Kräuterportrait – die Goldrute

Die Goldrute ist eine imposante Erscheinung. So sieht man ihre leuchtend gelben großen Blütenstände schon von Weitem.
Lasst uns einmal schauen, was so alles in dieser Pflanze steckt.

die Blätter der Goldrute
der üppige Blütenstand

 

 

 

 

 

 

 

Zuerst einmal muss man wissen, dass es etliche Arten von Goldruten gibt. Ich möchte mich heute auf die eingewanderte kanadische Goldrute, bzw die Riesengoldrute beschränken, da ihre Heilwirkung sogar noch größer ist, als die der einheimischen Arten.

Die kanadische Goldrute, Solidago canadensis, ist die Vertreterin der Gattung mit den großen langen goldgelben Blütenständen.
Die Pflanze an sich wächst mit einem zentralen, behaarten Stängel, an dem direkt die länglichen Blätter sitzen. Sie fassen sich leicht rau an und laufen an den Enden spitz zu. Im oberen Teil des bis zu 1,5 m hohen und behaarten Stängels erscheinen verzweigt mehrere Blütenstände. Sie sind bis zu 20 cm lang und bestehen aus vielen einzelnen goldgelben Blüten. Goldrute zählt zu den Korbblütlern, ihre Blütezeit ist von etwa Juli bis in den September hinein.

Sie ist eine großartige Insektenweide. Im Sommer tummeln sich extrem viele Insekten, vor allem Bienen, Hummeln und Wildbienen jeglicher Art auf ihr. Daher finde ich persönlich die Goldrute eine gute Ergänzung der heimischen Flora. Im Moment muss man ja für alles, was blüht und unseren Insekten Nahrung gibt, dankbar sein.
Aber das darf jeder für sich entscheiden 😉


Inhaltsstoffe:
hauptsächlich Flavonoide, Glycoside und Saponine, aber auch ätherisches Öl, Gerbstoffe und Bitterstoffe


Verwendung in der Hausapotheke:
Die Goldrute hat harntreibende, entzündungshemmende und krampflindernde Eigenschaften. Diese sind perfekt zur Behandlung vor allem von Blasenentzündungen, aber auch Nierengrieß, Ödemen und rheumatischen Erkrankungen.
In der Phytotherapie wird die Goldrute bei Blasenentzündung gern zusammen mit Birkenblättern, Ackerschachtelhalm oder auch Hauhechel eingesetzt.

Ganz wichtig: tritt nach 2-3 Tagen keine Besserung auf, ist unbedingt ein Arzt aufzusuchen, da bei Blasenentzündungen schwere Komplikationen auftreten können. Hier also bitte nicht eigenständig herumexperimentieren.

Zur Behandlung trinkt man mehrmals täglich eine Tasse Tee aus dem Kraut, also Stängel, Blätter und Blüten und achtet insgesamt auf eine hohe Flüssigkeitszufuhr von mindestens 2l am Tag.


In der Küche spielt die Goldrute keine wirkliche Rolle. Ab und an trinke ich einen Tee aus ihr ganz gern, weil ich den leicht süßlichen, kräftigen Geschmack mag.

Detail der Blüten

Mein besonderer Tipp:
Goldrute lässt sich wunderbar für allerlei Geldrituale verräuchern. Dabei zieht sie, genau wie ihre Erscheinung sehr üppig ist, die Fülle in unser Leben.

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Pflanzenportrait – Holunder

Vor ein paar Jahren gab es einen tollen Sommertrend. Der HUGO- überall gab es ihn zu trinken. Ein eisgekühlter Cocktail aus Sekt, frischer Minze und Holunderblütensirup.
So verhalf der HUGO dem Holunder zu deutlich mehr Aufmerksamkeit.

