Kräuter richtig trocknen

Nun ist die Zeit der Fülle da und wir können viele tolle Kräuter ernten. Doch was dann?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sie weiter zu verarbeiten.
Man kann sie zum Beispiel klein hacken und einfrieren. Dies bietet sich vor allem bei Küchenkräutern wie Basilikum oder Petersilie an.
Aber alles, was in die Weiterverarbeitung geht wie Tees, Tinkturen und Mazerate erfordert in der Regel getrocknete Kräuter. Und auch nur so lassen sich Kräuter in größeren Mengen gut aufbewahren.

Deshalb möchte ich Dir verschiedene Möglichkeiten zeigen, wie Du das richtig und effektiv machst.

Das Trocknen an sich ist sehr einfach und es gibt nur wenig zu beachten.

verschiedene Getrocknete Kräuter und Hagebuttenschalen

Achte auf einen geeigneten Untergrund.
Dies kann Küchenkrepp sein oder auch Fliegengitter, dass auf einen Holzrahmen gespannt ist.
Gut ist es, wenn sich das Ganze bewegen lässt. So nehme ich sehr gern ein großes Holzbrett oder Tablett, lege es mit Küchenpapier aus und gebe dann darauf meine Kräuter.
Bitte benutze keine Zeitung. Die Druckerschwärze ist auch heutzutage noch nicht wirklich gesund 😉


Achte auf das richtige Licht.
Bitte Kräuter niemals in der direkten Sonne trocknen. Die UV-Strahlung und die Hitze lassen wichtige Stoffe wie ätherische Öle leicht verfliegen und Vitamine und Eiweiße gehen kaputt.

Trockne Deine Kräuter grundsätzlich im Schatten und an einem gut belüfteten Ort.


Trockne vollständig durch.
Die Kräuter müssen vollkommen trocken sein, bevor Du sie in Gläser, Tüten oder sonstige Gefäße verpackst.
Du erkennst dass sie trocken sind daran, dass Blätter zwischen den Fingern zerbröseln und kleine Stängel mit einem Knacks durchbrechen.

Nicht vollständig trockene Kräuter werden über kurz oder lang anfangen zu schimmeln. Und dann müsstest du das ganze Gefäß wegschmeißen.


Nimm die richtige Art zu trocknen.
Pflanzen, bei denen man das ganze Kraut erntet oder die große Blütenstände haben, wie zum Beispiel Beifuß, Lavendel oder Brennnessel, bindet man am unteren Stängelende zusammen und trocknet sie kopfüber hängend. Hier bietet es sich an, ein Tuch drunter zu legen, da die Blütenstände oft ein wenig krümeln beim Trocknen. So gewinnt man sogar noch diese und hat keine Sauerei auf dem Fußboden.
Alle anderen Kräuter liegen entweder auf Papier oder eben auf bespannten Rahmen. Eine sehr kreative Idee sind auch diese Röhren, in denen man zum Beispiel Stofftiere aufbewahren kann und die aus verschiedenen Etagen und Netzstoff bestehen.

Eine Trocknung im Ofen oder Dörrapparat sollte nur in ganz seltenen Ausnahmefällen gemacht werden, wenn es wirklich gerade nicht anders geht. Ansonsten sind mir persönlich die Temperaturen dort zu hoch.


Trockne Sortenrein.
Trockne die einzelnen Kräuter getrennt voneinander. Mischen kannst Du sie dann immer noch, wenn Du sie weiterverarbeiten möchtest.
So gehst Du sicher, dass Du dann genau das hast, was Du benötigst.


Bewahre deine getrockneten Schätze richtig auf.
Die Aufbewahrung der fertig getrockneten Kräuter sollte kühl und vor allem dunkel und trocken erfolgen. Du kannst Schraubdeckelgläser, andere Gläser mit Deckel, Papiertüten oder verschiedene Container benutzen.
Beschrifte alle Gefäße immer mit dem Namen des Inhalts und dem Monat und Jahr, in dem Du es abgefüllt hast. So behältst Du auch im wachsenden Vorrat den Überblick 😉


Mein besonderer Tipp:
Getrocknete Kräuter bewahre ich maximal 1-2 Jahre auf. Danach verwende ich sie aber noch noch. Tolle Ideen sind Badezusätze oder das Räuchern, manchmal gehen auch Duftkissen noch.
Sammle und trockne also nur soviel, wie Du benötigst. Taste Dich dazu einfach über ein paar jahre hinweg ran. Du weißt zum Schluss ganz gut, wie viel Du benötigst.

