Pflanzenportrait – die Birke

Heute möchte ich Euch die Birke ein bisschen näher vorstellen, denn sie ist eine erstaunliche Pflanze und nebenbei auch noch mein absoluter Lieblingsbaum.

Birken am Waldrand

Die Birke ist für mich der Frühjahrsbote schlechthin unter den Bäumen. Schon meine Oma hat im Frühjahr Birkenzweige ins Haus gestellt und so Freude auf den kommenden Frühling verbreitet.
In der keltischen Mythologie steht die Birke für das Reine und Schöne, aber vor allem für den ganz bewussten Neuanfang. Das sollte nicht sehr verwundern, ist die Birke doch ein absoluter Pionierbaum. Schaut Euch mal Wälder an, in denen Monokultur herrscht (in Brandenburg gibt es viele angepflanzte Wälder, in denen ausschließlich Nadelholz wächst). An den Rändern dieser Wälder findet Ihr immer Birken. Sie sind auch meist die ersten, die freie Grasflächen besiedeln.
In der germanischen Mythologie soll die Birke vor Krankheit und Hexen schützen.

Die Birke ist so wunderbar vielseitig und wird seit Jahrtausenden von uns Menschen genutzt. Lasst uns mal schauen, was man so alles mit ihr machen kann:

Die ganz jungen Birkenblätter eignen sich hervorragend als Salatbeigabe. Sie sind noch sehr zart und nur wenig bitter aber sehr schmackhaft. Wenn sie noch nicht ganz entfaltet sind, dann kann man sie optimal verwenden. Bitte achtet aber hier (wie sonst auch) immer darauf, nur wenig zu nehmen und einen Baum nicht gänzlich seiner Sprossblätter zu berauben.

junge Birkenblätter – noch nicht ganz entfaltet

Im Frühjahr kann man der Birke den Saft abzapfen.
Man bohrt dafür ein kleines Löchlein in den Baumstamm, steckt ein kleineres Stöckchen oder Röhrchen hinein und bindet ein Gefäß zum Auffangen darunter. Der richtige Zeitpunkt ist kurz vor Beginn des Austriebs im Frühling. Wenn Ihr Euer Ohr auf den Baumstamm presst und  hört es rauschen und gluckern, dann könnt Ihr den Saft gewinnen. Da der Baum mitten in seiner Wachstumsperiode steckt, schließt sich das Loch bald von innen. Wenn Ihr bei der ganzen Aktion vorsichtig und respektvoll umgeht, schadet Ihr dem Baum damit nicht. Um ganz sicher zu gehen, könnt Ihr das Loch mit etwas Baumharz verschließen.
Der Birkensaft an sich schmeckt erstmal nach nicht viel. Man kann ihn zu einer Art Sirup einkochen. Ich persönlich trinke ihn gern frisch. Denn er enthält unglaublich viele tolle und gesunde Stoffe. Das Birkenwasser eignet sich auch bestens für die Herstellung eines stärkenden Haarwassers. Achtung: bitte achtet darauf, dass es eure Birke ist. Rein theoretisch begeht Ihr sonst Sachbeschädigung.

Birkenblätter

Birkenblätter helfen uns in vielerlei Hinsicht.
So wirkt ein Tee aus ihnen harntreibend und durchspülend und ist somit bei Harnwegsinfekten, Nierensteinen, Gallenleiden, Gicht und Rheuma hilfreich. Hierzu lässt man 2-3 Teelöffel Blätter mit ca. 200 ml Wasser kurz aufkochen und lässt das Ganze ca. 1 -2 Stunden ziehen. Man trinkt 2-3 Tassen am Tag. Auch ein Bad in einem starken Sud soll gegen allerlei Hautkrankheiten und trockene Haut helfen.

Die Birke wurde schon in der Steinzeit zur Herstellung des sogenannten Birkenpechs benutzt. Birkenpech war mit anderen Baumharzen zusammen der erste Klebstoff den es gab.
junge Birkenbäume mit noch sehr glatter Rinde
die Rinde eines alten Birkenbaums

Auch die Birkenrinde ist ganz erstaunlich. Sie brennt sogar in nassem Zustand – ist also in einer Survivalsituation sehr hilfreich. Außerdem enthält sie viele Stoffe, die antibakteriell und anti-fungizid wirken – also gegen Bakterien und Pilze. Deswegen gibt es seit Jahrtausenden die beliebten Aufbewahrungsdosen aus Birkenrinde. Darin können Lebensmittel gut und lange frisch gehalten werden. Schaut Euch einmal eine umgefallene Birke im Wald an: ihr Holz mag bisweilen schon komplett verrottet und zerfallen sein, aber die Rinde ist oft noch intakt und gut erhalten.

In der Räucherkunde werden die Birkenblätter für alles eingesetzt, was mit Neuanfang zu tun hat. Sie eignen sich auch wunderbar als Zutat für eine Neumondräucherung.

Ich wünsche Euch nun viel Spaß beim Entdecken der Birke.
Mehr über allerlei Wildpflanzen erfahrt ihr auf meinen Kräuterwanderungen.

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