Denn er ist super vielseitig und fast überall zu finden.

die ganz jungen Blätter im zeitigen Frühjahr

In früheren Zeiten war der Holunder, Sambucus nigra, von keinem Gehöft oder Haus wegzudenken. War er doch der Baum des Schutzes und Sitz der alten Göttin: Holle, Holda oder Percht war ihr Name. Sie stellte die Verbindung zur Unterwelt dar und man brachte ihr Opfergaben mit der Bitte um Schutz. Die Bauersfrauen berichteten der Göttin von ihren Sorgen. Frau Holle nahm sie mit in die Unterwelt und kümmerte sich darum.

die Blätter in voller Pracht

Der Holunder ist ein Baum der Gegensätze. Sind seine Blätter und das Holz bestenfalls unverträglich, so sind seine Blüten und Früchte ein wahrer Schatz an Aromen und Heilstoffen. Die schneeweißen Blüten stehen im absoluten Gegensatz zu den schwarzen Beeren.

die wundervoll zarten Blüten

Seine Rinde ist meist recht deutlich gefurcht, er wächst in der Regel als Strauch und kann mehrere Meter hoch werden. Seine Blätter sind unpaarig gefiedert. Wichtiges Erkennungszeichen sind die markgefüllten Äste, aus denen sehr wahrscheinlich schon zu prähistorischen Zeiten Flöten hergestellt wurden. Die Blütenstände sind meist recht groß und in Trugdolden angeordnet. Die Blüten sind weiß.

vollreife Holunderbeeren sind fast schwarz und schön glänzend

Man findet den Holunder meist in der Nähe von menschlichen Siedlungen, in Parks, Gärten oder an Straßenränder. Aber auch in lichten Wäldern ist er oft anzutreffen.

Im Frühling, bis in den Frühsommer hinein, ist die Zeit der Holunderblüten.
Achtet aber beim Sammeln bitte immer darauf, von jedem Baum immer nur ein paar wenige Blütendolden zu nehmen. Erstens benötigen die nektar- und pollensammelnden Insekten den Holunder sehr dringend, zweitens sind die Beeren wichtiges Futter für allerlei Wildtiere.


Es gibt so viele tolle Rezepte, die teilweise recht unterschiedlich, aber alle sehr lecker sind. Aus dem riesigen Schatz möchte ich euch hier ein paar Anregungen geben:

Hollerküchlein
Man sammelt die Blütendolden an einem trockenen und sonnigen Tag und legt sie zu Hause (am besten draußen) ein wenig auf ein Küchentuch, damit die Insekten abwandern können.
Währenddessen bereitet man einen Teig zu.
Es kann ein Bierteig sein oder auch ein etwas festerer Eierkuchenteig. Im Teig wälzt man die ganze Blüte und bäckt sie im heißen Fett goldbraun aus.


Holunderblütensirup
Die Blüten werden mit einer kleingeschnittenen Zitrone kurz aufgekocht, 1-12h stehen gelassen, dann filtert man alles Feste (am besten durch ein Tuch) ab, gibt je nach Menge Zucker hinzu und kocht das ganze ein wenig ein, bis sich eine sirupartige Konsistenz ergibt.

Hier gibt es eine genaue Anleitung für einen Holler-Auszug.


Holunderblüten-Räucherwerk
Die gesammelten Holunderblüten werden auf einem Küchentuch getrocknet und können wundervoll verräuchert werden.
Sie bringen Schutz, Wohlstand und man kann Holunderblüten wunderbar in Segensräucherungen geben.


Holunderblütentee
Der Holunderblütentee oder Fliedertee, wie er früher genannt wurde, wird seit Urzeiten angewendet. Vor allem bei Erkältungen kann man ihn zur Schwitzkur trinken.
Er unterstützt das Immunsystem und wirkt leicht stimmungsaufhellend.
Zudem schmeckt er sehr lecker und muss meist gar nicht zusätzlich gesüßt werden.


Eine ganze Reihe von Rezepten mit Holunderbeeren findest Du in diesem Blog.


Mein besonderer Tipp:
In der kalten Jahreszeit findet man auch oft die Judasohren auf dem Holz des Holunders.

