Salbenküche – einen Ölauszug herstellen

Oft liest man in den diversen Gruppen, im Internet und sonstwo von Ölauszügen. Doch was ist das eigentlich? Wie stellt man es her und was kann man dann damit anstellen? Das möchte ich heute ein bisschen näher erklären und auch auf mögliche Fehler eingehen.

Genau genommen handelt es sich bei der Methode, Pflanzenteile in Öl einzulegen um einen Ölauszug, der Fachbegriff lautet Mazerat. Viele Wirkstoffe in Pflanzen sind fettlöslich und gehen beim Einlegen in Öl in selbiges über. Und genau das macht man sich zu Nutze, um Wirkstofföle für die direkte Anwendung oder als Grundlage für Salben herzustellen.


Zum Herstellen eines solchen Ölauszugs benötigt man frische oder getrocknete Blüten, Blütenblätter oder andere Pflanzenteile.

Wichtig ist, dass alles sauber und unbedingt trocken ist. Verwendet man frische Pflanzenteile, muss man sie sehr gut abtrocknen, sollte man sie gewaschen haben. Gut ist es auch, sie einige Stunden antrocken zu lassen, um einen Teil der enthaltenen Feuchtigkeit verdunsten zu lassen.
Je frischer und feuchter das Pflanzenmaterial ist, desto größer ist die Gefahr, dass der Ansatz schimmelt.
Möchte man auf Nummer sicher gehen, kann man auch einen Warmauszug aus frischen Pflanzen machen oder eben getrocknete Pflanzenteile nehmen.
Das geht bei fast allen Pflanzen, einzige Ausnahme bildet das Johanniskraut.

fertiges Ringelblumenöl

Verfahren:
Die Pflanzenteile werden nun also in ein sauberes und trockenes Schraubdeckelglas gegeben und mit einem neutralen Öl, ich nehme gern Mandelöl, großzügig bedeckt. Es sollte immer mehr Öl als Pflanzenteile im Glas sein. Deckel drauf ist ganz wichtig. Bitte nicht nur mit einem Tuch abdecken, da sonst das Öl noch schneller oxidiert, sprich schlecht werden kann. Das Ganze versieht man mit Namen und Datum und stellt es hell, aber nicht in die pralle Sonne. Das Glas am besten täglich schütteln und auf mögliche Schimmelbildung kontrollieren.

Welches Öl man für das Mazerat nimmt, hängt ein bisschen von der Verwendung ab.
Mandelöl und Jojobaöl sind sehr hochwertig und hautpflegend, aber auch recht teuer. Sesamöl oder Rapsöl sind gute Alternativen für Leute, die Sonnenblumenöl oder Olivenöl nicht mögen oder vertragen.
Letztendlich musst Du ausprobieren, was für Dich genau das Richtige ist. Hier kommt es sehr auf individuelle Vorlieben und Geschmäcker an.


Nach ca. 4 Wochen filtert man das Öl durch ein sehr feines Tuch oder Filterpapier. Das gewonnene Öl füllt man dann in ein neues Glas, schreibt Name und Datum drauf und stellt es ab dann dunkel und kühl.

Der Ölauszug ist ca. 12 Monate haltbar.
Hierbei gilt meist: je länger das Basisöl noch haltbar war (beachte das MhD auf der Verpackung), desto länger ist auch das Mazerat haltbar.
Sollte sich Schimmel bilden, oder der Geruch ins ranzige umschlagen, ist das gesamte Öl zu verwerfen.


Ein paar Beispiele und Anwendungsmöglichkeiten:

  • Ringelblumen (besonders gut geeignet zur Herstellung von Ringelblumensalbe)
  • Lavendel (zum Beispiel als Massageöl)
  • Arnika (zum Beispiel als Massageöl)
  • Johanniskraut (das Rotöl eignet sich wunderbar zur Behandlung von Wunden und Hautproblemen)
  • Kümmel,Fenchel, Anis (alle 3 zusammen als Bauchweh-weg-Öl für kleine Kinder)

Mein besonderer Tipp:
Wirkstofföle und ätherische Öle sind nicht das Gleiche, auch wenn Wirkstofföle (Mazerate) bisweilen sehr gut riechen. Ätherische Öle können nur durch eine aufwändige Destilation gewonnen werden und sich leicht flüchtig.
Bei Wirkstoffölen handelt es sich um fette Öle, die man mit oben beschriebener Methode gewinnen kann.

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Salbenküche – eine Tinktur herstellen

Heute möchte ich Dir einen Einblick geben, wie man selbst gesammelte oder angebaute Heilpflanzen weiterverarbeiten kann und ihre Inhaltsstoffe verfügbar und haltbar machen kann.

Eine Möglichkeit ist es, eine Tinktur herzustellen.

