Kräuterportrait – der Salbei

Der Salbei ist eine so wundervolle Pflanze, dass es höchste Zeit wird, sich ihm einmal ausführlich zu widmen.

Der Salbei zählt zu der Pflanzenfamilie der Lippenblütler und hat seine Heimat mit vielen hundert verschiedenen Arten fast auf der ganzen Welt.
Der uns geläufigste Salbei, Salvia officinalis, stammt wahrscheinlich aus dem europäischen Mittelmeerraum.

Um diese Salbeiart soll es mir in meinem Artikel heute auch gehen.


Der Salbei wächst am liebsten in gemäßigtem Klima, verträgt aber auch leichten Frost ganz gut. So kann er auch bei uns in Deutschland im Freiland wachsen und überwintern.
Er wächst anfangs an vielen einzelnen Stängeln, die aber sehr schnell verholzen und dann ganze Büsche bilden können.
Die Blätter sind länglich oval, graugrün und recht stark behaart.
Der Salbei hat diesen ganz charakteristischen, würzig herben Duft.
Die lila Blüten bilden sich im Hochsommer und sind eine wunderbare Insektenweide.


Geerntet und verarbeitet werden die Blätter und bisweilen das ganze Kraut vor der Blüte.


Salbei wirkt sehr vielfältig und ist neben einem großartigen Küchenkraut auch noch eine tolle Heilpflanze.
Für mich ist es DIE Heilpflanze für entzündliche Prozesse im Mund und Rachenraum.

Er wirkt antibakteriell, entzündungshemmend, antiviral und schweißhemmend.

So wird er gern angewendet bei Entzündungen der Mundschleimhaut und des Rachens, bei Zahnfleischentzündung, Halsschmerzen und Erkältung.
Zur Behandlung der Beschwerden trinkt man ihn meist als Tee, man kann aber auch mit einer starken Abkochung gurgeln oder die Tinktur direkt auf das Zahnfleisch tupfen.

Bei übermäßigem Schwitzen kann eine Teekur mit Salbei Erleichterung verschaffen.


Rezept für einen Erkältungstee:

1 Teil Spitzwegerich
1 Teil Salbeiblätter
1 Teil Thymian
1 Teil Hagebuttenschalen

2-3 mal täglich eine Tasse Tee von dieser Mischung trinken. Wenn nach 3 Tagen keine Besserung eintritt, bitte zum Arzt 😉


Mein besonderer Tipp:
Salbei kann man auch ganz wunderbar räuchern. Hierzu werden die getrockneten Blätter auf Kohle oder einem Sieb verbrannt.
Salbei wirkt sehr gut reinigend und vertreibt negative Energien.

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Diese Kräuter helfen Dir bei Husten

Die Erkältungssaison naht mit großen Schritten. Gerade im Herbst fangen wir uns leicht einen Schnupfen oder mehr ein.

Aber auch hier kannst Du mit Heilpflanzen einiges erreichen. Einige davon stelle ich Dir heute vor.

Bevor ich aber zu den Heilkräutern komme, ein paar Worte vorweg.
Es gibt diverse Arten von Husten: Reizhusten, produktiven Husten, unproduktiven Husten oder verschiedene Sorten von Bronchitis. Unproduktiv bedeutet, dass die Bronchien keinen vermehrten Schleim produzieren, man also nichts aushustet, aber einen Hustenreiz verspürt. Bei produktivem Husten hingegen versucht der Körper durch Husten den überflüssigen Schleim aus der Lunge zu transportieren.

ACHTUNG: Bitte schau immer genau, was Dich da gerade plagt und suche danach die Kräuter aus. Es gibt kein Allheilmittel.
Sollte sich binnen 3 oder 4 Tagen keine Besserung einstellen, geh bitte unbedingt zu einem Arzt. Die Lunge ist empfindlich und daran sollte man nicht herumdoktorn.

die wunderbare Schlüsselblume im Morgenlicht; pic by Stefanie Ziege

Kräuter bei Reizhusten und unproduktivem Husten

Bartflechte
Eibisch
Königskerze
Huflattich
Isländisch Moos
Malve
Lungenkraut
Spitzwegerich

All diese Kräuter enthalten besonders viele Schleimstoffe und führen so zu einer Reizlinderung im Rachenbereich.


