Kräuterportrait – der Spitzwegerich

eine typische Spitzwegerichpflanze

In unseren Breiten unterscheiden wir den Spitzwegerich, Plantago lanceolata, den Breitwegerich, Plantago major, den mittleren Wegerich, Plantago media, und zahlreichen Mischformen. Alle Formen des Wegerich sind sich in ihren Inhaltsstoffen und der Wirkungsweise sehr ähnlich und können demnach auch gleich eingesetzt werden.

Der Spitzwegerich ist sehr robust, wächst das gesamte Jahr hinweg immer wieder nach und ist fast überall zu finden. Das macht ihn zu einer wertvollen Wildpflanze für viele Belange.

Beschreibung

Spitzwegerich wächst auf Wiesen, in Wäldern, aber auch auf Schotterhalden, auf Wegen zwischen Steinen und in Parks. Die langen dünnen Blätter haben parallel verlaufende, sehr gut sichtbaren Blattadern und wachsen in einer bodennahen Rosette. Die kleine, unscheinbar braune Blüte wächst im Sommer an einem dünnen Stängel empor. Der Spitzwegerich ist mehrjährig und kann das ganze Jahr über gesammelt werden.

Seine Hauptinhaltsstoffe sind Schleimstoffe, aber auch Kieselsäure, Gerb- und Bitterstoffe, sowie Glycoside und Flavonoide.

die Blätter des Spitzwegerichs
hier sieht man die unscheinbaren Blüten sehr gut

Verwendung in der Küche
Die recht aromatischen Blätter können kleingeschnitten in Salate oder Eintöpfe gegeben werden. Sie eignen sich auch als Gemüse für Aufläufe und Eierspeisen.
Die Blütenstände können zu einem leckeren Snack verarbeitet werden, indem man sie in Teig ausbäckt.


Verwendung als Heilpflanze
Der hohe Gehalt an Schleimstoffen macht den Spitzwegerich zu einer wertvollen Heilpflanze für alle Erkrankungen im Hals und Rachenbereich. Als Kaltauszug zubereitet kann er vor allem bei Erkältungskrankheiten gut eingesetzt werden. Spitzwegerichsirup hilft hervorragend bei Hustenreiz.
Der frische Saft der Blätter oder eine Tinktur lindert Juckreiz, zum Beispiel nach Insektenstichen. Der Frischsaft wirkt außerdem blutstillend und entzündungshemmend.


Rezept
Spitzwegerichsirup
frischer Spitzwegerich
Zucker
ein Schraubdeckelglas

Der Spitzwegerich wird gewaschen und muss anschließend vollkommen trocken sein. Dann wird er kleingeschnitten. Nun schichtet man abwechselnd Zucker und Spitzwegerich in einem sauberen Glas und presst alles gut an. Es dürfen keine Hohlräume oder Luftblasen in dem Glas sein. Ist das Glas bis zum Rand gefüllt, verschließt man es gut und lässt es mindestens 6, meist eher 10-12 Wochen an einem dunklen Ort mit gleichmäßiger Temperatur stehen oder gräbt es gar (gut verpackt) in den Boden ein. Ist die Masse gut durchgezogen und hat sich braun verfärbt, gibt man das Ganze in einen Topf und kocht es kurz auf. Dann die restlichen Pflanzenteile aussieben und den so entstandenen Sirup in kleine Braunglasflaschen abfüllen. Zur Sicherheit können die fertigen Flaschen noch einmal im Wasserbad sterilisiert werden. Den Sirup sollte man im Kühlschrank aufbewahren.Der Sirup wird bei Hustenreiz und Halsentzündung eingesetzt und ist vor allem für die Behandlung von Kindern sehr gut geeignet.

zum Vergleich: der Breitwegerich
das Blatt des Breitwegerichs im Detail

Tipps
Brennt man sich an einer Brennnessel, so lindert der frische Saft des Spitzwegerichs den Schmerz. Fast immer wachsen neben Brennnesselpflanzen auch Spitzwegerich oder Breitwegerich.


