Kräuterportrait – das Gänseblümchen

Das Gänseblümchen, Bellis perennis, ist sicher fast allen seit frühen Kindertagen wohl bekannt. Stechen seine hübschen weißen Blüten doch auf jeder Wiese hervor. Und wer hat als Kind oder Elternteil nicht schon einmal einen Kranz aus ihnen geflochten. So möchte ich euch diese schlichte und zurückhaltende Schönheit in diesem Blog ein bisschen genauer vorstellen.


Beschreibung:
Die charakteristische Blüte des Gänseblümchens kennt wohl jedes Kind. Sie sitzt an einem kurzen, grünen und behaarten Stängel. Die weiß rosa Hüllblütenblätter sind um die leuchtend gelben Röhrenblüten angeordnet. Die Blattrosette des Gänseblümchens ist oft kaum zu sehen, die Blätter sind eher rundlich, kurz und sehr klein. Das Gänseblümchen ist mehrjährig und wächst fast ganzjährig. Es blüht während der gesamten Vegetationsperiode. Man findet das Gänseblümchen nahezu überall: auf Wiesen, Waldlichtungen und an Wegrändern.

die hübsche Blüte

Verwechslung:
Das Gänseblümchen kann mit keiner anderen Pflanze verwechselt werden. Einzig die Wiesenmargerite hat ähnlich aussehende Blüten, welche aber viel größer sind und die gesamte Pflanze ist deutlich höher im Wuchs. Außerdem wächst die Margerite nicht in einer Rosette, sondern ist verzweigt.


die unscheinbaren Blätter

Inhaltsstoffe:
Reich an den Vitaminen A und C
, sowie Eisen, Magnesium und Calcium ist das Gänseblümchen eine tolle Bereicherung der Wildküche. Außerdem enthält es Bitterstoffe, Schleimstoffe und Saponine.
Die Blüten und Blätter des Gänseblümchens sind essbar. Man kann sie das ganze Jahr über finden und sammeln.
Manche Menschen haben nach dem Essen der Blüten einen rauh-scharfen Nachgeschmack im Mund. Dieser ist aber nicht bedenklich.


Verwendung:
Die Blüten können als essbare Dekoration verwendet werden oder sehr schmückend als Zutat für Blütenbutter. Sie ergeben getrocknet zusammen mit den Blättern einen schmackhaften Tee.
Die Blätter dienen als Zutat für Salat, sind aber sehr mühselig zu erneten.

In der Hausapotheke kann das Gänseblümchen als Tee oder Tinktur bei Frühjahrsmüdigkeit und Erkältung eingenommen werden. Bei Gliederschmerzen helfen Waschungen mit Tee. Das Gänseblümchen wird auch oft als das kleine Arnika bezeichnet. So hilft es gut bei allerlei Problemen des weichen Bewegungsapparats wie Quetschungen und blauen Flecken. Die Tinktur wirkt gegen Hautunreinheiten und Akne.


Rezept Gänseblümchetinktur:
Man sammelt die voll aufgeblühten Blütenköpfe an einem sonnigen, trockenen Tag. Sie kommen in ein helles Glas mit Schraubdeckel. Das Glas ca. zur Hälfte mit Blüten befüllen und mit ~35%igem Kornschnaps aufgießen. An einen hellen Ort mit gleichmäßiger Wärme stellen und täglich schütteln. Wenn die Farbe aus den Blüten herausgelöst ist (meist so nach 3-4 Wochen) wir das Ganze durch einen Kaffeefilter oder ein Tuch abgefiltert und in ein dunkles Glas gefüllt und beschriftet.
Die Tinktur kann als Zutat für Gesichtswasser bei unreiner Haut dienen oder bei Quetschungen und Verrenkungen.


Mein besonderer Tipp:
Gänseblümchen sind vor allem bei Kindern sehr beliebt zum Spielen. So kann man aus den Blüten, wenn man den Stiel dran lässt, schöne Blumenkränze flechten. Auch sehr beliebt bei Jungen und Mädchen zugleich ist das Spiel, die Blütenblättchen einzeln auszuzupfen. „Er liebt mich, er liebt mich nicht…. „


Noch mehr über das Gänseblümchen gibt es in meinem Buch Anwens Kräuter Quickie zu lesen und nun viel Freude mit dieser zurückhaltenden Schönheit, in der so viel tolles steckt.

 

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