Kräuter bei produktivem Husten

Saponinhaltige Kräuter
Bibernelle
Efeu
Ehrenpreis
Pfennigkraut
Schlüsselblume (Achtung, steht unter Naturschutz)
Süßholz
Duftveilchen

Pflanzen mit ätherischen Ölen
Anis
Eukalyptus
Fenchel
Fichte
Kiefer
Oregano
Pfefferminze
Salbei
Thymian

Saponine verflüssigen den Schleim in den Bronchien und erleichtern so das Abhusten.
Die ätherischen Öle wirken auf die Bronchien, verflüssigen den Schleim und sorgen für einen besseren Transport nach Oben.
Außerdem wirken sie entspannend und ausgleichend und steigern das Wohlbefinden.


Gut sind auch Kräuter, die entzündungshemmend, schweißtreibend und allgemein aufbauend wirken.

Hierzu zählen besonders:
Alant
Efeu
Holunder
Huflattich
Kamille
Lindenblüten
Mädesüß
Salbei
Spitzwegerich
Thymian

Aber auch Pflanzen mit Senfölen helfen bestens:
Bärlauch
alle Kressearten
Knoblauch
Rettich
Rucola
und die allseits beliebte Zwiebel


Wie sind die Pflanzen nun anzuwenden?

Das beste sind immer noch die altbewährten Anwendungen wie Tee, Inhalation und Einreibungen.
Einreibungen sollten vor allem abends vorgenommen werden, wenn man sich ins warme Bett legt. So können sich die ätherischen Öle am Besten entfalten.
Tees werden 3 mal täglich getrunken, beim ziehen lassen bitte darauf achten, die Tasse abzudecken.
Aus der Zwiebel lässt sich mit Zucker oder Honig ein toller Hustensaft machen.

Inhalationen können auch 1-2 mal täglich gemacht werden. Hierzu werden die entsprechenden Kräuter oder Balsame in heißes Wasser gegeben. Man hält nun den Kopf über die Schüssel und deckt das Ganze mit einem großen Handtuch ab.
So können die ätherischen Öle in Mund, Nase und Rachen bis in die Lunge hinunter wirken.

Bitte beachte, dass es einige Pflanzen nur als Fertigpräparat gibt. Efeu zum Beispiel. Auch die Schlüsselblume steht, wie oben schon erwähnt, unter Naturschutz und sollte nicht wild gepflückt werden.


Mein besonderer Tipp:
Zwiebelsaft-Rezept
Eine große weiße Zwiebel wird in kleine, feine Stücke geschnitten. Das ganze kommt in ein Schraubdeckelglas. Nun wird die Zwiebel mit Honig oder weißen/braunem Zucker bedeckt. Mehrmals kräftig schütteln, damit sich alles gut miteinander verbindet.

Nun mehrere Stunden oder über Nacht stehen lassen.
Die entstandene Flüssigkeit am nächsten Morgen abgießen. Diesen Saft nimmst Du mehrmals täglich als Hustensaft zu Dir.

Gute Besserung!

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Kräuterportrait – Rosmarin

Den Rosmarin kennen wohl viele als schmackhaftes Küchenkraut. So schätzen wir seinen würzigen Geschmack zu allerlei Speisen – vom simplen Kartoffelgericht bis hin zu raffinierten Konfitüren.

Aber der Rosmarin ist auch eine tolle Heilpflanze!
Lass uns einmal sehen, was so alles in ihm steckt.

Den Rosmarin zu erkennen, fällt sicher vielen leicht. Er wächst als mehrjähriger, immergrüner und stark verzweigter Strauch, der in guten Lagen auch hier in Deutschland locker 1m Höhe erreichen kann. In seinen ursprünglichen Herkunftsländern im Mittelmeerraum hat man auch schon Exemplare von bis zu 2 Metern Höhe gefunden.

Die dunkelgrünen, auf der Unterseite eingerollten und grau filzig behaarten Blätter erinnern an ein Nadelgewächs, aber der Rosmarin zählt zu den Lippenblütlern und nicht zu den Nadelgehölzen.
Das kann man wunderbar an den zart lilanen Blüten sehen, welche die typische Form aufweisen.

Reibt man an den Blättern, so verströmen sie den typischen würzig, harzigen Duft.
Rosmarin wächst in unseren Lagen nicht wild, kann aber wunderbar im Garten oder Kübel angebaut werden. Er ist auch in Deutschland winterhart, wenn er genügend Erde und einen leichten Frostschutz bekommt.