Mehr über den Spitzwegerich und weitere essbare Wildpflanzen gibt es in meinem Buch Anwens Kräuter Quickie.

Copyright Bilder: Stefanie Ziege

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Kräuterportrait – der Beifuß

Der Beifuß, Artemisia vulgaris, ist eine typische Sommer und Herbstpflanze. Viele von uns kennen ihn wohl nur durch die Beifußsträußchen, die zur Weihnachtszeit in den Supermärkten erhältlich sind. Dabei ist der Beifuß eine hervorragende Würz- und Heilpflanze.
Die mehrjährige Pflanze wächst mit einem zentralen Stängel, der eine bräunliche Farbe aufweist und eher holzig ist. Im oberen Teil verzweigt er sich stark und bildet viele längliche Blüten an den Triebspitzen. Die Blüten sind winzig klein und unscheinbar. Die dunkelgrünen Blätter sitzen direkt am Stängel, sind im unteren Bereich recht groß und werden nach oben hin immer kleiner und feingliedriger. Die Blattunterseite ist grau filzig.

die glänzende Oberseite eines Beifußblattes
die grau-filzige Unterseite eines Beifußblattes

Beifuß wächst fast überall und stellt wenig Ansprüche an den Boden. Man findet ihn auf Wiesen, an Wegen und auf Sandplätzen. Aber auch an Bachläufen kann man fündig werden.

Am ehesten ist der Beifuß mit dem Wermut, Artemisia absinthum, zu verwechseln. Dieser hat allerdings einheitlich graugrüne Blätter, die dazu auch noch an Stielen sitzen. Die Blüten sind kräftiger gefärbt und eher gelb.
Hauptinhaltsstoffe sind verschiedene Bitterstoffe. Dazu findet man im Beifuß noch allerlei ätherische Öle und Flavonoide.

der rötlich-braune Stiel ist hier gut zu erkennen

Im zeitigen Sommer noch bevor sich die Blüten geöffnet haben sammelt man die jungen Triebspitzen. Die Blüten erntet man am Besten im Hochsommer bis in den Herbst hinein. Die Blätter können während der gesamten Vegetationsperiode geerntet werden, sind jedoch immer herzhafter, je älter sie sind.

die Blüte des Beifuß

In der Küche wird der Beifuß hauptsächlich als Gewürz oder würzige Zutat für Suppen, Salate, Eintöpfe angewendet. Er ist eine gute Zugabe zu fettigen Fleischgerichten (hauptsächlich Geflügel) und passt auch gut in verschiedene Eierspeisen.

Seine wohl bekannteste Anwendung in der Hausapotheke ist die Anregung von Appetit und Verdauung. Die Bitter- und Gerbstoffe helfen dem Verdauungstrakt bei der Bewältigung von fetten und schwer verdaulichen Speisen.
Aber auch bei Schlafstörungen und nervösen Erscheinungen hilft ein Tee und verspricht Beruhigung. Beifuß ist nicht in der Schwangerschaft anzuwenden, da er Wehen auslösen kann. Allerdings kann er bei Periodenschmerzen als Tee getrunken Linderung verschaffen und die Periodenblutung ausgleichen. Beifuß gilt als klassisches Frauenkraut.


Rezept
Kräutersalz mit Beifuß
einige Beifußblätter
verschiedene andere Kräuter
gutes, grobes Meersalz

Man benötigt Beifuß und verschiedene andere Kräuter aus dem Garten, Supermarkt oder wild gesammelt.
Es eignen sich wunderbar Petersilie, Schnittlauch, aber auch Knoblauchsrauke, Rosmarin, Oregano oder wilder Dost. Hier entscheidet allein der persönliche Geschmack – Experimentierfreude ist gefragt.
Insgesamt sollte man auf ca. 100g Kräuter kommen.
Diese werden mit 300g Meersalz in einem Mixer kurz zerkleinert und dann auf einem Backblech an einem schattigen Platz getrocknet. Alternativ kann man sie auch bei 50°C im Ofen mit geöffneter Tür trocknen.
Das Salz ist fertig, wenn die Kräuter trocken sind. Dann kann es in Gläser abgefüllt werden und zum Würzen von allerlei Speisen genommen werden.
Ein Kräutersalz mit Beifuß eignet sich besonders für fettige Fleischgerichte.


