Holunderbeeren-Rezepte

Die Holunderbeeren sind reif. Eine meiner liebsten Jahreszeiten, da mir der Holunder persönlich sehr am Herzen liegt.

Nun gibt es im Netz unzählige Rezepte zur Weiterverarbeitung. Über die Jahre habe ich viele davon ausprobiert und auch eigene entwickelt. Ein paar davon möchte ich heute mit euch teilen.

vollreife Holunderbeeren sind fast schwarz und schön glänzend

einfaches Holundergelee – Grundrezept
ca 1kg vollreife Holunderbeeren
etwas Wasser oder Apfelsaft
1 Packung Gelierzucker nach Vorliebe

Die Holunderbeeren werden ganz grob von den Stängeln getrennt. Wenn ein paar der kleineren Stängel dran bleiben, ist das kein Drama. Wichtig ist, dass die großen Doldenstängel ab kommen.

Die Beeren kommen nun in einen Topf, wo sie mit einem Schluck Wasser oder Apfelsaft 10- 20 Minuten weich kochen.

Die gekochten Beeren durch ein feines Sieb passieren und die Flüssigkeit in einem Gefäß auffangen. Die Beeren anschließend sehr gründlich durch das Sieb streichen, um auch das Fruchtfleisch zu bewahren. Die verbliebenen Kerne kommen in den Bio-Müll oder auf den Kompost.

Nun kommt das Ganze in einen Messbecher und wird bei Bedarf durch Zugabe von Wasser oder Apfelsaft an die auf der Gelierzuckerpackung angegebene Menge angepasst.

Nun das Gelee nach der Anleitung auf der Packung zubereiten und sofort in sterilisierte Gläser abfüllen.
Fertig 🙂


winterliches Holler-Gelee:
Zutaten s. oben, dazu kommen noch:
Zimt
Vanille
Nelken

Die Zubereitung ist die gleiche wie oben, allerdings solltest Du hier tatsächlich Apfelsaft als zusätzliche Flüssigkeit nehmen, da er den Geschmack hervorragend ergänzt.

Bei Zimt und den Nelken bitte vorsichtig sein, da der Geschmack der Gewürze sehr stark sein kann.


Holunder-Likör
500g Holunderbeeren
2 Flaschen weißer Rum
500g Zucker (kann bei Bedarf auf 1kg erhöht werden, es kommt auf den Geschmack der Beeren an)
½ Tl Vanille-Extrakt
1 Zimtstange (Bio-Lebensmittelqualität)

Die Holunderbeeren waschen und von den Stielen trennen. In einem Topf erst mit einem ganz kleinen Schluck Wasser ca. 20 Minuten gar kochen. Dann die Flüssigkeit abseihen und mit Zucker und der Zimtstange solange erwärmen, bis der Zucker gelöst ist. Nicht mehr kochen. Jetzt die Zimtstange entfernen, etwas abkühlen lassen und das Vanille-Aroma und den Schnaps hinzufügen.

Sofort in sterile Flaschen abfüllen.
Das Ganze hält rein theoretisch ewig, aber wer will das schon 😉


Übrigens sollte Holunder immer gekocht werden. Roh werden sie nur sehr selten vertragen, die meisten Menschen bekommen bisweilen sehr beschleunigte Verdauung davon.


Mein besonderer Tipp:
Beim Kochen von Gelees und Marmeladen vor dem Abfüllen immer eine Gelierprobe machen.
Dazu gibt man einen Teelöffel voll von der kochenden Flüssigkeit auf einen kalten Teller und pustet kurz bis es erkaltet ist.
Nun kann man wunderbar sehen, ob es geliert. In dem Fall kann die Flüssigkeit abgefüllt werden.

Sollte es noch nicht soweit sein, einfach noch 1, 2 Minuten weiterkochen oder ggf. mehr Geliermittel zugeben.

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Pflanzenportrait – Holunder

Vor ein paar Jahren gab es einen tollen Sommertrend. Der HUGO- überall gab es ihn zu trinken. Ein eisgekühlter Cocktail aus Sekt, frischer Minze und Holunderblütensirup.
So verhalf der HUGO dem Holunder zu deutlich mehr Aufmerksamkeit.

