Tinkturen für die Hausapotheke

Tinkturen können bei den kleinen Zipperlein des Alltags eine wirkliche Hilfe sein. Ihre Einsatzgebiete sind sehr vielfältig und sie sind für viele Dinge hilfreich.

Hier lest Ihr, wie man eine Tinktur herstellt.

Im Folgenden möchte ich Euch einige Tinkturen und ihre Einsatzgebiete vorstellen.

 Spitzwegerichtinktur:

 

  • aus den Blättern
  • äußerlich bei Insektenstichen aller Art
  • innerlich bei Husten (fördert den Auswurf)

Gänseblümchentinktur:

  • aus den Blüten
  • äußerlich bei Akne und unreiner Haut
  • äußerlich bei Quetschungen und Verrenkungen (wenn kein Arnika zur Hand ist)

Arnikatinktur:

  • aus den Blüten
  • nur äußerlich anzuwenden
  • bei allen Problemen mit den weichen Teilen des Bewegungsapparats
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Verstauchungen, Verrenkungen, Quetschungen, Hämatome
  • Achtung: eine selbst angesetzte Arnikatinktur muss mind. 1:3 mit Wasser verdünnt werden, bevor man sie auf die Haut auftragen kann!


Wasserdosttinktur:

  • aus dem Kraut und den Blüten
  • innerlich zur allgemeinen Stärkung und Kräftigung bei Erkältungskrankheiten
  • Stärkung des Immunsystems

Schwedenkräuter nach Maria Treben:

  • eine Mischung verschiedener Kräuter, kann fertig gekauft werden
  • es sind traditionell über 40 verschiedene Anwendungen überliefert
  • kann innerlich und äußerlich angewendet werden

ein paar der wichtigsten Anwendungen sind:

  • zur Narbenheilung und Heilung von Fisteln und Abszessen, sowie Wunden und allerlei Hautleiden
  • Linderung von Zahnschmerzen und Bläschen auf der Zunge
  • bei Magenkrämpfen, Blähungen und Verstopfung, sowie Appetitlosigkeit
  • Ohrenschmerzen
  • Halsentzündung
  • Hühneraugen

Anwendung und Dosierung von Tinkturen:

Möchte man eine Tinktur äußerlich anwenden, empfiehlt sich das direkte Betupfen der betroffenen Hautstelle. Auch kann ein Wattebausch mit der Tinktur beträufelt und aufgelegt werden. So kann sie länger einziehen. Ich habe das auch schon mit einem Pflaster gemacht, indem ich den Zellstoff des Pflasters mit der Tinktur befeuchtet habe.

Bei der innerlichen Anwendung kommt es bei der Dosierung auf die jeweilige Tinktur und ihr Einsatzgebiet an. Als grobe Orientierung empfiehlt es sich, 3x täglich ca. 10-20 Tropfen in einem Glas Wasser zu sich zu nehmen.

Bei akuten Zuständen kann man eine Tinktur auch entweder direkt oder auf einem Stück Würfelzucker schlucken.

Bitte beachtet hierbei unbedingt, dass Ihr Euch nur selbst behandeln solltest, wenn Ihr sehr genau wisst, was Ihr tut und was Ihr da behandelt.

Bei ernstzunehmenden Beschwerden ist immer eine Arzt oder Apotheker aufzusuchen.

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Kräuterportrait – das Gänseblümchen

Das Gänseblümchen ist wohl fast allen seit frühen Kindertagen wohl bekannt. Stechen seine hübschen weißen Blüten doch auf jeder Wiese hervor. Die charakteristische Blüte des Gänseblümchens, Bellis perennis, kennt wohl jedes Kind. Sie sitzt an einem kurzen, grünen und behaarten Stängel. Die weiß rosa Hüllblütenblätter sind um die leuchtend gelben Röhrenblüten angeordnet. Die Blattrosette des Gänseblümchens ist oft kaum zu sehen, die Blätter sind eher rundlich, kurz und sehr klein. Das Gänseblümchen wächst mehrjährig. Es wächst fast ganzjährig und blüht auch während der gesamten Vegetationsperiode. Man findet es auf Wiesen, Waldlichtungen und an Wegrändern. 

die hübschen Blüte des Gänseblümchens

Das Gänseblümchen kann mit keiner anderen Pflanze verwechselt werden. Einzig die Wiesenmargerite hat ähnlich aussehende Blüten, welche aber viel größer sind und die gesamte Pflanze ist deutlich höher im Wuchs. Außerdem wächst die Margerite nicht in einer Rosette, sondern ist verzweigt. 

die unscheinbaren Blätter des Gänseblümchens sind gut essbar

Reich an den Vitaminen A und C, sowie Eisen, Magnesium und Calcium ist das Gänseblümchen eine tolle Bereicherung der Wildküche. Außerdem enthält es Bitterstoffe, Schleimstoffe und Saponine.
Die Blüten und Blätter des Gänseblümchens sind essbar. Man kann sie das ganze Jahr über finden und sammeln.
Manche Menschen haben nach dem Essen der Blüten einen rauh-scharfen Nachgeschmack im Mund. Dieser ist aber nicht bedenklich.

Die Blüten können als essbare Dekoration verwendet werden oder sehr schmückend als Zutat für Blütenbutter. Sie ergeben getrocknet zusammen mit den Blättern einen schmackhaften Tee.
Die Blätter dienen als Zutat für Salat, sind aber sehr mühselig zu erneten.

In der Hausapotheke kann das Gänseblümchen als Tee oder Tinktur bei Frühjahrsmüdigkeit und Erkältung eingenommen werden. Bei Gliederschmerzen und zur Wundheilung helfen Waschungen mit Tee. Die Tinktur wirkt gegen Hautunreinheiten und Akne.


Rezept
Gänseblümchetinktur

Man sammelt die voll aufgeblühten Blütenköpfe an einem sonnigen, trockenen Tag. Sie kommen in ein helles Glas mit Schraubdeckel. Das Glas ca. zur Hälfte mit Blüten befüllen und mit ~35%igem Kornschnaps aufgießen. An einen sonnigen Ort mit gleichmäßiger Wärme stellen und täglich schütteln. Wenn die Farbe aus den Blüten herausgelöst ist (meist so nach 3-4 Wochen) wir das Ganze durch einen Kaffeefilter oder ein Tuch abgefiltert und in ein dunkles Glas gefüllt.
Die Tinktur kann als Zutat für Gesichtswasser bei unreiner Haut dienen oder bei Quetschungen und Verrenkungen.

Gänseblümchen sind vor allem bei Kindern sehr beliebt zum spielen. So kann man aus den Blüten, wenn man den Stiel dran lässt, schöne Blumenkränze flechten. Auch sehr beliebt bei Jungen und Mädchen zugleich ist das Spiel, die Blütenblättchen einzeln auszuzupfen. „Er liebt mich, er liebt mich nicht…. „

Noch mehr über das Gänseblümchen gibt es in meinem Buch Anwens Kräuter Quickie zu lesen.

 

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