Kräuterportrait – das Gänseblümchen

Das Gänseblümchen, Bellis perennis, ist sicher fast allen seit frühen Kindertagen wohl bekannt. Stechen seine hübschen weißen Blüten doch auf jeder Wiese hervor. Und wer hat als Kind oder Elternteil nicht schon einmal einen Kranz aus ihnen geflochten. So möchte ich euch diese schlichte und zurückhaltende Schönheit in diesem Blog ein bisschen genauer vorstellen.


Beschreibung:
Die charakteristische Blüte des Gänseblümchens kennt wohl jedes Kind. Sie sitzt an einem kurzen, grünen und behaarten Stängel. Die weiß rosa Hüllblütenblätter sind um die leuchtend gelben Röhrenblüten angeordnet. Die Blattrosette des Gänseblümchens ist oft kaum zu sehen, die Blätter sind eher rundlich, kurz und sehr klein. Das Gänseblümchen ist mehrjährig und wächst fast ganzjährig. Es blüht während der gesamten Vegetationsperiode. Man findet das Gänseblümchen nahezu überall: auf Wiesen, Waldlichtungen und an Wegrändern.

die hübsche Blüte

Verwechslung:
Das Gänseblümchen kann mit keiner anderen Pflanze verwechselt werden. Einzig die Wiesenmargerite hat ähnlich aussehende Blüten, welche aber viel größer sind und die gesamte Pflanze ist deutlich höher im Wuchs. Außerdem wächst die Margerite nicht in einer Rosette, sondern ist verzweigt.


die unscheinbaren Blätter

Inhaltsstoffe:
Reich an den Vitaminen A und C
, sowie Eisen, Magnesium und Calcium ist das Gänseblümchen eine tolle Bereicherung der Wildküche. Außerdem enthält es Bitterstoffe, Schleimstoffe und Saponine.
Die Blüten und Blätter des Gänseblümchens sind essbar. Man kann sie das ganze Jahr über finden und sammeln.
Manche Menschen haben nach dem Essen der Blüten einen rauh-scharfen Nachgeschmack im Mund. Dieser ist aber nicht bedenklich.


Verwendung:
Die Blüten können als essbare Dekoration verwendet werden oder sehr schmückend als Zutat für Blütenbutter. Sie ergeben getrocknet zusammen mit den Blättern einen schmackhaften Tee.
Die Blätter dienen als Zutat für Salat, sind aber sehr mühselig zu erneten.

In der Hausapotheke kann das Gänseblümchen als Tee oder Tinktur bei Frühjahrsmüdigkeit und Erkältung eingenommen werden. Bei Gliederschmerzen helfen Waschungen mit Tee. Das Gänseblümchen wird auch oft als das kleine Arnika bezeichnet. So hilft es gut bei allerlei Problemen des weichen Bewegungsapparats wie Quetschungen und blauen Flecken. Die Tinktur wirkt gegen Hautunreinheiten und Akne.


Rezept Gänseblümchetinktur:
Man sammelt die voll aufgeblühten Blütenköpfe an einem sonnigen, trockenen Tag. Sie kommen in ein helles Glas mit Schraubdeckel. Das Glas ca. zur Hälfte mit Blüten befüllen und mit ~35%igem Kornschnaps aufgießen. An einen hellen Ort mit gleichmäßiger Wärme stellen und täglich schütteln. Wenn die Farbe aus den Blüten herausgelöst ist (meist so nach 3-4 Wochen) wir das Ganze durch einen Kaffeefilter oder ein Tuch abgefiltert und in ein dunkles Glas gefüllt und beschriftet.
Die Tinktur kann als Zutat für Gesichtswasser bei unreiner Haut dienen oder bei Quetschungen und Verrenkungen.


Mein besonderer Tipp:
Gänseblümchen sind vor allem bei Kindern sehr beliebt zum Spielen. So kann man aus den Blüten, wenn man den Stiel dran lässt, schöne Blumenkränze flechten. Auch sehr beliebt bei Jungen und Mädchen zugleich ist das Spiel, die Blütenblättchen einzeln auszuzupfen. „Er liebt mich, er liebt mich nicht…. „


Noch mehr über das Gänseblümchen gibt es in meinem Buch Anwens Kräuter Quickie zu lesen und nun viel Freude mit dieser zurückhaltenden Schönheit, in der so viel tolles steckt.

 

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Pflanzenportrait – der Lavendel

Wer schon einmal im Sommer in der Provence in Frankreich war, der ist wahrscheinlich für sein Leben lang beeindruckt. Lila Felder voller Lavendel so weit das Auge reicht. Und der Duft, der in der Luft liegt, betört die Sinne.

Lavendel ist eine DER Sommerblumen schlechthin. Sie hat unglaublich viele tolle Eigenschaften und man kann sie für viele Belange des alltäglichen Lebens einsetzen.

Pflanzenbeschreibung
Lavendel, Lavandula angustifolia, ist eine mehrjährige Pflanze. Da sie ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammt, ist sie bedingt winterhart. Sie benötigt einen lockeren Boden und nicht übermäßig viel Wasser.

Die zuerst sehr zarten und hellgrünen Stängel verholzen mit zunehmendem Alter, was die Pflanze widerstandsfähiger macht. Die länglichen, hellgrünen, leicht gräulichen Blättchen sind ungefiedert und sitzen paarweise gegenständig direkt an den Stängeln. An den Enden der Stängel finden sich die charakteristischen lila Blüten in sogenannten Scheinähren. Es werden hauptsächlich die Blüten verarbeitet. Der wichtigste Inhaltsstoff ist das enthaltene ätherische Öl.

die jungen Triebe des Laendels, man sieht die noch geschlossenen Blütenköpfe

Lavendel im Haushalt
Die beste Eigenschaft von Lavendel ist wohl die, Insekten fernzuhalten. So helfen Lavendelsäckchen im Kleiderschrank, Motten zu bekämpfen. Gleichzeitig duftet die Wäsche großartig und man schont die Umwelt, indem man auf allerlei duftende Wäschezusätze verzichten kann.

