Anwens Kräuter Quickie

Heute möchte ich einmal Werbung in eigener Sache machen.

Während meiner Kräuterwanderungen mit vielen interessierten Neulingen und auch Kindern höre ich immer wieder die Frage nach geeigneter Literatur. Nun gibt es hunderte Kräuterbücher in allen möglichen Ausführungen.
Aber es gibt nur sehr wenige, wenn überhaupt welche, für absolute Anfänger.

Also habe ich mich hingesetzt und all die Wünsche genommen und daraus ein Buch gemacht.

Anwens Kräuter Quickie

Diese Buch beinhaltet genau 10 Pflanzen. Nicht mehr und nicht weniger. So verzettelt man sich nicht in den schier endlos wirkenden Weiten der Vielfalt wie in anderen Büchern. Diese 10 Pflanzen sind allerdings so gut beschrieben, dass es auch einem absoluten Anfänger sehr leicht möglich ist, sie genau und sicher zu bestimmen.

Auf zahlreichen schönen Wanderungen zusammen mit meiner Fotografin sind tolle Bilder entstanden. Sie zeigen euch viele Details, die zur Bestimmung einer Pflanze wichtig sind.

Ein eigener Abschnitt handelt jeweils von Verwechslungspartner und woran ihr diese erkennt.

Dann habe ich euch noch einige Anwendungsbeispiele für Küche und Hausapotheke aufgeschrieben. Sie sollen aber nur als Anregung dienen und sind keinesfalls vollständig. Aber sie verschaffen dem Leser einen Eindruck, was alles möglich ist.

Wer sofort zur Tat schreiten will und die sicher bestimmten Pflanzen verarbeiten möchte, findet auch immer ein einfaches Rezept mit dabei. Der große Vorteil meines Buches ist, dass Ihr es einfach mitnehmen könnt. Es ist so klein und leicht, dass es in jede Tasche passt.

Zu bestellen ist das Buch über meine Homepage oder auf Amazon.

Nun wünsche ich Euch viel Spaß beim Lesen und Entdecken!
Eure Claudia Winter

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Brennnessel-Rezepte

Die Brennnessel, Urtica spec, ist eines der wertvollsten Wildgemüse unserer Breiten. Sie enthält große Mengen an Magnesium, Kalium und vor allem Eisen – letzteres deutlich mehr als handelsüblicher Spinat. Dazu viel Kieselsäure, Eiweiß, verschiedene Vitamine, Fett und Kohlenhydrate.

In den Samen finden sich große Mengen an fetten Ölen, besonders die Linolsäure ist ein ganz wichtiger Baustein in unserer Ernährung. Auch Vitamin E, Schleimstoffe und Carotinoide sind erwähnenswert.

Hier findet Ihr ein vollständiges Pflanzenportrait der Brennnessel.

die große Brennnessel

Wenn ihr das erste Mal Brennnessel zubereitet, dann tastet euch langsam heran. Die große Anzahl an Nährstoffen verträgt nicht jedes Magen-Darmsystem. Also beginnt mit kleinen Mengen und erhöht das dann, bis ihr bei der gewünschten Portionsgröße angekommen seid.


Nun hier ein paar Rezepte und Ideen, was ihr tolles aus der Brennnessel machen könnt:

Brennnessel-Spinat

Zutaten:
ca. 500g frische Brennnessel (man nimmt die jungen Spitzen)
1 kleine Zwiebel
Butter oder Margarine
Gewürze nach Belieben

 Zubereitung:

Die Blätter vorsichtig von den Stängeln zupfen, bei sehr zarten Triebspitzen alles kurz und sehr grob hacken (hier können die Stängel mitgegessen werden, da sie noch sehr weich und wenig faserig sind).

Das Fett im Topf zerlassen und die Zwiebel darin glasig dünsten. Die Brennnessel dazugeben. Kurz mitdünsten. Mit Pfeffer und Salz nach Belieben würzen. Wenn du magst, gib noch ein bisschen Sahne dazu.

Fertig ist der super gesunde und schnelle Brennnessel-Spinat.

Dazu schmecken besonders gut ganz klassisch Kartoffeln und Ei, man kann mit dieser Zubereitung aber auch Teigwaren füllen oder es einfach als Gemüse zu jeden Gericht reichen.


Brennnessel-Gemüse-Suppe

Zutaten:
250g frische Brennnessel (junge Spitzen)
250g verschiedenes Gemüse, je nach Vorliebe und Saison
Suppengrün oder Zwiebel
Gemüsefond, alternativ Wasser
Gewürze und frische Kräuter

Zubereitung:
Das Gemüse putzen und gleichmäßig klein schneiden.
Das Wurzelgemüse und die Zwiebel mit ein klein wenig Fett kurz andünsten, dann mit Wasser oder Fond aufgießen und das restliche Gemüse dazugeben.
Auf kleiner Flamme gar kochen lassen und erst ganz kurz vor Ende der Garzeit die gehackte Brennnessel dazugeben.

Mit Gewürzen und frischen Kräutern nach Belieben und Verfügbarkeit abschmecken. Wer mag, kann das Ganze pürieren.
Warm servieren, als Dekoration eignen sich frische essbare Blüten und Kräuter.