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Kräuterportrait – die Kamille

Überall auf Wiesen, an Wegrändern und sogar mitten auf Schotterwegen kann man sie jetzt blühen sehen – die Kamille.
Das nehme ich zum Anlass für ein Portrait und einen ganz einfachen Trick, wie ihr sie immer richtig bestimmt.

Die Kamille, Matricaria chamomilla, ist eine sehr häufige Pflanze, die im Sommer oft anzutreffen ist. Genau jetzt im Juni und Juli hat sie ihre Blütezeit. Sie ist eine einjährige Pflanze und recht robust.

echte Kamille – Quelle: Wikipedia, gemeinfrei

Das wichtigste Merkmal sind die fein gefiederten Blättchen und die strahlend weißen Blütenblätter mit den kräftig gelben Röhrenblüten in der Mitte. Sie wächst einjährig.
Bei der echten Kamille stehen die weißen Blütenblätter sehr häufig nach unten ab und sie verströhmt diesen ganz charakteristischen Duft, den wohl alle gut kennen.
Die ebenfalls medizinisch wirksame römische Kamille, Chamaemelum nobile, hat häufig gefüllte Blüten die deutlich größer sind und wächst im Gegensatz zur echten Kamille als mehrjährige Staude. Sie blüht oft erst ab August.

Es gibt noch weitere Kamille-Arten in unseren Breiten. Da wäre zum Beispiel die strahlenlose Kamille, die kleiner und gedrungener wächst und keine weißen Blütenblätter hat.
Oder die Hundskamille, die größer ist und nicht so feine Blätter besitzt. Erwähnenswert wäre auch noch die gelbe Färberkamille, die seit Urzeiten zum Färben diverser Textilien genutzt wird.
Alle diese Sorten sind aber medizinisch weitestgehend unwirksam.

Verwendung
Wie der Name schon vermuten lässt, ist die Kamille die „Mutter aller Heilpflanzen“. Sie behütet, entspannt, hüllt ein, macht heile und sorgt für wohlige Zufriedenheit.

Im Folgenden möchte ich Dir nur ein paar mögliche Anwendungen vorstellen, die Bandbreite ist so riesig, dass sie für 3 Blogs reichen würde.

Volksheilkundlich wird sie oft bei Magen-Darm-Problemen empfohlen. Der Tee hilft unter anderem bei Blähungen, Magenkrämpfen und Verdauungsbeschwerden.

Diese entkrampfende Eigenschaft kann man sich auch bei nervöser Unruhe, nervösen Magenbeschwerden und nervös bedingten Schlafproblemen zu Nutze machen.
Eine Tasse schöner Kamillentee am Abend kann Wunder wirken.

Ihre entzündungshemmenden Eigenschaften machen sie zu einem guten Helfer bei allerlei Verletzungen und Entzündungen im Mund- und Rachenraum und bei Erkältungen aller Art. Hierzu gurgelt oder spült man mit starkem Tee oder verdünnter Tinktur.

Kamille ist natürlich auch eine hervorragende Frauenpflanze. Entzündungen der Scheide, Weißfluss, Menstruationskrämpfe und viele weitere Frauenleiden können mit ihr behandelt werden. Hier kommen wieder ihre entkrampfenden und entzündungshemmenden Eigenschaften zum Tragen.

Die Kamillie am Auge:
Oft liest man noch, dass die Kamille als Tee zubereitet auf ein Wattepad gegeben werden soll und dann aufs Auge gelegt werden soll. Dies würde bei Augenentzündung und Überreizung helfen.

BITTE NICHT!

Denn: Der fertige Kamillentee enthält Teilchen, die aus Silicium bestehen und wie kleine Nadeln aussehen. Sie sind winzig klein und mit dem bloßen Auge oft gar nicht zu erkennen. Dennoch sind sie da und würden das Auge nur noch weiter reizen. Also bitte auf Fertigpräparate – zum Beispiel mit Eurphrasia, Augentrost – zurückgreifen.

Mein besonderer Tipp:
Die echte Kamille erkennst Du, wenn Du die Blüte der Länge nach halbierst. Ist der Blütenboden hohl, dann hast Du die echte erwischt.
Ist er gefüllt, dann handelt es sich um keine medizinisch wirksame Sorte.

