Weihnachtsgewürze – lecker und gesund

Nun ist sie wieder da, die Zeit der duftenden Lebkuchen, Ingwerplätzchen und Zimtsterne. Die Weihnachtszeit versetzt viele von uns in die Kindheit zurück, die Düfte der Weihnachtsbäckerei lösen größtes Wohlbehagen aus.

Doch warum ist das so und was können die unterschiedlichen Gewürze, die wir besonders zur Weihnachtszeit verwenden, eigentlich so alles?

Lasst uns mal sehen:

weihnachtliche Gewürze in einem Gesteck

Zimt

Zimtrinde

Zimt stammt vom Zimtbaum, Cinnamomum, wobei es verschiedene Sorten dieser Pflanze im gesamten asiatischen Raum gibt. Er ist als Zimtstange (das ist die getrocknete Rinde) gemahlenes Pulver oder Zimtblüte zu finden. Verantwortlich für den klassischen Duft ist das enthaltene Zimtöl.

Schon seit vielen tausend Jahren wird Zimt verwendet. Früher als Räucherstoff und Medizin, heute hauptsächlich als Gewürz. In Europa ja hauptsächlich zur Weihnachtszeit, in vielen asiatischen Regionen aber ganzjährig.

Zimt hat diesen warmen, balsamischen Duft und wirkt heilsam bei Husten und Schnupfen, ist aber auch für den Magen gut und wirkt leicht abführend.

Ein klassisches Weihnachtsgebäck sind Zimtsterne, er aromatisiert aber auch vorzüglich den Glühwein und Zimtschnecken zusammen mit Kardamon.


Gewürznelken

Gewürznelken sind die Blütenknospen des Nelkenbaums Syzygium aromaticum. Er ist, wie viele andere Gewürzpflanzen auch, in Asien beheimatet.

Sie werden meist im Ganzen verwendet, können aber auch zu Pulver gemahlen werden. Auch in den Nelken ist sehr viel ätherisches Öl enthalten, dass den typischen Duft ausmacht. Gewürznelken wirken antibakteriell, entzündungshemmend und schmerzstillend und sind hilfreich bei Blähungen. Sie helfen unter anderem bei Zahnschmerzen oder dem zahnenden Kind. Auch Mundwasser und Zahnpasta werden mit Nelkenöl versetzt.

In der Weihnachstzeit kommen die Nelken aber hauptsächlich zur Aromatisierung von Gewürzweinen und Likören zum Einsatz.

Eine wunderbar duftende Dekoration ist es, eine Orange mit Gewürznelken zu spicken und diese im Raum auszulegen.


Vanille

Vanilleschoten

Die Vanille ist die (fermentierte) Fruchtkapsel der Vanillepflanze, Vanilla planifolia, einer Orchideenart. Sie ist in Mittel- und Südamerika beheimatet.
Vanille ist der Klassiker in der Küche wenn es um Süßspeisen und Gebäck geht, heute ist in fast allen industriellen Produkten (künstliches) Vanille-Aroma enthalten.
Ihr balsamischer, warmer Duft stammt von ätherischen Öl. Vanille wirkt stimmungsaufhellend, stoffwechselfördernd und regt die Verdauung an.

Sie wird meist direkt in Speisen gegeben. Hierzu wird die Schote der Länge nach aufgeschnitten und das Mark, dass aus vielen kleinen schwarzen Samen besteht, herausgekratzt.
Die verbliebene Schote kann noch zur Herstellung von Vanillezucker oder Vanille-Extrakt verwendet werden.

Vanille ist in vielen Süßspeisen, Kuchen und Gebäck, sowie Getränken und Teezubereitungen enthalten.
Mein liebstes Weihnachtsrezept sind Vanillekipferl. 


Sternanis

Sternanis sind die Samen des echten Sternanis, Illicium verum. Sie haben eine unverwechselbare Form und ein ganz vorzügliches Anisaroma mit leichter Lakritznote. Sternanis und Anis sind aber 2 verschiedene Pflanzen, der Sternanis ist im asiatischen Raum beheimatet.

Er wird immer in ganzen Samen verkauft. Der Duft kommt vom Anisöl, desweiteren sind Saponine enthalten.

Er wirkt antibakteriell und antiviral, wirkt gegen Magenkrämpfe und Blähungen, regt die Verdauung an und die Saponine helfen bei Bronchialerkrankungen.

Sternanis aromatisiert hervorragend Gewürzweine, Liköre und Plätzchen, er kann auch wunderbar zusammen mit Zimt und getrockneten Orangen als Dekoration verwendet werden. Durch seine sternförmige Erscheinung passt er ja bestens zur Mythologie der Weihnachtszeit.

Sternanis

Ingwer

Beim Ingwer handelt es sich um das Rhizom des Ingwer Zingiber officinale. Auch er stammt aus Asien, ist heute aber fast auf der ganzen Welt zu finden. Ingwer ist heute in vielen Supermärkten ganzjährig zu bekommen und dient vielen als Gewürz und Zutat für allerlei Speisen und Smoothies. Und zurecht. So sind in ihm eine Vielzahl von ätherischen Ölen enthalten, sowie verschiedene Vitamine und Mineralstoffe. Ingwer wirkt anregend auf den gesamten Organismus, ist antibakteriell und antiviral, hilft bei allerlei Verdauungsbeschwerden und fördert die Durchblutung.
Er wird meist frisch verwendet, als kandierter Ingwer oder auch getrocknet und gemahlen als Pulver. Ingwer hat einen sehr aromatischen und scharfen Geschmack.

