Kräuterportrait – das Johanniskraut

Der Lichtbringer, nicht nur in der kalten Jahreszeit. Gepriesenes Kraut gegen Depressionen, Angst und nervöse Verstimmungen. Helfer bei Narben und allerlei Hautleiden.
Um das Johanniskraut ranken sich zahlreiche Mythen und Legenden. Lasst uns zusammen mal etwas genauer hinschauen:

Vorkommen
Das echte Johanniskraut, Hypericum perforatum, wächst in unseren Breiten fast überall wild. Man kann es also wunderbar wild sammeln oder auch im eigenen Garten anbauen. Achtung: es verbreitet sich sehr stark. Da es aber eine großartige Bienenweide ist, tut man sogar unseren kleinen Freunden etwas Gutes. Man findet das Johanniskraut auf Wiesen, an Wegrändern oder auch an Waldrändern. Es mag gern sonnige Standorte, die nicht zu feucht sind.


Johanniskraut

Beschreibung
Das Johanniskraut wird ca. 30-70 cm hoch, ist mehrjährig und wächst bisweilen stark verzweigt. Man kann es vor allem an sonnigen Standorten finden, vom Waldrand bis zu sandigen Wegrändern habe ich das Johanniskraut schon überall angetroffen. Die gegenständigen Blätter sind länglich, etwas eiförmig und hellgrün mit einem ganz kleinen Hauch von grau. Charakteristisch sind die dunklen Punkte auf den Blättern die auch auf den Blütenblättern zu finden sind. Es handelt sich hier um Öldrüsen der Pflanze.
Die strahlend gelben Blüten wachsen in einer Trugdolde an den Enden der Stängel. Zerreibt man eine Blüte zwischen den Fingern, so tritt ein dunkelroter bis lilafarbener Saft aus. Daran kann man das Johanniskraut zweifelsfrei erkennen.


die wichtigstens Inhaltsstoffe
Hypericin, Bitterstoffe, ätherische Öle, Gerbstoffe, Pektin


Verwendung
Das Johanniskraut ist das Kraut der Sonne, der Wärme und des Wohlergehens. Seine leuchtend gelben Blütenblätter allein heben schon die Stimmung und verbreiten Sommer pur. So wird es in der Volksmedizin gegen depressive Verstimmungen, Gereiztheit, Angstzustände bis hin zu schweren Depressionen eingesetzt. Da mit solchen Krankheitsbildern aber nicht zu scherzen ist, hier der ganz klare Hinweis von mir, in solchen Fällen bitte immer einen Arzt oder Heilpraktiker aufzusuchen. Denn das Johanniskraut wird vor allem in der Pflanzenheilkunde sehr gern von Fachleuten empfohlen.

Traditionell wird es aber auch bei einer Vielzahl von anderen Erkrankungen angewendet. Bei Nervenschmerzen, bei entzündlichen Wunden und zur Blutstillung (auch nach der Geburt). Es reguliert den Hormonhaushalt der Frau in der fertilen Zeit genau so wie in den Wechseljahren und hilft auch bei Schlafstörungen und allgemeiner Schwäche.
Auch eine positive Wirkung auf Blase und Darm wird heilkundlich überliefert. So kann es bei Reizdarm und chronischen Darmerkrankungen genauso hilfreich sein wie bei Blasensteinen und Inkontinenz.

Das Johanniskraut wird als Tee, Tinktur oder als Mazerat, das bekannte Rotöl, eingesetzt. Hier findest du eine Anleitung zum Herstellen des Rotöls.


In der Räucherkunde wird das Johanniskraut zur Mittsommernacht geräuchert. Mit dem verbrennen des Krauts übergibt man Unglück und Krankheit dem Feuer.
Auch wurde zum Segnen und Schützen vor Dämonen und schlechten Einflüssen geräuchert.

die Blüte im Detail

In der Küche findet das Johanniskraut keine Verwendung, es ist rein medizinisch einzusetzen.


Bitte beachtet unbedingt, dass das Johanniskraut in allen Anwendungsformen die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöht. Im Winter sehr förderlich, da der Körper das wenige Licht besser ausnutzen kann, wenn man sich unter freiem Himmel befindet, im Sommer allerdings kommt es u.U. eher zum Sonnenbrand.

Und nun wünsche ich Euch viel Freude bei der Annäherung an dieses wundervolle Heilkraut.

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diese ätherischen Öle helfen Dir gegen den Winterdown

Der Winter war dieses Jahr zwar in den meisten Regionen sehr mild, dennoch sehnen sich viele nach Frühling. Wärmere Temperaturen, Sonnenschein und das Gefühl von Aufbruch ins kommende Jahr können wir kaum noch erwarten.

Aber gerade wenn es uns nicht so gut geht, können wir einiges tun, um uns ein wenig besser zu fühlen.
Es gibt im Handel spezielle Tageslichtlampen. Diese simulieren einen sonnigen Tag und können eine Menge bringen. Spaziergänge an der frischen Luft und gemeinsame Zeit mit lieben Menschen können ebenso wohltuend sein.
Aber auch die Pflanzenwelt hält einiges bereit.

verschiedene ätherische Öle

Heute möchte ich Euch in die Welt der Aromatherapie entführen und Euch eine kleine Auswahl an ätherische Öle vorstellen, die gegen die typische Winterdepression helfen können.