Auch mythologisch hat der Beifuß eine große Bedeutung.
Ihm werden große Zauberkräfte nachgesagt. Bei fast allen antiken und frühmittelalterlichen Kulturen galt er als kraftvolles Schutzkraut vor bösem Zauber, Hexerei und Unglück. Bei den Kelten gilt der Beifuß als Helfer beim Wahrsagen und heißt dort noch heute Mugwort – Machtkraut. In Räuchermischungen wird er besonders gern in den Rauhnächten geräuchert.

Bitte bei Beifuß besondere Vorsicht walten lassen. Er kann Allergien auslösen.
Ein Beifußsträußchen im Zimmer soll Fliegen und Mücken verscheuchen.

Mehr über den Beifuß und allerlei andere Wildkräuter findest Du in meinem Buch Anwens Kräuter Quickie.

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Kräuterportrait – das Gänseblümchen

Das Gänseblümchen ist wohl fast allen seit frühen Kindertagen wohl bekannt. Stechen seine hübschen weißen Blüten doch auf jeder Wiese hervor. Die charakteristische Blüte des Gänseblümchens, Bellis perennis, kennt wohl jedes Kind. Sie sitzt an einem kurzen, grünen und behaarten Stängel. Die weiß rosa Hüllblütenblätter sind um die leuchtend gelben Röhrenblüten angeordnet. Die Blattrosette des Gänseblümchens ist oft kaum zu sehen, die Blätter sind eher rundlich, kurz und sehr klein. Das Gänseblümchen wächst mehrjährig. Es wächst fast ganzjährig und blüht auch während der gesamten Vegetationsperiode. Man findet es auf Wiesen, Waldlichtungen und an Wegrändern. 

die hübschen Blüte des Gänseblümchens

Das Gänseblümchen kann mit keiner anderen Pflanze verwechselt werden. Einzig die Wiesenmargerite hat ähnlich aussehende Blüten, welche aber viel größer sind und die gesamte Pflanze ist deutlich höher im Wuchs. Außerdem wächst die Margerite nicht in einer Rosette, sondern ist verzweigt. 

die unscheinbaren Blätter des Gänseblümchens sind gut essbar

Reich an den Vitaminen A und C, sowie Eisen, Magnesium und Calcium ist das Gänseblümchen eine tolle Bereicherung der Wildküche. Außerdem enthält es Bitterstoffe, Schleimstoffe und Saponine.
Die Blüten und Blätter des Gänseblümchens sind essbar. Man kann sie das ganze Jahr über finden und sammeln.
Manche Menschen haben nach dem Essen der Blüten einen rauh-scharfen Nachgeschmack im Mund. Dieser ist aber nicht bedenklich.

Die Blüten können als essbare Dekoration verwendet werden oder sehr schmückend als Zutat für Blütenbutter. Sie ergeben getrocknet zusammen mit den Blättern einen schmackhaften Tee.
Die Blätter dienen als Zutat für Salat, sind aber sehr mühselig zu erneten.

In der Hausapotheke kann das Gänseblümchen als Tee oder Tinktur bei Frühjahrsmüdigkeit und Erkältung eingenommen werden. Bei Gliederschmerzen und zur Wundheilung helfen Waschungen mit Tee. Die Tinktur wirkt gegen Hautunreinheiten und Akne.


Rezept
Gänseblümchetinktur

Man sammelt die voll aufgeblühten Blütenköpfe an einem sonnigen, trockenen Tag. Sie kommen in ein helles Glas mit Schraubdeckel. Das Glas ca. zur Hälfte mit Blüten befüllen und mit ~35%igem Kornschnaps aufgießen. An einen sonnigen Ort mit gleichmäßiger Wärme stellen und täglich schütteln. Wenn die Farbe aus den Blüten herausgelöst ist (meist so nach 3-4 Wochen) wir das Ganze durch einen Kaffeefilter oder ein Tuch abgefiltert und in ein dunkles Glas gefüllt.
Die Tinktur kann als Zutat für Gesichtswasser bei unreiner Haut dienen oder bei Quetschungen und Verrenkungen.

