein hübsches Glas zum Aufbewahren
  • optional: etwas Zucker

Das Ganze ist letztendlich nichts anderes als eine Vanille-Tinktur.

 

Man nimmt die ausgekratzte Vanilleschote, die sonst bei den meisten im Müll landet (wie schade drum!) und schneidet sie grob in Stücke. Diese kommen in ein Schraubdeckelglas und werden großzügig mit Kornschnaps bedeckt.

das frisch angesetzte Extrakt

Das Glas wird an einem hellen, warmen Ort gestellt und hin und wieder geschüttelt. Bitte auch immer auf Schimmelbildung kontrollieren.

Nach 2-4 Wochen kann das Exrakt durch ein sehr feines Sieb oder Kaffeefilter in ein hübsches Glas gefiltert werden. Wenn man mag, kann man noch etwas Zucker hinzugeben, das wäre aber nicht unbedingt notwendig.

das fertige Vanille-Extrakt

Fertig ist das selbst hergestellte und vollkommen natürliche Vanille-Extrakt. Ohne künstliche Aromen oder Zusatzstoffe.

Das Extrakt hält sich locker ein Jahr lang und ist sehr ergiebig. Für einen großen Rührkuchen benötigt man nur ca. ½ Teelöffel voll.

 

 

Nun viel Spaß beim Backen und gutes Gelingen!

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Tinkturen für die Hausapotheke – Teil 2

Da der erste Beitrag über Tinkturen für die Hausapotheke vor einiger Zeit so viel positive Resonanz hervorgerufen hat, habe ich Euch noch ein paar Tinkturen mit möglichen Anwendungsgebieten aufgeschrieben.

Beinwelltinktur:

  • aus der Wurzel
  • nur äußerlich anzuwenden
  • bitte in der Schwangerschaft nur nach Rücksprache mit Arzt oder Hebamme
  • bei Knochenbrüchen zur unterstützenden Heilung
  • bei Nervenschmerzen
  • zur Unterstützung der Wund- und Narbenheilung
  • bei Gicht und Rheuma

Ringelblumentinktur:

  • aus den Blütenblättern
  • äußerlich bei vielen Hautleiden zur besseren Heilung
  • bei Wunden, Pusteln und Pickeln, sowie Abszessen
  • bei Blutschwamm und Pigmentflecken der Haut
  • zusammen mit Ringelblumenöl zur Herstellung einer Creme oder Salbe

Bärlauchtinktur:

  • aus den frischen Blättern
  • innerlich zur Stärkung des Immunsystems
  • wirkt gegen Bakterien
  • Achtung: der Geschmack ist sehr gewöhnungsbedürftig

Baldriantinktur:

  • aus der Wurzel
  • innerlich zur Beruhigung bei Nervosität
  • vor dem Schlafengehen bei Ein- und Durchschlafschwierigkeiten

Weißdorntinktur:

  • aus den frischen Blüten oder Beeren
  • innerlich zur Anregung des Kreislaufs und der Herztätigkeit

Kamillentinktur:

  • aus den Blüten
  • innerlich bei Problemen mit dem Magen und der Verdauung
  • zur Spülung im Mundraum bei Entzündungen des Zahnfleischs

Anwendung und Dosierung von Tinkturen:

Möchte man eine Tinktur äußerlich anwenden, empfiehlt sich das direkte Betupfen der betroffenen Hautstelle. Auch kann ein Wattebausch mit der Tinktur beträufelt und aufgelegt werden. So kann sie länger einziehen. Ich habe das auch schon mit einem Pflaster gemacht, indem ich den Zellstoff des Pflasters mit der Tinktur befeuchtet habe.

Bei der innerlichen Anwendung kommt es bei der Dosierung auf die jeweilige Tinktur und ihr Einsatzgebiet an. Als grobe Orientierung empfiehlt es sich, 3x täglich ca. 10-20 Tropfen in einem Glas Wasser zu sich zu nehmen.

Bei akuten Zuständen kann man eine Tinktur auch entweder direkt oder auf einem Stück Würfelzucker schlucken.

Bitte beachtet hierbei unbedingt, dass Ihr Euch nur selbst behandeln solltest, wenn Ihr sehr genau wisst, was Ihr tut und was Ihr da behandelt.

Bei ernstzunehmenden Beschwerden ist immer ein Arzt oder Apotheker aufzusuchen.

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Anwens Kräuter Quickie

Heute möchte ich einmal Werbung in eigener Sache machen.

Während meiner Kräuterwanderungen mit vielen interessierten Neulingen und auch Kindern höre ich immer wieder die Frage nach geeigneter Literatur. Nun gibt es hunderte Kräuterbücher in allen möglichen Ausführungen.
Aber es gibt nur sehr wenige, wenn überhaupt welche, für absolute Anfänger.