Pflanzt man Lavendel auf Balkon oder Terrasse, bleiben einem Mücken im Haus eher erspart. Zwischen Rosen gepflanzt sorgt der Duft des Lavendel dafür, dass die Rosen eher blattlausfrei bleiben.

Lavendel eignet sich hervorragend als Zusatz zum Putz- und Wischwasser. Sein ätherisches Öl wirkt beruhigend und desinfizierend.

getrockneter Lavendel

Auch kleine Kinder profitieren vom Lavendelaroma: mischt man ein paar Tropfen Lavendelöl mit Wasser und gibt dies in eine Sprayflasche, bekommt man ein wundervollen Raumduft, der Kinder beruhigt und gleichzeitig gegen das Monster unterm Bett wirkt 😉 .

In der Räucherkunde setzt man Lavendel traditionell für Schutz und Reinigung ein. Er sollte in keiner Reinigungsmischung fehlen.

Lavendel in der Hausapotheke
Traditionell schreibt man dem Lavendel beruhigende Eigenschaften zu. So wird er hauptsächlich zur Beruhigung und Stärkung der Nerven gebraucht. Ein Tee mit Lavendelblüten wird abends getrunken und hilft beim Abschalten und Einschlafen. Außerdem verlängert er die Schlafdauer und die motorische Aktivität. Auch Bäder, Wickel und Kompressen oder eine Duftlampe mit dem ätherischen Öl helfen hier sehr zuverlässig.
Durch ein kleines Lavendelduftkissen im Bett kann die Wirkung noch erhöht werden.

die Blüte des Lavendels

Lavendel in der Küche
Lavendel ist durch sein kräftiges, aber nicht aufdringliches Aroma eine wundervolle Zutat für allerlei Leckereien. So eignet er sich super als Aroma für Marmeladen – besonders Erdbeeren und Orangen harmonieren gut mit ihm.

Die Blüten in Zucker eingelegt oder zu Sirup eingekocht können so haltbar gemacht werden. Auch Cremespeisen oder Backwaren können toll durch die Zugabe von Lavendel aufgepeppt werden.


Mein besonderer Tipp:
Lavendel zu trocknen ist ganz einfach: Man erntet die aufgeblühten Blütenstände an einem sonnigen und trockenen Tag, am besten um die Mittagszeit. Schneide großzügig ein Stück Stängel mit ab. Meist sprießen aus den geschnittenen Pflanzen noch einmal neue Blüten. Die abgeschnittenen Stängel bindet man zu einem Sträußchen zusammen und trocknet ihn kopfüber hängend an einem hellen, trockenen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung.

Was ist denn Dein Lieblingsrezept mit Lavendel. Schreib mir gern. 🙂

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Kräuterportrait – die Knoblauchsrauke

Die Knoblauchsrauke, Alliaria petiolata, ist eine zweijährige Pflanze, die viele Anfänger auf dem Gebiet der Wildkräuter verwirrt. Ihre Gestalt ist nämlich in den 2 Jahren ihres Wachstums gänzlich unterschiedlich. Deswegen möchte ich diese tolle Wildpflanze ein bisschen genauer für euch beleuchten.

Man findet die Knoblauchsrauke fast überall auf Wiesen oder an Waldrändern. Manchmal auch auf Waldlichtungen. Auch in Siedlungen ist sie häufig anzutreffen. Sie wächst hauptsächlich im Frühjahr, ihre Blütezeit ist in etwa im Mai. Hat man einmal eine Stelle gefunden, wo man die Knoblauchsrauke findet, kann man sich sicher sein, sie auch im Folgejahr dort anzutreffen, da sie ja zweijährig wächst.

Schauen wir uns nun einmal die unterschiedlichen Wuchsformen in den 2 Jahren etwas genauer an:

Die Knoblauchsrauke im ersten Jahr ihres Wachstums:

Sie wächst ausschließlich bodennah und bildet nur Blätter aus. Diese sind rund, in vielen Fällen bis zu handtellergroß und sehr weich gezähnt. Man findet keinen Stängel und keine Blüten.

viele junge Pflänzchen, die dicht beieinander wachsen
das Blatt einer einjährigen Pflanze im Detail

Die Knoblauchsrauke im zweiten Jahr ihres Wachstums:

Sie bildet einen bis zu 100 cm hohen Stängel, an dem Blätter und Blüten wachsen. Die Blätter sind deutlich spitzer als die des ersten Jahres und unregelmäßig gezähnt, meist auch kleiner. Die kleinen weißen Blüten mit 4 Blütenblättern sitzen zu mehreren am Ende des Stängels.
Hier die sehr jungen Blätter des 2. Jahrs im sehr zeitigen Frühling. Noch sind die Blätter rund, aber der Stiel ist dunkel gefärbt.
das Blatt der „erwachsenen“ Knoblauchsrauke im zweiten Jahr im Detail
die Samenstände – Knoblauchsrauke blüht ausschließlich im zweiten Jahr

In beiden Jahren kann die Knoblauchsrauke verarbeitet werden. Allerdings haben die Blätter während und nach der Blüte kaum noch Aroma. Dann verarbeitet man eher die Blüten und später die Samen.

Das Aroma ist das ganz Besondere an diesem tollen Wildkraut. Das leicht scharfe aber dennoch sanfte Knoblaucharoma und die zarten Blätter.
So kann man aus den Blättern wunderbares Pesto herstellen, das ein wenig schärfer ist als Bärlauchpesto. Sie lassen sich aber auch mit anderen Blättern zu Spinat verarbeiten. Toll schmecken Brennnnessel- und Knoblauchsraukenblätter zusammen. Als Einlage für Suppen und Saucen (erst am Ende der Garzeit hinzugeben) sind sie genau so geeignet wie für Frischkäse oder Kräuterbutter. Die kleinen Blüten sind eine tolle essbare Dekoration. Sie sind recht scharf, eignen sich also eher für herzhafte Gerichte.