Als Gewürz passt er hervorragend in die asiatische und indische Küche, zu Geflügel und Lamm. Er ist aber auch als Tee oder Ginger Ale sehr lecker.

Zur Weihnachtszeit wird Ingwer im Lebkuchengewürz verwendet und als Gingerbread aus dem englischsprachigen Raum.


Es gibt natürlich noch viel mehr Gewürze zur Weihnachtszeit. Vielleicht schreibe ich noch einen zweiten Blog über Kardamon, Piment, Koriander und Co. Jetzt wünsche ich euch erstmal eine schöne und besinnliche Weihnachtszeit.

Wenn ihr noch mehr über verschiedene Pflanzen wissen möchtet, empfehle ich euch mein Buch Anwens Kräuter Quickie.

zum Teilen und Liken:

Anwens Kräuter Quickie

Heute möchte ich einmal Werbung in eigener Sache machen.

Während meiner Kräuterwanderungen mit vielen interessierten Neulingen und auch Kindern höre ich immer wieder die Frage nach geeigneter Literatur. Nun gibt es hunderte Kräuterbücher in allen möglichen Ausführungen.
Aber es gibt nur sehr wenige, wenn überhaupt welche, für absolute Anfänger.

Also habe ich mich hingesetzt und all die Wünsche genommen und daraus ein Buch gemacht.

Anwens Kräuter Quickie

Diese Buch beinhaltet genau 10 Pflanzen. Nicht mehr und nicht weniger. So verzettelt man sich nicht in den schier endlos wirkenden Weiten der Vielfalt wie in anderen Büchern. Diese 10 Pflanzen sind allerdings so gut beschrieben, dass es auch einem absoluten Anfänger sehr leicht möglich ist, sie genau und sicher zu bestimmen.

Auf zahlreichen schönen Wanderungen zusammen mit meiner Fotografin sind tolle Bilder entstanden. Sie zeigen euch viele Details, die zur Bestimmung einer Pflanze wichtig sind.

Ein eigener Abschnitt handelt jeweils von Verwechslungspartner und woran ihr diese erkennt.

Dann habe ich euch noch einige Anwendungsbeispiele für Küche und Hausapotheke aufgeschrieben. Sie sollen aber nur als Anregung dienen und sind keinesfalls vollständig. Aber sie verschaffen dem Leser einen Eindruck, was alles möglich ist.

Wer sofort zur Tat schreiten will und die sicher bestimmten Pflanzen verarbeiten möchte, findet auch immer ein einfaches Rezept mit dabei. Der große Vorteil meines Buches ist, dass Ihr es einfach mitnehmen könnt. Es ist so klein und leicht, dass es in jede Tasche passt.

Zu bestellen ist das Buch über meine Homepage oder auf Amazon.

Nun wünsche ich Euch viel Spaß beim Lesen und Entdecken!
Eure Claudia Winter

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Kräuterportrait – der Spitzwegerich

eine typische Spitzwegerichpflanze

In unseren Breiten unterscheiden wir den Spitzwegerich, Plantago lanceolata, den Breitwegerich, Plantago major, den mittleren Wegerich, Plantago media, und zahlreichen Mischformen. Alle Formen des Wegerich sind sich in ihren Inhaltsstoffen und der Wirkungsweise sehr ähnlich und können demnach auch gleich eingesetzt werden.

Der Spitzwegerich ist sehr robust, wächst das gesamte Jahr hinweg immer wieder nach und ist fast überall zu finden. Das macht ihn zu einer wertvollen Wildpflanze für viele Belange.

Beschreibung

Spitzwegerich wächst auf Wiesen, in Wäldern, aber auch auf Schotterhalden, auf Wegen zwischen Steinen und in Parks. Die langen dünnen Blätter haben parallel verlaufende, sehr gut sichtbaren Blattadern und wachsen in einer bodennahen Rosette. Die kleine, unscheinbar braune Blüte wächst im Sommer an einem dünnen Stängel empor. Der Spitzwegerich ist mehrjährig und kann das ganze Jahr über gesammelt werden.

Seine Hauptinhaltsstoffe sind Schleimstoffe, aber auch Kieselsäure, Gerb- und Bitterstoffe, sowie Glycoside und Flavonoide.

die Blätter des Spitzwegerichs
hier sieht man die unscheinbaren Blüten sehr gut

Verwendung in der Küche
Die recht aromatischen Blätter können kleingeschnitten in Salate oder Eintöpfe gegeben werden. Sie eignen sich auch als Gemüse für Aufläufe und Eierspeisen.
Die Blütenstände können zu einem leckeren Snack verarbeitet werden, indem man sie in Teig ausbäckt.


Verwendung als Heilpflanze
Der hohe Gehalt an Schleimstoffen macht den Spitzwegerich zu einer wertvollen Heilpflanze für alle Erkrankungen im Hals und Rachenbereich. Als Kaltauszug zubereitet kann er vor allem bei Erkältungskrankheiten gut eingesetzt werden. Spitzwegerichsirup hilft hervorragend bei Hustenreiz.
Der frische Saft der Blätter oder eine Tinktur lindert Juckreiz, zum Beispiel nach Insektenstichen. Der Frischsaft wirkt außerdem blutstillend und entzündungshemmend.