Orange

– wird aus den Fruchtschalen gewonnen
– schafft ein Gefühl der Behaglichkeit und des Wohlbefindens
– wird auch oft mit Gesundheit assoziiert
– kann in Bädern, in der Duftlampe und in Sprühflaschen verwendet werden
– auch direkt zum auf die Haut auftragen geeignet (bitte ein bisschen        vorsichtig sein, da es bei empfindliche Hauttypen durchaus zu Hautreizungen kommen kann)
– erhöht die Photosensibilität der Haut


Weihrauch

– wird aus dem Harz gewonnen
– der warme und süße Duft schmeichelt der Seele
– das Öl hilft bei Depression, Erschöpfung und Angst
– kann in Bädern, in der Duftlampe und in Sprühflaschen verwendet werden
– auch direkt zum auf die Haut auftragen geeignet


Bergamotte

– wird aus den Fruchtschalen gewonnen
– der frische, leicht zitronige Duft versprüht Frische und Klarheit
– das Öl hilft bei Depressionen, Stimmungsschwankungen, Erschöpfung und Reizbarkeit
– kann in Bädern, in der Duftlampe und in Sprühflaschen verwendet werden
– auch direkt zum auf die Haut auftragen geeignet (bitte ein bisschen vorsichtig sein, da es bei empfindliche Hauttypen durchaus zu Hautreizungen kommen kann)
– erhöht die Photosensibilität der Haut


Rosmarin

– wird aus dem Kraut gewonnen
– der Duft ist frisch, würzig und wirkt klärend und anregend
– das Öl hilft bei Depressionen, Konzentrationsschwäche, Müdigkeit und Antriebslosigkeit
– kann in Bädern, in der Duftlampe und in Sprühflaschen verwendet werden
– auch direkt zum auf die Haut auftragen geeignet, zum Beispiel für Massagen
– bitte nicht in der Schwangerschaft, bei Epilepsie, Babys und Kleinkindern und empfindlicher Haut anwenden


Lavendel

– wird aus den Blüten gewonnen
– der würzige, blumige und warme Duft löst Entspannung und Wohlbehagen aus
– das Öl hilft bei Depression, Schlaflosigkeit, Reizbarkeit und Kopfschmerzen
– kann universell angewendet werden in Duftlampen, Sprays, Parfüm, als Massageöl, in Bädern usw.


Jasmin

– wird aus den Blüten gewonnen
– der Duft ist weich, warm und blumig
– das Öl hilft bei Depression, Ängsten und Besorgnis und geringem Selbstwertgefühl
– es wird in Cremes, Parfüm und Massageölen eingesetzt
– es handelt sich um ein sehr exquisites, teures Öl – hier bitte unbedingt auf Qualität achten

Das sind nur ein paar Beispiele für ätherische Öle, die Euch im Winter gegen schlechte Laune, Reizbarkeit, Schlaflosigkeit und Depressionen helfen können.

Viel Erfolg beim Ausprobieren.

Solltet Ihr das Gefühl haben, dass sich Euer Zustand trotz verschiedener Maßnahmen nicht bessert, sucht bitte einen Arzt oder Heilpraktiker auf.

 

 

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Mit Sprossen fit durch den Winter

Oftmals fällt einem im Winter die gesunde Lebensweise besonders schwer. Da gibt es zu den Feiertagen ausgedehnte Essensgelage, man ist weniger draußen und das teils schlechte Wetter drückt aufs Gemüt.

Toll wären da doch frische Sachen, die bestenfalls auch noch selbst herzustellen sind.

Sprossen sind da die perfekte Lösung!

Als Sprossen bezeichnet man umgangssprachlich frisch gekeimte Samen. Dabei müsste es eigentlich korrekterweise Keimlinge heißen. Diese Samen können von vielen verschiedenen Pflanzen kommen und werden meist roh verzehrt, können aber auch gebraten, gekocht oder eingelegt werden.

Besonders gut eignen sich:

  • Kräuter und Wildkräuter
  • Hülsenfrüchte
  • Getreidesorten
  • Gemüse

Das Ziehen der Keimlinge ist ganz einfach und kann auf vielerlei Arten erfolgen.

Auf Küchenpapier:
Es werden 2-3 Lagen feuchtes Küchenpapier in eine flache Schale gelegt. Auf dieses feuchte Papier werden dann die Samen gestreut und können keimen.
Das Papier immer gleichmäßig feucht halten und beizeiten ernten. Bitte achtet penibel auf Schimmelbildung. Die feinen Wurzelhäärchen aber nicht mit Schimmel verwechseln.

Diese Methode eignet sich vor allem für sehr kleine Samen von Kräutern und Getreiden.

In einem Glas:
Hierbei werden die Samen in ein Glas mit wenig Feuchtigkeit gelegt und können dort keimen. Man kann das Glas mit Gaze abdecken, aber bitte nicht mit einem Deckel verschließen.
Hier ist besonders darauf zu achten, dass die Samen nicht schimmeln. Es empfiehlt sich, die Samen jeden Tag mehrmals mit frischem Wasser abzubrausen und überflüssige Feuchtigkeit abzugießen, damit sich kein Schimmel bildet. Es gibt auch spezielle Keimgläser im Handel zu kaufen.