Tinkturen können grundsätzlich aus frischen wie auch aus getrockneten Pflanzen hergestellt werden. Man kann alle Teile einer Pflanze verwenden. Wurzeln, Blätter, Stängel und auch Blüten, selbst Harze sind möglich. Je nach Tinktur nimmt man meist nur einen bestimmten Pflanzenteil. So wird Beinwelltinktur aus der Wurzel gemacht, Gänseblümchentinktur dagegen aus den Blütenköpfen.

Was Du benötigst:

– Pflanzenmaterial
– ein weißes Schraubdeckelglas
– Alkohol
– Braunglasflaschen zum Abfüllen
– Filterpapier oder ein sehr feines Tuch

 

Zuerst säubert man die Pflanzenteile. Wurzeln müssen gut abgespült werden, Blütenköpfe können meist sofort verarbeitet werden (auf einen sauberen Standort der Pflanzen achten). Dann schneidet oder reißt man die Pflanzen entsprechend klein.
Hier gilt: Wurzeln oder große Blätter werden kleingeschnitten, zarte Blütenköpfe können ganz bleiben.
Nimmst Du frische Pflanzenteile, stellst Du eine Urtinktur her, bei getrocknetem Material ist es dann eben eine Tinktur. Bei manchen Pflanzen ist ein Trocknen unumgänglich (zb. Mädesüß). Hier kommt es ein bisschen auf die persönlichen Vorlieben und die zu verarbeitende Pflanze an. A
chte unbedingt darauf, dass das Material nicht zu nass vom Abwaschen ist.
Nun gibt man alles in ein Schraubdeckelglas. Man füllt es ca. bis zur Hälfte mit Material. Bei zarten Blüten bitte nicht quetschen.
Dann gießt man das Glas bis zum Rand mit Alkohol auf. Alle Pflanzenteile müssen vollständig von Alkohol bedeckt sein.
Hat man weniger Pflanzen oder benötigt nicht so viel Tinktur auf einmal, nimmt man entsprechend weniger.

die Pflanzenteile kommen in ein sauberes Glas…
… und werden mit Alkohol aufgegossen
Beschriftung nicht vergessen

Das Ganze kommt dann an einen hellen, aber nicht vollsonnigen Platz. Täglich schütteln, dabei darauf achten, dass sich kein Schimmel gebildet hat (ist mir noch nie passiert, kann aber mal vorkommen).

der Ansatz muss nun stehen
die Blätter des Bärlauchs haben fast vollständig ihre Farbe verloren

Nach  ca. 4 Wochen ist die Tinktur fertig. 
Man sieht, dass sich der
Inhalt verändert hat. Die Flüssigkeit nimmt meist eine Farbe an und das Pflanzenmaterial wird (gerade bei Blüten und Blättern durchscheinend)

Sie wird dann nur noch durch ein sehr feines Tuch oder einen Kaffeefilter abgefiltert.

 

die Tinktur wird nun gefiltert

Die fertige Tinktur kommt sodann in ein dunkles Glas/Flasche und sollte zukünftig dunkel stehen.

die fertige Tinktur

Tinkturen sind durch den Alkohol, der konservierend wirkt, rein theoretisch viele Jahre lang haltbar. Ich persönlich setze aber jedes Jahr in etwa so viel an, wie ich benötige und habe so immer frische Tinkturen zur Hand.

Bitte beachte, dass man einige Tinkturen noch verdünnen muss, bevor man sie verwenden kann, zum Beispiel Arnika.

Meistens benötigt man nicht sehr viel, es ist also oft nicht nötig, mehrere Gläser anzusetzen. Mache lieber weniger und schaue, wie viel Du in einem Jahr verbrauchst.


Welcher Alkohol ist geeignet?
Das kommt immer ein bisschen darauf an, welche Tinktur man machen möchte. Um Harze zu lösen, braucht es hochprozentigen Alkohol von mindestens 70%.
Aber für gängige Blätter und Blüten, sowie die meisten Wurzeln, sind ~ 35% alc. sehr gut geeignet und ausreichend.

mein besonderer Tipp:
Wunderbar kann man einfachen Kornschnaps aus dem Supermarkt benutzen. Es ist für den Hausgebrauch nicht nötig, teuren Alkohol in der Apotheke zu kaufen und diesen dann ggf. noch selbst zu verdünnen.

Was kann man nun mit den verschiedenen Tinkturen anfangen und welche Pflanzen eignen sich für welche Anwendung?
Lies hier weiter über Tinkturen in der Hausapotheke Teil 1 und Teil 2.

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Heilpflanzen bei Erkältung

Nun ist es wieder soweit.
Die kalte Jahreszeit hat begonnen. Noch ist das Wetter zwar recht mild, aber Regen, Wind und kalte Luft läuten schon bald wieder die Erkältungszeit ein. Doch wie so oft, ist auch gegen eine Erkältung durchaus das ein oder andere Kraut gewachsen.

Im Folgenden möchte ich euch die wichtigsten kurz vorstellen und am Ende gibt es noch ein kleines Rezept für einen schönen Wintertee von mir.

