Kräuterportrait – der Bärlauch

Kein anderes Wildkraut hat in den letzten Jahren so viel Aufmerksamkeit bekommen wie der Bärlauch. Und wie ich meine, ganz zu recht, denn er ist ein so wunderbares Kraut, dass man gar nicht um ihn herumkommt.

ein ganzer Wald voller Bärlauch

Der Bärlauch, Allium Ursinum, kommt hauptsächlich in lichten Wäldern vor. Gern hat er es ein bisschen feuchter. Fühlt er sich wohl, breitet er sich schnell aus und bildet ganze Teppiche. So findet man derzeit ganze Wälder, deren Boden komplett grün ist vom Bärlauch. Er vermehrt sich durch seine Zwiebeln und auch durch Blüten, so dass eine Ernte der Blätter die Pflanze überhaupt nicht beeinträchtigt, solange man nicht ganze Felder ausreißt oder platt tritt. Respekt vor den Gaben der Natur sollte immer unser Begleiter sein, wenn wir Wildpflanzen ernten.

Im Bärlauch finden wir viele Stoffe, die ihn zu einem tollen Kraut für eine Frühjahrskur machen:
Allicin (eine Aminosäure), große Mengen an Vitamin C, ätherische Öle, Mineralsalze und Eisen.

die Blätter des Bärlauchs – Quelle Wikipedia, common licence

So regt er den Appetit und die Verdauung an, vor allem die Galle. Bärlauch reinigt die Blutbahnen und beugt somit Arterienverkalkung vor. Er fördert die Durchblutung und reinigt das Blut. Somit hilft er gegen die bekannte Frühjahrsmüdigkeit und gegen Gedächtnisschwäche. Kalte Hände und Füße werden wieder besser durchblutet und warm.
Außerdem hat Bärlauch eine sehr starke antibiotische Wirkung. Selbst kleine Mengen töten zuverlässig Bakterien in Mund- und Rachenraum und sogar noch im Magen ab. Wir werden also von den fiesen Erkältungen, die den Wechsel der Jahreszeit oft begleiten, eher verschont.

die Blüte des Bärlauchs

Das wohl beste Argument ist jedoch sein unglaublich leckerer Geschmack.

Ihr könnt mit Bärlauch viele verschiedene Sachen kochen und zubereiten.

 


Am beliebtesten ist sicher das Bärlauchpesto. Hier ein einfaches Rezept:

250g frischer Bärlauch, gewaschen und ganz trocken
175 ml gutes Öl (z.B. Olivenöl)
40g Parmesan, gerieben
40g Samen oder Nüsse, z.B. Sonnenblumenkerne, Pinienkerne
etwas Salt und Pfeffer
bei Bedarf ein bisschen Knoblauch

Der Bärlauch muss unbedingt ganz trocken sein, da sonst das Pesto wegen zu viel Feuchtigkeit schnell verdirbt. Püriert alles in der Küchenmaschine oder mit dem Stabmixer. Ich gebe den Käse zum Schluss hinzu und variiere da auch gern die Menge, so dass eine schön cremige Konsistenz herauskommt.
Füllt das fertige Pesto in sehr! saubere Gläschen. Ich nehme immer viele kleine Gläser, anstatt einiger großer. Auch die Gläser müssen ganz trocken sein. Bedeckt das fertig eingefüllte Pesto mit einer großzügigen Schicht Öl und füllt dies auch immer wieder nach, wenn Ihr Pesto entnommen habt. So bleibt es viele Wochen und Monate lang frisch.

Am besten ist es, den Bärlauch frisch zu essen. Einfach so aufs Brot, über den Salat gestreut, in Quark oder Frischkäse oder eben als Pesto.

Allerdings lassen sich auch Flammkuchen oder Pizza, diverse Saucen und Fleischgerichte damit verfeinern. Das Pesto schmeckt großartig zu allerlei Nudelgerichten und auch Bärlauchspätzle sind ein Gedicht. Probiert euch einfach aus und genießt die kurze Freude.

Haltbar machen könnt Ihr den Bärlauch auch durch einfrieren. Entweder klein gehackt in Eiswürfelformen, als Bärlauchbutter (gute Butter, Bärlauch, ein bisschen Salz), Bärlauchsalz oder Bärlauchöl.

Ich wünsche Euch nun ganz viel Spaß mit diesen vielen Anregungen.