Gänseblümchen sind vor allem bei Kindern sehr beliebt zum spielen. So kann man aus den Blüten, wenn man den Stiel dran lässt, schöne Blumenkränze flechten. Auch sehr beliebt bei Jungen und Mädchen zugleich ist das Spiel, die Blütenblättchen einzeln auszuzupfen. „Er liebt mich, er liebt mich nicht…. „

Noch mehr über das Gänseblümchen gibt es in meinem Buch Anwens Kräuter Quickie zu lesen.

 

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Kräuterportrait – die Knoblauchsrauke

Die Knoblauchsrauke, Alliaria petiolata, ist eine zweijährige Pflanze, die viele Anfänger auf dem Gebiet der Wildkräuter verwirrt. Ihre Gestalt ist nämlich in den 2 Jahren ihres Wachstums gänzlich unterschiedlich. Deswegen möchte ich diese tolle Wildpflanze ein bisschen genauer für euch beleuchten.

Man findet die Knoblauchsrauke fast überall auf Wiesen oder an Waldrändern. Manchmal auch auf Waldlichtungen. Auch in Siedlungen ist sie häufig anzutreffen. Sie wächst hauptsächlich im Frühjahr, ihre Blütezeit ist in etwa im Mai. Hat man einmal eine Stelle gefunden, wo man die Knoblauchsrauke findet, kann man sich sicher sein, sie auch im Folgejahr dort anzutreffen, da sie ja zweijährig wächst.

Schauen wir uns nun einmal die unterschiedlichen Wuchsformen in den 2 Jahren etwas genauer an:

Die Knoblauchsrauke im ersten Jahr ihres Wachstums:

Sie wächst ausschließlich bodennah und bildet nur Blätter aus. Diese sind rund, in vielen Fällen bis zu handtellergroß und sehr weich gezähnt. Man findet keinen Stängel und keine Blüten.

viele junge Pflänzchen, die dicht beieinander wachsen
das Blatt einer einjährigen Pflanze im Detail

Die Knoblauchsrauke im zweiten Jahr ihres Wachstums:

Sie bildet einen bis zu 100 cm hohen Stängel, an dem Blätter und Blüten wachsen. Die Blätter sind deutlich spitzer als die des ersten Jahres und unregelmäßig gezähnt, meist auch kleiner. Die kleinen weißen Blüten mit 4 Blütenblättern sitzen zu mehreren am Ende des Stängels.
Hier die sehr jungen Blätter des 2. Jahrs im sehr zeitigen Frühling. Noch sind die Blätter rund, aber der Stiel ist dunkel gefärbt.
das Blatt der „erwachsenen“ Knoblauchsrauke im zweiten Jahr im Detail
die Samenstände – Knoblauchsrauke blüht ausschließlich im zweiten Jahr

In beiden Jahren kann die Knoblauchsrauke verarbeitet werden. Allerdings haben die Blätter während und nach der Blüte kaum noch Aroma. Dann verarbeitet man eher die Blüten und später die Samen.

Das Aroma ist das ganz Besondere an diesem tollen Wildkraut. Das leicht scharfe aber dennoch sanfte Knoblaucharoma und die zarten Blätter.
So kann man aus den Blättern wunderbares Pesto herstellen, das ein wenig schärfer ist als Bärlauchpesto. Sie lassen sich aber auch mit anderen Blättern zu Spinat verarbeiten. Toll schmecken Brennnnessel- und Knoblauchsraukenblätter zusammen. Als Einlage für Suppen und Saucen (erst am Ende der Garzeit hinzugeben) sind sie genau so geeignet wie für Frischkäse oder Kräuterbutter. Die kleinen Blüten sind eine tolle essbare Dekoration. Sie sind recht scharf, eignen sich also eher für herzhafte Gerichte.