Weizenkörner in einem Keimglas

In einem Keimgerät:
Auf dem Markt gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Keimgeräte. Von ganz kleinen Schüsseln mit eingesetzten Sieben bis hin zu mehrstöckigen Apparaten ist alles verfügbar. Große Geräte eignen sich aber nur, wenn man regelmäßig eine große Menge Keimlinge benötigt.
Hier kann man sich an die mitgelieferte Bedienungsanleitung halten um die besten Ergebnisse zu erzielen.

Kresse, die gerade in einer Keimschale auskeimt

Grundsätzlich sollte man auf Hygiene achten und die Keimlinge regelmäßig auf Schimmelbildung untersuchen. Samen in Keimgläsern sollten mehrmals täglich abgebraust werden.
Samen von Hülsenfrüchten kann man vor dem eigentlichen Keimen gut eine Nacht in Wasser einweichen. Dies unterstützt das schnellere Gelingen.

Nicht benötigte Keimlinge können einige Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Doch warum sind Sprossen nun so gesund und wertvoll?

Mungobohnensprossen Von Yosri at ms.wikipedia – Transferred from ms.wikipedia

Sprossen enthalten eine Vielzahl an wertvollen Mineralstoffen, Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen. Sie tragen zur guten Versorgung des Körpers mit all diesen frischen Nährstoffen bei. Außerdem sind sie sehr umweltbewusst, weil sie direkt vor Ort in der heimischen Küche ohne großen Energieaufwand und rein biologisch produziert werden können.
Sie enthalten viele Vitamine und Proteine. Vor allem B-Vitamine, Vitamin C, E und Niacin (wichtig für den Cholesterin-Stoffwechsel). So decken zum Beispiel 50g Weizenkeimlinge den täglichen Vitamin B1 Bedarf und die Hälfte des Vitamin C Bedarfs eines Erwachsenen (Quelle: Ernährungswissenschaftlerin Mag. Pichler).

Hier noch einige Beispiele für tolle Sprossen:

  • Kräuter und Gemüse wie Knoblauchsrauke, Brennnessel, Kresse, Schnittlauch, Rukola, Brokkoli – es eignen sich grundsätzlich alle essbaren (Wild-)Kräuter und Gemüse
  • Hülsenfrüchte wie Sojabohnen, weiße Bohnen, Mungobohnen
  • Getreide wie Gerste, Alfalfa oder Weizen

Und nun viel Spaß beim Ausprobieren und Genießen.

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Weihnachtsgewürze – lecker und gesund

Nun ist sie wieder da, die Zeit der duftenden Lebkuchen, Ingwerplätzchen und Zimtsterne. Die Weihnachtszeit versetzt viele von uns in die Kindheit zurück, die Düfte der Weihnachtsbäckerei lösen größtes Wohlbehagen aus.

Doch warum ist das so und was können die unterschiedlichen Gewürze, die wir besonders zur Weihnachtszeit verwenden, eigentlich so alles?

Lasst uns mal sehen:

weihnachtliche Gewürze in einem Gesteck

Zimt

Zimtrinde

Zimt stammt vom Zimtbaum, Cinnamomum, wobei es verschiedene Sorten dieser Pflanze im gesamten asiatischen Raum gibt. Er ist als Zimtstange (das ist die getrocknete Rinde) gemahlenes Pulver oder Zimtblüte zu finden. Verantwortlich für den klassischen Duft ist das enthaltene Zimtöl.

Schon seit vielen tausend Jahren wird Zimt verwendet. Früher als Räucherstoff und Medizin, heute hauptsächlich als Gewürz. In Europa ja hauptsächlich zur Weihnachtszeit, in vielen asiatischen Regionen aber ganzjährig.

Zimt hat diesen warmen, balsamischen Duft und wirkt heilsam bei Husten und Schnupfen, ist aber auch für den Magen gut und wirkt leicht abführend.

Ein klassisches Weihnachtsgebäck sind Zimtsterne, er aromatisiert aber auch vorzüglich den Glühwein und Zimtschnecken zusammen mit Kardamon.


Gewürznelken

Gewürznelken sind die Blütenknospen des Nelkenbaums Syzygium aromaticum. Er ist, wie viele andere Gewürzpflanzen auch, in Asien beheimatet.

Sie werden meist im Ganzen verwendet, können aber auch zu Pulver gemahlen werden. Auch in den Nelken ist sehr viel ätherisches Öl enthalten, dass den typischen Duft ausmacht. Gewürznelken wirken antibakteriell, entzündungshemmend und schmerzstillend und sind hilfreich bei Blähungen. Sie helfen unter anderem bei Zahnschmerzen oder dem zahnenden Kind. Auch Mundwasser und Zahnpasta werden mit Nelkenöl versetzt.

In der Weihnachstzeit kommen die Nelken aber hauptsächlich zur Aromatisierung von Gewürzweinen und Likören zum Einsatz.

Eine wunderbar duftende Dekoration ist es, eine Orange mit Gewürznelken zu spicken und diese im Raum auszulegen.


Vanille

Vanilleschoten

Die Vanille ist die (fermentierte) Fruchtkapsel der Vanillepflanze, Vanilla planifolia, einer Orchideenart. Sie ist in Mittel- und Südamerika beheimatet.
Vanille ist der Klassiker in der Küche wenn es um Süßspeisen und Gebäck geht, heute ist in fast allen industriellen Produkten (künstliches) Vanille-Aroma enthalten.
Ihr balsamischer, warmer Duft stammt von ätherischen Öl. Vanille wirkt stimmungsaufhellend, stoffwechselfördernd und regt die Verdauung an.