Im sehr zeitigen Frühjahr oder späten Herbst können die Wurzeln geerntet werden und als scharfes Gemüse verarbeitet werden. Ich persönlich finde das aber recht mühsam, da die Wurzeln nicht sehr groß sind.

Aus den Samen lässt sich eine Art Senf herstellen, wenn man diese mit Essig und Salz vermörsert.

Als wichtigste Inhaltsstoffe möchte ich nennen: Knoblauchöl, Senfölglykoside, Vitamin A & C und reichlich Mineralstoffe.

So lässt sich mit der Knoblauchsrauke der Spieseplan wunderbar aufpeppen. Viel Spaß dabei!

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Pflanzenportrait – die Birke

Heute möchte ich Euch die Birke ein bisschen näher vorstellen, denn sie ist eine erstaunliche Pflanze und nebenbei auch noch mein absoluter Lieblingsbaum.

Birken am Waldrand

Die Birke ist für mich der Frühjahrsbote schlechthin unter den Bäumen. Schon meine Oma hat im Frühjahr Birkenzweige ins Haus gestellt und so Freude auf den kommenden Frühling verbreitet.
In der keltischen Mythologie steht die Birke für das Reine und Schöne, aber vor allem für den ganz bewussten Neuanfang. Das sollte nicht sehr verwundern, ist die Birke doch ein absoluter Pionierbaum. Schaut Euch mal Wälder an, in denen Monokultur herrscht (in Brandenburg gibt es viele angepflanzte Wälder, in denen ausschließlich Nadelholz wächst). An den Rändern dieser Wälder findet Ihr immer Birken. Sie sind auch meist die ersten, die freie Grasflächen besiedeln.
In der germanischen Mythologie soll die Birke vor Krankheit und Hexen schützen.

Die Birke ist so wunderbar vielseitig und wird seit Jahrtausenden von uns Menschen genutzt. Lasst uns mal schauen, was man so alles mit ihr machen kann:

Die ganz jungen Birkenblätter eignen sich hervorragend als Salatbeigabe. Sie sind noch sehr zart und nur wenig bitter aber sehr schmackhaft. Wenn sie noch nicht ganz entfaltet sind, dann kann man sie optimal verwenden. Bitte achtet aber hier (wie sonst auch) immer darauf, nur wenig zu nehmen und einen Baum nicht gänzlich seiner Sprossblätter zu berauben.

junge Birkenblätter – noch nicht ganz entfaltet

Im Frühjahr kann man der Birke den Saft abzapfen.
Man bohrt dafür ein kleines Löchlein in den Baumstamm, steckt ein kleineres Stöckchen oder Röhrchen hinein und bindet ein Gefäß zum Auffangen darunter. Der richtige Zeitpunkt ist kurz vor Beginn des Austriebs im Frühling. Wenn Ihr Euer Ohr auf den Baumstamm presst und  hört es rauschen und gluckern, dann könnt Ihr den Saft gewinnen. Da der Baum mitten in seiner Wachstumsperiode steckt, schließt sich das Loch bald von innen. Wenn Ihr bei der ganzen Aktion vorsichtig und respektvoll umgeht, schadet Ihr dem Baum damit nicht. Um ganz sicher zu gehen, könnt Ihr das Loch mit etwas Baumharz verschließen.
Der Birkensaft an sich schmeckt erstmal nach nicht viel. Man kann ihn zu einer Art Sirup einkochen. Ich persönlich trinke ihn gern frisch. Denn er enthält unglaublich viele tolle und gesunde Stoffe. Das Birkenwasser eignet sich auch bestens für die Herstellung eines stärkenden Haarwassers. Achtung: bitte achtet darauf, dass es eure Birke ist. Rein theoretisch begeht Ihr sonst Sachbeschädigung.

Birkenblätter

Birkenblätter helfen uns in vielerlei Hinsicht.
So wirkt ein Tee aus ihnen harntreibend und durchspülend und ist somit bei Harnwegsinfekten, Nierensteinen, Gallenleiden, Gicht und Rheuma hilfreich. Hierzu lässt man 2-3 Teelöffel Blätter mit ca. 200 ml Wasser kurz aufkochen und lässt das Ganze ca. 1 -2 Stunden ziehen. Man trinkt 2-3 Tassen am Tag. Auch ein Bad in einem starken Sud soll gegen allerlei Hautkrankheiten und trockene Haut helfen.

Die Birke wurde schon in der Steinzeit zur Herstellung des sogenannten Birkenpechs benutzt. Birkenpech war mit anderen Baumharzen zusammen der erste Klebstoff den es gab.
junge Birkenbäume mit noch sehr glatter Rinde
die Rinde eines alten Birkenbaums

Auch die Birkenrinde ist ganz erstaunlich. Sie brennt sogar in nassem Zustand – ist also in einer Survivalsituation sehr hilfreich. Außerdem enthält sie viele Stoffe, die antibakteriell und anti-fungizid wirken – also gegen Bakterien und Pilze. Deswegen gibt es seit Jahrtausenden die beliebten Aufbewahrungsdosen aus Birkenrinde. Darin können Lebensmittel gut und lange frisch gehalten werden. Schaut Euch einmal eine umgefallene Birke im Wald an: ihr Holz mag bisweilen schon komplett verrottet und zerfallen sein, aber die Rinde ist oft noch intakt und gut erhalten.

In der Räucherkunde werden die Birkenblätter für alles eingesetzt, was mit Neuanfang zu tun hat. Sie eignen sich auch wunderbar als Zutat für eine Neumondräucherung.

Ich wünsche Euch nun viel Spaß beim Entdecken der Birke.
Mehr über allerlei Wildpflanzen erfahrt ihr auf meinen Kräuterwanderungen.

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Bärlauch sicher erkennen

Der Bärlauch ist ja im Moment sprichwörtlich in aller Munde. Er schmeckt sehr lecker und ist obendrein auch noch sehr gesund für uns.