Rezept
Spitzwegerichsirup
frischer Spitzwegerich
Zucker
ein Schraubdeckelglas

Der Spitzwegerich wird gewaschen und muss anschließend vollkommen trocken sein. Dann wird er kleingeschnitten. Nun schichtet man abwechselnd Zucker und Spitzwegerich in einem sauberen Glas und presst alles gut an. Es dürfen keine Hohlräume oder Luftblasen in dem Glas sein. Ist das Glas bis zum Rand gefüllt, verschließt man es gut und lässt es mindestens 6, meist eher 10-12 Wochen an einem dunklen Ort mit gleichmäßiger Temperatur stehen oder gräbt es gar (gut verpackt) in den Boden ein. Ist die Masse gut durchgezogen und hat sich braun verfärbt, gibt man das Ganze in einen Topf und kocht es kurz auf. Dann die restlichen Pflanzenteile aussieben und den so entstandenen Sirup in kleine Braunglasflaschen abfüllen. Zur Sicherheit können die fertigen Flaschen noch einmal im Wasserbad sterilisiert werden. Den Sirup sollte man im Kühlschrank aufbewahren.Der Sirup wird bei Hustenreiz und Halsentzündung eingesetzt und ist vor allem für die Behandlung von Kindern sehr gut geeignet.

zum Vergleich: der Breitwegerich
das Blatt des Breitwegerichs im Detail

Tipps
Brennt man sich an einer Brennnessel, so lindert der frische Saft des Spitzwegerichs den Schmerz. Fast immer wachsen neben Brennnesselpflanzen auch Spitzwegerich oder Breitwegerich.


Mehr über den Spitzwegerich und weitere essbare Wildpflanzen gibt es in meinem Buch Anwens Kräuter Quickie.

Copyright Bilder: Stefanie Ziege

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Kräuterportrait – der Beifuß

Der Beifuß, Artemisia vulgaris, ist eine typische Sommer und Herbstpflanze. Viele von uns kennen ihn wohl nur durch die Beifußsträußchen, die zur Weihnachtszeit in den Supermärkten erhältlich sind. Dabei ist der Beifuß eine hervorragende Würz- und Heilpflanze.
Die mehrjährige Pflanze wächst mit einem zentralen Stängel, der eine bräunliche Farbe aufweist und eher holzig ist. Im oberen Teil verzweigt er sich stark und bildet viele längliche Blüten an den Triebspitzen. Die Blüten sind winzig klein und unscheinbar. Die dunkelgrünen Blätter sitzen direkt am Stängel, sind im unteren Bereich recht groß und werden nach oben hin immer kleiner und feingliedriger. Die Blattunterseite ist grau filzig.

die glänzende Oberseite eines Beifußblattes
die grau-filzige Unterseite eines Beifußblattes

Beifuß wächst fast überall und stellt wenig Ansprüche an den Boden. Man findet ihn auf Wiesen, an Wegen und auf Sandplätzen. Aber auch an Bachläufen kann man fündig werden.

Am ehesten ist der Beifuß mit dem Wermut, Artemisia absinthum, zu verwechseln. Dieser hat allerdings einheitlich graugrüne Blätter, die dazu auch noch an Stielen sitzen. Die Blüten sind kräftiger gefärbt und eher gelb.
Hauptinhaltsstoffe sind verschiedene Bitterstoffe. Dazu findet man im Beifuß noch allerlei ätherische Öle und Flavonoide.

der rötlich-braune Stiel ist hier gut zu erkennen

Im zeitigen Sommer noch bevor sich die Blüten geöffnet haben sammelt man die jungen Triebspitzen. Die Blüten erntet man am Besten im Hochsommer bis in den Herbst hinein. Die Blätter können während der gesamten Vegetationsperiode geerntet werden, sind jedoch immer herzhafter, je älter sie sind.

die Blüte des Beifuß

In der Küche wird der Beifuß hauptsächlich als Gewürz oder würzige Zutat für Suppen, Salate, Eintöpfe angewendet. Er ist eine gute Zugabe zu fettigen Fleischgerichten (hauptsächlich Geflügel) und passt auch gut in verschiedene Eierspeisen.

Seine wohl bekannteste Anwendung in der Hausapotheke ist die Anregung von Appetit und Verdauung. Die Bitter- und Gerbstoffe helfen dem Verdauungstrakt bei der Bewältigung von fetten und schwer verdaulichen Speisen.
Aber auch bei Schlafstörungen und nervösen Erscheinungen hilft ein Tee und verspricht Beruhigung. Beifuß ist nicht in der Schwangerschaft anzuwenden, da er Wehen auslösen kann. Allerdings kann er bei Periodenschmerzen als Tee getrunken Linderung verschaffen und die Periodenblutung ausgleichen. Beifuß gilt als klassisches Frauenkraut.


Rezept
Kräutersalz mit Beifuß
einige Beifußblätter
verschiedene andere Kräuter
gutes, grobes Meersalz

Man benötigt Beifuß und verschiedene andere Kräuter aus dem Garten, Supermarkt oder wild gesammelt.
Es eignen sich wunderbar Petersilie, Schnittlauch, aber auch Knoblauchsrauke, Rosmarin, Oregano oder wilder Dost. Hier entscheidet allein der persönliche Geschmack – Experimentierfreude ist gefragt.
Insgesamt sollte man auf ca. 100g Kräuter kommen.
Diese werden mit 300g Meersalz in einem Mixer kurz zerkleinert und dann auf einem Backblech an einem schattigen Platz getrocknet. Alternativ kann man sie auch bei 50°C im Ofen mit geöffneter Tür trocknen.
Das Salz ist fertig, wenn die Kräuter trocken sind. Dann kann es in Gläser abgefüllt werden und zum Würzen von allerlei Speisen genommen werden.
Ein Kräutersalz mit Beifuß eignet sich besonders für fettige Fleischgerichte.