Spitzwegerich, Holunderblüten und Hagebutten

Kamillenblüten

Die Kamille ist wohl vielen gut bekannt. Sie wirkt beruhigend auf den Magen-Darm-Trakt. Deshalb wird Kamillentee gern bei derartigen Problemen getrunken.
Aber auch ihre entzündungshemmende Wirkung können wir uns zu Nutze machen. So kann die Kamille bei Halsentzündung und Kratzen im Hals durchaus hilfreich sein. Zudem wirkt sie auch auf den gesamten Organismus beruhigend, so dass sich Kamillenblüten gut als Abendtee eignen.

Auch eine Dampfinhalation mit Kamille kann bei Schnupfen und Halsweh Linderung bringen.

Salbei

Unterstützen lässt sich die Wirkung der Kamille noch durch die des Salbeis. Er wirkt stark antibakteriell und rückt so den Bakterien bei Schnupfen und entzündetem Hals zuleibe. Zugleich helfen die enthaltenen Gerbstoffe, die Mundschleimhaut zu stärken.

Bitte beachtet, dass ihr keinen Salbeitee trinken solltet, wenn ihr eine Schwitzkur vorhabt. Denn Salbei wirkt schweißhemmend.

Lindenblüten

Die Schwitzkur kann man zum Beispiel mit Lindenblütentee super einleiten. Lindenblütentee kann, Abends getrunken, die Produktion von Schweiß deutlich steigern. Dazu sagt die Volksheilkunde den Lindenblüten schlaffördernde Eigenschaften nach. Da sie zudem auf Grund der enthaltenen Schleimstoffe auch gegen Halsweh und Reizhusten wirkt, ist sie der ideale Tee für die Abendstunden.

Holunderblüten

Auch die Holunderblüten wirken schweißtreibend und können die Wirkung der Lindenblüten noch unterstützen.

Thymian, Kamillenblüten und Lindenblüten

Mädesüßblüten
Mädesüßblüten enthalten eine Stoff, der vom Körper in Saliclysäure umgewandelt wird. Der Wirksoff des klassischen Aspirins.
So wirken dann auch die Mädesüßblüten: entzündungshemmend und schmerzlindernd und Fiebersenkend. Sie sollten allerdings nicht vorsorglich eingenommen werden, sondern nur zur Behandlung wirklicher Symptome eingesetzt werden.

Thymian

Thymian ist das Mittel der ersten Wahl bei Husten, Bronchitis und Katarr der oberen Luftwege. Er ist auswurffördernd und krampfstillend, wodurch er das Abhusten erleichtert.
Auch Entzündungen im Mund kann der Thymian mit bessern.

Spitzwegerich

Der Spitzwegerich kann bei Katarren der Atemwege und fiebrigen Lungen- und Bronchialleiden eingesetzt werden. Seine Schleimstoffe lindern Reizhusten und Entzündungen im Mund- und Rachenraum.

Es ist aber unbedingt darauf zu achten, dass der Spitzwegerich als Kaltauszug zubereitet wird, da die antibiotische Wirkung beim Aufbrühen verloren geht.

Hagebutten

Hagebutten enthalten sehr viel Vitamin C. Da eine Erkältung oft mit zu wenig Vitamin C einher geht, bietet es sich an, einen Erkältungstee mit den tollen roten Früchte zu bereichern.

Generell empfiehlt es sich, bei einer Erkältung oder einem grippalen Infekt Vitamin C-haltige Obst- und Gemüseorten zu sich zu nehmen.
Hierzu zählen Zitrusfrüchte, Sanddorn, Holunderbeeren, Kiwi, Paprika.

Neben Tees sollte auch die Wirkung von Einreibungen und Inhalationen nicht unterschätzt werden.

Die Palette an fertigen Präparaten ist riesig. Aber man kann bei harmlosen Infekten durchaus einmal schauen, ob sich mit Eukalyptus-, Fichtennadel-, Thymian-, Kampher- oder Lavendelöl nicht eine Besserung erzielen lässt.

Die antibakteriellen Eigenschaften der Kressearten (Brunnenkresse, Kapuzienerkresse) von Rettich, Ingwer, Knoblauch und Bärlauch können ebenfalls unterstützend wirken bei der Bekämpfung von allerlei Infekten.
Tee für die kalte Jahreszeit

zu gleichen Teilen:
Kamillenblüten
Thymian
Salbei
Hagebutten
Spitzwegerich

1 gut gehäuften Teelöffel davon auf eine große Tasse, 10 min. abgedeckt ziehen lassen und dann alsbald trinken. Kann nach Belieben gesüßt werden.

Eine Schwitzkur bei Fieber

zu gleichen Teilen:
Holunderblüten
Lindenblüten

1 Teelöffel auf eine Tasse, 10 min abgedeckt ziehen lassen und so warm wie möglich trinken. Muss eigentlich nicht gesüßt werden, da die Blüten viel eigene Süße mitbringen.

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