Sie wird meist direkt in Speisen gegeben. Hierzu wird die Schote der Länge nach aufgeschnitten und das Mark, dass aus vielen kleinen schwarzen Samen besteht, herausgekratzt.
Die verbliebene Schote kann noch zur Herstellung von Vanillezucker oder Vanille-Extrakt verwendet werden.

Vanille ist in vielen Süßspeisen, Kuchen und Gebäck, sowie Getränken und Teezubereitungen enthalten.
Mein liebstes Weihnachtsrezept sind Vanillekipferl. 


Sternanis

Sternanis sind die Samen des echten Sternanis, Illicium verum. Sie haben eine unverwechselbare Form und ein ganz vorzügliches Anisaroma mit leichter Lakritznote. Sternanis und Anis sind aber 2 verschiedene Pflanzen, der Sternanis ist im asiatischen Raum beheimatet.

Er wird immer in ganzen Samen verkauft. Der Duft kommt vom Anisöl, desweiteren sind Saponine enthalten.

Er wirkt antibakteriell und antiviral, wirkt gegen Magenkrämpfe und Blähungen, regt die Verdauung an und die Saponine helfen bei Bronchialerkrankungen.

Sternanis aromatisiert hervorragend Gewürzweine, Liköre und Plätzchen, er kann auch wunderbar zusammen mit Zimt und getrockneten Orangen als Dekoration verwendet werden. Durch seine sternförmige Erscheinung passt er ja bestens zur Mythologie der Weihnachtszeit.

Sternanis

Ingwer

Beim Ingwer handelt es sich um das Rhizom des Ingwer Zingiber officinale. Auch er stammt aus Asien, ist heute aber fast auf der ganzen Welt zu finden. Ingwer ist heute in vielen Supermärkten ganzjährig zu bekommen und dient vielen als Gewürz und Zutat für allerlei Speisen und Smoothies. Und zurecht. So sind in ihm eine Vielzahl von ätherischen Ölen enthalten, sowie verschiedene Vitamine und Mineralstoffe. Ingwer wirkt anregend auf den gesamten Organismus, ist antibakteriell und antiviral, hilft bei allerlei Verdauungsbeschwerden und fördert die Durchblutung.
Er wird meist frisch verwendet, als kandierter Ingwer oder auch getrocknet und gemahlen als Pulver. Ingwer hat einen sehr aromatischen und scharfen Geschmack.

Als Gewürz passt er hervorragend in die asiatische und indische Küche, zu Geflügel und Lamm. Er ist aber auch als Tee oder Ginger Ale sehr lecker.

Zur Weihnachtszeit wird Ingwer im Lebkuchengewürz verwendet und als Gingerbread aus dem englischsprachigen Raum.


Es gibt natürlich noch viel mehr Gewürze zur Weihnachtszeit. Vielleicht schreibe ich noch einen zweiten Blog über Kardamon, Piment, Koriander und Co. Jetzt wünsche ich euch erstmal eine schöne und besinnliche Weihnachtszeit.

Wenn ihr noch mehr über verschiedene Pflanzen wissen möchtet, empfehle ich euch mein Buch Anwens Kräuter Quickie.

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Anwens Kräuter Quickie

Heute möchte ich einmal Werbung in eigener Sache machen.

Während meiner Kräuterwanderungen mit vielen interessierten Neulingen und auch Kindern höre ich immer wieder die Frage nach geeigneter Literatur. Nun gibt es hunderte Kräuterbücher in allen möglichen Ausführungen.
Aber es gibt nur sehr wenige, wenn überhaupt welche, für absolute Anfänger.

Also habe ich mich hingesetzt und all die Wünsche genommen und daraus ein Buch gemacht.

Anwens Kräuter Quickie

Diese Buch beinhaltet genau 10 Pflanzen. Nicht mehr und nicht weniger. So verzettelt man sich nicht in den schier endlos wirkenden Weiten der Vielfalt wie in anderen Büchern. Diese 10 Pflanzen sind allerdings so gut beschrieben, dass es auch einem absoluten Anfänger sehr leicht möglich ist, sie genau und sicher zu bestimmen.

Auf zahlreichen schönen Wanderungen zusammen mit meiner Fotografin sind tolle Bilder entstanden. Sie zeigen euch viele Details, die zur Bestimmung einer Pflanze wichtig sind.

Ein eigener Abschnitt handelt jeweils von Verwechslungspartner und woran ihr diese erkennt.

Dann habe ich euch noch einige Anwendungsbeispiele für Küche und Hausapotheke aufgeschrieben. Sie sollen aber nur als Anregung dienen und sind keinesfalls vollständig. Aber sie verschaffen dem Leser einen Eindruck, was alles möglich ist.

Wer sofort zur Tat schreiten will und die sicher bestimmten Pflanzen verarbeiten möchte, findet auch immer ein einfaches Rezept mit dabei. Der große Vorteil meines Buches ist, dass Ihr es einfach mitnehmen könnt. Es ist so klein und leicht, dass es in jede Tasche passt.

Zu bestellen ist das Buch über meine Homepage oder auf Amazon.

Nun wünsche ich Euch viel Spaß beim Lesen und Entdecken!
Eure Claudia Winter

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Kräuterportrait – der Spitzwegerich

eine typische Spitzwegerichpflanze

In unseren Breiten unterscheiden wir den Spitzwegerich, Plantago lanceolata, den Breitwegerich, Plantago major, den mittleren Wegerich, Plantago media, und zahlreichen Mischformen. Alle Formen des Wegerich sind sich in ihren Inhaltsstoffen und der Wirkungsweise sehr ähnlich und können demnach auch gleich eingesetzt werden.

