Kräuterportrait Ringelblume

Die Ringelblume ist eine der bekanntesten Heilpflanzen in unserer Region. Ich erinnere mich an den Garten meiner Oma, wo die wunderschönen orangenen Blüten die Wege säumten. Sie stellte daraus eine Salbe her, mit der sie die ganze Familie versorgte.
Ich führe diese Praxis fort und habe heute immer einen Tiegel mit selbst hergestellter Ringelblumensalbe zu Hause.

eine wunderschöne Blüte der Ringelblume

Die Ringelblume, Calendula officinalis, ist eine einjährige Pflanze. Sie stammt ursprünglich aus dem südlichen Europa und wird spätestens seit dem Mittelalter als Heilpflanze in unseren Gärten angebaut.
Sie wird ca. 40-60 cm hoch und verzweigt sich in den oberen Abschnitten. An den Enden der Stängel wachsen die schönen Blüten, die meist kräftig orange sind. Es gibt aber auch gefüllte, panaschierte oder gar gelbe Sorten.
Erntet man die oberste Blüte, bilden sich an den Seitentrieben neue Blüten, so dass eine einzige Pflanze viele Blüten hervorbringen kann. Die Blätter sind fein behaart und von einem kräftigen grün. Am unteren Ende der Pflanze sind sie eher rundlich und wenig spitz, am oberen Ende werden sie immer dünner, länglicher und spitzer.

Blätter und Blütenknospe

Ich lasse im Laufe eines Jahres immer ein paar Blüten heranreifen und habe so immer einen Vorrat an eigenen Samen.


Die wichtigste Inhaltsstoffe der Ringelblume sind Saponine, ätherisches Öl (vor allem ein hoher Anteil an Azulen, das für die Wundheilung zuständig ist), Schleimstoffe, Farbstoffe, Kieselsäure in den Blättern, viele Mineralstoffe und Salicylsäure.

Die Ringelblume ist eine der ältesten bekannten Heilpflanzen. Ihre Verwendung als Salbe ist am populärsten. Früher geschah das als Auszug in Ziegenbutter oder Schweineschmalz, heute werden eher Ölauszüge als Salbenbasis genommen.

Verschiedene Möglichkeiten, eine Ringlblumensalbe ganz einfach selbst herzustellen, findest du hier.


Anwendung
Die wohl populärste Anwendung der Ringelblume ist die der Wundheilung. So hilft sie bei schlecht heilenden Wunden, offenen Stellen, bakteriellen Entzündungen der Haut und Abszessen, zur Wundheilung bei Schnittverletzungen und Brandwunden. Bei offenen Wunden werden traditionell Waschungen mit Tee oder Tinktur durchgeführt oder in Tee getränkte Kompressen aufgelegt – hier bitte nie Salben aufbringen.

Die Ringelblume ist auch eine tolle Pflanze zu Unterstützung der Leber (Wickel) und hilft bei Augenentzündung (hier bitte unbedingt auf fertige Präparate aus der Apotheke zurückgreifen und nicht selbst experimentieren).
Sie baut das Gewebe nach Verletzungen wieder auf, so dass sie sehr gut bei fast allen Problemen im Mundraum angewendet werden kann. Eine Spülung kann bei Aphten, Herpes oder Entzündungen im Mundraum gut helfen.


Ringelblumen trocknen
Man erntet die Blütenköpfe der Ringelblume an einem trockenen Tag, am Besten um die Mittagszeit. Wichtig ist, dass die Blüten trocken sind.

Auf einem Trockengitter oder einem mit Küchenpapier ausgelegtem Tablett werden die Blüten ein paar Tage getrocknet. Dann zupft man die farbigen Blütenblätter vorsichtig aus und legt diese zum weiteren Trocknen auf ein Küchenpapier. Wenn die Blüten endgültig trocken sind (man hört es dann rascheln, wenn man mit den Fingern durchfährt), füllt man sie in ein Schraubdeckelglas und beschriftet es mit Pflanze und Datum. Getrocknete Blütenblätter sind maximal 1 Jahr lang haltbar.


mein besonderer Tipp:
Trocknet euch separat auch immer ein paar Blätter mit. Sie enthalten viele Mineralstoffe, vor allem Kieselsäure, und sind entweder als Tee oder jung auch frisch im Salat sehr gesund.

Viel Spaß nun beim Entdecken dieser großartigen und alten Heilpflanze.

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Autor: Claudia Winter

Expertin für essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen, Autorin der Bücherreihe Anwens Quickies; naturspiritueller Coach und Reikimeister.

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