Nun treten aber immer wieder Leute an mich heran und sagen, dass sie sich nicht trauen, den Bärlauch zu sammeln, da es ja zu mitunter tödlich endenden Verwechslungen kommen kann.

Das Beste, um eine Pflanze sicher bestimmen zu können, ist natürlich eine Kräuterwanderung mitzumachen.

Für diejenigen, denen das nicht möglich ist, habe ich hier einige Informationen zusammengetragen.

Bärlauch kann man mit einigen andere Pflanzen verwechseln:

  • Maiglöckchen
  • Gefleckter Aaronstab
  • Herbstzeitlose

 Aber es gibt deutliche Unterschiede!


Geruch:

  • nur der Bärlauch hat den charakteristischen Knoblauchduft
  • alle anderen Pflanzen sind vergleichsweise geruchlos
  • allerdings riecht beim Sammeln irgendwann alles nach Bärlauch, so dass ihr euch unbedingt auch an den anderen Merkmalen orientieren solltet

Blätter:

  • Bärlauch:
    – die Blätter sind hellgrün und eher weich
    – die Mittelrippe ist zwar deutlich sichtbar, aber nicht sehr fest
    – die Blattform ähnelt einer Lanzenspitze
    – die Blätter wachsen einzeln an einem Blattstiel aus dem Boden
    – die Blattadern verlaufen längs
  • Maiglöckchen: 
    – die Blätter sind wesentlich dunkler und haben eine festere, deutlichere      Blattstruktur
    – sie sind glänzend, beinahe wachsartig beim Anfassen
    – die Blätter wachsen paarweise und stängelumfassend
    – der Stängel ragt aus dem Boden heraus
    – die Blattadern verlaufen längs
  • gefleckert Aaronstab:
    – die Blätter sehen nur ganz jung denen des Bärlauchs ähnlich, sonst haben sie die Form einer Pfeilspitze mit 2 Fortsätzen seitlich des Stängels
    – die Blattadern verlaufen quer und längs (netzartig)
  • Herbstzeitlose:
    – die Blätter ähneln von der Form her der des Spitzwegerich, schmal und spitz zulaufend
    – sie wachsen ohne oberirdischen Stiel (dieser befindet sich direkt im Boden)
    – die Blätter wachsen einander umhüllend
    – die Blattadern verlaufen längs

Blüte:

  • Bärlauch:
    weiße Sammelblüte, die erst geschlossen an einem länglichen Stiel gerade nach oben wächst und dann aufblüht
  • Maiglöckchen:
    – vielen einzelne Glockenblüten an einem gebogenen Stängel
    – die Blüten blühen nacheinander auf
  • gefleckter Aaronstab:
    eine braune, längliche Blüte, die von einem weißen Hochblatt umhüllt ist
  • Herbstzeitlose:
    – blüht erst im Herbst
    – die Blüte ist im Frühjahr und Sommer als Kapsel in der Mitte der Blattrosette zu finden
    – die Blüte ähnelt dann im Herbst der des Krokus

Zwiebel:

  • Bärlauch:
    – kleine gelblich grüne Zwiebel
    – Stiele setzen oben an
    – die Wurzeln wachsen ausschließlich am unteren Ende
  • Maiglöckchen:
    – bildet Wurzeln und keine Zwiebeln
  • gefleckert Aaronstab:
    – kleine rötlich gefärbte Zwiebel
    – die Wurzeln wachsen auf der gesamten Oberfläche heraus
  • Herbstzeitlose:
    – Zwiebel von braunen Hüllblättern umgeben
    – eher länglich als rund
    – die Wurzeln wachsen nur unten heraus
    – der Stiel setzt seitlich an

Giftwirkung:

  • Bärlauch:
    keine, hervorragendes Wildkraut
  • Maiglöckchen:
    Herzrhythmusstörungen, Übelkeit
  • gefleckter Aaronstab:
    die Giftwirkung ist sofort spürbar, es kommt zu schmerzhaften Verätzungen der Mundschleimhaut
  • Herbstzeitlose:
    Herzrhythmusstörungen, Übelkeit –> diese Pflanze ist bereits in geringen Mengen (wenige Gramm) tödlich giftig!

Zusammenfassend lässt sich der Bärlauch an folgenden Merkmalen sicher erkennen: 

  • die Blätter müssen alle an einem einzelnen Stiel stehen, Lanzenform
  • die Adern verlaufen längs
  • er weist den charakteristischen Geruch auf
  • die Pflanze hat eine kleine Zwiebel, deren Wurzeln ausschließlich unten heraus wachsen
  • man erkennt eine große weiße Sammelblüte

Hier noch ein paar Zeichnungen der 3 Verwechslungspartner:

der Aaronstab – Quelle: Wikipedia, public domain
das Maiglöckchen – Quelle: Wikipedia, public domain

die Herbstzeitlose – Quelle: Wikipedia, public domain

 

 

 

 

 

 

 

Damit sollte es euch möglich sein, den Bärlauch gut und sicher zu bestimmen.

Ich rate euch: nehmt jedes einzelnen Blatt in die Hand und seid euch wirklich immer ganz sicher. Im Zweifelsfall lasst es lieber stehen. Denn oft teilen sich diese Pflanzen den selben Lebensraum und wachsen sogar ineinander.

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Kräuterportrait – der Bärlauch

Kein anderes Wildkraut hat in den letzten Jahren so viel Aufmerksamkeit bekommen wie der Bärlauch. Und wie ich meine, ganz zu recht, denn er ist ein so wunderbares Kraut, dass man gar nicht um ihn herumkommt.

ein ganzer Wald voller Bärlauch

Der Bärlauch, Allium Ursinum, kommt hauptsächlich in lichten Wäldern vor. Gern hat er es ein bisschen feuchter. Fühlt er sich wohl, breitet er sich schnell aus und bildet ganze Teppiche. So findet man derzeit ganze Wälder, deren Boden komplett grün ist vom Bärlauch. Er vermehrt sich durch seine Zwiebeln und auch durch Blüten, so dass eine Ernte der Blätter die Pflanze überhaupt nicht beeinträchtigt, solange man nicht ganze Felder ausreißt oder platt tritt. Respekt vor den Gaben der Natur sollte immer unser Begleiter sein, wenn wir Wildpflanzen ernten.