Geröstete Brennnesselsamen

Zutaten:
eine beliebige Menge an Brennnesselsamen

Zubereitung:
Die frischen Brennnesselsamen in einer Pfanne ohne Zugabe von Fett auf sehr kleiner Flamme vorsichtig rösten. Es ist ganz wichtig, ständig zu rühren und immer bei der Pfanne zu bleiben, da die kleinen Samen sehr schnell anbrennen.
Man muss die Samen vorher nicht umständlich von den Samenständen lösen, das geschieht beim Rösten von ganz allein. Sollten sich nach dem Rösten nicht alle Samen auslösen lassen, können die Samenstände auch noch einmal zurück in die Pfanne wandern und erneut erhitzt werden.

Die gerösteten Samen am besten gleich verzehren. Sie passen super zu allen Arten von Salat, in Joghurt oder Müsli oder einfach auf einem Butterbrot.

Der Geschmack ist ein wenig nussig, aromatisch und lohnt auf jeden Fall mal, ausprobiert zu werden.


Brennnessel-Chips

Zutaten:
2 gute handvoll Brennnesselblätter (aus dem oberen und mittleren Bereich der Pflanze)
ein gutes Öl
Zubereitung:
Die Blätter werden gewaschen und sehr gut abgetrocknet. Dann erhitzt man das Öl in der Pfanne. Nun kommen die Brennnesselblätter nacheinander hinein und werden ein paar Sekunden fritiert. Wenn es aufhört zu zischen, sind sie fertig und sollten auch direkt aus dem Öl. Man legt sie kurz auf Küchenpapier zum abfetten.

Die fertigen Chips können mit allerlei Gewürzen aufgepeppt werden.
Ich persönlich mag sehr gern Salz und Paprika, aber auch Knoblauchsalz ist echt lecker.
Die Chips sind schön kross und eine vergleichsweise gesunde Alternative zu konventionellen Chips.

Mein besonderer Tipp:
Es können auch zahlreiche andere Kräuter dafür genommen werden. Mir schmeckte Giersch und Melde besonders gut.


Diese Rezepte sind meine Lieblingsrezepte. Sie sind aber keinesfalls in Stein gemeißelt und sollen euch nur als Anregung dienen. Und natürlich gibt es noch tausende weitere.

Welches ist denn Dein Lieblingsrezept?

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Löwenzahnhonig selbst gemacht

Der Löwenzahn steht in voller Blüte und viele von euch wollen sich die Löwenkraft für das Jahr konservieren. Das geht ganz wunderbar mit Löwenzahnhonig. Leute erzählen mir immer wieder, dass sie schon so viel darüber gehört haben, sich aber nicht ran trauen, ihn selbst mal zu machen. Deswegen gibt es heute von mir ein detaillierte Anleitung dazu, wie ihr ihn in der Variante mit Kochen zubereiten könnt.

Vorab noch ein kleiner Hinweis: Löwenzahn ist eine großartige Bienenweide. Nehmt also bitte immer nur wenige Blüten von einem Standort.


Sammelt also die Blüten an einem trockenen Tag und nur die, die vollständig aufgeblüht sind. Und bitte sucht euch unbelastete Standorte. Direkt neben Straßen oder auf Feldern wo eine Pflanze neben der nächsten steht, solltet ihr nicht sammeln.

die gesammelten Blütenköpfe

Rezept:
200-300g Blütenköpfe
2kg Zucker
1l Wasser
1 Bio-Zitrone

die abgetrennten Blütenblätter – nur diese werden verwendet

Als erstes kommt eine furchtbare Arbeit, die sich aber sehr lohnt. Ich kann es nur empfehlen. Trennt die gelben Blütenblätter von Blütenboden ab. In den Topf kommen ausschließlich die gelben Blätter, alles andere ist Abfall. Dies verhindert, dass der fertige Honig bitter schmeckt.

Die so gezupften Blütenblätter kommen in einen Topf mit 1l Wasser und der in Scheiben geschnittene Zitrone.

die Blütenblätter werden nun gekocht

Kocht das Ganze wallend auf und lasst es dann ca. eine halbe Stunde leise köcheln. Abkühlen lassen und durch ein Tuch geben. Ihr könnt ein Käsetuch, ein (sauberes 😉 ) Windeltuch nehmen oder ein sehr feines Sieb.

die abgefilterten Blütenblätter
der Sud muss nun kochen

Gebt die erhaltene Flüssigkeit nun zusammen mit dem Zucker in einen großen Topf und kocht das Ganze wieder auf. Die Flüssigkeit muss eine Weile kochen, bis die richtige Konsistenz erreicht ist. Macht unbedingt immer wieder einem kleinen Klecks auf einen Teller: kurz pusten und abkühlen lassen. Dann seht ihr, wann das Ganze die richtige Konsistenz erreicht hat. Bleibt immer beim Topf, es kann passieren, dass die Flüssigkeit hochkocht und überschäumt. Die Sauerei wollt ihr nicht putzen, glaubt mir 😉

Wenn der Honig fertig ist, füllt ihn kochend heiß in entsprechende Gläser.

Er hält sich mindestens 1 Jahr lang, fängt aber bei mir irgendwann an, auszukristallisieren.

Fertig ist der leckere Brotaufstrich für die ganze Familie.

Als Alternative kann man aus der abgefilterten Flüssigkeit auch Gelee machen. Diese dann einfach nach Packungsangabe mit dem entsprechenden Geliermittel einkochen.

Viel Spaß beim Ausprobieren und Genießen!

Mehr Infos über meine Kräuterwanderungen auf meiner Homepage.

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