Auch mythologisch hat der Beifuß eine große Bedeutung.
Ihm werden große Zauberkräfte nachgesagt. Bei fast allen antiken und frühmittelalterlichen Kulturen galt er als kraftvolles Schutzkraut vor bösem Zauber, Hexerei und Unglück. Bei den Kelten gilt der Beifuß als Helfer beim Wahrsagen und heißt dort noch heute Mugwort – Machtkraut. In Räuchermischungen wird er besonders gern in den Rauhnächten geräuchert.

Bitte bei Beifuß besondere Vorsicht walten lassen. Er kann Allergien auslösen.
Ein Beifußsträußchen im Zimmer soll Fliegen und Mücken verscheuchen.

Mehr über den Beifuß und allerlei andere Wildkräuter findest Du in meinem Buch Anwens Kräuter Quickie.

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Kräuterportrait – das Gänseblümchen

Das Gänseblümchen ist wohl fast allen seit frühen Kindertagen wohl bekannt. Stechen seine hübschen weißen Blüten doch auf jeder Wiese hervor. Die charakteristische Blüte des Gänseblümchens, Bellis perennis, kennt wohl jedes Kind. Sie sitzt an einem kurzen, grünen und behaarten Stängel. Die weiß rosa Hüllblütenblätter sind um die leuchtend gelben Röhrenblüten angeordnet. Die Blattrosette des Gänseblümchens ist oft kaum zu sehen, die Blätter sind eher rundlich, kurz und sehr klein. Das Gänseblümchen wächst mehrjährig. Es wächst fast ganzjährig und blüht auch während der gesamten Vegetationsperiode. Man findet es auf Wiesen, Waldlichtungen und an Wegrändern. 

die hübschen Blüte des Gänseblümchens

Das Gänseblümchen kann mit keiner anderen Pflanze verwechselt werden. Einzig die Wiesenmargerite hat ähnlich aussehende Blüten, welche aber viel größer sind und die gesamte Pflanze ist deutlich höher im Wuchs. Außerdem wächst die Margerite nicht in einer Rosette, sondern ist verzweigt. 

die unscheinbaren Blätter des Gänseblümchens sind gut essbar

Reich an den Vitaminen A und C, sowie Eisen, Magnesium und Calcium ist das Gänseblümchen eine tolle Bereicherung der Wildküche. Außerdem enthält es Bitterstoffe, Schleimstoffe und Saponine.
Die Blüten und Blätter des Gänseblümchens sind essbar. Man kann sie das ganze Jahr über finden und sammeln.
Manche Menschen haben nach dem Essen der Blüten einen rauh-scharfen Nachgeschmack im Mund. Dieser ist aber nicht bedenklich.

Die Blüten können als essbare Dekoration verwendet werden oder sehr schmückend als Zutat für Blütenbutter. Sie ergeben getrocknet zusammen mit den Blättern einen schmackhaften Tee.
Die Blätter dienen als Zutat für Salat, sind aber sehr mühselig zu erneten.

In der Hausapotheke kann das Gänseblümchen als Tee oder Tinktur bei Frühjahrsmüdigkeit und Erkältung eingenommen werden. Bei Gliederschmerzen und zur Wundheilung helfen Waschungen mit Tee. Die Tinktur wirkt gegen Hautunreinheiten und Akne.


Rezept
Gänseblümchetinktur

Man sammelt die voll aufgeblühten Blütenköpfe an einem sonnigen, trockenen Tag. Sie kommen in ein helles Glas mit Schraubdeckel. Das Glas ca. zur Hälfte mit Blüten befüllen und mit ~35%igem Kornschnaps aufgießen. An einen sonnigen Ort mit gleichmäßiger Wärme stellen und täglich schütteln. Wenn die Farbe aus den Blüten herausgelöst ist (meist so nach 3-4 Wochen) wir das Ganze durch einen Kaffeefilter oder ein Tuch abgefiltert und in ein dunkles Glas gefüllt.
Die Tinktur kann als Zutat für Gesichtswasser bei unreiner Haut dienen oder bei Quetschungen und Verrenkungen.

Gänseblümchen sind vor allem bei Kindern sehr beliebt zum spielen. So kann man aus den Blüten, wenn man den Stiel dran lässt, schöne Blumenkränze flechten. Auch sehr beliebt bei Jungen und Mädchen zugleich ist das Spiel, die Blütenblättchen einzeln auszuzupfen. „Er liebt mich, er liebt mich nicht…. „

Noch mehr über das Gänseblümchen gibt es in meinem Buch Anwens Kräuter Quickie zu lesen.

 

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Pflanzenportrait – der Lavendel

Wer schon einmal im Sommer in der Provence in Frankreich war, der ist wahrscheinlich für sein Leben lang beeindruckt. Lila Felder voller Lavendel so weit das Auge reicht. Und der Duft, der in der Luft liegt, betört die Sinne.

Lavendel ist eine DER Sommerblumen schlechthin. Sie hat unglaublich viele tolle Eigenschaften und man kann sie für viele Belange des alltäglichen Lebens einsetzen.

Pflanzenbeschreibung

Lavendel, Lavandula angustifolia, ist eine mehrjährige Pflanze. Da sie ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammt, ist sie bedingt winterhart. Sie benötigt einen lockeren Boden und nicht übermäßig viel Wasser.