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Kräuterportrait – die Schafgarbe

Die Schafgarbe, Achillea millefolium, ist eine mehrjährige krautige Pflanze, die vor allem durch ihre sehr speziell geformten Blätter – man nennt sie auch die Augenbraue der Venus 😉 – und die schönen weißen Blüten besticht. Schafgarbe vermehrt sich sowohl über Samen, als auch über ihre kräftigen Wurzeln. Aus diesen wachsen zuerst die Blättchen und dann ein Blütenstiel. Die Blätter sitzen einzeln und ungestielt am Stängel. Die Blüten mit 4-6 weißen, winzig kleinen und sehr zarten Blütenblättchen bilden eine Scheindolde, es handelt sich aber um einen Korbblütler. Die Pflanze hat einen herb-aromatischen, leicht scharfen Geschmack.

die sehr jungen Blätter im zeitigen Frühjahr
der Blütenansatz

Man findet die Schafgarbe hauptsächlich an Wegrändern, auf Wiesen, Weiden und Schuttplätzen. Sie hat wenig Ansprüche an ihren Standort, mag es aber grundsätzlich eher sonnig und trocken.

 

Achtung Verwechslungsgefahr!
Die Schafgarbe kann mit einigen teils tödlich giftigen Pflanzen verwechselt werden. Allerdings ist die Blattform sehr typisch und kommt so bei keiner anderen Pflanze vor. Bitte nur bei 100% sicherer Bestimmung sammeln und immer mehrere Merkmale abgleichen.

Inhaltsstoffe
Hauptinhaltsstoffe sind Bitter- und Gerbstoffe, Schleimstoffe, verschiedene Vitamine, sowie Kupfer und Kalium.

Die ganz jungen und zarten Blättchen können über die gesamte Vegetationsperiode hinweg geerntet werden. Sobald die Blüten im Frühsommer erscheinen, kann man auch diese sammeln.

die wunderschöne Blüte im Detail

Anwendung in der Küche
Die Blätter sind eine tolle Zutat für Gewürzsalze und Kräuterbutter. Sie können aber auch zur Aromatisierung von Kräuterschnaps oder als Tee verwendet werden. Die Blüten dienen als essbare Dekoration und Zutat für Kräuterbutter oder Brotbelag. Man kann auch einen Sirup oder Gelee daraus kochen.

Heilwirkung
Die Schafgarbe zählt zu den wichtigsten Frauenkräutern. So hilft sie bei allerlei Frauenleiden wie Menstruationsschmerzen und -krämpfen, ist blutstillend bei starken Mensblutungen und gleicht Wechseljahresbeschwerden aus. Bei Weißfluss kann ein Sitzbad hilfreich sein. Die Bitterstoffe regen die Verdauung an und können positiv auf Galle, Leber und Nieren, sowie bei Bauchkrämpfen wirken.

mein besonderer Tipp:
Die Schafgarbentinktur wird traditionell bei allerlei Hautproblemen wie unreiner Haut, Entzündungen oder Ekzemen angewendet.

Die Schafgarbe kann bei empfindlichen Menschen eine Kontaktallergie auslösen.

 

alle Fotos in diesem Beitrag von Stefanie Ziege

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Pflanzenportrait – die Felsenbirne

In den letzten Wochen habe ich ganz viele Fragen nach dieser Pflanze in den diversen Gruppen und Foren gesehen, so dass ich mich dazu entschlossen habe, nun einen Artikel darüber zu schreiben, denn die Felsenbirne MUSS man erlebt haben!

die Blüten und Blätter der Felsenbirne Quelle Wikipedia, common license
die Blätter und (noch nicht ganz reifen) Früchte der Felsenbrine

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Felsenbirne, Amelanchier spec., kommt sehr häufig im städtischen Bereich vor. In Parks auf Plätzen oder in Vorgärten kann man sie oft antreffen, denn sie wird von den Gemeinden gern zur Stadtbegrünung gepflanzt. Es gibt zahlreiche Arten, alle gehören zu den Kernobstgewächsen.

Die meisten Arten werden zwischen niedrigen Büschen bis zu mehreren Metern hohe Sträucher.
Die Blätter erinnern ein wenig an die des Apfels und können an den Rändern glatt oder gesägt sein. Manche Arten haben ein wenig rötliche Blätter, andere sind grau filzig behaart.

Ihr seht schon, die Unterschiede sind recht groß. Aber alle Pflanzen haben die schönen weißen Blüten gemeinsam, die in Trauben an den Ästen hängen. Ich habe es schon erlebt, dass der Baum so übervoll mit Blüten war, dass er fast weiß war. Dieser Anblick im Frühjahr ist wirklich beeindruckend 🙂
Aus den Blüten entwickeln sie dann die wundervollen Früchte. Sie werden nur ca. 1-2 cm groß und hängen zu mehreren an ca. 2cm langen, dünnen Stielen von den Ästen. An ihrem Ende sieht man noch sehr deutlich den Blütenrest.

die reifen Früchte

Man pflückt ausschließlich die vollreifen Früchte. Diese sind dunkellila, beinahe schwarz. Hellere Früchte sind noch nicht reif und geschmacklich wenig erbaulich.
Die reifen Früchte hingegen sind eine Sensation, die man einmal versucht haben muss.
Sehr süß und trotzdem eine ganz leichte Säure mit einem Hauch von Marzipan.

