Kräuterportrait – der Bärlauch

Kein anderes Wildkraut hat in den letzten Jahren so viel Aufmerksamkeit bekommen wie der Bärlauch. Und wie ich meine, ganz zu recht, denn er ist ein so wunderbares Kraut, dass man gar nicht um ihn herumkommt.

ein ganzer Wald voller Bärlauch

Der Bärlauch, Allium Ursinum, kommt hauptsächlich in lichten Wäldern vor. Gern hat er es ein bisschen feuchter. Fühlt er sich wohl, breitet er sich schnell aus und bildet ganze Teppiche. So findet man derzeit ganze Wälder, deren Boden komplett grün ist vom Bärlauch. Er vermehrt sich durch seine Zwiebeln und auch durch Blüten, so dass eine Ernte der Blätter die Pflanze überhaupt nicht beeinträchtigt, solange man nicht ganze Felder ausreißt oder platt tritt. Respekt vor den Gaben der Natur sollte immer unser Begleiter sein, wenn wir Wildpflanzen ernten.

Im Bärlauch finden wir viele Stoffe, die ihn zu einem tollen Kraut für eine Frühjahrskur machen:
Allicin (eine Aminosäure), große Mengen an Vitamin C, ätherische Öle, Mineralsalze und Eisen.

die Blätter des Bärlauchs – Quelle Wikipedia, common licence

So regt er den Appetit und die Verdauung an, vor allem die Galle. Bärlauch reinigt die Blutbahnen und beugt somit Arterienverkalkung vor. Er fördert die Durchblutung und reinigt das Blut. Somit hilft er gegen die bekannte Frühjahrsmüdigkeit und gegen Gedächtnisschwäche. Kalte Hände und Füße werden wieder besser durchblutet und warm.
Außerdem hat Bärlauch eine sehr starke antibiotische Wirkung. Selbst kleine Mengen töten zuverlässig Bakterien in Mund- und Rachenraum und sogar noch im Magen ab. Wir werden also von den fiesen Erkältungen, die den Wechsel der Jahreszeit oft begleiten, eher verschont.

die Blüte des Bärlauchs

Das wohl beste Argument ist jedoch sein unglaublich leckerer Geschmack.

Ihr könnt mit Bärlauch viele verschiedene Sachen kochen und zubereiten.

 


Am beliebtesten ist sicher das Bärlauchpesto. Hier ein einfaches Rezept:

250g frischer Bärlauch, gewaschen und ganz trocken
175 ml gutes Öl (z.B. Olivenöl)
40g Parmesan, gerieben
40g Samen oder Nüsse, z.B. Sonnenblumenkerne, Pinienkerne
etwas Salt und Pfeffer
bei Bedarf ein bisschen Knoblauch

Der Bärlauch muss unbedingt ganz trocken sein, da sonst das Pesto wegen zu viel Feuchtigkeit schnell verdirbt. Püriert alles in der Küchenmaschine oder mit dem Stabmixer. Ich gebe den Käse zum Schluss hinzu und variiere da auch gern die Menge, so dass eine schön cremige Konsistenz herauskommt.
Füllt das fertige Pesto in sehr! saubere Gläschen. Ich nehme immer viele kleine Gläser, anstatt einiger großer. Auch die Gläser müssen ganz trocken sein. Bedeckt das fertig eingefüllte Pesto mit einer großzügigen Schicht Öl und füllt dies auch immer wieder nach, wenn Ihr Pesto entnommen habt. So bleibt es viele Wochen und Monate lang frisch.

Am besten ist es, den Bärlauch frisch zu essen. Einfach so aufs Brot, über den Salat gestreut, in Quark oder Frischkäse oder eben als Pesto.

Allerdings lassen sich auch Flammkuchen oder Pizza, diverse Saucen und Fleischgerichte damit verfeinern. Das Pesto schmeckt großartig zu allerlei Nudelgerichten und auch Bärlauchspätzle sind ein Gedicht. Probiert euch einfach aus und genießt die kurze Freude.

Haltbar machen könnt Ihr den Bärlauch auch durch einfrieren. Entweder klein gehackt in Eiswürfelformen, als Bärlauchbutter (gute Butter, Bärlauch, ein bisschen Salz), Bärlauchsalz oder Bärlauchöl.

Ich wünsche Euch nun ganz viel Spaß mit diesen vielen Anregungen.

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Frühlingskräuter

Es geht endlich wieder los. Natürlich mit regionalen Unterschieden, aber es ist wohl unverkennbar: Der Frühling ist da!
Zeit, endlich wieder in der Natur unterwegs zu sein und frische Kräuter zu sammeln.

Aber was kann man denn jetzt eigentlich schon finden?
Eine ganze Menge sogar!

Im Folgenden möchte ich euch einiges davon ganz kurz vorstellen.


Da wäre zum ersten das Scharbockskraut.