Im Bärlauch finden wir viele Stoffe, die ihn zu einem tollen Kraut für eine Frühjahrskur machen:
Allicin (eine Aminosäure), große Mengen an Vitamin C, ätherische Öle, Mineralsalze und Eisen.

die Blätter des Bärlauchs – Quelle Wikipedia, common licence

So regt er den Appetit und die Verdauung an, vor allem die Galle. Bärlauch reinigt die Blutbahnen und beugt somit Arterienverkalkung vor. Er fördert die Durchblutung und reinigt das Blut. Somit hilft er gegen die bekannte Frühjahrsmüdigkeit und gegen Gedächtnisschwäche. Kalte Hände und Füße werden wieder besser durchblutet und warm.
Außerdem hat Bärlauch eine sehr starke antibiotische Wirkung. Selbst kleine Mengen töten zuverlässig Bakterien in Mund- und Rachenraum und sogar noch im Magen ab. Wir werden also von den fiesen Erkältungen, die den Wechsel der Jahreszeit oft begleiten, eher verschont.

die Blüte des Bärlauchs

Das wohl beste Argument ist jedoch sein unglaublich leckerer Geschmack.

Ihr könnt mit Bärlauch viele verschiedene Sachen kochen und zubereiten.

 


Am beliebtesten ist sicher das Bärlauchpesto. Hier ein einfaches Rezept:

250g frischer Bärlauch, gewaschen und ganz trocken
175 ml gutes Öl (z.B. Olivenöl)
40g Parmesan, gerieben
40g Samen oder Nüsse, z.B. Sonnenblumenkerne, Pinienkerne
etwas Salt und Pfeffer
bei Bedarf ein bisschen Knoblauch

Der Bärlauch muss unbedingt ganz trocken sein, da sonst das Pesto wegen zu viel Feuchtigkeit schnell verdirbt. Püriert alles in der Küchenmaschine oder mit dem Stabmixer. Ich gebe den Käse zum Schluss hinzu und variiere da auch gern die Menge, so dass eine schön cremige Konsistenz herauskommt.
Füllt das fertige Pesto in sehr! saubere Gläschen. Ich nehme immer viele kleine Gläser, anstatt einiger großer. Auch die Gläser müssen ganz trocken sein. Bedeckt das fertig eingefüllte Pesto mit einer großzügigen Schicht Öl und füllt dies auch immer wieder nach, wenn Ihr Pesto entnommen habt. So bleibt es viele Wochen und Monate lang frisch.

Am besten ist es, den Bärlauch frisch zu essen. Einfach so aufs Brot, über den Salat gestreut, in Quark oder Frischkäse oder eben als Pesto.

Allerdings lassen sich auch Flammkuchen oder Pizza, diverse Saucen und Fleischgerichte damit verfeinern. Das Pesto schmeckt großartig zu allerlei Nudelgerichten und auch Bärlauchspätzle sind ein Gedicht. Probiert euch einfach aus und genießt die kurze Freude.

Haltbar machen könnt Ihr den Bärlauch auch durch einfrieren. Entweder klein gehackt in Eiswürfelformen, als Bärlauchbutter (gute Butter, Bärlauch, ein bisschen Salz), Bärlauchsalz oder Bärlauchöl.

Ich wünsche Euch nun ganz viel Spaß mit diesen vielen Anregungen.

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Frühlingskräuter

Es geht endlich wieder los. Natürlich mit regionalen Unterschieden, aber es ist wohl unverkennbar: Der Frühling ist da!
Zeit, endlich wieder in der Natur unterwegs zu sein und frische Kräuter zu sammeln.

Aber was kann man denn jetzt eigentlich schon finden?
Eine ganze Menge sogar!

Im Folgenden möchte ich euch einiges davon ganz kurz vorstellen.


Da wäre zum ersten das Scharbockskraut.

Blätter und Blüten des Scharbockskrauts

Das Scharbockskraut erkennt man gut an seinen herzförmigen Blättern, die wie lackiert in der Sonne glänzen. Sieht man die schönen leuchtend gelben Blüten, sollte man das Scharbockskraut nicht mehr ernten, da es dann schon zu viel Alkaloid (wirkt negativ auf die Organe und die Blätter können dann Reizungen der Schleimhaut verursachen) enthält.

Das Scharbockskraut enthält große Mengen an Vitamin C, Saponinen und Gerbstoffen. Es reinigt das Blut und wirkt daher unter anderem bei Hautunreinheiten.


Weiter geht es mit sehr leckerem und würzigem wilden Schnittlauch.

Der wilde Schnittlauch ist ganz einfach zu erkennen, sieht er doch genau so aus wie das beliebte Küchenkraut. Noch sind seine Blättchen ganz zart und hellgrün. Reißt man ein Blatt ab, riecht es sehr charakteristisch nach Zwiebel – wie Schnittlauch eben riecht. Die wilde Form ist aber ungemein würziger als so ziemlich alles, was man in Töpfen oder selbst gezogen finden kann.

Wilder Schnittlauch enthält viel Vitamin C, Magnesium und Eisen. Das enthaltene Allicin (daher der Zwiebelgeruch) wirkt antibakteriell. Allgemein regt er den Stoffwechsel an und wirkt blutreinigend.

Schnittlauch sollte am besten roh gegessen werden, da beim Erhitzen die ätherischen Öle zu schnell verfliegen. Lose auf ein lecker belegtes Brot oder Butterbrot gestreut, nach dem Kochen auf ein Gericht oder aber in dem beliebten Kräuterquark bzw. Kräuterbutter verarbeitet, kann er seine Wirkung am besten entfalten.