Mir persönlich schmecken die Früchte großartig und inzwischen habe ich auch viele Freunde und Teilnehmer meiner Kräuterwanderungen mit dieser Begeisterung angesteckt.

mein besonderer Tipp:
Am besten macht man daraus ein Gelee oder eine Marmelade, dann aber bitte die Kerne heraussieben, denn die sind keine wirkliche Freude auf dem Brot.

Roh können die Früchte auch gegessen werden, allerdings können bei großen Mengen Magen-Darmprobleme bei empfindlichen Personen vorkommen.

selbstgebackenes Brot mit leckerem Gelee der Felsenbirne – ein GEDICHT!

Die unteren Früchte kann man bedenkenlos ernten – die, die weiter oben am Strauch sitzen, bleiben für die Vögel. So ist genug für alle da.

Und nun wünsche ich euch viel Spaß bei der Suche nach dieser tollen Pflanze und dem Genuss der Früchte!
Seid ihr euch unsicher? Dann kommt zu einer meiner spannenden Kräuterwanderungen.

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Pflanzenportrait – die Linde

Am Brunnen vor dem Tore, da steht ein Lindenbaum.
Ich träumt in seinem Schatten so manchen süßen Traum. *träller*

Schon als Schulkind mochte ich dieses doch recht verstaubte Lied sehr gern. Und auch heute noch begleitet mich die Linde oft auf meinen Wegen.
Deshalb hier für euch eine Vorstellung dieses schönen Baums und ein Vorurteil werde ich auch noch beseitigen.


Die Linde gibt es bei uns in vielen verschiedenen Arten, vor allem in Parks und an Straßen wird sie gern gepflanzt. Medizinisch wirksam sind hauptsächlich die Sommerlinde und die Winterlinde.

Beide unterscheiden sich in einigen Merkmalen, so dass man sie recht gut auseinanderhalten kann:

Sommerlinde, Tilia platyphyllos:

die unbehaarte Blattunterseite der Sommerlinde

– meist über 30 m hoch
– Blätter zwischen 5 und 10 cm lang, bisweilen handtellergroß, auf der Oberseite weich behaart und auf der Unterseite heller
– blüht meist Mitte – Ende Juni
– die Früchte weisen 3-5 Rippen auf, die Hochblätter sind spitz zulaufend

die Blütenstände

Blütenstände der Winterlinde
Winterlinde – man erkennt gut die Behaarung

Winterlinde, Tilia cordata:
– meist nur 20-30 m hoch
– Blätter 3-5 cm lang, nur an der Blattbasis und in den Achseln der Blattadern leicht behaart
– blüht im Juli
– die Früchte sind weniger stark gerippt und die Hochblätter sind am Ende rund


Inhaltsstoffe:
vor allem Schleimstoffe, Flavonoide, ätherisches Öl und Saponine


Beide Lindenarten finden in der Volksheilkunde Verwendung. Hierbei aber lediglich die Lindenblüten. Es werden die Blüten und das grüne Hochblatt verwendet.

Die wohl bekannteste Anwendung ist die der Schwitzkur. Hierzu trinkt man abends einen Lindenblütentee. Positiver Nebeneffekt: die enthaltenen Schleimstoffe beruhigen gereizte Schleimhäute im Mund- und Rachenbereich. Auch ein Lindenblütenbad soll traditionell bei Erkältungskrankheiten hilfreich sein.

Oft kommen Lindenblüten auch in Teemischungen vor, die bei Blasenproblemen zu Einsatz kommen, den Lindenblüten wirken entzündungshemmend. Zudem wirken sie entkrampfend, was bei vielen Begleiterscheinungen von Erkältungskrankheiten wie Husten, Abgeschlagenheit und Magenproblemen hilfreich ist. In früheren Zeiten war die Linde deshalb ein sehr beliebtes Mittel in der Volksheilkunde.


Auch mythologisch hat die Linde eine große Bedeutung. So stand sie in jeder Siedlung auf dem Dorfplatz. Dies rührt aus uralter germanischer Zeit her, in der die Linde ein Schutzbaum und Baum der Göttin Freya war. Er war Versammlungsort und Ort der inneren Einkehr und Verbindung zur geistigen Welt.
Auch heute noch ist in fast jedem Dorf an zentraler Stelle eine Linde zu finden, denn sie können viele hundert Jahre alt werden. In einem hessischen Dorf steht mit über 1200 Jahren der älteste Baum Deutschlands. Und es ist – oh Überraschung! – eine Linde.


