Bärlauch sicher erkennen

Der Bärlauch ist ja im Moment sprichwörtlich in aller Munde. Er schmeckt sehr lecker und ist obendrein auch noch sehr gesund für uns.

Nun treten aber immer wieder Leute an mich heran und sagen, dass sie sich nicht trauen, den Bärlauch zu sammeln, da es ja zu mitunter tödlich endenden Verwechslungen kommen kann.

Das Beste, um eine Pflanze sicher bestimmen zu können, ist natürlich eine Kräuterwanderung mitzumachen.

Für diejenigen, denen das nicht möglich ist, habe ich hier einige Informationen zusammengetragen.

Bärlauch kann man mit einigen andere Pflanzen verwechseln:

  • Maiglöckchen
  • Gefleckter Aaronstab
  • Herbstzeitlose

 Aber es gibt deutliche Unterschiede!


Geruch:

  • nur der Bärlauch hat den charakteristischen Knoblauchduft
  • alle anderen Pflanzen sind vergleichsweise geruchlos
  • allerdings riecht beim Sammeln irgendwann alles nach Bärlauch, so dass ihr euch unbedingt auch an den anderen Merkmalen orientieren solltet

Blätter:

  • Bärlauch:
    – die Blätter sind hellgrün und eher weich
    – die Mittelrippe ist zwar deutlich sichtbar, aber nicht sehr fest
    – die Blattform ähnelt einer Lanzenspitze
    – die Blätter wachsen einzeln an einem Blattstiel aus dem Boden
    – die Blattadern verlaufen längs
  • Maiglöckchen: 
    – die Blätter sind wesentlich dunkler und haben eine festere, deutlichere      Blattstruktur
    – sie sind glänzend, beinahe wachsartig beim Anfassen
    – die Blätter wachsen paarweise und stängelumfassend
    – der Stängel ragt aus dem Boden heraus
    – die Blattadern verlaufen längs
  • gefleckert Aaronstab:
    – die Blätter sehen nur ganz jung denen des Bärlauchs ähnlich, sonst haben sie die Form einer Pfeilspitze mit 2 Fortsätzen seitlich des Stängels
    – die Blattadern verlaufen quer und längs (netzartig)
  • Herbstzeitlose:
    – die Blätter ähneln von der Form her der des Spitzwegerich, schmal und spitz zulaufend
    – sie wachsen ohne oberirdischen Stiel (dieser befindet sich direkt im Boden)
    – die Blätter wachsen einander umhüllend
    – die Blattadern verlaufen längs

Blüte:

  • Bärlauch:
    weiße Sammelblüte, die erst geschlossen an einem länglichen Stiel gerade nach oben wächst und dann aufblüht
  • Maiglöckchen:
    – vielen einzelne Glockenblüten an einem gebogenen Stängel
    – die Blüten blühen nacheinander auf
  • gefleckter Aaronstab:
    eine braune, längliche Blüte, die von einem weißen Hochblatt umhüllt ist
  • Herbstzeitlose:
    – blüht erst im Herbst
    – die Blüte ist im Frühjahr und Sommer als Kapsel in der Mitte der Blattrosette zu finden
    – die Blüte ähnelt dann im Herbst der des Krokus

Zwiebel:

  • Bärlauch:
    – kleine gelblich grüne Zwiebel
    – Stiele setzen oben an
    – die Wurzeln wachsen ausschließlich am unteren Ende
  • Maiglöckchen:
    – bildet Wurzeln und keine Zwiebeln
  • gefleckert Aaronstab:
    – kleine rötlich gefärbte Zwiebel
    – die Wurzeln wachsen auf der gesamten Oberfläche heraus
  • Herbstzeitlose:
    – Zwiebel von braunen Hüllblättern umgeben
    – eher länglich als rund
    – die Wurzeln wachsen nur unten heraus
    – der Stiel setzt seitlich an

Giftwirkung:

  • Bärlauch:
    keine, hervorragendes Wildkraut
  • Maiglöckchen:
    Herzrhythmusstörungen, Übelkeit
  • gefleckter Aaronstab:
    die Giftwirkung ist sofort spürbar, es kommt zu schmerzhaften Verätzungen der Mundschleimhaut
  • Herbstzeitlose:
    Herzrhythmusstörungen, Übelkeit –> diese Pflanze ist bereits in geringen Mengen (wenige Gramm) tödlich giftig!

Zusammenfassend lässt sich der Bärlauch an folgenden Merkmalen sicher erkennen: 

  • die Blätter müssen alle an einem einzelnen Stiel stehen, Lanzenform
  • die Adern verlaufen längs
  • er weist den charakteristischen Geruch auf
  • die Pflanze hat eine kleine Zwiebel, deren Wurzeln ausschließlich unten heraus wachsen
  • man erkennt eine große weiße Sammelblüte

Hier noch ein paar Zeichnungen der 3 Verwechslungspartner:

der Aaronstab – Quelle: Wikipedia, public domain
das Maiglöckchen – Quelle: Wikipedia, public domain

die Herbstzeitlose – Quelle: Wikipedia, public domain

 

 

 

 

 

 

 

Damit sollte es euch möglich sein, den Bärlauch gut und sicher zu bestimmen.

Ich rate euch: nehmt jedes einzelnen Blatt in die Hand und seid euch wirklich immer ganz sicher. Im Zweifelsfall lasst es lieber stehen. Denn oft teilen sich diese Pflanzen den selben Lebensraum und wachsen sogar ineinander.

zum Teilen und Liken:

Autor: Claudia Winter

Expertin für essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen, Autorin der Bücherreihe Anwens Quickies; naturspiritueller Coach und Reikimeister.

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