Die wichtigsten Inhaltsstoffe sind:
ätherisches Öl, Gerbstoffe und Flavonoide


Traditionell wir der Rosmarin als Tee angewendet bei Magenproblemen wie Übelkeit, Völlegefühl, Sodbrennen oder Aufstoßen und weiteren Magen-Darmproblemen.
Außerdem soll er gut bei Gedächtnisproblemen helfen (hier gut zusammen mit Ginkgo) und äußerlich bei Muskelschmerzen. Hier wäre ein Bad oder eine Einreibung mit entsprechender Salbe oder dem Öl angezeigt.

Grundsätzlich soll Rosmarin anregend auf das gesamte Herz-Kreislaufsystem wirken.


Rezept für Rosmarinwein
2-3 Zweige Rosmarin in 1 Flasche halbtrockenem Weißwein 2 Wochen lang ziehen lassen. Dabei mehrmals gut schütteln.
Das Ganze dann abseihen und täglich morgens und mittags ein Schnapsglas voll trinken.

Rosmarinwein soll anregend auf den Kreislauf und die Verdauung wirken und die Nerven stärken.


Als Küchenkraut leistet der Rosmarin wundervolle Dienste. So ist er ein tolles Gewürz in der mediterranen Küche. Man kann die Zweiglein sogar als Grillspieß für Gemüse und Fleisch benutzen.
Der Klassiker sind die allseits beliebten Rosmarin-Kartoffeln. Hier bietet sich auch ein Rosmarin-Kräutersalz an.


Mein besonderer Tipp:
Ein wundervoll duftendes Rosmarin-Bad kannst Du Dir ganz leicht selbst zaubern. Dazu nimmst du 50g getrocknete oder frische Rosmarin-Blätter und übergießt diese mit 1Liter kochendem Wasser. Das Ganze dann ca. 30 Minuten ziehen lassen, abseihen und zum warmen Badewasser dazugeben.
Das Bad wirkt wunderbar anregend und entspannend auf die Muskulatur (bitte nicht bei Herz-Kreislauferkrankungen anwenden).

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das Rotöl – vielseitiger und beliebter Helfer

Ein Ölauszug (Mazerat) aus dem Johanniskraut, wird Rotöl genannt, da er sich im Laufe der Ziehzeit rot verfärbt. Es kommt immer ein bisschen auf den Standort und die regionalen Gegebenheiten an. So wird es manchmal nur leicht rot, ich habe aber schon tiefrote, bisweilen fast bräunliche Rotöle gesehen.

Wichtig ist, dass man das man nur das echte Johanniskraut, Hypericum perforatum, für das Rotöl verwenden kann. Zuchtformen sind in der Regel nicht heilkräftig. Dies sieht man vor allem daran, dass die Blüten beim Zerreiben keinen roten Farbstoff absondern.

die wunderbare Blüte des Johanniskrauts

Herstellung:
Man sammelt das voll erblühte Kraut zur Mittagszeit an einem sonnigen, trockenen Tag.
Traditionell wird es am oder um den Johannistag (24.6.) gesammelt. Dort sollen seine Heilkräfte besonders groß sein. Ob der Johannistag nun seinen Namen vom Johanniskraut hat oder umgekehrt lässt sich wohl kaum noch zweifelsfrei belegen.

Nun nimmt man die voll aufgeblühten Blüten, noch geschlossene Blüten und gern auch schon ein paar Fruchtstände und lässt sie ein bis zwei Tage antrocknen. Das Johanniskraut neigt sehr schnell dazu, im Öl zu schimmeln und durch das Antrocknen geht ein Teil der Feuchtigkeit schon einmal aus der Pflanze. Außerdem stößt das Trocknen wichtige Prozesse in der Pflanze an.
Dann legt man die Pflanzenteile vorsichtig in ein großes Glas und bedeckt das Ganze sehr großzügig mit gutem Olivenöl. Es ist unbedingt darauf zu achten, dass keine Pflanzenteile oben raus schauen. Es empfiehlt sich, das Glas nicht fest zu verschrauben, sondern ein durchlässiges Tuch darauf zu befestigen. So kann die Feuchtigkeit besser entweichen.
Tagsüber stellt man das Glas nun in die volle Sonne, nachts ist es ins Haus zu holen.
Zwischendurch kann immer mal wieder geschüttelt werden und es muss kontrolliert werden, dass alle Pflanzenteile gut mit Öl bedeckt sind.