Und nun zu dem Vorurteil, dass die Lindenblüten kleben:
Wer kennt es nicht. Im Sommer klebt ALLES, was sich unter einem Lindenbaum befindet. Der Boden, ein abgestelltes Fahrrad oder Auto und hält man sich länger unter einer Linde auf, so kann man bisweilen kleine Tropfen herunterfallen spüren.
Nun, dies ist allerdings kein Nektar aus den Blüten, sondern der sogenannte Honigtau: die Ausscheidung der Blattläuse, die zu Abermillionen die Linde im Sommer bevölkern.
Die eigentlichen Lindenblüten sind daran also gar nicht beteiligt 😉

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das Rotöl – vielseitiger und beliebter Helfer

Ein Ölauszug (Mazerat) aus dem Johanniskraut, wird Rotöl genannt, da er sich im Laufe der Ziehzeit rot verfärbt. Es kommt immer ein bisschen auf den Standort und die regionalen Gegebenheiten an. So wird es manchmal nur leicht rot, ich habe aber schon tiefrote, bisweilen fast bräunliche Rotöle gesehen.

Wichtig ist, dass man das man nur das echte Johanniskraut, Hypericum perforatum, für das Rotöl verwenden kann. Zuchtformen sind in der Regel nicht heilkräftig. Dies sieht man vor allem daran, dass die Blüten beim Zerreiben keinen roten Farbstoff absondern.

die wunderbare Blüte des Johanniskrauts

Herstellung:
Man sammelt das voll erblühte Kraut zur Mittagszeit an einem sonnigen, trockenen Tag.
Traditionell wird es am oder um den Johannistag (24.6.) gesammelt. Dort sollen seine Heilkräfte besonders groß sein. Ob der Johannistag nun seinen Namen vom Johanniskraut hat oder umgekehrt lässt sich wohl kaum noch zweifelsfrei belegen.

Nun nimmt man die voll aufgeblühten Blüten, noch geschlossene Blüten und gern auch schon ein paar Fruchtstände und lässt sie ein bis zwei Tage antrocknen. Das Johanniskraut neigt sehr schnell dazu, im Öl zu schimmeln und durch das Antrocknen geht ein Teil der Feuchtigkeit schon einmal aus der Pflanze. Außerdem stößt das Trocknen wichtige Prozesse in der Pflanze an.
Dann legt man die Pflanzenteile vorsichtig in ein großes Glas und bedeckt das Ganze sehr großzügig mit gutem Olivenöl. Es ist unbedingt darauf zu achten, dass keine Pflanzenteile oben raus schauen. Es empfiehlt sich, das Glas nicht fest zu verschrauben, sondern ein durchlässiges Tuch darauf zu befestigen. So kann die Feuchtigkeit besser entweichen.
Tagsüber stellt man das Glas nun in die volle Sonne, nachts ist es ins Haus zu holen.
Zwischendurch kann immer mal wieder geschüttelt werden und es muss kontrolliert werden, dass alle Pflanzenteile gut mit Öl bedeckt sind.

Nach ca. 4 Wochen ist das Öl rot geworden und kann abgefiltert werden. Das fertige Rotöl kommt in dunkle Flaschen oder Gläser und wird beschriftet.
Es eignet sich hervorragend zur Hautpflege von trockener Haut, Narbenbehandlung und zur Massage bei Verspannungen, Muskelbeschwerden und psychischem Stress.

Bitte brachtet aber, dass Rotöl die Photosensibilität erhöht. Es macht die Haut durchlässiger für UV-Strahlen und es komtm eher zum Sonnenbrand.

mein besonderer Tipp:
Rotöl eignet sich ganz wunderbar zur sanften Hautpflege, besonders im Gesicht. Es mildert Rötungen und Entzündungen und erhält die Elastizität der Haut.

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Kräuterportrait Ringelblume

Die Ringelblume ist eine der bekanntesten Heilpflanzen in unserer Region. Ich erinnere mich an den Garten meiner Oma, wo die wunderschönen orangenen Blüten die Wege säumten. Sie stellte daraus eine Salbe her, mit der sie die ganze Familie versorgte.
Ich führe diese Praxis fort und habe heute immer einen Tiegel mit selbst hergestellter Ringelblumensalbe zu Hause.

eine wunderschöne Blüte der Ringelblume

Die Ringelblume, Calendula officinalis, ist eine einjährige Pflanze. Sie stammt ursprünglich aus dem südlichen Europa und wird spätestens seit dem Mittelalter als Heilpflanze in unseren Gärten angebaut.
Sie wird ca. 40-60 cm hoch und verzweigt sich in den oberen Abschnitten. An den Enden der Stängel wachsen die schönen Blüten, die meist kräftig orange sind. Es gibt aber auch gefüllte, panaschierte oder gar gelbe Sorten.
Erntet man die oberste Blüte, bilden sich an den Seitentrieben neue Blüten, so dass eine einzige Pflanze viele Blüten hervorbringen kann. Die Blätter sind fein behaart und von einem kräftigen grün. Am unteren Ende der Pflanze sind sie eher rundlich und wenig spitz, am oberen Ende werden sie immer dünner, länglicher und spitzer.

