Pflanzenportrait – die Brennnessel

die Brennhaare im Detail; Foto: Stefanie Ziege

Die Brennnessel ist wohl allen von uns sehr geläufig. Im zeitigen Frühjahr kann man sie schon wachsen sehen, im Sommer steht die große Brennnessel, Urtica dioica, dann bist zu 1,50m hoch.

Ihre kräftig grünen, an den Rändern gezahnten Blätter und auch die Stängel sind überzogen mit den kleinen Brennhaaren.

Trotz ihrer Wehrhaftigkeit lohnt es sich sehr, die Brennnessel zu sammeln. Man findet sie ja auch quasi an jeder Ecke. Auch das Haltbarmachen durch Trocknen gelingt ohne große Probleme, so dass man sich für den Winter einen guten Vorrat anlegen kann. Man achte beim Sammeln darauf, dass die Brennnessel eine ganz wichtige Schmetterlingspflanze ist. Bitte nur sammeln, wenn sich keine Eier oder Raupen auf ihr befinden und auch immer nur von wenigen Pflanzen vom jeweiligen Standort Teile entnehmen.

sehr junge Brennnesseln im zeitigen Frühjahr

Man sammelt in der Regel nur die obersten Triebspitzen. Dort sind die Blätter jung und zart. Möchte man die Brennnessel für Tee trocknen, dann schneidet man ca. 40-50 cm der Pflanze ab, bündelt sie und hängt sie kopfüber auf.

Die Samen der weiblichen Fruchtstände werden im späten Sommer bis zum Herbstanfang geerntet, gerade wenn sich ihre Farbe von grün zu gelblich verändert. Bitte achtet darauf, wirklich die weiblichen Fruchtstände zu erwischen. Sie hängen in länglichen Fäden an den Blattachsen herunter.
Die männlichen hingegen sind deutlich kürzer und stehen waagerecht oder sogar leicht schräg nach oben ab. In diesen befinden sich natürlich keine Früchte.

die weiblichen Fruchtstände, Foto: Stefanie Ziege

Einige Ideen, was ihr mit der Brennnessel alles anstellen könnt:

  • frisch oder getrocknet als Tee
  • ein kräftiger Auszug als Haarspülung
  • frisch gekocht in allerlei Aufläufen und Eintöpfen
  • als Zugabe oder Ersatz für Spinat
  • als Tinktur bei Rheuma oder Gicht und als Haarwuchsmittel
  • Samen als Zugabe zum Müsli oder auf dem Salat

Das Kraut der Brennnessel enthält viele wertvolle Inhaltsstoffe in sehr hohen Konzentrationen, wie zum Beispiel Magnesium, Kalium, Eisen und Kieselsäure, viel Eiweiß und verschiedene Vitamine. In den Samen sind wichtigen Omega-6-Fettsäuren und reichlich Vitamin E (ein Antioxidans) enthalten.

Sie wird deshalb traditionell zur Nahrungsergänzung und zur allgemeinen Stärkung des Körpers eingesetzt. Bei der Blutbildung, sowie der Stärkung von Haaren und Fingernägeln ist sie einsame Spitze. Seit jeher wird sie durch ihre harntreibende Wirkung gern bei Blasenentzündung genommen und kann auch bei Rheuma und Gicht hilfreich sein.

Einige schöne Rezepte findet ihr in diesem Blog. 

mein besonderer Tipp:
Solltet ihr die Brennnessel in euren Speiseplan mit aufnehmen wollen, tastet euch bitte unbedingt erst mit kleinen Mengen heran. Oft wird eine große Menge aufgrund des hohen Nährstoffgehalts nicht gut vertragen.

 

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Kräuterportrait – das Scharbockskraut

die charakteristisch glänzenden Blätter des Scharbockskrauts

Das Scharbockskraut ist eines meiner liebsten Frühlingskräuter. Es enthält große Mengen an Vitamin C und diente in früheren Zeiten der Behandlung von Skorbut und Frühjahrsmüdigkeit.

Es eignet sich ganz wunderbar als ein Kraut in der Frühjahrskur.

Man findet das Scharbockskraut oft in Gärten und Parks, aber auch wild in eher schattigen Regionen. Das beste Erkennungsmerkmal sind die leuchtend grünen Blätter, die eine etwas wachsige, sehr glatte Oberfläche haben und später dann die leuchtend gelben, sternförmigen Blüten.

die gelben Blüten des Scharbockskrauts

Ungeübte Sammler könnten das Scharbockskraut mit Gundermann oder der Knoblauchsrauke verwechseln. Die Blätter dieser Pflanzen sind aber nicht glänzend sondern eher weich samtig. Zudem haben beide einen sehr charakteristischen Geruch, welches das Scharbockskraut nicht besitzt. Da aber auch diese beiden Kräuter sehr gut essbar sind, wäre eine Verwechslung nicht schlimm.