Nach ca. 4 Wochen ist das Öl rot geworden und kann abgefiltert werden. Das fertige Rotöl kommt in dunkle Flaschen oder Gläser und wird beschriftet.
Es eignet sich hervorragend zur Hautpflege von trockener Haut, Narbenbehandlung und zur Massage bei Verspannungen, Muskelbeschwerden und psychischem Stress.

Bitte brachtet aber, dass Rotöl die Photosensibilität erhöht. Es macht die Haut durchlässiger für UV-Strahlen und es komtm eher zum Sonnenbrand.

mein besonderer Tipp:
Rotöl eignet sich ganz wunderbar zur sanften Hautpflege, besonders im Gesicht. Es mildert Rötungen und Entzündungen und erhält die Elastizität der Haut.

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Ringelblumensalbe ganz leicht selbst machen

Die Ringelblume, Calendula officinalis, ist eine großartige Heilpflanze. Ringelblumensalbe ist vielen bekannt und gehört zur Grundausstattung der pflanzlichen Hausapotheke.
Diese tolle Salbe selbst zu machen, ist ganz einfach und es lohnt sich, die Zeit zu investieren. Heraus kommt ein tolles Produkt, das super pflegt und auch bei allerlei kleinen Zipperlein unterstützen kann.


Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Ringelblumensalbe herzustellen.

Variante 1 – Rezept meiner Oma

Man benötigt 100g Schweineschmalz. Das wird auf kleiner Flamme vorsichtig erhitzt, bis es geschmolzen ist. In das flüssige Fett kommen dann die sauberen und trockenen, aber frischen Blütenblätter. Meine Oma hat das immer nach Augenmaß gemacht, ich würde eine halbe Handvoll Blütenblätter als gut empfinden. Nun wird das Ganze ca. 15 min bei minimaler Hitze auf dem Herd gelassen. Bitte passt auf, dass das Fett nicht zu heiß wird, sonst verschmoren die zarten Blütenblätter. Das stinkt furchtbar und macht die Salbe unbrauchbar. Meine Oma hat es immer in der Pfanne gemacht, ich persönlich würde allerdings ein Wasserbad empfehlen.

Nach ca. 15 Minuten hat das Fett eine gelblich orangene Farbe angenommen und man kann es nun durch ein sehr feines Metallsieb geben, um die Blütenblätter abzufiltern.
Das Fett oder Öl kommt sofort noch flüssig in desinfizierte Salbentiegel und wird wie immer mit Datum und Art beschriftet. Fertig ist die Salbe!

Als Alternative zum Schmalz kann auch Ziegenbutter, Kokosfett oder Olivenöl verwendet werden. Bei Verwendung von Olivenöl bitte noch ca. 30g Bienenwachs dazugeben, sonst wird die Salbe nicht fest.


Variante 2 – Kaltauszug

Ca. 200 ml Ringelblumenöl (so stellst du zu Hause ganz leicht ein Wirkstofföl her) wird mit einem Teelöffel Lanolin und 25g Bienenwachs vorsichtig im Wasserbad in einem Topf oder Glas erwärmt, bis das Bienenwachs vollständig geschmolzen ist. Das Ganze in desinfizierte Salbentiegel abfüllen und mit Salbenart und Datum beschriften.


Variante 3 – Ringelblumencreme mit Tinktur

Möchte man die Salbe noch reichhaltiger machen, kann man aus dem Öl auch eine Creme herstellen. Hierzu erhöht man den Lanolingehalt auf 2 großzügige Teelöffel und gibt ca. 30g Bienenwachs hinzu. Das Ganze wie gehalbt schmelzen lassen. Dann auf Körpertemperatur abkühlen lassen und derweil 20ml Ringelblumentinktur (so stellst du eine Tinktur zu Hause selbst her) langsam auf Handwäre erwärmen.
Nun die Tinktur sehr langsam, am besten Löffelweise, in das Öl eingeben und unterdessen sehr gründlich mit einem Stabmixer rühren. Ist die komplette Tinktur in dem Ölgemisch, noch einen Moment weiterrühren. Habt ihr alles richtig gemacht, habt ihr eine helle, sehr geschmeidige Creme. Das Lanolin funktioniert hierbei als Emulgator zwischen Öl und Wasser.
Die Creme ist nochmal heilkräftiger, aber für die Behandlung von Kindern nicht so gut geeignet, da sie durch den enthaltenen Alkohol brennt.

Alle Sorten sind ca. 1-2 Jahre lang haltbar.
Achtet bitte unbedingt auf sehr sauberes Arbeiten und desinfiziert alle Geräte und Behälter vor Gebrauch gründlich. Die Creme empfehle ich im Kühlschrank aufzubewahren, die Salben können bei Zimmertemperatur stehen.