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Frühlingskräuter

Es geht endlich wieder los. Natürlich mit regionalen Unterschieden, aber es ist wohl unverkennbar: Der Frühling ist da!
Zeit, endlich wieder in der Natur unterwegs zu sein und frische Kräuter zu sammeln.

Aber was kann man denn jetzt eigentlich schon finden?
Eine ganze Menge sogar!

Im Folgenden möchte ich euch einiges davon ganz kurz vorstellen.


Da wäre zum ersten das Scharbockskraut.

Blätter und Blüten des Scharbockskrauts

Das Scharbockskraut erkennt man gut an seinen herzförmigen Blättern, die wie lackiert in der Sonne glänzen. Sieht man die schönen leuchtend gelben Blüten, sollte man das Scharbockskraut nicht mehr ernten, da es dann schon zu viel Alkaloid (wirkt negativ auf die Organe und die Blätter können dann Reizungen der Schleimhaut verursachen) enthält.

Das Scharbockskraut enthält große Mengen an Vitamin C, Saponinen und Gerbstoffen. Es reinigt das Blut und wirkt daher unter anderem bei Hautunreinheiten.


Weiter geht es mit sehr leckerem und würzigem wilden Schnittlauch.

Der wilde Schnittlauch ist ganz einfach zu erkennen, sieht er doch genau so aus wie das beliebte Küchenkraut. Noch sind seine Blättchen ganz zart und hellgrün. Reißt man ein Blatt ab, riecht es sehr charakteristisch nach Zwiebel – wie Schnittlauch eben riecht. Die wilde Form ist aber ungemein würziger als so ziemlich alles, was man in Töpfen oder selbst gezogen finden kann.

Wilder Schnittlauch enthält viel Vitamin C, Magnesium und Eisen. Das enthaltene Allicin (daher der Zwiebelgeruch) wirkt antibakteriell. Allgemein regt er den Stoffwechsel an und wirkt blutreinigend.

Schnittlauch sollte am besten roh gegessen werden, da beim Erhitzen die ätherischen Öle zu schnell verfliegen. Lose auf ein lecker belegtes Brot oder Butterbrot gestreut, nach dem Kochen auf ein Gericht oder aber in dem beliebten Kräuterquark bzw. Kräuterbutter verarbeitet, kann er seine Wirkung am besten entfalten.


Auch der beliebte Bärlauch sprießt jetzt schon vielerorts.

ein ganzer Wald voller Bärlauch

Ah, der Bärlauch! Von so vielen inzwischen geliebt und geschätzt. Der Bärlauch ist ein ganz wundervolles Wildkraut und wirkt auf unseren Körper außerordentlich positiv.

So enthält er große Mengen an ätherischen Ölen, Allicin, viel Vitamin C und Kalium, sowie Mangan. Diese Inhaltsstoffe wirken sich positiv auf unser Herz- Kreislaufsystem aus. Bärlauch beeinflusst den Cholesterinspiegel positiv und wirkt allgemein stärkend durch seine entzündungshemmende und stoffwechselanregende Wirkung.

Bärlauch verfeinert nicht nur viele Speisen und Suppen, er kann auch ganz wunderbar zu Pesto, Bärlauchöl oder Bärlauchbutter verarbeitet werden und so länger haltbar gemacht werden.

Hier findet Ihr einen vollständigen Artikel über den Bärlauch.


Gundermann ist auch schon zu finden.

die ganz jungen Blätter des Gudermanns

Am Gundermann scheiden sich ja so ein bisschen die Geister. Entweder man mag ihn oder man kann ihn so gar nicht ausstehen.
Aber der Gundermann ist ein hervorragendes Wildkraut und so lohnt sich ein Versuch allemal. Er eignet sich bestens als würzige Zutat zu Salaten, Suppen und Eierspeisen. Wie viele andere Kräuter auch, kann er super in Kräuterbutter oder Kräuterquark verarbeitet werden. Bitte lasst aber Vorsicht walten, da sein Geschmack sehr intensiv ist. Tastet euch lieber vorsichtig an das gewünschte Ergebnis ran. Die Blüten eignen sich hervorragend als essbare Dekoration.

Im Gundermann sind viele verschiedene Bitterstoffe, Gerbstoffe und ätherische Öle enthalten. Außerdem auch hier Vitamin C und Kalium.