 

all pics by Stefanie Ziege, Pic Holunderbeeren by Torsten Winter

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Räucherkunde: Myrrhe

Myrrhe

Myrrhe ist einer der beliebtesten Räucherstoffe und weltweit weit verbreitet. Ihre endgültige Berühmtheit hat sie durch die christliche Geschichte der Geburt Jesu Christus erhalten, in der die Weisen aus dem Morgenland Gold, Myrrhe und Weihrauch brachten.
Hier sieht man, wie wertvoll und von welch wichtiger Bedeutung das Harz für die Menschen damals war.
Und die Geschichte reicht noch viel weiter zurück. Die Ägypter räucherten die Myrrhe zur Mittagszeit zu Ehren ihres Sonnengottes Ra und in im antiken Griechenland wurde es in Tempeln und bei Zeremonien verbrannt.

Und auch heute noch steckt die Myrrhe in einer Vielzahl von Arzneimitteln, Zahnpasten und Mundwässern.
Medizinisch gesehen hat sie eine desodorierende, zusammenziehende und betäubende Wirkung. So wird die Myrrhentinktur vor allem im Mundraum angewendet bei leichten Entzündungen der Mandeln oder des Zahnfleisches oder Druckstellen.

ein Räucherritual in der Natur

Beim Räuchern entfaltet sie einen sehr herben und würzigen Duft, der in vielen Räuchermischungen gern genutzt wird.


Myrrhe wirkt beim Räuchern
– heilend
– weihend
– segenend
– schützend
– reinigend

Sie vermag es, unsere Emotionen zum Vorschein zu bringen und eine Verbindung zu schaffen zwischen verschiedenen Ebenen des Seins und der Elemente.

Myrrhe auf dem Hausaltar

Wir können sie unterstützend zu Ritualen und Gebeten räuchern, um Heilung oder auch Erfolg bei Unternehmungen herbei zu führen. Auch für Orakel und Liebesrituale ist die Myrrhe das Mittel der Wahl.

Diese Liste ließe sich fast unendlich weiterführen. Ich möchte es an dieser Stelle aber fürs Erste gut sein lassen und Euch einladen, selbst auf Entdeckungsreise zu gehen.


Möchtest Du individuell zusammengestellte Räuchermischungen genau für DICH? Dann schreib mir eine Nachricht. Ich verschicke deutschlandweit.

Hier gibt es eine kurze Einführung in die Räucherkunde.

In den Wintermonaten biete ich Seminare für Einsteiger zum Thema Räuchern an. Schau einmal auf meiner Homepage nach Terminen.

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Räucherkunde – Copal

Copal ist ein wertvoller Bestandteil vieler Räuchermischungen. Heute möchte ich ihn euch ein bisschen näher vorstellen.

Copal dient nicht nur zum Räuchern, sondern wird auch heute noch vor allem in der Farb- und Lackindustrie zur Herstellung von Farben benötigt.

Copal

Copal zählt zu den Harzen. Er wird meist in kleinen runden oder länglichen Stücken angeboten, den Copaltränen. Sie sind sehr hell und eher gelblich, manchmal auch fast weiß durchscheinend. Beim Copal handelt es sich wie schon erwähnt um das Harz verschiedener Bäume. Die Bezeichnung ist eher eine geografische als eine botanische.

Vor allem bei den alten Völkern Mittel- und Südamerikas war Copal hoch verehrt und heilig. Es wurde den Göttern geopfert, bei Zeremonien geräuchert und Könige sollen sogar Zahnfüllungen daraus erhalten haben.

Im Handel bekommt man meist das Copal Manila, kleine helle Harzkugeln. Inzwischen sind hin und wieder auch andere Copalsorten erhältlich. Sie unterscheiden sich alle in ihrem Duft.

 

Der Duft des Copal Manila ist frisch harzig, sehr weich und wärmend. Er macht das Herz weich und die Sinne weit.