Also habe ich mich hingesetzt und all die Wünsche genommen und daraus ein Buch gemacht.

Anwens Kräuter Quickie

Diese Buch beinhaltet genau 10 Pflanzen. Nicht mehr und nicht weniger. So verzettelt man sich nicht in den schier endlos wirkenden Weiten der Vielfalt wie in anderen Büchern. Diese 10 Pflanzen sind allerdings so gut beschrieben, dass es auch einem absoluten Anfänger sehr leicht möglich ist, sie genau und sicher zu bestimmen.

Auf zahlreichen schönen Wanderungen zusammen mit meiner Fotografin sind tolle Bilder entstanden. Sie zeigen euch viele Details, die zur Bestimmung einer Pflanze wichtig sind.

Ein eigener Abschnitt handelt jeweils von Verwechslungspartner und woran ihr diese erkennt.

Dann habe ich euch noch einige Anwendungsbeispiele für Küche und Hausapotheke aufgeschrieben. Sie sollen aber nur als Anregung dienen und sind keinesfalls vollständig. Aber sie verschaffen dem Leser einen Eindruck, was alles möglich ist.

Wer sofort zur Tat schreiten will und die sicher bestimmten Pflanzen verarbeiten möchte, findet auch immer ein einfaches Rezept mit dabei. Der große Vorteil meines Buches ist, dass Ihr es einfach mitnehmen könnt. Es ist so klein und leicht, dass es in jede Tasche passt.

Zu bestellen ist das Buch über meine Homepage oder auf Amazon.

Nun wünsche ich Euch viel Spaß beim Lesen und Entdecken!
Eure Claudia Winter

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Ein Kräuterkissen zum Träumen

Wie oft geht es uns so, dass wir abends wach liegen und beim besten Willen nicht einschlafen können? Viele haben dann kleine Tricks, um irgendwann doch ins Reich der Träume abzugleiten.
Hier können auch diverse Kräuter gut helfen. Eine Variante möchte ich euch heute vorstellen:
Das Kräuterkissen

verschiedene Kräuterkissen

Ein Kräuterkissen ist ein Stoffsäckchen oder ein kleines Kissen gefüllt mit Kräutern. Man kann eine einzige Sorte Kräuter verwenden oder auch eine schön harmonische Kombination verschiedener Pflanzen. Ein paar davon möchte ich hier gern vorstellen.

Lavendel
Der Klassiker. Lavendel wirkt über seine ätherischen Öle entspannend und ausgleichend. Er holt uns aus dem Gedankenkarussel raus und verbreitet eine wohlige Wärme in der Seele.

Lavendel kann sehr gut allein angewendet werden.


Hopfen
Während Kräuter wie Lavendel und Zitronenmelisse eher für die Damen zugänglich sind, hilft der Hopfen oft den Herren. Es muss aber nicht immer das abendliche Bier sein. Man kann sehr gut getrocknete Hopfenblüten in ein kleines Säckchen tun und unter das Kopfkissen legen. Dies hilft wunderbar und zuverlässig beim Einschafen.


Zitronenmelisse
Die ätherischen Öle der Zitronenmelisse wirken sehr ähnlich wie die des Lavendels. Man fühlt sich geborgen und behütet. Sie sind also eine gute Alternative für Menschen, die den Lavendelduft nicht gern mögen.


Baldrian
Der Baldrian ist eines der stärksten Kräuter, wenn es um die Förderung des Einschlafens geht. Wem der Tee oder die Tropfen nicht schmecken, kann ihn sehr gut in einem Kräuterkissen anwenden.


Johanniskraut
Auch das Johanniskraut kann als Zutat für ein Kräuterkissen dienen. Hier hilft es besonders, wenn man viele Sorgen und Ängste hat und deswegen nicht in den Schlaf kommt.


Möchtet ihr euch ein Kräuterkissen selbst herstellen, solltet ihr nur sehr saubere und wirklich gut getrocknete Kräuter verwenden. Da sie sich ja in unmittelbarer Nähe des Kopfes befinden, hier bitte besonders auf Hygiene achten.

Eine sehr einfache und schnelle Variante ist das schon erwähnte Säckchen. Hierzu schneidet man aus einem Stück Stoff einen Kreis mit 15-20 cm Durchmesser aus, legt eine handvoll getrockneter Kräuter in die Mitte, nimmt die Ränder hoch und verschließt das Ganze mit einem hübschen Band. Gut zuknoten, damit sich das Ganze nicht irgendwann aufdröselt und man die ganzen Kräuter im Bett verteilt 😉

Wer es etwas schöner haben möchte, der kann sich auch ein kleines Kissen nähen.
Die schnellste Variante hier ist es, sich ein langes Rechteck zuzuschneiden, es einmal in der Mitte zu falten und dann die beiden Seiten zuzunähen. Umstülpen und dann könnt ihr die Kräuter einfüllen. Die Oberkante kann auch vernäht oder mit einem Band gut verschlossen werden.