So wirkt er anregend auf das Magen- Darmsystem und die Ausscheidungsorgane. Auch der Stoffwechsel soll durch den Genuss des Gundermanns positiv beeinflusst werden.


Junger Löwenzahn ist dabei, seine Blätter zu entfalten. 

sehr junge Blätter des Löwenzahns

Der Löwenzahn ist vor allem jetzt, wo seine Blätter noch sehr jung und zart und noch nicht so furchtbar bitter, eine absolute Bereicherung für unseren Speiseplan. Im weiteren Verlauf des Jahres werden die Blüten noch einmal interessant, aber dann war es da auch schon. Deswegen zählt der Löwenzahn für mich zu den absoluten Frühlingskräutern, obwohl er ganzjährig zu finden ist.

Am allerbesten nimmt man die jungen, ganz zarten Blättchen aus der Mitte der Rosette, in der der Löwenzahn wächst. Sie enthalten noch am wenigsten Bitterstoffe. So kann der junge Löwenzahn sofort in den Salat wandern. Manche empfehlen ihn als Kochzutat, ich ganz persönlich finde es nicht so geeignet, da von den zarten Blättern nicht viel übrig bleibt. Man würde also sehr viele der Blättchen benötigen und der Pflanze ggf. schaden.

Löwenzahn ist extrem gesund und enthält viele sehr nützliche Inhaltsstoffe. Allen voran die Bitterstoffe, die die Verdauung anregen. Aber auch der sehr hohe Gehalt an Kalium, Vitamin C, Magnesium und weiteren Mineralstoffen machen den Löwenzahn für uns so wertvoll. Löwenzahn wirkt demnach allgemein stärkend und kräftigend und kann bei allerlei Beschwerden mit Verdauung und vor allem Leber helfen.

Hier findet Ihr einen ganzen Artikel über den Löwenzahn.


Die Vogelmiere war ja den ganzen Winter über zu finden, aber die ganz frischen Triebe sind eine Delikatesse. 

frische, saftige Vogelmiere

Da die Vogelmiere so einfach und leicht zu erkennen ist, ist sie das perfekte Wildkraut für Einsteiger und Kinder. Der milde Geschmack findet bei den meisten Menschen großen Anklang.

Man erntet alle Teile der Vogelmiere – Stängel, Blätter und Blüten (die auch jetzt schon zu sehen sind) sind essbar.

Ich empfehle die Vogelmiere frisch zu essen, da beim Kochen nicht viel von übrig bleibt. Sie eignet sich hervorragend als Grundlage für viele verschiedene Salate oder einfach als kleinen Snack für zwischendurch.

Die Vogelmiere hat einen sehr hohen Anteil an Calcium, sehr viel Kalium, Eisen und Magnesium, sowie viele wichtige Vitamine und Mineralstoffe.

So wirkt sie unglaublich positiv und stärkend auf unseren gesamten Organismus, auf Knochen und Zähne, die Blutbildung und den Verdauungstrakt.

Bei Hautausschlägen kann eine Salbe aus Vogelmiere hilfreich sein.


Sauerampfer wächst tatsächlich auch schon. 

die ersten zarten Blättchen des Sauerampfers

Man erkennt ihn ganz zweifelsfrei an seinen Blättern, die wie Speerspitzen aussehen und seinen mild säuerlichen Geschmack. Der Sauerampfer ergibt eine wundervolle Zutat für einen frischen Frühlingssalat, man kann ihn aber auch als Füllung in Nudeln oder Teigtaschen geben oder Suppen damit herrlich aufpeppen. Kombiniert mit anderem Gemüse oder auch im Kräuterquark ist er ein Gedicht!

Im Sauerampfer sind große Mengen an Vitamin C, Eisen und Gerbstoffen enthalten. Er wirkt somit positiv auf die Blutbildung und das Immunsystem. Die enthaltenen Gerbstoffe stärken den Magen-Darmtrakt.


Meine liebste Knoblauchsrauke lässt auch schon ihre zarten aber sehr würzigen Blättchen emporwachsen. 

junge Knoblauchsrauke

Die Knoblauchsrauke ist dem wilden Schnittlauch und dem Bärlauch sehr ähnlich, allerdings ist ihr Duft und Geschmack wesentlich zarter und delikater.