Auch der beliebte Bärlauch sprießt jetzt schon vielerorts.

ein ganzer Wald voller Bärlauch

Ah, der Bärlauch! Von so vielen inzwischen geliebt und geschätzt. Der Bärlauch ist ein ganz wundervolles Wildkraut und wirkt auf unseren Körper außerordentlich positiv.

So enthält er große Mengen an ätherischen Ölen, Allicin, viel Vitamin C und Kalium, sowie Mangan. Diese Inhaltsstoffe wirken sich positiv auf unser Herz- Kreislaufsystem aus. Bärlauch beeinflusst den Cholesterinspiegel positiv und wirkt allgemein stärkend durch seine entzündungshemmende und stoffwechselanregende Wirkung.

Bärlauch verfeinert nicht nur viele Speisen und Suppen, er kann auch ganz wunderbar zu Pesto, Bärlauchöl oder Bärlauchbutter verarbeitet werden und so länger haltbar gemacht werden.

Hier findet Ihr einen vollständigen Artikel über den Bärlauch.


Gundermann ist auch schon zu finden.

die ganz jungen Blätter des Gudermanns

Am Gundermann scheiden sich ja so ein bisschen die Geister. Entweder man mag ihn oder man kann ihn so gar nicht ausstehen.
Aber der Gundermann ist ein hervorragendes Wildkraut und so lohnt sich ein Versuch allemal. Er eignet sich bestens als würzige Zutat zu Salaten, Suppen und Eierspeisen. Wie viele andere Kräuter auch, kann er super in Kräuterbutter oder Kräuterquark verarbeitet werden. Bitte lasst aber Vorsicht walten, da sein Geschmack sehr intensiv ist. Tastet euch lieber vorsichtig an das gewünschte Ergebnis ran. Die Blüten eignen sich hervorragend als essbare Dekoration.

Im Gundermann sind viele verschiedene Bitterstoffe, Gerbstoffe und ätherische Öle enthalten. Außerdem auch hier Vitamin C und Kalium.

So wirkt er anregend auf das Magen- Darmsystem und die Ausscheidungsorgane. Auch der Stoffwechsel soll durch den Genuss des Gundermanns positiv beeinflusst werden.


Junger Löwenzahn ist dabei, seine Blätter zu entfalten. 

sehr junge Blätter des Löwenzahns

Der Löwenzahn ist vor allem jetzt, wo seine Blätter noch sehr jung und zart und noch nicht so furchtbar bitter, eine absolute Bereicherung für unseren Speiseplan. Im weiteren Verlauf des Jahres werden die Blüten noch einmal interessant, aber dann war es da auch schon. Deswegen zählt der Löwenzahn für mich zu den absoluten Frühlingskräutern, obwohl er ganzjährig zu finden ist.

Am allerbesten nimmt man die jungen, ganz zarten Blättchen aus der Mitte der Rosette, in der der Löwenzahn wächst. Sie enthalten noch am wenigsten Bitterstoffe. So kann der junge Löwenzahn sofort in den Salat wandern. Manche empfehlen ihn als Kochzutat, ich ganz persönlich finde es nicht so geeignet, da von den zarten Blättern nicht viel übrig bleibt. Man würde also sehr viele der Blättchen benötigen und der Pflanze ggf. schaden.

Löwenzahn ist extrem gesund und enthält viele sehr nützliche Inhaltsstoffe. Allen voran die Bitterstoffe, die die Verdauung anregen. Aber auch der sehr hohe Gehalt an Kalium, Vitamin C, Magnesium und weiteren Mineralstoffen machen den Löwenzahn für uns so wertvoll. Löwenzahn wirkt demnach allgemein stärkend und kräftigend und kann bei allerlei Beschwerden mit Verdauung und vor allem Leber helfen.

Hier findet Ihr einen ganzen Artikel über den Löwenzahn.


Die Vogelmiere war ja den ganzen Winter über zu finden, aber die ganz frischen Triebe sind eine Delikatesse. 

frische, saftige Vogelmiere

Da die Vogelmiere so einfach und leicht zu erkennen ist, ist sie das perfekte Wildkraut für Einsteiger und Kinder. Der milde Geschmack findet bei den meisten Menschen großen Anklang.

Man erntet alle Teile der Vogelmiere – Stängel, Blätter und Blüten (die auch jetzt schon zu sehen sind) sind essbar.

Ich empfehle die Vogelmiere frisch zu essen, da beim Kochen nicht viel von übrig bleibt. Sie eignet sich hervorragend als Grundlage für viele verschiedene Salate oder einfach als kleinen Snack für zwischendurch.

Die Vogelmiere hat einen sehr hohen Anteil an Calcium, sehr viel Kalium, Eisen und Magnesium, sowie viele wichtige Vitamine und Mineralstoffe.

So wirkt sie unglaublich positiv und stärkend auf unseren gesamten Organismus, auf Knochen und Zähne, die Blutbildung und den Verdauungstrakt.

Bei Hautausschlägen kann eine Salbe aus Vogelmiere hilfreich sein.


Sauerampfer wächst tatsächlich auch schon. 

die ersten zarten Blättchen des Sauerampfers

Man erkennt ihn ganz zweifelsfrei an seinen Blättern, die wie Speerspitzen aussehen und seinen mild säuerlichen Geschmack. Der Sauerampfer ergibt eine wundervolle Zutat für einen frischen Frühlingssalat, man kann ihn aber auch als Füllung in Nudeln oder Teigtaschen geben oder Suppen damit herrlich aufpeppen. Kombiniert mit anderem Gemüse oder auch im Kräuterquark ist er ein Gedicht!

Im Sauerampfer sind große Mengen an Vitamin C, Eisen und Gerbstoffen enthalten. Er wirkt somit positiv auf die Blutbildung und das Immunsystem. Die enthaltenen Gerbstoffe stärken den Magen-Darmtrakt.


Meine liebste Knoblauchsrauke lässt auch schon ihre zarten aber sehr würzigen Blättchen emporwachsen. 

junge Knoblauchsrauke

Die Knoblauchsrauke ist dem wilden Schnittlauch und dem Bärlauch sehr ähnlich, allerdings ist ihr Duft und Geschmack wesentlich zarter und delikater.