Mein besonderer Tipp:
Achtet bei der Auswahl des Stoffes darauf, dass dieser nicht zu grobporig ist, sonst verstreuen sich die Kräuter überall. 😉

Nun bleibt mir nur noch, euch einen erholsamen Schlaf und schöne Träume zu wünschen.

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Kräuterportrait – der Spitzwegerich

eine typische Spitzwegerichpflanze

In unseren Breiten unterscheiden wir den Spitzwegerich, Plantago lanceolata, den Breitwegerich, Plantago major, den mittleren Wegerich, Plantago media, und zahlreichen Mischformen. Alle Formen des Wegerich sind sich in ihren Inhaltsstoffen und der Wirkungsweise sehr ähnlich und können demnach auch gleich eingesetzt werden.

Der Spitzwegerich ist sehr robust, wächst das gesamte Jahr hinweg immer wieder nach und ist fast überall zu finden. Das macht ihn zu einer wertvollen Wildpflanze für viele Belange.

Beschreibung

Spitzwegerich wächst auf Wiesen, in Wäldern, aber auch auf Schotterhalden, auf Wegen zwischen Steinen und in Parks. Die langen dünnen Blätter haben parallel verlaufende, sehr gut sichtbaren Blattadern und wachsen in einer bodennahen Rosette. Die kleine, unscheinbar braune Blüte wächst im Sommer an einem dünnen Stängel empor. Der Spitzwegerich ist mehrjährig und kann das ganze Jahr über gesammelt werden.

Seine Hauptinhaltsstoffe sind Schleimstoffe, aber auch Kieselsäure, Gerb- und Bitterstoffe, sowie Glycoside und Flavonoide.

die Blätter des Spitzwegerichs
hier sieht man die unscheinbaren Blüten sehr gut

Verwendung in der Küche
Die recht aromatischen Blätter können kleingeschnitten in Salate oder Eintöpfe gegeben werden. Sie eignen sich auch als Gemüse für Aufläufe und Eierspeisen.
Die Blütenstände können zu einem leckeren Snack verarbeitet werden, indem man sie in Teig ausbäckt.


Verwendung als Heilpflanze
Der hohe Gehalt an Schleimstoffen macht den Spitzwegerich zu einer wertvollen Heilpflanze für alle Erkrankungen im Hals und Rachenbereich. Als Kaltauszug zubereitet kann er vor allem bei Erkältungskrankheiten gut eingesetzt werden. Spitzwegerichsirup hilft hervorragend bei Hustenreiz.
Der frische Saft der Blätter oder eine Tinktur lindert Juckreiz, zum Beispiel nach Insektenstichen. Der Frischsaft wirkt außerdem blutstillend und entzündungshemmend.


Rezept
Spitzwegerichsirup
frischer Spitzwegerich
Zucker
ein Schraubdeckelglas

Der Spitzwegerich wird gewaschen und muss anschließend vollkommen trocken sein. Dann wird er kleingeschnitten. Nun schichtet man abwechselnd Zucker und Spitzwegerich in einem sauberen Glas und presst alles gut an. Es dürfen keine Hohlräume oder Luftblasen in dem Glas sein. Ist das Glas bis zum Rand gefüllt, verschließt man es gut und lässt es mindestens 6, meist eher 10-12 Wochen an einem dunklen Ort mit gleichmäßiger Temperatur stehen oder gräbt es gar (gut verpackt) in den Boden ein. Ist die Masse gut durchgezogen und hat sich braun verfärbt, gibt man das Ganze in einen Topf und kocht es kurz auf. Dann die restlichen Pflanzenteile aussieben und den so entstandenen Sirup in kleine Braunglasflaschen abfüllen. Zur Sicherheit können die fertigen Flaschen noch einmal im Wasserbad sterilisiert werden. Den Sirup sollte man im Kühlschrank aufbewahren.Der Sirup wird bei Hustenreiz und Halsentzündung eingesetzt und ist vor allem für die Behandlung von Kindern sehr gut geeignet.

zum Vergleich: der Breitwegerich
das Blatt des Breitwegerichs im Detail

Tipps
Brennt man sich an einer Brennnessel, so lindert der frische Saft des Spitzwegerichs den Schmerz. Fast immer wachsen neben Brennnesselpflanzen auch Spitzwegerich oder Breitwegerich.


Mehr über den Spitzwegerich und weitere essbare Wildpflanzen gibt es in meinem Buch Anwens Kräuter Quickie.

Copyright Bilder: Stefanie Ziege

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