Info:
Ringelblumensalbe kann bei vielen Hautproblemen und -Krankheiten helfen: Schnitt- und Schürfwunden, Linderung von Ausschlägen und trockener Haut. Bei Entzündungen sowie Abszessen und Eiter leistet sie ebenso gute Dienste. Ich habe sie als Wund- und Heilsalbe immer im Haus und auf Reisen mit dabei.

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Pflanzenportrait – Holunder

Vor ein paar Jahren gab es einen tollen Sommertrend. Der HUGO- überall gab es ihn zu trinken. Ein eisgekühlter Cocktail aus Sekt, frischer Minze und Holunderblütensirup.
So verhalf der HUGO dem Holunder zu deutlich mehr Aufmerksamkeit.

Denn er ist super vielseitig und fast überall zu finden.

die ganz jungen Blätter im zeitigen Frühjahr

In früheren Zeiten war der Holunder, Sambucus nigra, von keinem Gehöft oder Haus wegzudenken. War er doch der Baum des Schutzes und Sitz der alten Göttin: Holle, Holda oder Percht war ihr Name. Sie stellte die Verbindung zur Unterwelt dar und man brachte ihr Opfergaben mit der Bitte um Schutz. Die Bauersfrauen berichteten der Göttin von ihren Sorgen. Frau Holle nahm sie mit in die Unterwelt und kümmerte sich darum.

die Blätter in voller Pracht

Der Holunder ist ein Baum der Gegensätze. Sind seine Blätter und das Holz bestenfalls unverträglich, so sind seine Blüten und Früchte ein wahrer Schatz an Aromen und Heilstoffen. Die schneeweißen Blüten stehen im absoluten Gegensatz zu den schwarzen Beeren.

die wundervoll zarten Blüten

Seine Rinde ist meist recht deutlich gefurcht, er wächst in der Regel als Strauch und kann mehrere Meter hoch werden. Seine Blätter sind unpaarig gefiedert. Wichtiges Erkennungszeichen sind die markgefüllten Äste, aus denen sehr wahrscheinlich schon zu prähistorischen Zeiten Flöten hergestellt wurden. Die Blütenstände sind meist recht groß und in Trugdolden angeordnet. Die Blüten sind weiß.

vollreife Holunderbeeren sind fast schwarz und schön glänzend

Man findet den Holunder meist in der Nähe von menschlichen Siedlungen, in Parks, Gärten oder an Straßenränder. Aber auch in lichten Wäldern ist er oft anzutreffen.

Im Frühling, bis in den Frühsommer hinein, ist die Zeit der Holunderblüten.
Achtet aber beim Sammeln bitte immer darauf, von jedem Baum immer nur ein paar wenige Blütendolden zu nehmen. Erstens benötigen die nektar- und pollensammelnden Insekten den Holunder sehr dringend, zweitens sind die Beeren wichtiges Futter für allerlei Wildtiere.


Es gibt so viele tolle Rezepte, die teilweise recht unterschiedlich, aber alle sehr lecker sind. Aus dem riesigen Schatz möchte ich euch hier ein paar Anregungen geben:

Hollerküchlein
Man sammelt die Blütendolden an einem trockenen und sonnigen Tag und legt sie zu Hause (am besten draußen) ein wenig auf ein Küchentuch, damit die Insekten abwandern können.
Währenddessen bereitet man einen Teig zu.
Es kann ein Bierteig sein oder auch ein etwas festerer Eierkuchenteig. Im Teig wälzt man die ganze Blüte und bäckt sie im heißen Fett goldbraun aus.


Holunderblütensirup
Die Blüten werden mit einer kleingeschnittenen Zitrone kurz aufgekocht, 1-12h stehen gelassen, dann filtert man alles Feste (am besten durch ein Tuch) ab, gibt je nach Menge Zucker hinzu und kocht das ganze ein wenig ein, bis sich eine sirupartige Konsistenz ergibt.

Hier gibt es eine genaue Anleitung für einen Holler-Auszug.


Holunderblüten-Räucherwerk
Die gesammelten Holunderblüten werden auf einem Küchentuch getrocknet und können wundervoll verräuchert werden.
Sie bringen Schutz, Wohlstand und man kann Holunderblüten wunderbar in Segensräucherungen geben.