Im sehr zeitigen Frühjahr oder späten Herbst können die Wurzeln geerntet werden und als scharfes Gemüse verarbeitet werden. Ich persönlich finde das aber recht mühsam, da die Wurzeln nicht sehr groß sind.

Aus den Samen lässt sich eine Art Senf herstellen, wenn man diese mit Essig und Salz vermörsert.

Als wichtigste Inhaltsstoffe möchte ich nennen: Knoblauchöl, Senfölglykoside, Vitamin A & C und reichlich Mineralstoffe.

So lässt sich mit der Knoblauchsrauke der Spieseplan wunderbar aufpeppen. Viel Spaß dabei!

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Brennnessel-Rezepte

Die Brennnessel ist eines der wertvollsten Wildgemüse unserer Breiten. Sie enthält große Mengen an Magnesium, Kalium und vor allem Eisen – letzteres deutlich mehr als handelsüblicher Spinat. Dazu viel Kieselsäure, Eiweiß, verschiedene Vitamine, Fett und Kohlenhydrate.

In den Samen finden sich große Mengen an fetten Ölen, besonders die Linolsäure ist ein ganz wichtiger Baustein in unserer Ernährung. Auch Vitamin E, Schleimstoffe und Carotinoide sind erwähnenswert.

Hier findet Ihr ein vollständiges Pflanzenportrait der Brennnessel.

die große Brennnessel

Wenn ihr das erste Mal Brennnessel zubereitet, dann tastet euch langsam heran. Die große Anzahl an Nährstoffen verträgt nicht jedes Magen-Darmsystem. Also beginnt mit kleinen Mengen und erhöht das dann, bis ihr bei der gewünschten Portionsgröße angekommen seid.


Brennnessel-Spinat

Zutaten:
ca. 500g frische Brennnessel (man nimmt die jungen Spitzen)
1 kleine Zwiebel
Butter oder Margarine
Gewürze nach Belieben

 Zubereitung:

Die Blätter vorsichtig von den Stängeln zupfen, bei sehr zarten Triebspitzen alles kurz und sehr grob hacken (hier können die Stängel mitgegessen werden, da sie noch sehr weich und wenig faserig sind).

Das Fett im Topf zerlassen und die Zwiebel darin glasig dünsten. Die Brennnessel dazugeben. Kurz mitdünsten. Mit Pfeffer und Salz nach Belieben würzen. Wenn du magst, gib noch ein bisschen Sahne dazu.

Fertig ist der super gesunde und schnelle Brennnessel-Spinat.

Dazu schmecken besonders gut ganz klassisch Kartoffeln und Ei, man kann mit dieser Zubereitung aber auch Teigwaren füllen oder es einfach als Gemüse zu jeden Gericht reichen.


Brennnessel-Gemüse-Suppe

Zutaten:
250g frische Brennnessel (junge Spitzen)
250g verschiedenes Gemüse, je nach Vorliebe und Saison
Suppengrün oder Zwiebel
Gemüsefond, alternativ Wasser
Gewürze und frische Kräuter

Zubereitung:
Das Gemüse putzen und gleichmäßig klein schneiden.
Das Wurzelgemüse und die Zwiebel mit ein klein wenig Fett kurz andünsten, dann mit Wasser oder Fond aufgießen und das restliche Gemüse dazugeben.
Auf kleiner Flamme gar kochen lassen und erst ganz kurz vor Ende der Garzeit die gehackte Brennnessel dazugeben.

Mit Gewürzen und frischen Kräutern nach Belieben und Verfügbarkeit abschmecken. Wer mag, kann das Ganze pürieren.
Warm servieren, als Dekoration eignen sich frische essbare Blüten und Kräuter.


Geröstete Brennnesselsamen

Zutaten:
eine beliebige Menge an Brennnesselsamen

Zubereitung:
Die frischen Brennnesselsamen in einer Pfanne ohne Zugabe von Fett auf sehr kleiner Flamme vorsichtig rösten. Es ist ganz wichtig, ständig zu rühren und immer bei der Pfanne zu bleiben, da die kleinen Samen sehr schnell anbrennen.
Man muss die Samen vorher nicht umständlich von den Samenständen lösen, das geschieht beim Rösten von ganz allein. Sollten sich nach dem Rösten nicht alle Samen auslösen lassen, können die Samenstände auch noch einmal zurück in die Pfanne wandern und erneut erhitzt werden.