Die Knoblauchsrauke ist eine 2jährige Pflanze. Oft sehen die Blätter im 1. und im 2. Jahr sehr unterschiedlich aus – es handelt sich aber um die selbe Pflanze. Wenn ihr also an einem Standort eine Knoblauchsrauke gefunden habt wundert euch nicht, wenn sie im nächsten Jahr anders aussieht. Auch hier ist der typische Geruch und Geschmack nach Knoblauch zu finden. Man kann die Blätter und zarten Triebspitzen in alle möglichen Gerichte tun. Für Suppen, Kräuterquark oder in Aufläufe. Auch für Kräuterbutter oder Pesto eignet sie sich ganz wunderbar.

Durch die enthaltenen Saponine und Senfölglykoside, reichlich Vitamin A und C und viele Mineralstoffe wirkt die Knoblauchsrauke entzündungshemmend und antibakteriell. Sie regt die Verdauung an und wirkt harntreibend und blutreinigend.


Ihr seht also, es lässt sich schon ganz viel schmackhaftes finden, dass auch noch unseren Körper gut tut. Denn in all diesen Frühlingskräutern stecken riesige Mengen an Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen. Wenn Ihr sehr unter der allseits bekannten Frühjahrsmüdigkeit leidet, dann versucht immer mal ein paar Wildkräuter zu essen. Geht bei jeder Gelegenheit in die Natur. Tankt Sonne und Sauerstoff und bringt Euch dabei gleich einen leckeren Salat mit. Oder macht die Kräuter in Quark oder Frischkäse oder zaubert die allseits beliebte Grüne Soße.

Wenn Ihr dazu noch ausgewogen esst und Euren Körper mit einer Extraportion Vitaminen versorgt, dann könnt Ihr der Frühjahrsmüdigkeit bald Adé sagen.

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Kräuterportrait – die Vogelmiere

Die Vogelmiere, Stellaria media, ist eine ganz erstaunliche Pflanze. Von vielen unwissenden Gärtner als fürchterliches Unkraut abgetan, bekommt sie doch in letzter Zeit zumindest einen Teil der Aufmerksamkeit, die ihr zusteht. Da sie ganzjährig zu finden ist, also auch jetzt noch, möchte ich sie euch ein bisschen näher vorstellen.

Vogelmiere wächst ganzjährig, hier ein Bild aus dem sehr zeitigen Frühjahr

Die Vogelmiere ist in ganz Europa und durch ihre extreme Anpassungsfähigkeit auch im Rest der Welt zu finden. Sie hat einige Verwandte, wie zum Beispiel die Sternmiere. Da sie sehr gut zu bestimmen ist, eignet sie sich auch hervorragend für Einsteiger oder Kinder zum Sammeln.

Merkmale:

  • die Vogelmiere blüht fast ganzjährig mit kleinen weißen Blüten, sie haben meist 5 Blütenblätter die sehr tief eingeschnitten sind
  • am Stängel verläuft 1 Streifen kleiner, heller Härchen, der Rest ist unbehaart
  • zieht man den Stängel vorsichtig auseinander, verbleibt im Inneren ein Strang
  • die Blättchen sind gegenständig am Stiel angeordnet, leicht behaart und sehr delikat
    im Schattenbild erkennt man gut die eine Reihe Haare am Stängel

    Verwechseln kann man die Vogelmiere mit anderen Mierenarten, Hornkräutern (nicht giftig, aber hart und nicht sehr geschmackvoll), dem Ehrenpreis (mit dem sie gern in Gesellschaft wächst, der auch ein wunderbares essbares Wildkraut ist) und dem Acker-Gauchheil (Blüten rot oder blau, leicht giftig).

Die Vogelmiere enthält als wichtigste Inhaltsstoffe Calcium, Kalium, Magnesium und Eisen, Vitamine A, C und B. Da sie auch Saponine enthält, bitte nur in Maßen genießen. Es empfiehlt sich, die Vogelmiere ausschließlich roh zu verzehren, da beim Erwärmen nicht viel von dem zarten Kraut übrig bleibt.
Da sie ganzjährig wächst, ist eine Vorratshaltung unnötig, allerdings kann man die Vogelmiere auch wunderbar auf dem Balkon oder Fensterbrett ziehen und hat so immer frisches Kraut vor Ort.

