Brennnessel-Rezepte

Die Brennnessel, Urtica spec, ist eines der wertvollsten Wildgemüse unserer Breiten. Sie enthält große Mengen an Magnesium, Kalium und vor allem Eisen – letzteres deutlich mehr als handelsüblicher Spinat. Dazu viel Kieselsäure, Eiweiß, verschiedene Vitamine, Fett und Kohlenhydrate.

In den Samen finden sich große Mengen an fetten Ölen, besonders die Linolsäure ist ein ganz wichtiger Baustein in unserer Ernährung. Auch Vitamin E, Schleimstoffe und Carotinoide sind erwähnenswert.

Hier findet Ihr ein vollständiges Pflanzenportrait der Brennnessel.

die große Brennnessel

Wenn ihr das erste Mal Brennnessel zubereitet, dann tastet euch langsam heran. Die große Anzahl an Nährstoffen verträgt nicht jedes Magen-Darmsystem. Also beginnt mit kleinen Mengen und erhöht das dann, bis ihr bei der gewünschten Portionsgröße angekommen seid.


Nun hier ein paar Rezepte und Ideen, was ihr tolles aus der Brennnessel machen könnt:

Brennnessel-Spinat

Zutaten:
ca. 500g frische Brennnessel (man nimmt die jungen Spitzen)
1 kleine Zwiebel
Butter oder Margarine
Gewürze nach Belieben

 Zubereitung:

Die Blätter vorsichtig von den Stängeln zupfen, bei sehr zarten Triebspitzen alles kurz und sehr grob hacken (hier können die Stängel mitgegessen werden, da sie noch sehr weich und wenig faserig sind).

Das Fett im Topf zerlassen und die Zwiebel darin glasig dünsten. Die Brennnessel dazugeben. Kurz mitdünsten. Mit Pfeffer und Salz nach Belieben würzen. Wenn du magst, gib noch ein bisschen Sahne dazu.

Fertig ist der super gesunde und schnelle Brennnessel-Spinat.

Dazu schmecken besonders gut ganz klassisch Kartoffeln und Ei, man kann mit dieser Zubereitung aber auch Teigwaren füllen oder es einfach als Gemüse zu jeden Gericht reichen.


Brennnessel-Gemüse-Suppe

Zutaten:
250g frische Brennnessel (junge Spitzen)
250g verschiedenes Gemüse, je nach Vorliebe und Saison
Suppengrün oder Zwiebel
Gemüsefond, alternativ Wasser
Gewürze und frische Kräuter

Zubereitung:
Das Gemüse putzen und gleichmäßig klein schneiden.
Das Wurzelgemüse und die Zwiebel mit ein klein wenig Fett kurz andünsten, dann mit Wasser oder Fond aufgießen und das restliche Gemüse dazugeben.
Auf kleiner Flamme gar kochen lassen und erst ganz kurz vor Ende der Garzeit die gehackte Brennnessel dazugeben.

Mit Gewürzen und frischen Kräutern nach Belieben und Verfügbarkeit abschmecken. Wer mag, kann das Ganze pürieren.
Warm servieren, als Dekoration eignen sich frische essbare Blüten und Kräuter.


Geröstete Brennnesselsamen

Zutaten:
eine beliebige Menge an Brennnesselsamen

Zubereitung:
Die frischen Brennnesselsamen in einer Pfanne ohne Zugabe von Fett auf sehr kleiner Flamme vorsichtig rösten. Es ist ganz wichtig, ständig zu rühren und immer bei der Pfanne zu bleiben, da die kleinen Samen sehr schnell anbrennen.
Man muss die Samen vorher nicht umständlich von den Samenständen lösen, das geschieht beim Rösten von ganz allein. Sollten sich nach dem Rösten nicht alle Samen auslösen lassen, können die Samenstände auch noch einmal zurück in die Pfanne wandern und erneut erhitzt werden.

Die gerösteten Samen am besten gleich verzehren. Sie passen super zu allen Arten von Salat, in Joghurt oder Müsli oder einfach auf einem Butterbrot.

Der Geschmack ist ein wenig nussig, aromatisch und lohnt auf jeden Fall mal, ausprobiert zu werden.


Brennnessel-Chips

Zutaten:
2 gute handvoll Brennnesselblätter (aus dem oberen und mittleren Bereich der Pflanze)
ein gutes Öl
Zubereitung:
Die Blätter werden gewaschen und sehr gut abgetrocknet. Dann erhitzt man das Öl in der Pfanne. Nun kommen die Brennnesselblätter nacheinander hinein und werden ein paar Sekunden fritiert. Wenn es aufhört zu zischen, sind sie fertig und sollten auch direkt aus dem Öl. Man legt sie kurz auf Küchenpapier zum abfetten.