Holunderblütentee
Der Holunderblütentee oder Fliedertee, wie er früher genannt wurde, wird seit Urzeiten angewendet. Vor allem bei Erkältungen kann man ihn zur Schwitzkur trinken.
Er unterstützt das Immunsystem und wirkt leicht stimmungsaufhellend.
Zudem schmeckt er sehr lecker und muss meist gar nicht zusätzlich gesüßt werden.


Eine ganze Reihe von Rezepten mit Holunderbeeren findest Du in diesem Blog.


Mein besonderer Tipp:
In der kalten Jahreszeit findet man auch oft die Judasohren auf dem Holz des Holunders.

 

all pics by Stefanie Ziege, Pic Holunderbeeren by Torsten Winter

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Kräuterportrait Beinwell

Beinwell, Symphytum officinale, ist eine großartige Heilpflanze und dazu auch noch eine wunderbare Hummelweide.
Schon seit Urzeiten wird Beinwell zur Behandlung von allen möglichen knöchernen Erkrankungen verwendet. Schon der Name Bein- (Knochen) well (gut) deutet auf diese Verwendung hin.


Beschreibung:
Die Pflanze ist mehrjährig und wächst auf guten, eher feuchten Böden. Sie kommt gut mit vollsonnigen, aber auch mit schattigeren Plätzen zurecht. Man kann sie in Deutschland wild finden aber auch super im Kübel oder Garten anbauen. Die Blätter sind recht groß, spitz zulaufend, mit deutlicher Blattaderung und rau behaart. Aus der Wurzelbasis wachsen die Blütenstängel mit einigen Blättern daran hervor, die mit vielen lilafarbenen Blüten besetzt sind. Sie erinnern ein bisschen an Glockenblumen. Es ist eine wahre Freude, im Sommer den Hummeln zuzusehen, wie sie emsig den Nektar saugen und nur noch ihr kleiner Fellpopo raus schaut 😉
Die Wurzel des Beinwell ist außen dunkelbraun bis schwarz und innen hell, fast weiß. Zerbricht man ein Stück, merkt man sofort den klebrigen Schleim, der in ihnen enthalten ist.

an der Blattunterseite sind sehr deutlich die rauen Haare zu erkennen

 

der Blütenansatz
die Blattaderung ist sehr deutlich zu erkennen

Hauptinhaltsstoffe:
Allantion, Gerbstoffe, Schleimstoffe


Verwendung:
Die Blüten des Beinwell können zu Dekorationszwecken verwendet werden, auch die Blätter sind rein theoretisch in kleinen Mengen essbar. Dies ist aber aufgrund der rauen Haare nicht wirklich eine große Freude.

Die hauptsächliche Verwendung liegt beim Beinwell im medizinischen Bereich.
Die Blätter werden in der Volksheilkunde zu Breiumschlägen oder Blattauflagen bei Rückenschmerzen oder zur Linderung von so ziemlich allen knöchernen Beschwerden und Gelenkbeschwerden verwendet.

Aus den Wurzeln lässt sich eine großartige Tinktur herstellen, die so wie die frischen Blätter zu verwenden ist. Sie kann alle möglichen Knochen- und Gelenkbeschwerden wie Rückenschmerzen, Prellungen, Verstauchungen, Verspannungen, Muskelschmerzen, Zerrungen usw. lindern .

die frisch angesetzte Tinktur
Beinwellwurzeln

Mit einem Ölauszug aus Beinwell-Wurzeln lässt sich später eine großartig Heilsalbe herstellen. Sie wird genau wie Tinktur oder Frischsaft verwendet.

 

 

 

In der Schwangerschaft ist Beinwell bitte nur nach Absprache mit dem Arzt einzusetzen und dann auch nur äußerlich.

Haltet dieses Jahr bei euren Streifzügen in der Natur einmal Ausschau nach dem wundervollen Beinwell. Vielleicht entdeckt ihr ihn ja.
Viel Freude dabei.

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Salbenküche – eine kräftige Heilsalbe

Nachdem ich nun mein Pappelöl abgefiltert habe, hat mich die Muse geküsst und mir kam die Idee, daraus mit anderen Ölen eine Heilsalbe herzustellen.
Da ich 2 Kinder haben und selbst viel in der Natur unterwegs bin, könnt Ihr Euch meinen Bedarf an Heilsalbe sicher gut vorstellen.


Also habe ich meinen Medizinschrank aufgemacht und siehe da:
Es strahlten mich 2 Gläser mit Ölen an, die verarbeitet werden wollten.