Hier noch ein kleines aber sehr nützliches Rezept:

Vogelmierensalbe – bei Kinderekzemen und juckenden Ausschlägen

250g Olivenöl und 25g Bienenwachs erhitzen, so viel Vogelmiere dazugeben, dass sie gerade noch bedeckt ist. Das Ganze mehrere Stunden auf ganz kleiner Flamme köcheln lassen. Danach durch ein Tuch pressen und abfüllen.

Ich wünsche euch ganz viel Spaß beim Sammeln und vernaschen.

Wenn ihr mehr über Käuter und ihre Verwenung wissen möchtet, empfehle ich euch meine Seminare in Berlin.

Für alle, die noch ein schönes kräutriges Weihnachtsgeschenk suchen: Anwens Kräuter Quickie. DAS Buch für Einsteiger ins Thema Kräuterkunde.

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Kräuterportrait – der Löwenzahn

die leuchtend gelben Blüten des Löwenzahns

Im Moment sieht man ihn überall! Seine leuchtend gelben Blüten sind schon von Weitem zu sehen und bilden manchmal ganze Teppiche. Der Löwenzahn.

Auch der Löwenzahn ist eine furchtbar verkannte Pflanze. Viele Gärtner führen regelrecht Krieg gegen ihn. Dabei wäre es so einfach: aufessen lautet die Devise. Denn der Löwenzahn ist eine wertvolle Wildpflanze mit vielfältigen Vorzügen.

Blätter und Blüten

Aber beginnen wir am Anfang. Der Löwenzahn ,Taraxacum officinale, wird wohl von den meisten gut und sicher erkannt. Die stark gezackten Blätter bilden Rosetten auf dem Boden und die Blüte mit ihren vielen gelben Blütenblättern sitzt an einem langen Stängel in der Mitte. Pflückt man diesen Stängel ab, tritt der charakteristische weiße Pflanzensaft aus, Stängel und Blattstiele sind immer hohl. Der Löwenzahn hat eine bisweilen sehr lange und starke Pfahlwurzel, aus der er immer wieder austreibt, wenn nur die Blätter entfernt werden.


Eine Verwechslung ist kaum gegeben. Nimmt man sämtliche Bestimmungsmerkmale zur Hilfe, so ist ein Löwenzahn recht deutlich zu erkennen. Einzig das Habichtskraut, der Wiesenbocksbart und einige Gänsedistelarten haben ähnliche Blüten, aber andere Blätter und einen hohen Wuchs ohne bodennahe Blattrosette. Der Hainsalat ist sehr ähnlich, hat aber deutlich weniger Blütenblätter.
Da alle genannten Arten essbar sind, wäre eine Verwechslung nicht tragisch.


Vom Löwenzahn lassen sich fast alle Teile verwenden. Aus den Blüten lassen sich Gelees oder ein sehr schmackhafter Sirup, der sogenannte Löwenzahnhonig, herstellen. Die Blätter eignen sich jung als wunderbarer Salat (vorher in Wasser ziehen lassen, dann ist es nicht mehr so bitter) und aus der Wurzel lässt sich ein Kaffee-Ersatz herstellen bzw. man kann sie auch als Gemüse essen.

die Blüte im Detail

Löwenzahn ist extrem gesund und enthält viele sehr nützliche Inhaltsstoffe. Allen voran die Bitterstoffe, die die Verdauung anregen. Aber auch der sehr hohe Gehalt an Kalium, Vitamin C, Magnesium und weiteren Mineralstoffen machen den Löwenzahn für uns so wertvoll. Löwenzahn wirkt demnach allgemein stärkend und kräftigend und wird in der Heilkunde unter anderem zur Anregung der Gallentätigkeit genutzt (Bitterstoffe) und als Mittel zur Bluteinigung, Leber- und Magenheilkunde.

Der weiße Saft kann gegen Warzen helfen.

Ihr wollt mehr über allerlei Kräuter und Wildpflanzen wissen? Dann sind meine Seminare und Kräuterwanderungen genau das Richtige für Euch.

 

 

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Pflanzenportrait – die Brennnessel

die Brennhaare im Detail; Foto: Stefanie Ziege

Die Brennnessel ist wohl allen von uns sehr geläufig. Im zeitigen Frühjahr kann man sie schon wachsen sehen, im Sommer steht die große Brennnessel, Urtica dioica, dann bist zu 1,50m hoch.