Die gerösteten Samen am besten gleich verzehren. Sie passen super zu allen Arten von Salat, in Joghurt oder Müsli oder einfach auf einem Butterbrot.

Der Geschmack ist ein wenig nussig, aromatisch und lohnt auf jeden Fall mal, ausprobiert zu werden.

Diese Rezepte sind meine Lieblingsrezepte. Sie sind aber keinesfalls in Stein gemeißelt und sollen euch nur als Anregung dienen.

Viel Spaß beim Nachkochen und Ausprobieren.

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Kräuterportrait – der Löwenzahn

die leuchtend gelben Blüten des Löwenzahns

Im Moment sieht man ihn überall! Seine leuchtend gelben Blüten sind schon von Weitem zu sehen und bilden manchmal ganze Teppiche. Der Löwenzahn.

Auch der Löwenzahn ist eine furchtbar verkannte Pflanze. Viele Gärtner führen regelrecht Krieg gegen ihn. Dabei wäre es so einfach: aufessen lautet die Devise. Denn der Löwenzahn ist eine wertvolle Wildpflanze mit vielfältigen Vorzügen.

Blätter und Blüten

Aber beginnen wir am Anfang. Der Löwenzahn ,Taraxacum officinale, wird wohl von den meisten gut und sicher erkannt. Die stark gezackten Blätter bilden Rosetten auf dem Boden und die Blüte mit ihren vielen gelben Blütenblättern sitzt an einem langen Stängel in der Mitte. Pflückt man diesen Stängel ab, tritt der charakteristische weiße Pflanzensaft aus, Stängel und Blattstiele sind immer hohl. Der Löwenzahn hat eine bisweilen sehr lange und starke Pfahlwurzel, aus der er immer wieder austreibt, wenn nur die Blätter entfernt werden.


Eine Verwechslung ist kaum gegeben. Nimmt man sämtliche Bestimmungsmerkmale zur Hilfe, so ist ein Löwenzahn recht deutlich zu erkennen. Einzig das Habichtskraut, der Wiesenbocksbart und einige Gänsedistelarten haben ähnliche Blüten, aber andere Blätter und einen hohen Wuchs ohne bodennahe Blattrosette. Der Hainsalat ist sehr ähnlich, hat aber deutlich weniger Blütenblätter.
Da alle genannten Arten essbar sind, wäre eine Verwechslung nicht tragisch.


Vom Löwenzahn lassen sich fast alle Teile verwenden. Aus den Blüten lassen sich Gelees oder ein sehr schmackhafter Sirup, der sogenannte Löwenzahnhonig, herstellen. Die Blätter eignen sich jung als wunderbarer Salat (vorher in Wasser ziehen lassen, dann ist es nicht mehr so bitter) und aus der Wurzel lässt sich ein Kaffee-Ersatz herstellen bzw. man kann sie auch als Gemüse essen.

die Blüte im Detail

Löwenzahn ist extrem gesund und enthält viele sehr nützliche Inhaltsstoffe. Allen voran die Bitterstoffe, die die Verdauung anregen. Aber auch der sehr hohe Gehalt an Kalium, Vitamin C, Magnesium und weiteren Mineralstoffen machen den Löwenzahn für uns so wertvoll. Löwenzahn wirkt demnach allgemein stärkend und kräftigend und wird in der Heilkunde unter anderem zur Anregung der Gallentätigkeit genutzt (Bitterstoffe) und als Mittel zur Bluteinigung, Leber- und Magenheilkunde.

Der weiße Saft kann gegen Warzen helfen.

Ihr wollt mehr über allerlei Kräuter und Wildpflanzen wissen? Dann sind meine Seminare und Kräuterwanderungen genau das Richtige für Euch.