Blätter und Blütenknospe

Ich lasse im Laufe eines Jahres immer ein paar Blüten heranreifen und habe so immer einen Vorrat an eigenen Samen.


Die wichtigste Inhaltsstoffe der Ringelblume sind Saponine, ätherisches Öl (vor allem ein hoher Anteil an Azulen, das für die Wundheilung zuständig ist), Schleimstoffe, Farbstoffe, Kieselsäure in den Blättern, viele Mineralstoffe und Salicylsäure.

Die Ringelblume ist eine der ältesten bekannten Heilpflanzen. Ihre Verwendung als Salbe ist am populärsten. Früher geschah das als Auszug in Ziegenbutter oder Schweineschmalz, heute werden eher Ölauszüge als Salbenbasis genommen.

Verschiedene Möglichkeiten, eine Ringlblumensalbe ganz einfach selbst herzustellen, findest du hier.


Anwendung
Die wohl populärste Anwendung der Ringelblume ist die der Wundheilung. So hilft sie bei schlecht heilenden Wunden, offenen Stellen, bakteriellen Entzündungen der Haut und Abszessen, zur Wundheilung bei Schnittverletzungen und Brandwunden. Bei offenen Wunden werden traditionell Waschungen mit Tee oder Tinktur durchgeführt oder in Tee getränkte Kompressen aufgelegt – hier bitte nie Salben aufbringen.

Die Ringelblume ist auch eine tolle Pflanze zu Unterstützung der Leber (Wickel) und hilft bei Augenentzündung (hier bitte unbedingt auf fertige Präparate aus der Apotheke zurückgreifen und nicht selbst experimentieren).
Sie baut das Gewebe nach Verletzungen wieder auf, so dass sie sehr gut bei fast allen Problemen im Mundraum angewendet werden kann. Eine Spülung kann bei Aphten, Herpes oder Entzündungen im Mundraum gut helfen.


Ringelblumen trocknen
Man erntet die Blütenköpfe der Ringelblume an einem trockenen Tag, am Besten um die Mittagszeit. Wichtig ist, dass die Blüten trocken sind.

Auf einem Trockengitter oder einem mit Küchenpapier ausgelegtem Tablett werden die Blüten ein paar Tage getrocknet. Dann zupft man die farbigen Blütenblätter vorsichtig aus und legt diese zum weiteren Trocknen auf ein Küchenpapier. Wenn die Blüten endgültig trocken sind (man hört es dann rascheln, wenn man mit den Fingern durchfährt), füllt man sie in ein Schraubdeckelglas und beschriftet es mit Pflanze und Datum. Getrocknete Blütenblätter sind maximal 1 Jahr lang haltbar.


mein besonderer Tipp:
Trocknet euch separat auch immer ein paar Blätter mit. Sie enthalten viele Mineralstoffe, vor allem Kieselsäure, und sind entweder als Tee oder jung auch frisch im Salat sehr gesund.

Viel Spaß nun beim Entdecken dieser großartigen und alten Heilpflanze.

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Pflanzenportrait – Holunder

Vor ein paar Jahren gab es einen tollen Sommertrend. Der HUGO- überall gab es ihn zu trinken. Ein eisgekühlter Cocktail aus Sekt, frischer Minze und Holunderblütensirup.
So verhalf der HUGO dem Holunder zu deutlich mehr Aufmerksamkeit.

Denn er ist super vielseitig und fast überall zu finden.

die ganz jungen Blätter im zeitigen Frühjahr

In früheren Zeiten war der Holunder, Sambucus nigra, von keinem Gehöft oder Haus wegzudenken. War er doch der Baum des Schutzes und Sitz der alten Göttin: Holle, Holda oder Percht war ihr Name. Sie stellte die Verbindung zur Unterwelt dar und man brachte ihr Opfergaben mit der Bitte um Schutz. Die Bauersfrauen berichteten der Göttin von ihren Sorgen. Frau Holle nahm sie mit in die Unterwelt und kümmerte sich darum.