Ihre kräftig grünen, an den Rändern gezahnten Blätter und auch die Stängel sind überzogen mit den kleinen Brennhaaren.

Trotz ihrer Wehrhaftigkeit lohnt es sich sehr, die Brennnessel zu sammeln. Man findet sie ja auch quasi an jeder Ecke. Auch das Haltbarmachen durch Trocknen gelingt ohne große Probleme, so dass man sich für den Winter einen guten Vorrat anlegen kann. Man achte beim Sammeln darauf, dass die Brennnessel eine ganz wichtige Schmetterlingspflanze ist. Bitte nur sammeln, wenn sich keine Eier oder Raupen auf ihr befinden und auch immer nur von wenigen Pflanzen vom jeweiligen Standort Teile entnehmen.

sehr junge Brennnesseln im zeitigen Frühjahr

Man sammelt in der Regel nur die obersten Triebspitzen. Dort sind die Blätter jung und zart. Möchte man die Brennnessel für Tee trocknen, dann schneidet man ca. 40-50 cm der Pflanze ab, bündelt sie und hängt sie kopfüber auf.

Die Samen der weiblichen Fruchtstände werden im späten Sommer bis zum Herbstanfang geerntet, gerade wenn sich ihre Farbe von grün zu gelblich verändert. Bitte achtet darauf, wirklich die weiblichen Fruchtstände zu erwischen. Sie hängen in länglichen Fäden an den Blattachsen herunter.
Die männlichen hingegen sind deutlich kürzer und stehen waagerecht oder sogar leicht schräg nach oben ab. In diesen befinden sich natürlich keine Früchte.

die weiblichen Fruchtstände, Foto: Stefanie Ziege

Einige Ideen, was ihr mit der Brennnessel alles anstellen könnt:

  • frisch oder getrocknet als Tee
  • ein kräftiger Auszug als Haarspülung
  • frisch gekocht in allerlei Aufläufen und Eintöpfen
  • als Zugabe oder Ersatz für Spinat
  • als Tinktur bei Rheuma oder Gicht und als Haarwuchsmittel
  • Samen als Zugabe zum Müsli oder auf dem Salat

Das Kraut der Brennnessel enthält viele wertvolle Inhaltsstoffe in sehr hohen Konzentrationen, wie zum Beispiel Magnesium, Kalium, Eisen und Kieselsäure, viel Eiweiß und verschiedene Vitamine. In den Samen sind wichtigen Omega-6-Fettsäuren und reichlich Vitamin E (ein Antioxidans) enthalten.

Sie wird deshalb traditionell zur Nahrungsergänzung und zur allgemeinen Stärkung des Körpers eingesetzt. Bei der Blutbildung, sowie der Stärkung von Haaren und Fingernägeln ist sie einsame Spitze. Seit jeher wird sie durch ihre harntreibende Wirkung gern bei Blasenentzündung genommen und kann auch bei Rheuma und Gicht hilfreich sein.

Einige schöne Rezepte findet ihr in diesem Blog. 

mein besonderer Tipp:
Solltet ihr die Brennnessel in euren Speiseplan mit aufnehmen wollen, tastet euch bitte unbedingt erst mit kleinen Mengen heran. Oft wird eine große Menge aufgrund des hohen Nährstoffgehalts nicht gut vertragen.

 

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Kräuterportrait – das Scharbockskraut

die charakteristisch glänzenden Blätter des Scharbockskrauts

Das Scharbockskraut ist eines meiner liebsten Frühlingskräuter. Es enthält große Mengen an Vitamin C und diente in früheren Zeiten der Behandlung von Skorbut und Frühjahrsmüdigkeit.

Es eignet sich ganz wunderbar als ein Kraut in der Frühjahrskur.

Man findet das Scharbockskraut oft in Gärten und Parks, aber auch wild in eher schattigen Regionen. Das beste Erkennungsmerkmal sind die leuchtend grünen Blätter, die eine etwas wachsige, sehr glatte Oberfläche haben und später dann die leuchtend gelben, sternförmigen Blüten.

die gelben Blüten des Scharbockskrauts

Ungeübte Sammler könnten das Scharbockskraut mit Gundermann oder der Knoblauchsrauke verwechseln. Die Blätter dieser Pflanzen sind aber nicht glänzend sondern eher weich samtig. Zudem haben beide einen sehr charakteristischen Geruch, welches das Scharbockskraut nicht besitzt. Da aber auch diese beiden Kräuter sehr gut essbar sind, wäre eine Verwechslung nicht schlimm.