Die zuerst sehr zarten und hellgrünen Stängel verholzen mit zunehmendem Alter, was die Pflanze widerstandsfähiger macht. Die länglichen, hellgrünen, leicht gräulichen Blättchen sind ungefiedert und sitzen paarweise gegenständig direkt an den Stängeln. An den Enden der Stängel finden sich die charakteristischen lila Blüten in sogenannten Scheinähren. Es werden hauptsächlich die Blüten verarbeitet. Der wichtigste Inhaltsstoff ist das enthaltene ätherische Öl.

die jungen Triebe des Laendels, man sieht die noch geschlossenen Blütenköpfe

Lavendel im Haushalt

Die beste Eigenschaft von Lavendel ist wohl die, Insekten fernzuhalten. So helfen Lavendelsäckchen im Kleiderschrank, Motten zu bekämpfen. Gleichzeitig duftet die Wäsche großartig und man schont die Umwelt, indem man auf allerlei duftende Wäschezusätze verzichten kann.

Pflanzt man Lavendel auf Balkon oder Terrasse, bleiben einem Mücken im Haus eher erspart. Zwischen Rosen gepflanzt sorgt der Duft des Lavendel dafür, dass die Rosen eher blattlausfrei bleiben.

Lavendel eignet sich hervorragend als Zusatz zum Putz- und Wischwasser. Sein ätherisches Öl wirkt beruhigend und desinfizierend.

getrockneter Lavendel

Auch kleine Kinder profitieren vom Lavendelaroma: mischt man ein paar Tropfen Lavendelöl mit Wasser und gibt dies in eine Sprayflasche, bekommt man ein wundervollen Raumduft, der Kinder beruhigt und gleichzeitig gegen das Monster unterm Bett wirkt 😉 .

In der Räucherkunde setzt man Lavendel traditionell für Schutz und Reinigung ein. Er sollte in keiner Reinigungsmischung fehlen.

Lavendel in der Hausapotheke

Traditionell schreibt man dem Lavendel beruhigende Eigenschaften zu. So wird er hauptsächlich zur Beruhigung und Stärkung der Nerven gebraucht. Ein Tee mit Lavendelblüten wird abends getrunken und hilft beim Abschalten und Einschlafen. Außerdem verlängert er die Schlafdauer und die motorische Aktivität. Auch Bäder, Wickel und Kompressen oder eine Duftlampe mit dem ätherischen Öl helfen hier sehr zuverlässig.
Durch ein kleines Lavendelduftkisse im Bett kann die Wirkung noch erhöht werden.

die Blüte des Lavendels

Lavendel in der Küche

Lavendel ist durch sein kräftiges, aber nicht aufdringliches Aroma eine wundervolle Zutat für allerlei Leckereien. So eignet er sich super als Aroma für Marmeladen – besonders Erdbeeren und Orangen harmonieren gut mit ihm.

Die Blüten in Zucker eingelegt oder zu Sirup eingekocht können so haltbar gemacht werden. Auch Cremespeisen oder Backwaren können toll durch die Zugabe von Lavendel aufgepeppt werden.

TIPP: Lavendel zu trocknen ist ganz einfach: Man erntet die aufgeblühten Blütenstände an einem sonnigen und trockenen Tag, am besten um die Mittagszeit. Schneidet großzügig ein Stück Stängel mit ab. Meist sprießen aus den geschnittenen Pflanzen noch einmal neue Blüten.

Die abgeschnittenen Stängel bindet man zu einem Sträußchen zusammen und trocknet ihn kopfüber hängend an einem hellen, trockenen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Ausprobieren und Experimentieren mit dem wundervollen Lavendel.

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Kräuterportrait – die Knoblauchsrauke

Die Knoblauchsrauke, Alliaria petiolata, ist eine zweijährige Pflanze, die viele Anfänger auf dem Gebiet der Wildkräuter verwirrt. Ihre Gestalt ist nämlich in den 2 Jahren ihres Wachstums gänzlich unterschiedlich. Deswegen möchte ich diese tolle Wildpflanze ein bisschen genauer für euch beleuchten.

Man findet die Knoblauchsrauke fast überall auf Wiesen oder an Waldrändern. Manchmal auch auf Waldlichtungen. Auch in Siedlungen ist sie häufig anzutreffen. Sie wächst hauptsächlich im Frühjahr, ihre Blütezeit ist in etwa im Mai. Hat man einmal eine Stelle gefunden, wo man die Knoblauchsrauke findet, kann man sich sicher sein, sie auch im Folgejahr dort anzutreffen, da sie ja zweijährig wächst.

Schauen wir uns nun einmal die unterschiedlichen Wuchsformen in den 2 Jahren etwas genauer an:

Die Knoblauchsrauke im ersten Jahr ihres Wachstums:

Sie wächst ausschließlich bodennah und bildet nur Blätter aus. Diese sind rund, in vielen Fällen bis zu handtellergroß und sehr weich gezähnt. Man findet keinen Stängel und keine Blüten.

viele junge Pflänzchen, die dicht beieinander wachsen
das Blatt einer einjährigen Pflanze im Detail

Die Knoblauchsrauke im zweiten Jahr ihres Wachstums:

Sie bildet einen bis zu 100 cm hohen Stängel, an dem Blätter und Blüten wachsen. Die Blätter sind deutlich spitzer als die des ersten Jahres und unregelmäßig gezähnt, meist auch kleiner. Die kleinen weißen Blüten mit 4 Blütenblättern sitzen zu mehreren am Ende des Stängels.
Hier die sehr jungen Blätter des 2. Jahrs im sehr zeitigen Frühling. Noch sind die Blätter rund, aber der Stiel ist dunkel gefärbt.
das Blatt der „erwachsenen“ Knoblauchsrauke im zweiten Jahr im Detail
die Samenstände – Knoblauchsrauke blüht ausschließlich im zweiten Jahr

In beiden Jahren kann die Knoblauchsrauke verarbeitet werden. Allerdings haben die Blätter während und nach der Blüte kaum noch Aroma. Dann verarbeitet man eher die Blüten und später die Samen.

