Kräuterportrait – das Mädesüß

Das Mädesüß ist eine tolle Pflanze. Ihr Duft ist unbeschreiblich schön und in meiner Hausapotheke ist sie unverzichtbarer Bestandteil.
Heute möchte ich sie Dir ein bisschen genauer vorstellen.

die Blätter, Blüten und Früchte auf einem Bild

Das Mädesüß, Filipendula ulmaria, ist eine mehrjährige Staude, die nährstoffreiche und eher feuchte Standorte bevorzugt. So kann man sie häufig an Gräben oder Flussufern finden. Charakteristisch sind der rötlich-braune kantige Stängel und die gefiederten Blätter, die wechselständig am Stängel sitzen. Sie sind sehr stark geadert und auf der Unterseite leicht gräulich filzig behaart.
Die Blüten sind wunderschön und reinweiß, sie verströmen einen geradezu betörenden süßen Duft, der ein bisschen an Mandeln erinnert. Sie sitzen an den Stängelenden in Doldentrauben.

hier sind die stark geaderten Blätter und der kantige rote Stängel gut zu erkennen

Die wichtigsten Inhaltsstoffe sind Flavonoide, Gerbstoffe sowie Phenolglycoside, aus denen beim Trocknen Salicylverbindungen entstehen.

Achtung: Das Mädesüß muss also unbedingt getrocknet werden, um eine Wirkung zu erzielen.

 

die noch unreifen Früchte im Detail

Das Wort Mädesüß
Den Namen Mädesüß kann man aus verschiedenen Wortstämmen herleiten. Er hat auf jeden Fall nichts mit Mädeln oder Mädchen zu tun.
Es kann vom Wort Mahd – also „Wiese“, „mähen“ herrühren, hier ist auch das englische Wort meadow recht interessant (im Englischen heißt die Pflanze tatsächlich auch meadowsweet). Denn beim Mähen der Wiesen verströmt das Kraut einen unglaublich intensiven und süßen Duft.
Eine andere Möglichkeit ist der Wortstamm Met, oder im Englischen Mead, denn in früheren Zeiten wurde das Mädesüß sehr gern zum aromatisieren von Wein und Met genommen.


Geschichtliches
Das Mädesüß wird seit Urzeiten von den Menschen in Europa verwendet. Man hat an Begräbnisstätten in England und Wales von vor mehreren tausend Jahren Spuren des Mädesüß gefunden. Auch den Druiden war das Mädesüß zusammen mit der Mistel, der Wasserminze und dem Eisenkraut eines der heiligsten Kräuter und wurde bei vielen wichtigen Zeremonien wie Hochzeiten und Begräbnissen verwendet.
In späterer Zeit streuten die Menschen das Mädesüß im Haus aus, um die Räume mit den wundervollen Duft zu erfüllen.
Im 19. Jahrhundert wurde aus dem Mädesüß die Salicylsäure isoliert und bei Schmerzen und Erkältung sowie grippalen Infekten eingesetzt.
Somit war das Mädesüß neben der Weide lange Zeit die einzige Quelle für Salicylsäure.


Anwendung in der Hausapotheke
Durch die enthaltenen Inhaltsstoffe wirkt das Mädesüß leicht schmerzlindernd, zusammenziehend, schweißtreibend und entzündungshemmend.

So wird es bei allerlei Schmerzen zu Linderung verwendet, bei Erkältung mit Fieber wird es gern als Tee getrunken, da es zur Schwitzkur genommen werden kann und den Erkältungssymptomen entgegen wirken kann.
Auch bei rheumatischen Erkrankungen kann das Mädesüß Linderung bringen.
Es wird immer die Blüten mit dem oberen Stängelende inklusive der oberen Blätter als Tee verwendet.


Mädesüß in der Küche
Wie eben schon erwähnt, ist das Mädesüß wunderbar geeignet, um Flüssigkeiten zu aromatisieren. Man kann es zu Wein- oder Liköransätzen geben oder Süßspeisen und Milchprodukten damit einen besonderen Touch verleihen. Auch in Fruchtzubereitungen oder Fruchteis ist es ein Gedicht, dass Du unbedingt einmal probieren solltest.

Wie die Holunderblüten kann man es prima in Teig ausbacken.


Mein besonderer Tipp:
Trockne das Mädesüß zu Sträußen gebunden im Haus und es verströmt dabei seinen wundervollen Duft.

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Autor: Claudia Winter

Expertin für essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen, Autorin der Bücherreihe Anwens Quickies; naturspiritueller Coach und Reikimeister.

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