Der Spitzwegerich ist sehr robust, wächst das gesamte Jahr hinweg immer wieder nach und ist fast überall zu finden. Das macht ihn zu einer wertvollen Wildpflanze für viele Belange.

Beschreibung

Spitzwegerich wächst auf Wiesen, in Wäldern, aber auch auf Schotterhalden, auf Wegen zwischen Steinen und in Parks. Die langen dünnen Blätter haben parallel verlaufende, sehr gut sichtbaren Blattadern und wachsen in einer bodennahen Rosette. Die kleine, unscheinbar braune Blüte wächst im Sommer an einem dünnen Stängel empor. Der Spitzwegerich ist mehrjährig und kann das ganze Jahr über gesammelt werden.

Seine Hauptinhaltsstoffe sind Schleimstoffe, aber auch Kieselsäure, Gerb- und Bitterstoffe, sowie Glycoside und Flavonoide.

die Blätter des Spitzwegerichs
hier sieht man die unscheinbaren Blüten sehr gut

Verwendung in der Küche
Die recht aromatischen Blätter können kleingeschnitten in Salate oder Eintöpfe gegeben werden. Sie eignen sich auch als Gemüse für Aufläufe und Eierspeisen.
Die Blütenstände können zu einem leckeren Snack verarbeitet werden, indem man sie in Teig ausbäckt.


Verwendung als Heilpflanze
Der hohe Gehalt an Schleimstoffen macht den Spitzwegerich zu einer wertvollen Heilpflanze für alle Erkrankungen im Hals und Rachenbereich. Als Kaltauszug zubereitet kann er vor allem bei Erkältungskrankheiten gut eingesetzt werden. Spitzwegerichsirup hilft hervorragend bei Hustenreiz.
Der frische Saft der Blätter oder eine Tinktur lindert Juckreiz, zum Beispiel nach Insektenstichen. Der Frischsaft wirkt außerdem blutstillend und entzündungshemmend.


Rezept
Spitzwegerichsirup
frischer Spitzwegerich
Zucker
ein Schraubdeckelglas

Der Spitzwegerich wird gewaschen und muss anschließend vollkommen trocken sein. Dann wird er kleingeschnitten. Nun schichtet man abwechselnd Zucker und Spitzwegerich in einem sauberen Glas und presst alles gut an. Es dürfen keine Hohlräume oder Luftblasen in dem Glas sein. Ist das Glas bis zum Rand gefüllt, verschließt man es gut und lässt es mindestens 6, meist eher 10-12 Wochen an einem dunklen Ort mit gleichmäßiger Temperatur stehen oder gräbt es gar (gut verpackt) in den Boden ein. Ist die Masse gut durchgezogen und hat sich braun verfärbt, gibt man das Ganze in einen Topf und kocht es kurz auf. Dann die restlichen Pflanzenteile aussieben und den so entstandenen Sirup in kleine Braunglasflaschen abfüllen. Zur Sicherheit können die fertigen Flaschen noch einmal im Wasserbad sterilisiert werden. Den Sirup sollte man im Kühlschrank aufbewahren.Der Sirup wird bei Hustenreiz und Halsentzündung eingesetzt und ist vor allem für die Behandlung von Kindern sehr gut geeignet.

zum Vergleich: der Breitwegerich
das Blatt des Breitwegerichs im Detail

Tipps
Brennt man sich an einer Brennnessel, so lindert der frische Saft des Spitzwegerichs den Schmerz. Fast immer wachsen neben Brennnesselpflanzen auch Spitzwegerich oder Breitwegerich.


Mehr über den Spitzwegerich und weitere essbare Wildpflanzen gibt es in meinem Buch Anwens Kräuter Quickie.

Copyright Bilder: Stefanie Ziege

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Kräuterportrait – der Beifuß

Der Beifuß, Artemisia vulgaris, ist eine typische Sommer und Herbstpflanze. Viele von uns kennen ihn wohl nur durch die Beifußsträußchen, die zur Weihnachtszeit in den Supermärkten erhältlich sind. Dabei ist der Beifuß eine hervorragende Würz- und Heilpflanze.
Die mehrjährige Pflanze wächst mit einem zentralen Stängel, der immer eine rot-braune Farbe aufweist und eher holzig ist. Im oberen Teil verzweigt er sich stark und bildet viele längliche Blüten an den Triebspitzen. Die Blüten sind winzig klein und unscheinbar. Die dunkelgrünen Blätter sitzen direkt am Stängel, sind im unteren Bereich recht groß und werden nach oben hin immer kleiner und feingliedriger. Die Blattunterseite ist sibrig-grau filzig.

die glänzende Oberseite eines Beifußblattes
die grau-filzige Unterseite eines Beifußblattes

Beifuß wächst fast überall und stellt wenig Ansprüche an den Boden. Man findet ihn auf Wiesen, an Wegen und auf Sandplätzen. Aber auch an Bachläufen kann man fündig werden.


Am ehesten ist der Beifuß mit dem Wermut, Artemisia absinthum, zu verwechseln. Dieser hat allerdings einheitlich graugrüne Blätter, die dazu auch noch an Stielen sitzen. Die Blüten sind kräftiger gefärbt und eher gelb.