Das Aroma ist das ganz Besondere an diesem tollen Wildkraut. Das leicht scharfe aber dennoch sanfte Knoblaucharoma und die zarten Blätter.
So kann man aus den Blättern wunderbares Pesto herstellen, das ein wenig schärfer ist als Bärlauchpesto. Sie lassen sich aber auch mit anderen Blättern zu Spinat verarbeiten. Toll schmecken Brennnnessel- und Knoblauchsraukenblätter zusammen. Als Einlage für Suppen und Saucen (erst am Ende der Garzeit hinzugeben) sind sie genau so geeignet wie für Frischkäse oder Kräuterbutter. Die kleinen Blüten sind eine tolle essbare Dekoration. Sie sind recht scharf, eignen sich also eher für herzhafte Gerichte.

Im sehr zeitigen Frühjahr oder späten Herbst können die Wurzeln geerntet werden und als scharfes Gemüse verarbeitet werden. Ich persönlich finde das aber recht mühsam, da die Wurzeln nicht sehr groß sind.

Aus den Samen lässt sich eine Art Senf herstellen, wenn man diese mit Essig und Salz vermörsert.

Als wichtigste Inhaltsstoffe möchte ich nennen: Knoblauchöl, Senfölglykoside, Vitamin A & C und reichlich Mineralstoffe.

So lässt sich mit der Knoblauchsrauke der Spieseplan wunderbar aufpeppen. Viel Spaß dabei!

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Pflanzenportrait – die Birke

Heute möchte ich Euch die Birke ein bisschen näher vorstellen, denn sie ist eine erstaunliche Pflanze und nebenbei auch noch mein absoluter Lieblingsbaum.

Birken am Waldrand

Die Birke ist für mich der Frühjahrsbote schlechthin unter den Bäumen. Schon meine Oma hat im Frühjahr Birkenzweige ins Haus gestellt und so Freude auf den kommenden Frühling verbreitet.
In der keltischen Mythologie steht die Birke für das Reine und Schöne, aber vor allem für den ganz bewussten Neuanfang. Das sollte nicht sehr verwundern, ist die Birke doch ein absoluter Pionierbaum. Schaut Euch mal Wälder an, in denen Monokultur herrscht (in Brandenburg gibt es viele angepflanzte Wälder, in denen ausschließlich Nadelholz wächst). An den Rändern dieser Wälder findet Ihr immer Birken. Sie sind auch meist die ersten, die freie Grasflächen besiedeln.
In der germanischen Mythologie soll die Birke vor Krankheit und Hexen schützen.

Die Birke ist so wunderbar vielseitig und wird seit Jahrtausenden von uns Menschen genutzt. Lasst uns mal schauen, was man so alles mit ihr machen kann:

Die ganz jungen Birkenblätter eignen sich hervorragend als Salatbeigabe. Sie sind noch sehr zart und nur wenig bitter aber sehr schmackhaft. Wenn sie noch nicht ganz entfaltet sind, dann kann man sie optimal verwenden. Bitte achtet aber hier (wie sonst auch) immer darauf, nur wenig zu nehmen und einen Baum nicht gänzlich seiner Sprossblätter zu berauben.

junge Birkenblätter – noch nicht ganz entfaltet

Im Frühjahr kann man der Birke den Saft abzapfen.
Man bohrt dafür ein kleines Löchlein in den Baumstamm, steckt ein kleineres Stöckchen oder Röhrchen hinein und bindet ein Gefäß zum Auffangen darunter. Der richtige Zeitpunkt ist kurz vor Beginn des Austriebs im Frühling. Wenn Ihr Euer Ohr auf den Baumstamm presst und  hört es rauschen und gluckern, dann könnt Ihr den Saft gewinnen. Da der Baum mitten in seiner Wachstumsperiode steckt, schließt sich das Loch bald von innen. Wenn Ihr bei der ganzen Aktion vorsichtig und respektvoll umgeht, schadet Ihr dem Baum damit nicht. Um ganz sicher zu gehen, könnt Ihr das Loch mit etwas Baumharz verschließen.
Der Birkensaft an sich schmeckt erstmal nach nicht viel. Man kann ihn zu einer Art Sirup einkochen. Ich persönlich trinke ihn gern frisch. Denn er enthält unglaublich viele tolle und gesunde Stoffe. Das Birkenwasser eignet sich auch bestens für die Herstellung eines stärkenden Haarwassers. Achtung: bitte achtet darauf, dass es eure Birke ist. Rein theoretisch begeht Ihr sonst Sachbeschädigung.

Birkenblätter

Birkenblätter helfen uns in vielerlei Hinsicht.
So wirkt ein Tee aus ihnen harntreibend und durchspülend und ist somit bei Harnwegsinfekten, Nierensteinen, Gallenleiden, Gicht und Rheuma hilfreich. Hierzu lässt man 2-3 Teelöffel Blätter mit ca. 200 ml Wasser kurz aufkochen und lässt das Ganze ca. 1 -2 Stunden ziehen. Man trinkt 2-3 Tassen am Tag. Auch ein Bad in einem starken Sud soll gegen allerlei Hautkrankheiten und trockene Haut helfen.