die Blätter in voller Pracht

Der Holunder ist ein Baum der Gegensätze. Sind seine Blätter und das Holz bestenfalls unverträglich, so sind seine Blüten und Früchte ein wahrer Schatz an Aromen und Heilstoffen. Die schneeweißen Blüten stehen im absoluten Gegensatz zu den schwarzen Beeren.

die wundervoll zarten Blüten

Seine Rinde ist meist recht deutlich gefurcht, er wächst in der Regel als Strauch und kann mehrere Meter hoch werden. Seine Blätter sind unpaarig gefiedert. Wichtiges Erkennungszeichen sind die markgefüllten Äste, aus denen sehr wahrscheinlich schon zu prähistorischen Zeiten Flöten hergestellt wurden. Die Blütenstände sind meist recht groß und in Trugdolden angeordnet. Die Blüten sind weiß.

Früchte in verschiedenen Reifestadien

Man findet den Holunder meist in der Nähe von menschlichen Siedlungen, in Parks, Gärten oder an Straßenränder. Aber auch in lichten Wäldern ist er oft anzutreffen.

Jetzt bis in den Frühsommer ist die Zeit der Holunderblüten.
Achtet aber beim Sammeln bitte immer darauf, von jedem Baum immer nur ein paar wenige Blütendolden zu nehmen. Erstens benötigen die nektar- und pollensammelnden Insekten den Holunder sehr dringend, zweitens sind die Beeren wichtiges Futter für allerlei Wildtiere.


Es gibt so viele tolle Rezepte, die teilweise recht unterschiedlich, aber alle sehr lecker sind. Aus dem riesigen Schatz möchte ich euch hier ein paar Anregungen geben:

Hollerküchlein
Man sammelt die Blütendolden an einem trockenen und sonnigen Tag und legt sie zu Hause (am besten draußen) ein wenig auf ein Küchentuch, damit die Insekten abwandern können.
Währenddessen bereitet man einen Teig zu.
Es kann ein Bierteig sein oder auch ein etwas festerer Eierkuchenteig. Im Teig wälzt man die ganze Blüte und bäckt sie im heißen Fett goldbraun aus.


Holunderblütensirup
Die Blüten werden mit einer kleingeschnittenen Zitrone kurz aufgekocht, 1-12h stehen gelassen, dann filtert man alles Feste (am besten durch ein Tuch) ab, gibt je nach Menge Zucker hinzu und kocht das ganze ein wenig ein, bis sich eine sirupartige Konsistenz ergibt.

Hier gibt es eine genaue Anleitung für einen Holler-Auszug.


Holunderblüten-Räucherwerk
Die gesammelten Holunderblüten werden auf einem Küchentuch getrocknet und können wundervoll verräuchert werden.
Sie bringen Schutz, Wohlstand und man kann Holunderblüten wunderbar in Segensräucherungen geben.


Holunderblütentee
Der Holunderblütentee oder Fliedertee, wie er früher genannt wurde, wird seit Urzeiten angewendet. Vor allem bei Erkältungen kann man ihn zur Schwitzkur trinken.
Er unterstützt das Immunsystem und wirkt leicht stimmungsaufhellend.
Zudem schmeckt er sehr lecker und muss meist gar nicht zusätzlich gesüßt werden.


Weitere Rezepte, dann mit Holunderbeeren, gibt es im Herbst.
In der kalten Jahreszeit findet man auch oft die Judasohren auf dem Holz des Holunders.

 

all pics by Stefanie Ziege

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Kräuterportrait Beinwell

Beinwell, Symphytum officinale, ist eine großartige Heilpflanze und dazu auch noch eine wunderbare Hummelweide.
Schon seit Urzeiten wird Beinwell zur Behandlung von allen möglichen knöchernen Erkrankungen verwendet. Schon der Name Bein- (Knochen) well (gut) deutet auf diese Verwendung hin.


Beschreibung:
Die Pflanze ist mehrjährig und wächst auf guten, eher feuchten Böden. Sie kommt gut mit vollsonnigen, aber auch mit schattigeren Plätzen zurecht. Man kann sie in Deutschland wild finden aber auch super im Kübel oder Garten anbauen. Die Blätter sind recht groß, spitz zulaufend, mit deutlicher Blattaderung und rau behaart. Aus der Wurzelbasis wachsen die Blütenstängel mit einigen Blättern daran hervor, die mit vielen lilafarbenen Blüten besetzt sind. Sie erinnern ein bisschen an Glockenblumen. Es ist eine wahre Freude, im Sommer den Hummeln zuzusehen, wie sie emsig den Nektar saugen und nur noch ihr kleiner Fellpopo raus schaut 😉
Die Wurzel des Beinwell ist außen dunkelbraun bis schwarz und innen hell, fast weiß. Zerbricht man ein Stück, merkt man sofort den klebrigen Schleim, der in ihnen enthalten ist.

an der Blattunterseite sind sehr deutlich die rauen Haare zu erkennen

 

der Blütenansatz
die Blattaderung ist sehr deutlich zu erkennen

Hauptinhaltsstoffe:
Allantion, Gerbstoffe, Schleimstoffe


Verwendung:
Die Blüten des Beinwell können zu Dekorationszwecken verwendet werden, auch die Blätter sind rein theoretisch in kleinen Mengen essbar. Dies ist aber aufgrund der rauen Haare nicht wirklich eine große Freude.