Hauptinhaltsstoffe sind verschiedene Bitterstoffe. Dazu findet man im Beifuß noch allerlei ätherische Öle und Flavonoide.

der rötlich-braune Stiel ist hier gut zu erkennen

Im zeitigen Sommer noch bevor sich die Blüten geöffnet haben sammelt man die jungen Triebspitzen. Die Blüten erntet man am Besten im Hochsommer bis in den Herbst hinein. Die Blätter können während der gesamten Vegetationsperiode geerntet werden, sind jedoch immer herzhafter, je älter sie sind.

die Blüte des Beifuß

In der Küche wird der Beifuß hauptsächlich als Gewürz oder würzige Zutat für Suppen, Salate, Eintöpfe angewendet. Er ist eine gute Zugabe zu fettigen Fleischgerichten (hauptsächlich Geflügel) und passt auch gut in verschiedene Eierspeisen.

Seine wohl bekannteste Anwendung in der Hausapotheke ist die Anregung von Appetit und Verdauung. Die Bitter- und Gerbstoffe helfen dem Verdauungstrakt bei der Bewältigung von fetten und schwer verdaulichen Speisen.
Aber auch bei Schlafstörungen und nervösen Erscheinungen hilft ein Tee und verspricht Beruhigung. Beifuß ist nicht in der Schwangerschaft anzuwenden, da er Wehen auslösen kann. Allerdings kann er bei Periodenschmerzen als Tee getrunken Linderung verschaffen und die Periodenblutung ausgleichen. Beifuß gilt als klassisches Frauenkraut.


Rezept
Kräutersalz mit Beifuß
einige Beifußblätter
verschiedene andere Kräuter
gutes, grobes Meersalz

Man benötigt Beifuß und verschiedene andere Kräuter aus dem Garten, Supermarkt oder wild gesammelt.
Es eignen sich wunderbar Petersilie, Schnittlauch, aber auch Knoblauchsrauke, Rosmarin, Oregano oder wilder Dost. Hier entscheidet allein der persönliche Geschmack – Experimentierfreude ist gefragt.
Insgesamt sollte man auf ca. 100g Kräuter kommen.
Diese werden mit 300g Meersalz in einem Mixer kurz zerkleinert und dann auf einem Backblech an einem schattigen Platz getrocknet. Alternativ kann man sie auch bei 50°C im Ofen mit geöffneter Tür trocknen.
Das Salz ist fertig, wenn die Kräuter trocken sind. Dann kann es in Gläser abgefüllt werden und zum Würzen von allerlei Speisen genommen werden.
Ein Kräutersalz mit Beifuß eignet sich besonders für fettige Fleischgerichte.


Auch mythologisch hat der Beifuß eine große Bedeutung.
Ihm werden große Zauberkräfte nachgesagt. Bei fast allen antiken und frühmittelalterlichen Kulturen galt er als kraftvolles Schutzkraut vor bösem Zauber, Hexerei und Unglück. Bei den Kelten gilt der Beifuß als Helfer beim Wahrsagen und heißt dort noch heute Mugwort – Machtkraut. In Räuchermischungen wird er besonders gern in den Rauhnächten geräuchert.

Mein besonderer Tipp:
Ein Beifußsträußchen im Zimmer soll Fliegen und Mücken verscheuchen.
Bitte bei Beifuß besondere Vorsicht walten lassen. Er kann Allergien auslösen.


Mehr über den Beifuß und allerlei andere Wildkräuter findest Du in meinem Buch Anwens Kräuter Quickie.

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Kräuterportrait – das Gänseblümchen

Das Gänseblümchen, Bellis perennis, ist sicher fast allen seit frühen Kindertagen wohl bekannt. Stechen seine hübschen weißen Blüten doch auf jeder Wiese hervor. Und wer hat als Kind oder Elternteil nicht schon einmal einen Kranz aus ihnen geflochten. So möchte ich euch diese schlichte und zurückhaltende Schönheit in diesem Blog ein bisschen genauer vorstellen.


Beschreibung:
Die charakteristische Blüte des Gänseblümchens kennt wohl jedes Kind. Sie sitzt an einem kurzen, grünen und behaarten Stängel. Die weiß rosa Hüllblütenblätter sind um die leuchtend gelben Röhrenblüten angeordnet. Die Blattrosette des Gänseblümchens ist oft kaum zu sehen, die Blätter sind eher rundlich, kurz und sehr klein. Das Gänseblümchen ist mehrjährig und wächst fast ganzjährig. Es blüht während der gesamten Vegetationsperiode. Man findet das Gänseblümchen nahezu überall: auf Wiesen, Waldlichtungen und an Wegrändern.

die hübsche Blüte

Verwechslung:
Das Gänseblümchen kann mit keiner anderen Pflanze verwechselt werden. Einzig die Wiesenmargerite hat ähnlich aussehende Blüten, welche aber viel größer sind und die gesamte Pflanze ist deutlich höher im Wuchs. Außerdem wächst die Margerite nicht in einer Rosette, sondern ist verzweigt.


die unscheinbaren Blätter

Inhaltsstoffe:
Reich an den Vitaminen A und C
, sowie Eisen, Magnesium und Calcium ist das Gänseblümchen eine tolle Bereicherung der Wildküche. Außerdem enthält es Bitterstoffe, Schleimstoffe und Saponine.
Die Blüten und Blätter des Gänseblümchens sind essbar. Man kann sie das ganze Jahr über finden und sammeln.
Manche Menschen haben nach dem Essen der Blüten einen rauh-scharfen Nachgeschmack im Mund. Dieser ist aber nicht bedenklich.