Blätter und Blüten des Scharbockskrauts

Das Scharbockskraut erkennt man gut an seinen herzförmigen Blättern, die wie lackiert in der Sonne glänzen. Sieht man die schönen leuchtend gelben Blüten, sollte man das Scharbockskraut nicht mehr ernten, da es dann schon zu viel Alkaloid (wirkt negativ auf die Organe und die Blätter können dann Reizungen der Schleimhaut verursachen) enthält.

Das Scharbockskraut enthält große Mengen an Vitamin C, Saponinen und Gerbstoffen. Es reinigt das Blut und wirkt daher unter anderem bei Hautunreinheiten.


Weiter geht es mit sehr leckerem und würzigem wilden Schnittlauch.

Der wilde Schnittlauch ist ganz einfach zu erkennen, sieht er doch genau so aus wie das beliebte Küchenkraut. Noch sind seine Blättchen ganz zart und hellgrün. Reißt man ein Blatt ab, riecht es sehr charakteristisch nach Zwiebel – wie Schnittlauch eben riecht. Die wilde Form ist aber ungemein würziger als so ziemlich alles, was man in Töpfen oder selbst gezogen finden kann.

Wilder Schnittlauch enthält viel Vitamin C, Magnesium und Eisen. Das enthaltene Allicin (daher der Zwiebelgeruch) wirkt antibakteriell. Allgemein regt er den Stoffwechsel an und wirkt blutreinigend.

Schnittlauch sollte am besten roh gegessen werden, da beim Erhitzen die ätherischen Öle zu schnell verfliegen. Lose auf ein lecker belegtes Brot oder Butterbrot gestreut, nach dem Kochen auf ein Gericht oder aber in dem beliebten Kräuterquark bzw. Kräuterbutter verarbeitet, kann er seine Wirkung am besten entfalten.


Auch der beliebte Bärlauch sprießt jetzt schon vielerorts.

ein ganzer Wald voller Bärlauch

Ah, der Bärlauch! Von so vielen inzwischen geliebt und geschätzt. Der Bärlauch ist ein ganz wundervolles Wildkraut und wirkt auf unseren Körper außerordentlich positiv.

So enthält er große Mengen an ätherischen Ölen, Allicin, viel Vitamin C und Kalium, sowie Mangan. Diese Inhaltsstoffe wirken sich positiv auf unser Herz- Kreislaufsystem aus. Bärlauch beeinflusst den Cholesterinspiegel positiv und wirkt allgemein stärkend durch seine entzündungshemmende und stoffwechselanregende Wirkung.

Bärlauch verfeinert nicht nur viele Speisen und Suppen, er kann auch ganz wunderbar zu Pesto, Bärlauchöl oder Bärlauchbutter verarbeitet werden und so länger haltbar gemacht werden.

Hier findet Ihr einen vollständigen Artikel über den Bärlauch.


Gundermann ist auch schon zu finden.

die ganz jungen Blätter des Gudermanns

Am Gundermann scheiden sich ja so ein bisschen die Geister. Entweder man mag ihn oder man kann ihn so gar nicht ausstehen.
Aber der Gundermann ist ein hervorragendes Wildkraut und so lohnt sich ein Versuch allemal. Er eignet sich bestens als würzige Zutat zu Salaten, Suppen und Eierspeisen. Wie viele andere Kräuter auch, kann er super in Kräuterbutter oder Kräuterquark verarbeitet werden. Bitte lasst aber Vorsicht walten, da sein Geschmack sehr intensiv ist. Tastet euch lieber vorsichtig an das gewünschte Ergebnis ran. Die Blüten eignen sich hervorragend als essbare Dekoration.

Im Gundermann sind viele verschiedene Bitterstoffe, Gerbstoffe und ätherische Öle enthalten. Außerdem auch hier Vitamin C und Kalium.

So wirkt er anregend auf das Magen- Darmsystem und die Ausscheidungsorgane. Auch der Stoffwechsel soll durch den Genuss des Gundermanns positiv beeinflusst werden.


Junger Löwenzahn ist dabei, seine Blätter zu entfalten. 

sehr junge Blätter des Löwenzahns

Der Löwenzahn ist vor allem jetzt, wo seine Blätter noch sehr jung und zart und noch nicht so furchtbar bitter, eine absolute Bereicherung für unseren Speiseplan. Im weiteren Verlauf des Jahres werden die Blüten noch einmal interessant, aber dann war es da auch schon. Deswegen zählt der Löwenzahn für mich zu den absoluten Frühlingskräutern, obwohl er ganzjährig zu finden ist.

Am allerbesten nimmt man die jungen, ganz zarten Blättchen aus der Mitte der Rosette, in der der Löwenzahn wächst. Sie enthalten noch am wenigsten Bitterstoffe. So kann der junge Löwenzahn sofort in den Salat wandern. Manche empfehlen ihn als Kochzutat, ich ganz persönlich finde es nicht so geeignet, da von den zarten Blättern nicht viel übrig bleibt. Man würde also sehr viele der Blättchen benötigen und der Pflanze ggf. schaden.