Die Knoblauchsrauke ist eine 2jährige Pflanze. Oft sehen die Blätter im 1. und im 2. Jahr sehr unterschiedlich aus – es handelt sich aber um die selbe Pflanze. Wenn ihr also an einem Standort eine Knoblauchsrauke gefunden habt wundert euch nicht, wenn sie im nächsten Jahr anders aussieht. Auch hier ist der typische Geruch und Geschmack nach Knoblauch zu finden. Man kann die Blätter und zarten Triebspitzen in alle möglichen Gerichte tun. Für Suppen, Kräuterquark oder in Aufläufe. Auch für Kräuterbutter oder Pesto eignet sie sich ganz wunderbar.

Durch die enthaltenen Saponine und Senfölglykoside, reichlich Vitamin A und C und viele Mineralstoffe wirkt die Knoblauchsrauke entzündungshemmend und antibakteriell. Sie regt die Verdauung an und wirkt harntreibend und blutreinigend.


Ihr seht also, es lässt sich schon ganz viel schmackhaftes finden, dass auch noch unseren Körper gut tut. Denn in all diesen Frühlingskräutern stecken riesige Mengen an Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen. Wenn Ihr sehr unter der allseits bekannten Frühjahrsmüdigkeit leidet, dann versucht immer mal ein paar Wildkräuter zu essen. Geht bei jeder Gelegenheit in die Natur. Tankt Sonne und Sauerstoff und bringt Euch dabei gleich einen leckeren Salat mit. Oder macht die Kräuter in Quark oder Frischkäse oder zaubert die allseits beliebte Grüne Soße.

Wenn Ihr dazu noch ausgewogen esst und Euren Körper mit einer Extraportion Vitaminen versorgt, dann könnt Ihr der Frühjahrsmüdigkeit bald Adé sagen.

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Kräuterportrait – die Vogelmiere

Die Vogelmiere, Stellaria media, ist eine ganz erstaunliche Pflanze. Von vielen unwissenden Gärtner als fürchterliches Unkraut abgetan, bekommt sie doch in letzter Zeit zumindest einen Teil der Aufmerksamkeit, die ihr zusteht. Da sie ganzjährig zu finden ist, also auch jetzt noch, möchte ich sie euch ein bisschen näher vorstellen.

Vogelmiere wächst ganzjährig, hier ein Bild aus dem sehr zeitigen Frühjahr

Die Vogelmiere ist in ganz Europa und durch ihre extreme Anpassungsfähigkeit auch im Rest der Welt zu finden. Sie hat einige Verwandte, wie zum Beispiel die Sternmiere. Da sie sehr gut zu bestimmen ist, eignet sie sich auch hervorragend für Einsteiger oder Kinder zum Sammeln.

Merkmale:

  • die Vogelmiere blüht fast ganzjährig mit kleinen weißen Blüten, sie haben meist 5 Blütenblätter die sehr tief eingeschnitten sind
  • am Stängel verläuft 1 Streifen kleiner, heller Härchen, der Rest ist unbehaart
  • zieht man den Stängel vorsichtig auseinander, verbleibt im Inneren ein Strang
  • die Blättchen sind gegenständig am Stiel angeordnet, leicht behaart und sehr delikat
    im Schattenbild erkennt man gut die eine Reihe Haare am Stängel

    Verwechseln kann man die Vogelmiere mit anderen Mierenarten, Hornkräutern (nicht giftig, aber hart und nicht sehr geschmackvoll), dem Ehrenpreis (mit dem sie gern in Gesellschaft wächst, der auch ein wunderbares essbares Wildkraut ist) und dem Acker-Gauchheil (Blüten rot oder blau, leicht giftig).

Die Vogelmiere enthält als wichtigste Inhaltsstoffe Calcium, Kalium, Magnesium und Eisen, Vitamine A, C und B. Da sie auch Saponine enthält, bitte nur in Maßen genießen. Es empfiehlt sich, die Vogelmiere ausschließlich roh zu verzehren, da beim Erwärmen nicht viel von dem zarten Kraut übrig bleibt.
Da sie ganzjährig wächst, ist eine Vorratshaltung unnötig, allerdings kann man die Vogelmiere auch wunderbar auf dem Balkon oder Fensterbrett ziehen und hat so immer frisches Kraut vor Ort.

Hier noch ein kleines aber sehr nützliches Rezept:

Vogelmierensalbe – bei Kinderekzemen und juckenden Ausschlägen

250g Olivenöl und 25g Bienenwachs erhitzen, so viel Vogelmiere dazugeben, dass sie gerade noch bedeckt ist. Das Ganze mehrere Stunden auf ganz kleiner Flamme köcheln lassen. Danach durch ein Tuch pressen und abfüllen.

Ich wünsche euch ganz viel Spaß beim Sammeln und vernaschen.

Wenn ihr mehr über Käuter und ihre Verwenung wissen möchtet, empfehle ich euch meine Seminare in Berlin.

Für alle, die noch ein schönes kräutriges Weihnachtsgeschenk suchen: Anwens Kräuter Quickie. DAS Buch für Einsteiger ins Thema Kräuterkunde.

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Kräuterportrait – der Löwenzahn

die leuchtend gelben Blüten des Löwenzahns

Im Moment sieht man ihn überall! Seine leuchtend gelben Blüten sind schon von Weitem zu sehen und bilden manchmal ganze Teppiche. Der Löwenzahn.

Auch der Löwenzahn ist eine furchtbar verkannte Pflanze. Viele Gärtner führen regelrecht Krieg gegen ihn. Dabei wäre es so einfach: aufessen lautet die Devise. Denn der Löwenzahn ist eine wertvolle Wildpflanze mit vielfältigen Vorzügen.