Verwendung:
Die Blüten können als essbare Dekoration verwendet werden oder sehr schmückend als Zutat für Blütenbutter. Sie ergeben getrocknet zusammen mit den Blättern einen schmackhaften Tee.
Die Blätter dienen als Zutat für Salat, sind aber sehr mühselig zu erneten.

In der Hausapotheke kann das Gänseblümchen als Tee oder Tinktur bei Frühjahrsmüdigkeit und Erkältung eingenommen werden. Bei Gliederschmerzen helfen Waschungen mit Tee. Das Gänseblümchen wird auch oft als das kleine Arnika bezeichnet. So hilft es gut bei allerlei Problemen des weichen Bewegungsapparats wie Quetschungen und blauen Flecken. Die Tinktur wirkt gegen Hautunreinheiten und Akne.


Rezept Gänseblümchetinktur:
Man sammelt die voll aufgeblühten Blütenköpfe an einem sonnigen, trockenen Tag. Sie kommen in ein helles Glas mit Schraubdeckel. Das Glas ca. zur Hälfte mit Blüten befüllen und mit ~35%igem Kornschnaps aufgießen. An einen hellen Ort mit gleichmäßiger Wärme stellen und täglich schütteln. Wenn die Farbe aus den Blüten herausgelöst ist (meist so nach 3-4 Wochen) wir das Ganze durch einen Kaffeefilter oder ein Tuch abgefiltert und in ein dunkles Glas gefüllt und beschriftet.
Die Tinktur kann als Zutat für Gesichtswasser bei unreiner Haut dienen oder bei Quetschungen und Verrenkungen.


Mein besonderer Tipp:
Gänseblümchen sind vor allem bei Kindern sehr beliebt zum Spielen. So kann man aus den Blüten, wenn man den Stiel dran lässt, schöne Blumenkränze flechten. Auch sehr beliebt bei Jungen und Mädchen zugleich ist das Spiel, die Blütenblättchen einzeln auszuzupfen. „Er liebt mich, er liebt mich nicht…. „


Noch mehr über das Gänseblümchen gibt es in meinem Buch Anwens Kräuter Quickie zu lesen und nun viel Freude mit dieser zurückhaltenden Schönheit, in der so viel tolles steckt.

 

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Pflanzenportrait – der Lavendel

Wer schon einmal im Sommer in der Provence in Frankreich war, der ist wahrscheinlich für sein Leben lang beeindruckt. Lila Felder voller Lavendel so weit das Auge reicht. Und der Duft, der in der Luft liegt, betört die Sinne.

Lavendel ist eine DER Sommerblumen schlechthin. Sie hat unglaublich viele tolle Eigenschaften und man kann sie für viele Belange des alltäglichen Lebens einsetzen.

Pflanzenbeschreibung
Lavendel, Lavandula angustifolia, ist eine mehrjährige Pflanze. Da sie ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammt, ist sie bedingt winterhart. Sie benötigt einen lockeren Boden und nicht übermäßig viel Wasser.

Die zuerst sehr zarten und hellgrünen Stängel verholzen mit zunehmendem Alter, was die Pflanze widerstandsfähiger macht. Die länglichen, hellgrünen, leicht gräulichen Blättchen sind ungefiedert und sitzen paarweise gegenständig direkt an den Stängeln. An den Enden der Stängel finden sich die charakteristischen lila Blüten in sogenannten Scheinähren. Es werden hauptsächlich die Blüten verarbeitet. Der wichtigste Inhaltsstoff ist das enthaltene ätherische Öl.

die jungen Triebe des Laendels, man sieht die noch geschlossenen Blütenköpfe

Lavendel im Haushalt
Die beste Eigenschaft von Lavendel ist wohl die, Insekten fernzuhalten. So helfen Lavendelsäckchen im Kleiderschrank, Motten zu bekämpfen. Gleichzeitig duftet die Wäsche großartig und man schont die Umwelt, indem man auf allerlei duftende Wäschezusätze verzichten kann.

Pflanzt man Lavendel auf Balkon oder Terrasse, bleiben einem Mücken im Haus eher erspart. Zwischen Rosen gepflanzt sorgt der Duft des Lavendel dafür, dass die Rosen eher blattlausfrei bleiben.

Lavendel eignet sich hervorragend als Zusatz zum Putz- und Wischwasser. Sein ätherisches Öl wirkt beruhigend und desinfizierend.

getrockneter Lavendel

Auch kleine Kinder profitieren vom Lavendelaroma: mischt man ein paar Tropfen Lavendelöl mit Wasser und gibt dies in eine Sprayflasche, bekommt man ein wundervollen Raumduft, der Kinder beruhigt und gleichzeitig gegen das Monster unterm Bett wirkt 😉 .

In der Räucherkunde setzt man Lavendel traditionell für Schutz und Reinigung ein. Er sollte in keiner Reinigungsmischung fehlen.

