Kräuterportrait – der Frauenmantel

Um den Frauenmantel, Alchemilla vulgaris, ranken sich seit Jahrhunderten viele Mythen und Legenden.
So war er Alchemistenkraut und sollte dein Stein der Weisen hervorbringen. Schon bei den Germanen war er Frigg geweiht, der viele weibliche Attribute zugeschrieben wurden, in der heutigen Zeit wird er auch Mantel der Maria genannt.
Die Wassertröpfchen, die sich in den Blättern sammeln, wurden seit jeher mit verschiedenen Mythen belegt. So war es ein hervorragendes Wunschwasser oder wurde zur Augenheilkunde genutzt.

Frauenmantel kurz nach einem Regenschauer – Pic by Steffi Ziege

Den Frauenmantel kann man sehr gut an seinen sehr typisch aussehenden Blättern erkennen. Diese wachsen in einer Halbrosette und haben einen recht langen Stiel. Die Ränder sind typisch gewellt und vor allem in den Morgenstunden findet man darauf die vermeintlichen Tautropfen. Diese Tropfen sind allerdings meist kein Tau, sondern sogenannte Guttationströpfchen. Guttation ist die Ausscheidung von überschüssiger Flüssigkeit durch die Blätter zusammen mit verschiedenen Stoffwechselprodukten der Pflanze.
Die Blütenstände sind eher unscheinbar grünlich, manchmal leicht gelb und bestehen aus vielen einzelnen Blüten. Die Blütezeit des Frauenmantels ist den ganzen Sommer hindurch.


Auch das Kraut kann man den ganzen Sommer lang ernten.
Verwechseln kann man den Frauenmantel mit der Malve im frühen Stadium. Allerdings sind die Blätter der Malve stärker geadert, an den Rändern weniger gesägt und glänzend. Die Malve wächst im weiteren Verlauf hoch und bildet meist lila Blüten aus. Der Frauenmantel bleibt immer ein Bodendecker.


Als Inhaltsstoffe sind vor allem die Gerbstoffe, Flavonoide und Harze erwähnenswert, aber auch spezielle Pflanzenhormone, die dem weiblichen Hormon Progesteron ähneln.


Anwendung in der Hausapotheke
Der Frauenmantel ist die Pflanze der Frauenheilkunde. Die Signatur der Pflanze zeigt uns durch ihre Mantelform eine schützende, einhüllende und entspannende Wirkung an.

Und so wird er auch angewendet. Er kann bei vielerlei Problemen mit dem Uterus und den Ovarien helfen. Nach der Geburt kräftigt er alle Bänder im Bauch allgemein das Bindegewebe und regt den Milchfluss an.
Während der Menstruation kann er durch seine entkrampfende Wirkung und die enthaltenen Pflanzenhormone Linderung bei Schmerzen und unregelmäßigen Blutungen bringen und die Stärke der Mensblutung verringern. Auch kann er Wecheljahresbeschwerden mindern und PMS ein wenig ertäglicher machen.
Die wundheilende Eigenschaft kann man sich auch bei Augenentzündung und Magen-Darmproblemen zunutze machen.
Auf die Seele wirkt er schützend und stärkend.

Verwendet wird das getrockete Kraut (Blätter, Stiele und Blüten), vornehmlich als Tee.


Mein besonderer Tipp:
Der Frauenmantel, der oft in Parks oder Gärten zu finden ist, ist fast immer eine Zuchtform und für die medizinische Anwendung nicht sehr gut geeignet. Die Blätter sind größer und fühlen sich ein bisschen flauschiger an.
Frauenmantel wächst wild eher im südlichen Deutschland.

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Autor: Claudia Winter

Expertin für essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen, Autorin der Bücherreihe Anwens Quickies; naturspiritueller Coach und Reikimeister.

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