Und so kam ich zu diesem Rezept:

130 ml Ringelblumenöl (so stellst Du einen Ölauszug her)
120 ml Pappelöl
50 ml Rötöl

alle Zutaten werden langsam im Wasserbad erwärmt, das Bienenwachs beginnt schon zu schmelzen

Das ganze habe ich mit einer kleinen Menge Kakaobutter und 25g Bienenwachs erwärmt bis das Wachs geschmolzen war. Gut durchgerührt und dann sofort in Salbendosen abgefüllt.

die fertige Heilsalbe: 2 große Dosen für zu Hause und eine kleine für Unterwegs

Das Ergebnis ist eine großartige, sehr gut verreibbare Salbe, die einen tollen balsamischen Duft hat. Sie zieht erstaunlich schnell ein und hinterlässt ein sehr weiches Hautgefühl.

Diese Salbe kann auf alle wunden Hautstellen aufgetragen werden. Bei Entzündungen, gerade geschlossenen Wunden, Abschürfungen, Ekzemen (bitte erst auf Verträglichkeit testen wegen der Ringelblumen), rauhen Hautstellen, Abszessen, Pickeln und leichten Verbrennungen. Sie sollte sehr heilkräftig sein und so ungefähr alles abdecken, was an Hautproblemen auftauchen kann.


Ich werde einmal selbst beobachten, was diese Salbe so kann und euch auf dem Laufenden halten.
UPDATE: Ich habe damit einen entzündeten, eingewachsenen Zehennagel bei meinen Sohn behandelt. 2 Nächte lang einen Salbenverband und es war danach komplett weg (und ja, ich bin vom Fach, ich weiß, was ich tue 😉 )

Viel Spaß beim selbst ausprobieren.

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Pflanzenportrait – Pappelknospen

Genau jetzt ist vielerorts die Zeit, um Pappelknospen zu sammeln. Die Pappeln, Populi sp., verlieren in den Frühjahrswinden sehr leicht dünne Äste, die dann auf dem Boden unter dem Pappeln zu finden sind. An einem sauberen Ort kann man diese Äste aufsammeln und die Knospen abpflücken. Am besten sind die Knospen ganz kurz bevor sie sich öffnen und die frischen kleinen Blättchen zu sehen sind.

da ich vergessen habe, ein Foto zu machen, bevor ich sie in Öl eingelegt habe, habe ich sie euch nochmal auf einem Teller drapiert

Schon beim Pflücken merkt man, dass die Knospen harzig klebrig sind und einen leicht säuerlichen, balsamischen Geruch verströmen.

Die geernteten Knospen kann man vielfältig verwenden.
Sie eignen sich, um daraus einen Tee zu brühen. Die enthaltenen ätherischen Öle, Gerbstoffe, Flavonoide und ein salicysäureähnlicher Stoff (wirkt ähnlich dem Aspirin) helfen, innerlich angewendet, gegen entzündliche Vorgänge im Körper wie Gicht oder Blasenentzündung, aber auch bei Magen-/Darmbeschwerden.
Der Tee kann auch äußerlich für Auflagen verwendet werden und ist bei Entzündungen der Haut und trockener Haut, sowie Ekzemen hilfreich.


Die wohl bekannteste Anwendung ist aber die Pappel-Salbe.
Um diese herzustellen, muss zuerst ein Mazerat aus den Knospen gewonnen werden.

Hier findet ihr eine Anleitung, wie ihr solch einen Ölauszug herstellt.


Dieser Ölauszug wird dann mit Bienenwachs verfestigt.
Das Verhältnis sollte 50g Öl zu 3-4g Bienenwachs sein, je nachdem wie fest ihr eure Salbe haben möchtet.

Gebt das Öl in ein Glas und dieses dann in ein Wasserbad. In das Öl kommt nun das Bienenwachs. Erwärmt alles ganz sanft und vorsichtig, bis das Wachs geschmolzen ist. Rührt kurz durch und dann kann die fertige Salbe schon abgefüllt werden.
Beschriftet eure Salbentigel mit Art der Salbe und Datum. Die Salbe ist ca. 1 Jahr lang haltbar.

Sie dient der Körperpflege, hilft gegen raue Haut, Ekzeme, Entzündungen und kann als Wundheilsalbe verwendet werden.

Für Fortgeschrittene kann das Pappelöl auch zu Cremes verarbeitet werden oder es kann mit anderen Ölen gemischt werden, um noch mehr Pflegeeigenschaften zu erhalten.