Denn er ist super vielseitig und fast überall zu finden.

die ganz jungen Blätter im zeitigen Frühjahr

In früheren Zeiten war der Holunder, Sambucus nigra, von keinem Gehöft oder Haus wegzudenken. War er doch der Baum des Schutzes und Sitz der alten Göttin: Holle, Holda oder Percht war ihr Name. Sie stellte die Verbindung zur Unterwelt dar und man brachte ihr Opfergaben mit der Bitte um Schutz. Die Bauersfrauen berichteten der Göttin von ihren Sorgen. Frau Holle nahm sie mit in die Unterwelt und kümmerte sich darum.

die Blätter in voller Pracht

Der Holunder ist ein Baum der Gegensätze. Sind seine Blätter und das Holz bestenfalls unverträglich, so sind seine Blüten und Früchte ein wahrer Schatz an Aromen und Heilstoffen. Die schneeweißen Blüten stehen im absoluten Gegensatz zu den schwarzen Beeren.

die wundervoll zarten Blüten

Seine Rinde ist meist recht deutlich gefurcht, er wächst in der Regel als Strauch und kann mehrere Meter hoch werden. Seine Blätter sind unpaarig gefiedert. Wichtiges Erkennungszeichen sind die markgefüllten Äste, aus denen sehr wahrscheinlich schon zu prähistorischen Zeiten Flöten hergestellt wurden. Die Blütenstände sind meist recht groß und in Trugdolden angeordnet. Die Blüten sind weiß.

vollreife Holunderbeeren sind fast schwarz und schön glänzend

Man findet den Holunder meist in der Nähe von menschlichen Siedlungen, in Parks, Gärten oder an Straßenränder. Aber auch in lichten Wäldern ist er oft anzutreffen.

Im Frühling, bis in den Frühsommer hinein, ist die Zeit der Holunderblüten.
Achtet aber beim Sammeln bitte immer darauf, von jedem Baum immer nur ein paar wenige Blütendolden zu nehmen. Erstens benötigen die nektar- und pollensammelnden Insekten den Holunder sehr dringend, zweitens sind die Beeren wichtiges Futter für allerlei Wildtiere.


Es gibt so viele tolle Rezepte, die teilweise recht unterschiedlich, aber alle sehr lecker sind. Aus dem riesigen Schatz möchte ich euch hier ein paar Anregungen geben:

Hollerküchlein
Man sammelt die Blütendolden an einem trockenen und sonnigen Tag und legt sie zu Hause (am besten draußen) ein wenig auf ein Küchentuch, damit die Insekten abwandern können.
Währenddessen bereitet man einen Teig zu.
Es kann ein Bierteig sein oder auch ein etwas festerer Eierkuchenteig. Im Teig wälzt man die ganze Blüte und bäckt sie im heißen Fett goldbraun aus.


Holunderblütensirup
Die Blüten werden mit einer kleingeschnittenen Zitrone kurz aufgekocht, 1-12h stehen gelassen, dann filtert man alles Feste (am besten durch ein Tuch) ab, gibt je nach Menge Zucker hinzu und kocht das ganze ein wenig ein, bis sich eine sirupartige Konsistenz ergibt.

Hier gibt es eine genaue Anleitung für einen Holler-Auszug.


Holunderblüten-Räucherwerk
Die gesammelten Holunderblüten werden auf einem Küchentuch getrocknet und können wundervoll verräuchert werden.
Sie bringen Schutz, Wohlstand und man kann Holunderblüten wunderbar in Segensräucherungen geben.


Holunderblütentee
Der Holunderblütentee oder Fliedertee, wie er früher genannt wurde, wird seit Urzeiten angewendet. Vor allem bei Erkältungen kann man ihn zur Schwitzkur trinken.
Er unterstützt das Immunsystem und wirkt leicht stimmungsaufhellend.
Zudem schmeckt er sehr lecker und muss meist gar nicht zusätzlich gesüßt werden.


Eine ganze Reihe von Rezepten mit Holunderbeeren findest Du in diesem Blog.


Mein besonderer Tipp:
In der kalten Jahreszeit findet man auch oft die Judasohren auf dem Holz des Holunders.

 

all pics by Stefanie Ziege, Pic Holunderbeeren by Torsten Winter

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