Auch die Sumpfdotterblume sieht dem Scharbockskraut auf den ersten Blick sehr ähnlich. Allerdings ist sie höher im Wuchs, man sieht mehr Stängel, die Blätter sind an den Rändern leicht gezähnt und die Blütenblätter sind deutlich runder und meist nur 5 an der Zahl. Das Scharbockskraut hat mindestens 8 Blütenblätter. Achtung: die Sumpfdotterblume ist giftig!

Zum Vergleich: die Blüte der Sumpfdotterblume. Die Blütenblätter sind serhr viel größer und nur 5 Stück.
Zum Vergleich: die Blätter der Sumpfdotterblume. Die Ränder sind leicht gezähnt.

 

 

 

 

 

 

 

Das Scharbockskraut sollte während und nach der Blüte nicht mehr gegessen werden. Die Pflanze steigert dann ihren Gehalt eines schleimhautreizenden Stoffes (Protoanemonin) und der enthaltenen Alkaloide.
Auch sonst bitte vorsichtig herantasten, nicht jeder verträgt die Pflanze gleich gut. Bei mäßigem Genuss ist das Scharbockskraut aber eine sehr wertvolle Wildpflanze.

Man kann die Blätter im Salat, in Aufläufen, Quark und Butter verwenden. Auch die Wurzeln und kleinen Brutknospen schmecken sehr lecker, roh ein wenig nussig. Sie können eingelegt oder roh gegessen werden.

Wie schon erwähnt, enthält Scharbockskraut große Mengen an Vitamin C. Es wirkt Immunstärkend, belebend, blutreinigend und wird naturheilkundlich traditionell bei Hautunreinheiten und Hämorriden angewendet.

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Judasohren – ein ungewöhnlicher Pilz

Am Wochenende ging ich im angrenzenden Wald spazieren und entdeckt auf einmal zu meiner großen Freude Judasohren am Holunder.

Diese Pilze sind vielen von euch sicher als Mu-Err Pilze aus asiatischen Gerichten bekannt. Da ich ein großer Fan der asiatischen Küche bin und auch ein großer Pilzfan, hab ich mich gefreut wie ein kleines Kind und nehme den freudigen Fund zum Anlass für einen neuen Blog.

Judasohren, Auricularia auricula-judae, kann man das ganze Jahr hindurch finden, aber besonders in der kalten Jahreszeit von August bis März, wenn es nur wenige Pilze gibt die essbar sind haben sie Saison. Sie sind sehr charakteristisch und daher bestens für Anfänger in der Pilzkunde geeignet. Bitte achtet immer auf Verwechslungsgefahren mit nicht essbaren Pilzen. Nehmt jemanden mit, der sich auskennt bzw. geht mit eurem Fund zu einem Pilzsachverständigen.

So sieht das Judasohr aus:

Charakteristisch ist die dunkelbraune Farbe und der gallertartige Fruchtkörper. Ihn durchziehen regelrechte „Adern“ Das gesamte Erscheinungsbild erinnert tatsächlich an ein Ohr. Daher der etwas gruselige Name. Die Oberfläche fasst sich samtig an, die Innenseiten sind glänzend. Judasohren wachsen fast ausschließlich an altem oder schon abgestorbenem Holunder. Es gibt ein paar Funde an anderem Holz, aber die sind selten.

Der Pilz zählt bei vielen Kennern zu den Vitalpilzen. Er soll das Immunsystem stärken, entzündungshemmend wirken und unser Blutsystem positiv beeinflussen.

Neben sehr viel Eiweiß enthält er viele für uns wichtige Mineralstoffe, unter anderem Magnesium, Calcium und Eisen.

Judasohren können frisch mitgekocht werden oder man trocknet sie und gibt sie dann wieder beim Kochen den Speisen bei. Da der Geschmack mehr oder weniger neutral ist, kann man ihn vielen verschiedenen Gerichten beimischen. Ich persönlich mag ihn natürlich gern in asiatischen Reis- oder Nudelgerichten mit viel Gemüse oder auch in allerlei Suppen und Eintöpfen.

Viel Freude beim Suchen und Kochen!

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