Lavendel in der Hausapotheke
Traditionell schreibt man dem Lavendel beruhigende Eigenschaften zu. So wird er hauptsächlich zur Beruhigung und Stärkung der Nerven gebraucht. Ein Tee mit Lavendelblüten wird abends getrunken und hilft beim Abschalten und Einschlafen. Außerdem verlängert er die Schlafdauer und die motorische Aktivität. Auch Bäder, Wickel und Kompressen oder eine Duftlampe mit dem ätherischen Öl helfen hier sehr zuverlässig.
Durch ein kleines Lavendelduftkissen im Bett kann die Wirkung noch erhöht werden.

die Blüte des Lavendels

Lavendel in der Küche
Lavendel ist durch sein kräftiges, aber nicht aufdringliches Aroma eine wundervolle Zutat für allerlei Leckereien. So eignet er sich super als Aroma für Marmeladen – besonders Erdbeeren und Orangen harmonieren gut mit ihm.

Die Blüten in Zucker eingelegt oder zu Sirup eingekocht können so haltbar gemacht werden. Auch Cremespeisen oder Backwaren können toll durch die Zugabe von Lavendel aufgepeppt werden.


Mein besonderer Tipp:
Lavendel zu trocknen ist ganz einfach: Man erntet die aufgeblühten Blütenstände an einem sonnigen und trockenen Tag, am besten um die Mittagszeit. Schneide großzügig ein Stück Stängel mit ab. Meist sprießen aus den geschnittenen Pflanzen noch einmal neue Blüten. Die abgeschnittenen Stängel bindet man zu einem Sträußchen zusammen und trocknet ihn kopfüber hängend an einem hellen, trockenen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung.

Was ist denn Dein Lieblingsrezept mit Lavendel. Schreib mir gern. 🙂

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Kräuterportrait – die Knoblauchsrauke

Die Knoblauchsrauke, Alliaria petiolata, ist eine zweijährige Pflanze, die viele Anfänger auf dem Gebiet der Wildkräuter verwirrt. Ihre Gestalt ist nämlich in den 2 Jahren ihres Wachstums gänzlich unterschiedlich. Deswegen möchte ich diese tolle Wildpflanze ein bisschen genauer für euch beleuchten.

Man findet die Knoblauchsrauke fast überall auf Wiesen oder an Waldrändern. Manchmal auch auf Waldlichtungen. Auch in Siedlungen ist sie häufig anzutreffen. Sie wächst hauptsächlich im Frühjahr, ihre Blütezeit ist in etwa im Mai. Hat man einmal eine Stelle gefunden, wo man die Knoblauchsrauke findet, kann man sich sicher sein, sie auch im Folgejahr dort anzutreffen, da sie ja zweijährig wächst.

Schauen wir uns nun einmal die unterschiedlichen Wuchsformen in den 2 Jahren etwas genauer an:

Die Knoblauchsrauke im ersten Jahr ihres Wachstums:

Sie wächst ausschließlich bodennah und bildet nur Blätter aus. Diese sind rund, in vielen Fällen bis zu handtellergroß und sehr weich gezähnt. Man findet keinen Stängel und keine Blüten.

viele junge Pflänzchen, die dicht beieinander wachsen
das Blatt einer einjährigen Pflanze im Detail

Die Knoblauchsrauke im zweiten Jahr ihres Wachstums:

Sie bildet einen bis zu 100 cm hohen Stängel, an dem Blätter und Blüten wachsen. Die Blätter sind deutlich spitzer als die des ersten Jahres und unregelmäßig gezähnt, meist auch kleiner. Die kleinen weißen Blüten mit 4 Blütenblättern sitzen zu mehreren am Ende des Stängels.
Hier die sehr jungen Blätter des 2. Jahrs im sehr zeitigen Frühling. Noch sind die Blätter rund, aber der Stiel ist dunkel gefärbt.
das Blatt der „erwachsenen“ Knoblauchsrauke im zweiten Jahr im Detail
die Samenstände – Knoblauchsrauke blüht ausschließlich im zweiten Jahr

In beiden Jahren kann die Knoblauchsrauke verarbeitet werden. Allerdings haben die Blätter während und nach der Blüte kaum noch Aroma. Dann verarbeitet man eher die Blüten und später die Samen.

Das Aroma ist das ganz Besondere an diesem tollen Wildkraut. Das leicht scharfe aber dennoch sanfte Knoblaucharoma und die zarten Blätter.
So kann man aus den Blättern wunderbares Pesto herstellen, das ein wenig schärfer ist als Bärlauchpesto. Sie lassen sich aber auch mit anderen Blättern zu Spinat verarbeiten. Toll schmecken Brennnnessel- und Knoblauchsraukenblätter zusammen. Als Einlage für Suppen und Saucen (erst am Ende der Garzeit hinzugeben) sind sie genau so geeignet wie für Frischkäse oder Kräuterbutter. Die kleinen Blüten sind eine tolle essbare Dekoration. Sie sind recht scharf, eignen sich also eher für herzhafte Gerichte.

Im sehr zeitigen Frühjahr oder späten Herbst können die Wurzeln geerntet werden und als scharfes Gemüse verarbeitet werden. Ich persönlich finde das aber recht mühsam, da die Wurzeln nicht sehr groß sind.

Aus den Samen lässt sich eine Art Senf herstellen, wenn man diese mit Essig und Salz vermörsert.

Als wichtigste Inhaltsstoffe möchte ich nennen: Knoblauchöl, Senfölglykoside, Vitamin A & C und reichlich Mineralstoffe.

So lässt sich mit der Knoblauchsrauke der Spieseplan wunderbar aufpeppen. Viel Spaß dabei!

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