Auch die Sumpfdotterblume sieht dem Scharbockskraut auf den ersten Blick sehr ähnlich. Allerdings ist sie höher im Wuchs, man sieht mehr Stängel, die Blätter sind an den Rändern leicht gezähnt und die Blütenblätter sind deutlich runder und meist nur 5 an der Zahl. Das Scharbockskraut hat mindestens 8 Blütenblätter. Achtung: die Sumpfdotterblume ist giftig!

Zum Vergleich: die Blüte der Sumpfdotterblume. Die Blütenblätter sind serhr viel größer und nur 5 Stück.
Zum Vergleich: die Blätter der Sumpfdotterblume. Die Ränder sind leicht gezähnt.

 

 

 

 

 

 

 

Das Scharbockskraut sollte während und nach der Blüte nicht mehr gegessen werden. Die Pflanze steigert dann ihren Gehalt eines schleimhautreizenden Stoffes (Protoanemonin) und der enthaltenen Alkaloide.
Auch sonst bitte vorsichtig herantasten, nicht jeder verträgt die Pflanze gleich gut. Bei mäßigem Genuss ist das Scharbockskraut aber eine sehr wertvolle Wildpflanze.

Man kann die Blätter im Salat, in Aufläufen, Quark und Butter verwenden. Auch die Wurzeln und kleinen Brutknospen schmecken sehr lecker, roh ein wenig nussig. Sie können eingelegt oder roh gegessen werden.

Wie schon erwähnt, enthält Scharbockskraut große Mengen an Vitamin C. Es wirkt Immunstärkend, belebend, blutreinigend und wird naturheilkundlich traditionell bei Hautunreinheiten und Hämorriden angewendet.

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Judasohren – ein ungewöhnlicher Pilz

Am Wochenende ging ich im angrenzenden Wald spazieren und entdeckt auf einmal zu meiner großen Freude Judasohren am Holunder.

Diese Pilze sind vielen von euch sicher als Mu-Err Pilze aus asiatischen Gerichten bekannt. Da ich ein großer Fan der asiatischen Küche bin und auch ein großer Pilzfan, hab ich mich gefreut wie ein kleines Kind und nehme den freudigen Fund zum Anlass für einen neuen Blog.

Judasohren, Auricularia auricula-judae, kann man das ganze Jahr hindurch finden, aber besonders in der kalten Jahreszeit von August bis März, wenn es nur wenige Pilze gibt die essbar sind haben sie Saison. Sie sind sehr charakteristisch und daher bestens für Anfänger in der Pilzkunde geeignet. Bitte achtet immer auf Verwechslungsgefahren mit nicht essbaren Pilzen. Nehmt jemanden mit, der sich auskennt bzw. geht mit eurem Fund zu einem Pilzsachverständigen.

So sieht das Judasohr aus:

Charakteristisch ist die dunkelbraune Farbe und der gallertartige Fruchtkörper. Ihn durchziehen regelrechte „Adern“ Das gesamte Erscheinungsbild erinnert tatsächlich an ein Ohr. Daher der etwas gruselige Name. Die Oberfläche fasst sich samtig an, die Innenseiten sind glänzend. Judasohren wachsen fast ausschließlich an altem oder schon abgestorbenem Holunder. Es gibt ein paar Funde an anderem Holz, aber die sind selten.

Der Pilz zählt bei vielen Kennern zu den Vitalpilzen. Er soll das Immunsystem stärken, entzündungshemmend wirken und unser Blutsystem positiv beeinflussen.

Neben sehr viel Eiweiß enthält er viele für uns wichtige Mineralstoffe, unter anderem Magnesium, Calcium und Eisen.

Judasohren können frisch mitgekocht werden oder man trocknet sie und gibt sie dann wieder beim Kochen den Speisen bei. Da der Geschmack mehr oder weniger neutral ist, kann man ihn vielen verschiedenen Gerichten beimischen. Ich persönlich mag ihn natürlich gern in asiatischen Reis- oder Nudelgerichten mit viel Gemüse oder auch in allerlei Suppen und Eintöpfen.

Viel Freude beim Suchen und Kochen!

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Hallo zu meinem neuen Blog

Neues Jahr, neuer Blog.

Es war an der Zeit für ein frisches neues Design und einige neue Funktionen für euch.
So gibt es nun Kategorien, in denen die einzelnen Beiträge erscheinen. Das macht euch das Suchen und Finden von bestimmten Inhalten deutlich leichter.
Ihr könnt Beiträge viel leichter teilen, dazu gibt es jeweils am Ende des Beitrags verschiedene Möglichkeiten.

Schaut euch einfach um, lasst mir gern ein Feedback da und seid gespannt, wie sich dieser Blog in den nächsten Monaten entwicken wird. Ich bin mir sicher, ich werde hin und wieder einige Veränderungen und Verbesserungen vornehmen.

Ich habe alle alten Beiträge hier eingepflegt. So geht euch nichts verloren.
Der alte Blog wird noch eine Weile offen bleiben, bevor ich ihn dann lösche. Ich werde aber ausschließlich hier neue Inhalte posten.

Danke für eure Treue! Eure Claudia Anwen Winter

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