Die fertigen Chips können mit allerlei Gewürzen aufgepeppt werden.
Ich persönlich mag sehr gern Salz und Paprika, aber auch Knoblauchsalz ist echt lecker.
Die Chips sind schön kross und eine vergleichsweise gesunde Alternative zu konventionellen Chips.

Mein besonderer Tipp:
Es können auch zahlreiche andere Kräuter dafür genommen werden. Mir schmeckte Giersch und Melde besonders gut.


Diese Rezepte sind meine Lieblingsrezepte. Sie sind aber keinesfalls in Stein gemeißelt und sollen euch nur als Anregung dienen. Und natürlich gibt es noch tausende weitere.

Welches ist denn Dein Lieblingsrezept?

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Pflanzenportrait – die Brennnessel

die Brennhaare im Detail; Foto: Stefanie Ziege

Die Brennnessel ist wohl allen von uns sehr geläufig. Im zeitigen Frühjahr kann man sie schon wachsen sehen, im Sommer steht die große Brennnessel, Urtica dioica, dann bist zu 1,50m hoch.

Ihre kräftig grünen, an den Rändern gezahnten Blätter und auch die Stängel sind überzogen mit den kleinen Brennhaaren.

Trotz ihrer Wehrhaftigkeit lohnt es sich sehr, die Brennnessel zu sammeln. Man findet sie ja auch quasi an jeder Ecke. Auch das Haltbarmachen durch Trocknen gelingt ohne große Probleme, so dass man sich für den Winter einen guten Vorrat anlegen kann. Man achte beim Sammeln darauf, dass die Brennnessel eine ganz wichtige Schmetterlingspflanze ist. Bitte nur sammeln, wenn sich keine Eier oder Raupen auf ihr befinden und auch immer nur von wenigen Pflanzen vom jeweiligen Standort Teile entnehmen.

sehr junge Brennnesseln im zeitigen Frühjahr

Man sammelt in der Regel nur die obersten Triebspitzen. Dort sind die Blätter jung und zart. Möchte man die Brennnessel für Tee trocknen, dann schneidet man ca. 40-50 cm der Pflanze ab, bündelt sie und hängt sie kopfüber auf.

Die Samen der weiblichen Fruchtstände werden im späten Sommer geerntet, gerade wenn sich ihre Farbe von grün zu gelblich verändert. Bitte achtet darauf, wirklich die weiblichen Fruchtstände zu erwischen. Sie hängen in länglichen Fäden an den Blattachsen herunter.
Die männlichen hingegen sind deutlich kürzer und stehen waagerecht oder sogar leicht schräg nach oben ab. In diesen befinden sich natürlich keine Früchte.

die weiblichen Fruchtstände, Foto: Stefanie Ziege

Einige Ideen, was ihr mit der Brennnessel alles anstellen könnt:

  • frisch oder getrocknet als Tee
  • ein kräftiger Auszug als Haarspülung
  • frisch gekocht in allerlei Aufläufen und Eintöpfen
  • als Zugabe oder Ersatz für Spinat
  • als Tinktur bei Rheuma oder Gicht und als Haarwuchsmittel
  • Samen als Zugabe zum Müsli oder auf dem Salat

Die Brennnessel enthält viele wertvolle Inhaltsstoffe in sehr hohen Konzentrationen, wie zum Beispiel Magnesium, Kalium, Eisen und Kieselsäure, viel Eiweiß und verschiedene Vitamine. In den Samen sind wichtigen Omega-Säuren enthalten.

Sie wird deshalb traditionell zur Nahrungsergänzung und zur allgemeinen Stärkung des Körpers eingesetzt. Bei der Blutbildung, sowie der Stärkung von Haaren und Fingernägeln ist sie einsame Sitze. Seit jeher wird sie durch ihre harntreibende Wirkung gern bei Blasenentzündung genommen und kann auch bei Rheuma und Gicht hilfreich sein.

Einige schöne Rezepte findet ihr in diesem Blog. 

mein besonderer Tipp:
Solltet ihr die Brennnessel in euren Speiseplan mit aufnehmen wollen, tastet euch bitte unbedingt erst mit kleinen Mengen heran. Oft wird eine große Menge aufgrund des hohen Nährstoffgehalts nicht gut vertragen.

 

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