Löwenzahn ist extrem gesund und enthält viele sehr nützliche Inhaltsstoffe. Allen voran die Bitterstoffe, die die Verdauung anregen. Aber auch der sehr hohe Gehalt an Kalium, Vitamin C, Magnesium und weiteren Mineralstoffen machen den Löwenzahn für uns so wertvoll. Löwenzahn wirkt demnach allgemein stärkend und kräftigend und kann bei allerlei Beschwerden mit Verdauung und vor allem Leber helfen.

Hier findet Ihr einen ganzen Artikel über den Löwenzahn.


Die Vogelmiere war ja den ganzen Winter über zu finden, aber die ganz frischen Triebe sind eine Delikatesse. 

frische, saftige Vogelmiere

Da die Vogelmiere so einfach und leicht zu erkennen ist, ist sie das perfekte Wildkraut für Einsteiger und Kinder. Der milde Geschmack findet bei den meisten Menschen großen Anklang.

Man erntet alle Teile der Vogelmiere – Stängel, Blätter und Blüten (die auch jetzt schon zu sehen sind) sind essbar.

Ich empfehle die Vogelmiere frisch zu essen, da beim Kochen nicht viel von übrig bleibt. Sie eignet sich hervorragend als Grundlage für viele verschiedene Salate oder einfach als kleinen Snack für zwischendurch.

Die Vogelmiere hat einen sehr hohen Anteil an Calcium, sehr viel Kalium, Eisen und Magnesium, sowie viele wichtige Vitamine und Mineralstoffe.

So wirkt sie unglaublich positiv und stärkend auf unseren gesamten Organismus, auf Knochen und Zähne, die Blutbildung und den Verdauungstrakt.

Bei Hautausschlägen kann eine Salbe aus Vogelmiere hilfreich sein.


Sauerampfer wächst tatsächlich auch schon. 

die ersten zarten Blättchen des Sauerampfers

Man erkennt ihn ganz zweifelsfrei an seinen Blättern, die wie Speerspitzen aussehen und seinen mild säuerlichen Geschmack. Der Sauerampfer ergibt eine wundervolle Zutat für einen frischen Frühlingssalat, man kann ihn aber auch als Füllung in Nudeln oder Teigtaschen geben oder Suppen damit herrlich aufpeppen. Kombiniert mit anderem Gemüse oder auch im Kräuterquark ist er ein Gedicht!

Im Sauerampfer sind große Mengen an Vitamin C, Eisen und Gerbstoffen enthalten. Er wirkt somit positiv auf die Blutbildung und das Immunsystem. Die enthaltenen Gerbstoffe stärken den Magen-Darmtrakt.


Meine liebste Knoblauchsrauke lässt auch schon ihre zarten aber sehr würzigen Blättchen emporwachsen. 

junge Knoblauchsrauke

Die Knoblauchsrauke ist dem wilden Schnittlauch und dem Bärlauch sehr ähnlich, allerdings ist ihr Duft und Geschmack wesentlich zarter und delikater.

Die Knoblauchsrauke ist eine 2jährige Pflanze. Oft sehen die Blätter im 1. und im 2. Jahr sehr unterschiedlich aus – es handelt sich aber um die selbe Pflanze. Wenn ihr also an einem Standort eine Knoblauchsrauke gefunden habt wundert euch nicht, wenn sie im nächsten Jahr anders aussieht. Auch hier ist der typische Geruch und Geschmack nach Knoblauch zu finden. Man kann die Blätter und zarten Triebspitzen in alle möglichen Gerichte tun. Für Suppen, Kräuterquark oder in Aufläufe. Auch für Kräuterbutter oder Pesto eignet sie sich ganz wunderbar.

Durch die enthaltenen Saponine und Senfölglykoside, reichlich Vitamin A und C und viele Mineralstoffe wirkt die Knoblauchsrauke entzündungshemmend und antibakteriell. Sie regt die Verdauung an und wirkt harntreibend und blutreinigend.


Ihr seht also, es lässt sich schon ganz viel schmackhaftes finden, dass auch noch unseren Körper gut tut. Denn in all diesen Frühlingskräutern stecken riesige Mengen an Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen. Wenn Ihr sehr unter der allseits bekannten Frühjahrsmüdigkeit leidet, dann versucht immer mal ein paar Wildkräuter zu essen. Geht bei jeder Gelegenheit in die Natur. Tankt Sonne und Sauerstoff und bringt Euch dabei gleich einen leckeren Salat mit. Oder macht die Kräuter in Quark oder Frischkäse oder zaubert die allseits beliebte Grüne Soße.

Wenn Ihr dazu noch ausgewogen esst und Euren Körper mit einer Extraportion Vitaminen versorgt, dann könnt Ihr der Frühjahrsmüdigkeit bald Adé sagen.

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