Die Birke wurde schon in der Steinzeit zur Herstellung des sogenannten Birkenpechs benutzt. Birkenpech war mit anderen Baumharzen zusammen der erste Klebstoff den es gab.
junge Birkenbäume mit noch sehr glatter Rinde
die Rinde eines alten Birkenbaums

Auch die Birkenrinde ist ganz erstaunlich. Sie brennt sogar in nassem Zustand – ist also in einer Survivalsituation sehr hilfreich. Außerdem enthält sie viele Stoffe, die antibakteriell und anti-fungizid wirken – also gegen Bakterien und Pilze. Deswegen gibt es seit Jahrtausenden die beliebten Aufbewahrungsdosen aus Birkenrinde. Darin können Lebensmittel gut und lange frisch gehalten werden. Schaut Euch einmal eine umgefallene Birke im Wald an: ihr Holz mag bisweilen schon komplett verrottet und zerfallen sein, aber die Rinde ist oft noch intakt und gut erhalten.

In der Räucherkunde werden die Birkenblätter für alles eingesetzt, was mit Neuanfang zu tun hat. Sie eignen sich auch wunderbar als Zutat für eine Neumondräucherung.

Ich wünsche Euch nun viel Spaß beim Entdecken der Birke.
Mehr über allerlei Wildpflanzen erfahrt ihr auf meinen Kräuterwanderungen.

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Bärlauch sicher erkennen

Der Bärlauch ist ja im Moment sprichwörtlich in aller Munde. Er schmeckt sehr lecker und ist obendrein auch noch sehr gesund für uns.

Nun treten aber immer wieder Leute an mich heran und sagen, dass sie sich nicht trauen, den Bärlauch zu sammeln, da es ja zu mitunter tödlich endenden Verwechslungen kommen kann.

Das Beste, um eine Pflanze sicher bestimmen zu können, ist natürlich eine Kräuterwanderung mitzumachen.

Für diejenigen, denen das nicht möglich ist, habe ich hier einige Informationen zusammengetragen.

Bärlauch kann man mit einigen andere Pflanzen verwechseln:

  • Maiglöckchen
  • Gefleckter Aaronstab
  • Herbstzeitlose

 Aber es gibt deutliche Unterschiede!


Geruch:

  • nur der Bärlauch hat den charakteristischen Knoblauchduft
  • alle anderen Pflanzen sind vergleichsweise geruchlos
  • allerdings riecht beim Sammeln irgendwann alles nach Bärlauch, so dass ihr euch unbedingt auch an den anderen Merkmalen orientieren solltet

Blätter:

  • Bärlauch:
    – die Blätter sind hellgrün und eher weich
    – die Mittelrippe ist zwar deutlich sichtbar, aber nicht sehr fest
    – die Blattform ähnelt einer Lanzenspitze
    – die Blätter wachsen einzeln an einem Blattstiel aus dem Boden
    – die Blattadern verlaufen längs
  • Maiglöckchen: 
    – die Blätter sind wesentlich dunkler und haben eine festere, deutlichere      Blattstruktur
    – sie sind glänzend, beinahe wachsartig beim Anfassen
    – die Blätter wachsen paarweise und stängelumfassend
    – der Stängel ragt aus dem Boden heraus
    – die Blattadern verlaufen längs
  • gefleckert Aaronstab:
    – die Blätter sehen nur ganz jung denen des Bärlauchs ähnlich, sonst haben sie die Form einer Pfeilspitze mit 2 Fortsätzen seitlich des Stängels
    – die Blattadern verlaufen quer und längs (netzartig)
  • Herbstzeitlose:
    – die Blätter ähneln von der Form her der des Spitzwegerich, schmal und spitz zulaufend
    – sie wachsen ohne oberirdischen Stiel (dieser befindet sich direkt im Boden)
    – die Blätter wachsen einander umhüllend
    – die Blattadern verlaufen längs

Blüte:

  • Bärlauch:
    weiße Sammelblüte, die erst geschlossen an einem länglichen Stiel gerade nach oben wächst und dann aufblüht
  • Maiglöckchen:
    – vielen einzelne Glockenblüten an einem gebogenen Stängel
    – die Blüten blühen nacheinander auf
  • gefleckter Aaronstab:
    eine braune, längliche Blüte, die von einem weißen Hochblatt umhüllt ist
  • Herbstzeitlose:
    – blüht erst im Herbst
    – die Blüte ist im Frühjahr und Sommer als Kapsel in der Mitte der Blattrosette zu finden
    – die Blüte ähnelt dann im Herbst der des Krokus

Zwiebel:

  • Bärlauch:
    – kleine gelblich grüne Zwiebel
    – Stiele setzen oben an
    – die Wurzeln wachsen ausschließlich am unteren Ende
  • Maiglöckchen:
    – bildet Wurzeln und keine Zwiebeln
  • gefleckert Aaronstab:
    – kleine rötlich gefärbte Zwiebel
    – die Wurzeln wachsen auf der gesamten Oberfläche heraus
  • Herbstzeitlose:
    – Zwiebel von braunen Hüllblättern umgeben
    – eher länglich als rund
    – die Wurzeln wachsen nur unten heraus
    – der Stiel setzt seitlich an

Giftwirkung:

  • Bärlauch:
    keine, hervorragendes Wildkraut
  • Maiglöckchen:
    Herzrhythmusstörungen, Übelkeit
  • gefleckter Aaronstab:
    die Giftwirkung ist sofort spürbar, es kommt zu schmerzhaften Verätzungen der Mundschleimhaut
  • Herbstzeitlose:
    Herzrhythmusstörungen, Übelkeit –> diese Pflanze ist bereits in geringen Mengen (wenige Gramm) tödlich giftig!

