Ringelblumensalbe ganz leicht selbst machen

Die Ringelblume, Calendula officinalis, ist eine großartige Heilpflanze. Ringelblumensalbe ist vielen bekannt und gehört zur Grundausstattung der pflanzlichen Hausapotheke.
Diese tolle Salbe selbst zu machen, ist ganz einfach und es lohnt sich, die Zeit zu investieren. Heraus kommt ein tolles Produkt, das super pflegt und auch bei allerlei kleinen Zipperlein unterstützen kann.


Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Ringelblumensalbe herzustellen.

Variante 1 – Rezept meiner Oma

Man benötigt 100g Schweineschmalz. Das wird auf kleiner Flamme vorsichtig erhitzt, bis es geschmolzen ist. In das flüssige Fett kommen dann die sauberen und trockenen, aber frischen Blütenblätter. Meine Oma hat das immer nach Augenmaß gemacht, ich würde eine halbe Handvoll Blütenblätter als gut empfinden. Nun wird das Ganze ca. 15 min bei minimaler Hitze auf dem Herd gelassen. Bitte passt auf, dass das Fett nicht zu heiß wird, sonst verschmoren die zarten Blütenblätter. Das stinkt furchtbar und macht die Salbe unbrauchbar. Meine Oma hat es immer in der Pfanne gemacht, ich persönlich würde allerdings ein Wasserbad empfehlen.

Nach ca. 15 Minuten hat das Fett eine gelblich orangene Farbe angenommen und man kann es nun durch ein sehr feines Metallsieb geben, um die Blütenblätter abzufiltern.
Das Fett oder Öl kommt sofort noch flüssig in desinfizierte Salbentiegel und wird wie immer mit Datum und Art beschriftet. Fertig ist die Salbe!

Als Alternative zum Schmalz kann auch Ziegenbutter, Kokosfett oder Olivenöl verwendet werden. Bei Verwendung von Olivenöl bitte noch ca. 30g Bienenwachs dazugeben, sonst wird die Salbe nicht fest.


Variante 2 – Kaltauszug

Ca. 200 ml Ringelblumenöl (so stellst du zu Hause ganz leicht ein Wirkstofföl her) wird mit einem Teelöffel Lanolin und 25g Bienenwachs vorsichtig im Wasserbad in einem Topf oder Glas erwärmt, bis das Bienenwachs vollständig geschmolzen ist. Das Ganze in desinfizierte Salbentiegel abfüllen und mit Salbenart und Datum beschriften.


Variante 3 – Ringelblumencreme mit Tinktur

Möchte man die Salbe noch reichhaltiger machen, kann man aus dem Öl auch eine Creme herstellen. Hierzu erhöht man den Lanolingehalt auf 2 großzügige Teelöffel und gibt ca. 30g Bienenwachs hinzu. Das Ganze wie gehalbt schmelzen lassen. Dann auf Körpertemperatur abkühlen lassen und derweil 20ml Ringelblumentinktur (so stellst du eine Tinktur zu Hause selbst her) langsam auf Handwäre erwärmen.
Nun die Tinktur sehr langsam, am besten Löffelweise, in das Öl eingeben und unterdessen sehr gründlich mit einem Stabmixer rühren. Ist die komplette Tinktur in dem Ölgemisch, noch einen Moment weiterrühren. Habt ihr alles richtig gemacht, habt ihr eine helle, sehr geschmeidige Creme. Das Lanolin funktioniert hierbei als Emulgator zwischen Öl und Wasser.
Die Creme ist nochmal heilkräftiger, aber für die Behandlung von Kindern nicht so gut geeignet, da sie durch den enthaltenen Alkohol brennt.

Alle Sorten sind ca. 1-2 Jahre lang haltbar.
Achtet bitte unbedingt auf sehr sauberes Arbeiten und desinfiziert alle Geräte und Behälter vor Gebrauch gründlich. Die Creme empfehle ich im Kühlschrank aufzubewahren, die Salben können bei Zimmertemperatur stehen.


Info:
Ringelblumensalbe kann bei vielen Hautproblemen und -Krankheiten helfen: Schnitt- und Schürfwunden, Linderung von Ausschlägen und trockener Haut. Bei Entzündungen sowie Abszessen und Eiter leistet sie ebenso gute Dienste. Ich habe sie als Wund- und Heilsalbe immer im Haus und auf Reisen mit dabei.

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Autor: Claudia Winter

Expertin für essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen, Autorin der Bücherreihe Anwens Quickies; naturspiritueller Coach und Reikimeister.

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