Die Anwendung ist im Großen und Ganzen für alle Copalsorten gleich:

  • als Opfergabe bei Zeremonien
  • als Helfer bei der Divination
  • öffnet das Herz
  • fördert die Heilung
  • reinigend

Rezept:
das Feuer der Liebe entfachen:
Copal, Damiana, Brennnesselsamen und Rosenblüten

Alles zu gleichen Teilen mischen und auf dem Sieb langsam räuchern. Es ist hilfreich, dabei eine erfüllte Liebe zu visualisieren und eine liebvolle und dankbare Geisteshaltung anzunehmen.

Hier lest ihr einen Artikel zur Einführung in die Räucherkunde.

Viel Spaß und Erfolg beim Ausprobieren.

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Einführung in die Räucherkunde

Räuchern bereichert das Leben ungemein. Durch Düfte können Emotionen und Energien geweckt, gedämpft oder geleitet werden. Die Seele der Pflanzen, die wir räuchern vermag zu trösten, zu kräftigen, zu unterstützen oder auch einfach fröhlich zu machen. Räucherungen werden seit Jahrtausenden in allen Kulturen der Erde zur Reinigung, Segnung, Heilung und als Begleiter bei Gebeten und Ritualen genutzt.

Die Räucherkunde wird von einigen, wie ich finde zu Recht, als Räucherkunst bezeichnet.

eine Räucherschale mit Fächer – Bild: B. Nimtz

Doch wie räuchert man denn eigentlich richtig?

Es gibt verschiedene Varianten des Räucherns:

  • Räucherkegel oder -kugeln
  • Räucherstäbchen
  • lose Räuchermischungen entweder auf Kohle oder auf einem Sieb
  • Räuchersticks

Um einen Einstieg zu finden, ist es durchaus legitim, sich erstmal mit Räucherstäbchen an das Thema heran zu tasten. Räuchern ist immer eine energetische Arbeit und so muss man sich keine Gedanken über die Zusammenstellung machen, sondern kann sich auf das Wesentliche konzentrieren.

Möchte man dann tiefer in die Materie einsteigen, empfiehlt sich das Räuchern mit Räuchersticks. Das sind Kräuter, die man zu einen Bündel gebunden hat. Auch hier gibt es verschiedene Varianten, meist nimmt man nur eine Sorte Kräuter, es kann aber auch gemischt werden.

Die Sticks werden an der Spitze angezündet und glimmen dann nur noch, was einen schönen gleichmäßigen Rauch erzeugt. Solche Sticks eigenen sich wunderbar, um Personen, Gegenstände und Räume zu räuchern.

Dann gibt es natürlich noch die losen Räuchermischungen. Es gibt fertige zu kaufen oder man mischt sich selbst das zusammen, was für einen passt. Dafür sollte man sich allerdings mit dem Wesen und der Wirkungsweise der Pflanzen auseinander gesetzt haben.
Eine Räuchermischung kann nur funktionieren, wenn alle Bestandteile ähnlichem Zweck dienen und gut und harmonisch zusammenpassen.

Lose Räuchermischungen werden je mach Zusammensetzung auf Kohle oder einem Sieb verbrannt.
Dafür benötigst Du:

  • ein Räucherstöven mit Sieb (gibt es fertig zu kaufen)
  • feines Räucherwerk wie Blüten und delikate Kräuter

oder

  • eine feuerfeste Schale aus Keramik
  • Sand oder Erde
  • Räucherkohle
  • loses Räucherwerk

Es gibt viele esoterische aber auch ganz weltliche Ansichten über das Räuchern. Nach vielen Jahren des energetischen Räucherns habe ich für mich meine ganz eigene Wahrheit diesbezüglich gefunden.
So lade ich euch ein, mit mir zusammen auf diese spannende Reise zu gehen und die Welt der Räucherkunde zu entdecken. Dazu gebe ich verschiedene Seminare, sowohl persönlich in Berlin, als auch online. Hier findest Du alle Infos dazu.

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