Zusammenfassend lässt sich der Bärlauch an folgenden Merkmalen sicher erkennen: 

  • die Blätter müssen alle an einem einzelnen Stiel stehen, Lanzenform
  • die Adern verlaufen längs
  • er weist den charakteristischen Geruch auf
  • die Pflanze hat eine kleine Zwiebel, deren Wurzeln ausschließlich unten heraus wachsen
  • man erkennt eine große weiße Sammelblüte

Hier noch ein paar Zeichnungen der 3 Verwechslungspartner:

der Aaronstab – Quelle: Wikipedia, public domain
das Maiglöckchen – Quelle: Wikipedia, public domain

die Herbstzeitlose – Quelle: Wikipedia, public domain

 

 

 

 

 

 

 

Damit sollte es euch möglich sein, den Bärlauch gut und sicher zu bestimmen.

Ich rate euch: nehmt jedes einzelnen Blatt in die Hand und seid euch wirklich immer ganz sicher. Im Zweifelsfall lasst es lieber stehen. Denn oft teilen sich diese Pflanzen den selben Lebensraum und wachsen sogar ineinander.

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Kräuterportrait – der Bärlauch

Kein anderes Wildkraut hat in den letzten Jahren so viel Aufmerksamkeit bekommen wie der Bärlauch. Und wie ich meine, ganz zu recht, denn er ist ein so wunderbares Kraut, dass man gar nicht um ihn herumkommt.

ein ganzer Wald voller Bärlauch

Der Bärlauch, Allium Ursinum, kommt hauptsächlich in lichten Wäldern vor. Gern hat er es ein bisschen feuchter. Fühlt er sich wohl, breitet er sich schnell aus und bildet ganze Teppiche. So findet man derzeit ganze Wälder, deren Boden komplett grün ist vom Bärlauch. Er vermehrt sich durch seine Zwiebeln und auch durch Blüten, so dass eine Ernte der Blätter die Pflanze überhaupt nicht beeinträchtigt, solange man nicht ganze Felder ausreißt oder platt tritt. Respekt vor den Gaben der Natur sollte immer unser Begleiter sein, wenn wir Wildpflanzen ernten.

Im Bärlauch finden wir viele Stoffe, die ihn zu einem tollen Kraut für eine Frühjahrskur machen:
Allicin (eine Aminosäure), große Mengen an Vitamin C, ätherische Öle, Mineralsalze und Eisen.

die Blätter des Bärlauchs – Quelle Wikipedia, common licence

So regt er den Appetit und die Verdauung an, vor allem die Galle. Bärlauch reinigt die Blutbahnen und beugt somit Arterienverkalkung vor. Er fördert die Durchblutung und reinigt das Blut. Somit hilft er gegen die bekannte Frühjahrsmüdigkeit und gegen Gedächtnisschwäche. Kalte Hände und Füße werden wieder besser durchblutet und warm.
Außerdem hat Bärlauch eine sehr starke antibiotische Wirkung. Selbst kleine Mengen töten zuverlässig Bakterien in Mund- und Rachenraum und sogar noch im Magen ab. Wir werden also von den fiesen Erkältungen, die den Wechsel der Jahreszeit oft begleiten, eher verschont.

die Blüte des Bärlauchs

Das wohl beste Argument ist jedoch sein unglaublich leckerer Geschmack.

Ihr könnt mit Bärlauch viele verschiedene Sachen kochen und zubereiten.

 


Am beliebtesten ist sicher das Bärlauchpesto. Hier ein einfaches Rezept:

250g frischer Bärlauch, gewaschen und ganz trocken
175 ml gutes Öl (z.B. Olivenöl)
40g Parmesan, gerieben
40g Samen oder Nüsse, z.B. Sonnenblumenkerne, Pinienkerne
etwas Salt und Pfeffer
bei Bedarf ein bisschen Knoblauch

Der Bärlauch muss unbedingt ganz trocken sein, da sonst das Pesto wegen zu viel Feuchtigkeit schnell verdirbt. Püriert alles in der Küchenmaschine oder mit dem Stabmixer. Ich gebe den Käse zum Schluss hinzu und variiere da auch gern die Menge, so dass eine schön cremige Konsistenz herauskommt.
Füllt das fertige Pesto in sehr! saubere Gläschen. Ich nehme immer viele kleine Gläser, anstatt einiger großer. Auch die Gläser müssen ganz trocken sein. Bedeckt das fertig eingefüllte Pesto mit einer großzügigen Schicht Öl und füllt dies auch immer wieder nach, wenn Ihr Pesto entnommen habt. So bleibt es viele Wochen und Monate lang frisch.

Am besten ist es, den Bärlauch frisch zu essen. Einfach so aufs Brot, über den Salat gestreut, in Quark oder Frischkäse oder eben als Pesto.

Allerdings lassen sich auch Flammkuchen oder Pizza, diverse Saucen und Fleischgerichte damit verfeinern. Das Pesto schmeckt großartig zu allerlei Nudelgerichten und auch Bärlauchspätzle sind ein Gedicht. Probiert euch einfach aus und genießt die kurze Freude.

Haltbar machen könnt Ihr den Bärlauch auch durch einfrieren. Entweder klein gehackt in Eiswürfelformen, als Bärlauchbutter (gute Butter, Bärlauch, ein bisschen Salz), Bärlauchsalz oder Bärlauchöl.

Ich wünsche Euch nun ganz viel Spaß mit diesen vielen Anregungen.

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