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Kräuterportrait – das Johanniskraut

Der Lichtbringer, nicht nur in der kalten Jahreszeit. Gepriesenes Kraut gegen Depressionen, Angst und nervöse Verstimmungen. Helfer bei Narben und allerlei Hautleiden.
Um das Johanniskraut ranken sich zahlreiche Mythen und Legenden. Lasst uns zusammen mal etwas genauer hinschauen:

Vorkommen
Das echte Johanniskraut, Hypericum perforatum, wächst in unseren Breiten fast überall wild. Man kann es also wunderbar wild sammeln oder auch im eigenen Garten anbauen. Achtung: es verbreitet sich sehr stark. Da es aber eine großartige Bienenweide ist, tut man sogar unseren kleinen Freunden etwas Gutes. Man findet das Johanniskraut auf Wiesen, an Wegrändern oder auch an Waldrändern. Es mag gern sonnige Standorte, die nicht zu feucht sind.


Johanniskraut

Beschreibung
Das Johanniskraut wird ca. 30-70 cm hoch, ist mehrjährig und wächst bisweilen stark verzweigt. Man kann es vor allem an sonnigen Standorten finden, vom Waldrand bis zu sandigen Wegrändern habe ich das Johanniskraut schon überall angetroffen. Die gegenständigen Blätter sind länglich, etwas eiförmig und hellgrün mit einem ganz kleinen Hauch von grau. Charakteristisch sind die dunklen Punkte auf den Blättern die auch auf den Blütenblättern zu finden sind. Es handelt sich hier um Öldrüsen der Pflanze.
Die strahlend gelben Blüten wachsen in einer Trugdolde an den Enden der Stängel. Zerreibt man eine Blüte zwischen den Fingern, so tritt ein dunkelroter bis lilafarbener Saft aus. Daran kann man das Johanniskraut zweifelsfrei erkennen.


die wichtigstens Inhaltsstoffe
Hypericin, Bitterstoffe, ätherische Öle, Gerbstoffe, Pektin


Verwendung
Das Johanniskraut ist das Kraut der Sonne, der Wärme und des Wohlergehens. Seine leuchtend gelben Blütenblätter allein heben schon die Stimmung und verbreiten Sommer pur. So wird es in der Volksmedizin gegen depressive Verstimmungen, Gereiztheit, Angstzustände bis hin zu schweren Depressionen eingesetzt. Da mit solchen Krankheitsbildern aber nicht zu scherzen ist, hier der ganz klare Hinweis von mir, in solchen Fällen bitte immer einen Arzt oder Heilpraktiker aufzusuchen. Denn das Johanniskraut wird vor allem in der Pflanzenheilkunde sehr gern von Fachleuten empfohlen.

Traditionell wird es aber auch bei einer Vielzahl von anderen Erkrankungen angewendet. Bei Nervenschmerzen, bei entzündlichen Wunden und zur Blutstillung (auch nach der Geburt). Es reguliert den Hormonhaushalt der Frau in der fertilen Zeit genau so wie in den Wechseljahren und hilft auch bei Schlafstörungen und allgemeiner Schwäche.
Auch eine positive Wirkung auf Blase und Darm wird heilkundlich überliefert. So kann es bei Reizdarm und chronischen Darmerkrankungen genauso hilfreich sein wie bei Blasensteinen und Inkontinenz.

Das Johanniskraut wird als Tee, Tinktur oder als Mazerat, das bekannte Rotöl, eingesetzt. Hier findest du eine Anleitung zum Herstellen des Rotöls.


In der Räucherkunde wird das Johanniskraut zur Mittsommernacht geräuchert. Mit dem verbrennen des Krauts übergibt man Unglück und Krankheit dem Feuer.
Auch wurde zum Segnen und Schützen vor Dämonen und schlechten Einflüssen geräuchert.

die Blüte im Detail

In der Küche findet das Johanniskraut keine Verwendung, es ist rein medizinisch einzusetzen.


Bitte beachtet unbedingt, dass das Johanniskraut in allen Anwendungsformen die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöht. Im Winter sehr förderlich, da der Körper das wenige Licht besser ausnutzen kann, wenn man sich unter freiem Himmel befindet, im Sommer allerdings kommt es u.U. eher zum Sonnenbrand.

Und nun wünsche ich Euch viel Freude bei der Annäherung an dieses wundervolle Heilkraut.

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