 

 

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Pflanzenportrait – die Brennnessel

eine Brennnessel mit weiblichen Samenständen

Die Brennnessel ist wohl allen von uns sehr geläufig. Im zeitigen Frühjahr kann man sie schon wachsen sehen, im Sommer steht die große Brennnessel, Urtica dioica, dann bist zu 1,50m hoch.

Ihre kräftig grünen, an den Rändern gezahnten Blätter und auch die Stängel sind überzogen mit den kleinen Brennhaaren.

Trotz ihrer Wehrhaftigkeit lohnt es sich sehr, die Brennnessel zu sammeln. Man findet sie ja auch quasi an jeder Ecke. Auch das Haltbarmachen durch Trocknen gelingt ohne große Probleme, so dass man sich für den Winter einen guten Vorrat anlegen kann. Man achte beim Sammeln darauf, dass die Brennnessel eine ganz wichtige Schmetterlingspflanze ist. Bitte nur sammeln, wenn sich keine Eier oder Raupen auf ihr befinden und auch immer nur von wenigen Pflanzen vom jeweiligen Standort Teile entnehmen.

sehr junge Brennnesseln im zeitigen Frühjahr

Man sammelt in der Regel nur die obersten Triebspitzen. Dort sind die Blätter jung und zart. Möchte man die Brennnessel für Tee trocknen, dann schneidet man ca. 40-50 cm der Pflanze ab, bündelt sie und hängt sie kopfüber auf.

Die Samen der weiblichen Samenstände werden im späten Sommer geerntet, gerade wenn sich ihre Farbe von grün zu gelblich verändert. Die Wurzeln erntet man im Spätherbst oder sehr zeitigen Frühjahr.

Einige Ideen, was ihr mit der Brennnessel alles anstellen könnt:

  • frisch oder getrocknet als Tee
  • Auszug als Haarspülung
  • frisch gekocht in allerlei Aufläufen und Eintöpfen
  • als Zugabe oder Ersatz für Spinat
  • als Tinktur bei Rheuma oder Gicht und als Haarwuchsmittel
  • Samen als Zugabe zum Müsli oder auf dem Salat

Die Brennnessel enthält viele wertvolle Inhaltsstoffe wie zum Beispiel Magnesium, Kalium, Eisen und Kieselsäure, viel Eiweiß und verschiedene Vitamine. In den Samen sind wichtigen Omega-Säuren enthalten.

Sie wird deshalb zur Nahrungsergänzung, bei Rheuma oder Gicht eingesetzt, hat einen harntreibenden Effekt (gut bei Blasenentzündung) und hilft bei der Blutbildung, sowie der Stärkung von Haaren und Fingernägeln.

Einige schöne Rezepte findet ihr in diesem Blog.

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Kräuterportrait – das Scharbockskraut

die charakteristisch glänzenden Blätter des Scharbockskrauts

Das Scharbockskraut ist eines meiner liebsten Frühlingskräuter. Es enthält große Mengen an Vitamin C und diente in früheren Zeiten der Behandlung von Skorbut und Frühjahrsmüdigkeit.

Es eignet sich ganz wunderbar als ein Kraut in der Frühjahrskur.

Man findet das Scharbockskraut oft in Gärten und Parks, aber auch wild in eher schattigen Regionen. Das beste Erkennungsmerkmal sind die leuchtend grünen Blätter, die eine etwas wachsige, sehr glatte Oberfläche haben und später dann die leuchtend gelben, sternförmigen Blüten.

die gelben Blüten des Scharbockskrauts

Ungeübte Sammler könnten das Scharbockskraut mit Gundermann oder der Knoblauchsrauke verwechseln. Die Blätter dieser Pflanzen sind aber nicht glänzend sondern eher weich samtig. Zudem haben beide einen sehr charakteristischen Geruch, welches das Scharbockskraut nicht besitzt. Da aber auch diese beiden Kräuter sehr gut essbar sind, wäre eine Verwechslung nicht schlimm.