Die hauptsächliche Verwendung liegt beim Beinwell im medizinischen Bereich.
Die Blätter werden in der Volksheilkunde zu Breiumschlägen oder Blattauflagen bei Rückenschmerzen oder zur Linderung von so ziemlich allen knöchernen Beschwerden und Gelenkbeschwerden verwendet.

Aus den Wurzeln lässt sich eine großartige Tinktur herstellen, die so wie die frischen Blätter zu verwenden ist. Sie kann alle möglichen Knochen- und Gelenkbeschwerden wie Rückenschmerzen, Prellungen, Verstauchungen, Verspannungen, Muskelschmerzen, Zerrungen usw. lindern .

die frisch angesetzte Tinktur
Beinwellwurzeln

Mit einem Ölauszug aus Beinwell-Wurzeln lässt sich später eine großartig Heilsalbe herstellen. Sie wird genau wie Tinktur oder Frischsaft verwendet.

 

 

 

In der Schwangerschaft ist Beinwell bitte nur nach Absprache mit dem Arzt einzusetzen und dann auch nur äußerlich.

Haltet dieses Jahr bei euren Streifzügen in der Natur einmal Ausschau nach dem wundervollen Beinwell. Vielleicht entdeckt ihr ihn ja.
Viel Freude dabei.

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Pflanzenportrait – Pappelknospen

Genau jetzt ist vielerorts die Zeit, um Pappelknospen zu sammeln. Die Pappeln, Populi sp., verlieren in den Frühjahrswinden sehr leicht dünne Äste, die dann auf dem Boden unter dem Pappeln zu finden sind. An einem sauberen Ort kann man diese Äste aufsammeln und die Knospen abpflücken. Am besten sind die Knospen ganz kurz bevor sie sich öffnen und die frischen kleinen Blättchen zu sehen sind.

da ich vergessen habe, ein Foto zu machen, bevor ich sie in Öl eingelegt habe, habe ich sie euch nochmal auf einem Teller drapiert

Schon beim Pflücken merkt man, dass die Knospen harzig klebrig sind und einen leicht säuerlichen, balsamischen Geruch verströmen.

Die geernteten Knospen kann man vielfältig verwenden.
Sie eignen sich, um daraus einen Tee zu brühen. Die enthaltenen ätherischen Öle, Gerbstoffe, Flavonoide und ein salicysäureähnlicher Stoff (wirkt ähnlich dem Aspirin) helfen, innerlich angewendet, gegen entzündliche Vorgänge im Körper wie Gicht oder Blasenentzündung, aber auch bei Magen-/Darmbeschwerden.
Der Tee kann auch äußerlich für Auflagen verwendet werden und ist bei Entzündungen der Haut und trockener Haut, sowie Ekzemen hilfreich.


Die wohl bekannteste Anwendung ist aber die Pappel-Salbe.
Um diese herzustellen, muss zuerst ein Mazerat aus den Knospen gewonnen werden.

Hier findet ihr eine Anleitung, wie ihr solch einen Ölauszug herstellt.


Dieser Ölauszug wird dann mit Bienenwachs verfestigt.
Das Verhältnis sollte 50g Öl zu 3-4g Bienenwachs sein, je nachdem wie fest ihr eure Salbe haben möchtet.

Gebt das Öl in ein Glas und dieses dann in ein Wasserbad. In das Öl kommt nun das Bienenwachs. Erwärmt alles ganz sanft und vorsichtig, bis das Wachs geschmolzen ist. Rührt kurz durch und dann kann die fertige Salbe schon abgefüllt werden.
Beschriftet eure Salbentigel mit Art der Salbe und Datum. Die Salbe ist ca. 1 Jahr lang haltbar.

Sie dient der Körperpflege, hilft gegen raue Haut, Ekzeme, Entzündungen und kann als Wundheilsalbe verwendet werden.

Für Fortgeschrittene kann das Pappelöl auch zu Cremes verarbeitet werden oder es kann mit anderen Ölen gemischt werden, um noch mehr Pflegeeigenschaften zu erhalten.

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