Blätter und Blüten

Aber beginnen wir am Anfang. Der Löwenzahn ,Taraxacum officinale, wird wohl von den meisten gut und sicher erkannt. Die stark gezackten Blätter bilden Rosetten auf dem Boden und die Blüte mit ihren vielen gelben Blütenblättern sitzt an einem langen Stängel in der Mitte. Pflückt man diesen Stängel ab, tritt der charakteristische weiße Pflanzensaft aus, Stängel und Blattstiele sind immer hohl. Der Löwenzahn hat eine bisweilen sehr lange und starke Pfahlwurzel, aus der er immer wieder austreibt, wenn nur die Blätter entfernt werden.


Eine Verwechslung ist kaum gegeben. Nimmt man sämtliche Bestimmungsmerkmale zur Hilfe, so ist ein Löwenzahn recht deutlich zu erkennen. Einzig das Habichtskraut, der Wiesenbocksbart und einige Gänsedistelarten haben ähnliche Blüten, aber andere Blätter und einen hohen Wuchs ohne bodennahe Blattrosette. Der Hainsalat ist sehr ähnlich, hat aber deutlich weniger Blütenblätter.
Da alle genannten Arten essbar sind, wäre eine Verwechslung nicht tragisch.


Vom Löwenzahn lassen sich fast alle Teile verwenden. Aus den Blüten lassen sich Gelees oder ein sehr schmackhafter Sirup, der sogenannte Löwenzahnhonig, herstellen. Die Blätter eignen sich jung als wunderbarer Salat (vorher in Wasser ziehen lassen, dann ist es nicht mehr so bitter) und aus der Wurzel lässt sich ein Kaffee-Ersatz herstellen bzw. man kann sie auch als Gemüse essen.

die Blüte im Detail

Löwenzahn ist extrem gesund und enthält viele sehr nützliche Inhaltsstoffe. Allen voran die Bitterstoffe, die die Verdauung anregen. Aber auch der sehr hohe Gehalt an Kalium, Vitamin C, Magnesium und weiteren Mineralstoffen machen den Löwenzahn für uns so wertvoll. Löwenzahn wirkt demnach allgemein stärkend und kräftigend und wird in der Heilkunde unter anderem zur Anregung der Gallentätigkeit genutzt (Bitterstoffe) und als Mittel zur Bluteinigung, Leber- und Magenheilkunde.

Der weiße Saft kann gegen Warzen helfen.

Ihr wollt mehr über allerlei Kräuter und Wildpflanzen wissen? Dann sind meine Seminare und Kräuterwanderungen genau das Richtige für Euch.

 

 

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Pflanzenportrait – die Brennnessel

die Brennhaare im Detail; Foto: Stefanie Ziege

Die Brennnessel ist wohl allen von uns sehr geläufig. Im zeitigen Frühjahr kann man sie schon wachsen sehen, im Sommer steht die große Brennnessel, Urtica dioica, dann bist zu 1,50m hoch.

Ihre kräftig grünen, an den Rändern gezahnten Blätter und auch die Stängel sind überzogen mit den kleinen Brennhaaren.

Trotz ihrer Wehrhaftigkeit lohnt es sich sehr, die Brennnessel zu sammeln. Man findet sie ja auch quasi an jeder Ecke. Auch das Haltbarmachen durch Trocknen gelingt ohne große Probleme, so dass man sich für den Winter einen guten Vorrat anlegen kann. Man achte beim Sammeln darauf, dass die Brennnessel eine ganz wichtige Schmetterlingspflanze ist. Bitte nur sammeln, wenn sich keine Eier oder Raupen auf ihr befinden und auch immer nur von wenigen Pflanzen vom jeweiligen Standort Teile entnehmen.

sehr junge Brennnesseln im zeitigen Frühjahr

Man sammelt in der Regel nur die obersten Triebspitzen. Dort sind die Blätter jung und zart. Möchte man die Brennnessel für Tee trocknen, dann schneidet man ca. 40-50 cm der Pflanze ab, bündelt sie und hängt sie kopfüber auf.

Die Samen der weiblichen Fruchtstände werden im späten Sommer geerntet, gerade wenn sich ihre Farbe von grün zu gelblich verändert. Bitte achtet darauf, wirklich die weiblichen Fruchtstände zu erwischen. Sie hängen in länglichen Fäden an den Blattachsen herunter.
Die männlichen hingegen sind deutlich kürzer und stehen waagerecht oder sogar leicht schräg nach oben ab. In diesen befinden sich natürlich keine Früchte.

die weiblichen Fruchtstände, Foto: Stefanie Ziege

Einige Ideen, was ihr mit der Brennnessel alles anstellen könnt:

  • frisch oder getrocknet als Tee
  • ein kräftiger Auszug als Haarspülung
  • frisch gekocht in allerlei Aufläufen und Eintöpfen
  • als Zugabe oder Ersatz für Spinat
  • als Tinktur bei Rheuma oder Gicht und als Haarwuchsmittel
  • Samen als Zugabe zum Müsli oder auf dem Salat

Die Brennnessel enthält viele wertvolle Inhaltsstoffe in sehr hohen Konzentrationen, wie zum Beispiel Magnesium, Kalium, Eisen und Kieselsäure, viel Eiweiß und verschiedene Vitamine. In den Samen sind wichtigen Omega-Säuren enthalten.

Sie wird deshalb traditionell zur Nahrungsergänzung und zur allgemeinen Stärkung des Körpers eingesetzt. Bei der Blutbildung, sowie der Stärkung von Haaren und Fingernägeln ist sie einsame Sitze. Seit jeher wird sie durch ihre harntreibende Wirkung gern bei Blasenentzündung genommen und kann auch bei Rheuma und Gicht hilfreich sein.

Einige schöne Rezepte findet ihr in diesem Blog. 

mein besonderer Tipp:
Solltet ihr die Brennnessel in euren Speiseplan mit aufnehmen wollen, tastet euch bitte unbedingt erst mit kleinen Mengen heran. Oft wird eine große Menge aufgrund des hohen Nährstoffgehalts nicht gut vertragen.

 

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