Auch die Sumpfdotterblume sieht dem Scharbockskraut auf den ersten Blick sehr ähnlich. Allerdings ist sie höher im Wuchs, man sieht mehr Stängel, die Blätter sind an den Rändern leicht gezähnt und die Blütenblätter sind deutlich runder und meist nur 5 an der Zahl. Das Scharbockskraut hat mindestens 8 Blütenblätter. Achtung: die Sumpfdotterblume ist giftig!

Zum Vergleich: die Blüte der Sumpfdotterblume. Die Blütenblätter sind serhr viel größer und nur 5 Stück.
Zum Vergleich: die Blätter der Sumpfdotterblume. Die Ränder sind leicht gezähnt.

 

 

 

 

 

 

 

Das Scharbockskraut sollte während und nach der Blüte nicht mehr gegessen werden. Die Pflanze steigert dann ihren Gehalt eines schleimhautreizenden Stoffes (Protoanemonin) und der enthaltenen Alkaloide.
Auch sonst bitte vorsichtig herantasten, nicht jeder verträgt die Pflanze gleich gut. Bei mäßigem Genuss ist das Scharbockskraut aber eine sehr wertvolle Wildpflanze.

Man kann die Blätter im Salat, in Aufläufen, Quark und Butter verwenden. Auch die Wurzeln und kleinen Brutknospen schmecken sehr lecker, roh ein wenig nussig. Sie können eingelegt oder roh gegessen werden.

Wie schon erwähnt, enthält Scharbockskraut große Mengen an Vitamin C. Es wirkt Immunstärkend, belebend, blutreinigend und wird naturheilkundlich traditionell bei Hautunreinheiten und Hämorriden angewendet.

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Judasohren – ein ungewöhnlicher Pilz

Am Wochenende ging ich im angrenzenden Wald spazieren und entdeckt auf einmal zu meiner großen Freude Judasohren am Holunder.

Diese Pilze sind vielen von euch sicher als Mu-Err Pilze aus asiatischen Gerichten bekannt. Da ich ein großer Fan der asiatischen Küche bin und auch ein großer Pilzfan, hab ich mich gefreut wie ein kleines Kind und nehme den freudigen Fund zum Anlass für einen neuen Blog.

Judasohren, Auricularia auricula-judae, kann man das ganze Jahr hindurch finden, aber besonders in der kalten Jahreszeit von August bis März, wenn es nur wenige Pilze gibt die essbar sind haben sie Saison. Sie sind sehr charakteristisch und daher bestens für Anfänger in der Pilzkunde geeignet. Bitte achtet immer auf Verwechslungsgefahren mit nicht essbaren Pilzen. Nehmt jemanden mit, der sich auskennt bzw. geht mit eurem Fund zu einem Pilzsachverständigen.

So sieht das Judasohr aus:

Charakteristisch ist die dunkelbraune Farbe und der gallertartige Fruchtkörper. Ihn durchziehen regelrechte „Adern“ Das gesamte Erscheinungsbild erinnert tatsächlich an ein Ohr. Daher der etwas gruselige Name. Die Oberfläche fasst sich samtig an, die Innenseiten sind glänzend. Judasohren wachsen fast ausschließlich an altem oder schon abgestorbenem Holunder. Es gibt ein paar Funde an anderem Holz, aber die sind selten.

Der Pilz zählt bei vielen Kennern zu den Vitalpilzen. Er soll das Immunsystem stärken, entzündungshemmend wirken und unser Blutsystem positiv beeinflussen.

Neben sehr viel Eiweiß enthält er viele für uns wichtige Mineralstoffe, unter anderem Magnesium, Calcium und Eisen.

Judasohren können frisch mitgekocht werden oder man trocknet sie und gibt sie dann wieder beim Kochen den Speisen bei. Da der Geschmack mehr oder weniger neutral ist, kann man ihn vielen verschiedenen Gerichten beimischen. Ich persönlich mag ihn natürlich gern in asiatischen Reis- oder Nudelgerichten mit viel Gemüse oder auch in allerlei Suppen und Eintöpfen.

Viel Freude beim Suchen und Kochen!

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