Kräuterportrait – die Kamille

Überall auf Wiesen, an Wegrändern und sogar mitten auf Schotterwegen kann man sie jetzt blühen sehen – die Kamille.
Das nehme ich zum Anlass für ein Portrait und einen ganz einfachen Trick, wie ihr sie immer richtig bestimmt.

Die Kamille, Matricaria chamomilla, ist eine sehr häufige Pflanze, die im Sommer oft anzutreffen ist. Genau jetzt im Juni und Juli hat sie ihre Blütezeit. Sie ist eine einjährige Pflanze und recht robust.

echte Kamille – Quelle: Wikipedia, gemeinfrei

Das wichtigste Merkmal sind die fein gefiederten Blättchen und die strahlend weißen Blütenblätter mit den kräftig gelben Röhrenblüten in der Mitte. Sie wächst einjährig.
Bei der echten Kamille stehen die weißen Blütenblätter sehr häufig nach unten ab und sie verströhmt diesen ganz charakteristischen Duft, den wohl alle gut kennen.
Die ebenfalls medizinisch wirksame römische Kamille, Chamaemelum nobile, hat häufig gefüllte Blüten die deutlich größer sind und wächst im Gegensatz zur echten Kamille als mehrjährige Staude. Sie blüht oft erst ab August.

Es gibt noch weitere Kamille-Arten in unseren Breiten. Da wäre zum Beispiel die strahlenlose Kamille, die kleiner und gedrungener wächst und keine weißen Blütenblätter hat.
Oder die Hundskamille, die größer ist und nicht so feine Blätter besitzt. Erwähnenswert wäre auch noch die gelbe Färberkamille, die seit Urzeiten zum Färben diverser Textilien genutzt wird.
Alle diese Sorten sind aber medizinisch weitestgehend unwirksam.

Verwendung
Wie der Name schon vermuten lässt, ist die Kamille die „Mutter aller Heilpflanzen“. Sie behütet, entspannt, hüllt ein, macht heile und sorgt für wohlige Zufriedenheit.

Im Folgenden möchte ich Dir nur ein paar mögliche Anwendungen vorstellen, die Bandbreite ist so riesig, dass sie für 3 Blogs reichen würde.

Volksheilkundlich wird sie oft bei Magen-Darm-Problemen empfohlen. Der Tee hilft unter anderem bei Blähungen, Magenkrämpfen und Verdauungsbeschwerden.

Diese entkrampfende Eigenschaft kann man sich auch bei nervöser Unruhe, nervösen Magenbeschwerden und nervös bedingten Schlafproblemen zu Nutze machen.
Eine Tasse schöner Kamillentee am Abend kann Wunder wirken.

Ihre entzündungshemmenden Eigenschaften machen sie zu einem guten Helfer bei allerlei Verletzungen und Entzündungen im Mund- und Rachenraum und bei Erkältungen aller Art. Hierzu gurgelt oder spült man mit starkem Tee oder verdünnter Tinktur.

Kamille ist natürlich auch eine hervorragende Frauenpflanze. Entzündungen der Scheide, Weißfluss, Menstruationskrämpfe und viele weitere Frauenleiden können mit ihr behandelt werden. Hier kommen wieder ihre entkrampfenden und entzündungshemmenden Eigenschaften zum Tragen.

Die Kamillie am Auge:
Oft liest man noch, dass die Kamille als Tee zubereitet auf ein Wattepad gegeben werden soll und dann aufs Auge gelegt werden soll. Dies würde bei Augenentzündung und Überreizung helfen.

BITTE NICHT!

Denn: Der fertige Kamillentee enthält Teilchen, die aus Silicium bestehen und wie kleine Nadeln aussehen. Sie sind winzig klein und mit dem bloßen Auge oft gar nicht zu erkennen. Dennoch sind sie da und würden das Auge nur noch weiter reizen. Also bitte auf Fertigpräparate – zum Beispiel mit Eurphrasia, Augentrost – zurückgreifen.

Mein besonderer Tipp:
Die echte Kamille erkennst Du, wenn Du die Blüte der Länge nach halbierst. Ist der Blütenboden hohl, dann hast Du die echte erwischt.
Ist er gefüllt, dann handelt es sich um keine medizinisch wirksame Sorte.

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Heilpflanzen bei Erkältung

Nun ist es wieder soweit.
Die kalte Jahreszeit hat begonnen. Noch ist das Wetter zwar recht mild, aber Regen, Wind und kalte Luft läuten schon bald wieder die Erkältungszeit ein. Doch wie so oft, ist auch gegen eine Erkältung durchaus das ein oder andere Kraut gewachsen.

Im Folgenden möchte ich euch die wichtigsten kurz vorstellen und am Ende gibt es noch ein kleines Rezept für einen schönen Wintertee von mir.

Spitzwegerich, Holunderblüten und Hagebutten

Kamillenblüten

Die Kamille ist wohl vielen gut bekannt. Sie wirkt beruhigend auf den Magen-Darm-Trakt. Deshalb wird Kamillentee gern bei derartigen Problemen getrunken.
Aber auch ihre entzündungshemmende Wirkung können wir uns zu Nutze machen. So kann die Kamille bei Halsentzündung und Kratzen im Hals durchaus hilfreich sein. Zudem wirkt sie auch auf den gesamten Organismus beruhigend, so dass sich Kamillenblüten gut als Abendtee eignen.

Auch eine Dampfinhalation mit Kamille kann bei Schnupfen und Halsweh Linderung bringen.

Salbei

Unterstützen lässt sich die Wirkung der Kamille noch durch die des Salbeis. Er wirkt stark antibakteriell und rückt so den Bakterien bei Schnupfen und entzündetem Hals zuleibe. Zugleich helfen die enthaltenen Gerbstoffe, die Mundschleimhaut zu stärken.

Bitte beachtet, dass ihr keinen Salbeitee trinken solltet, wenn ihr eine Schwitzkur vorhabt. Denn Salbei wirkt schweißhemmend.

Lindenblüten

Die Schwitzkur kann man zum Beispiel mit Lindenblütentee super einleiten. Lindenblütentee kann, Abends getrunken, die Produktion von Schweiß deutlich steigern. Dazu sagt die Volksheilkunde den Lindenblüten schlaffördernde Eigenschaften nach. Da sie zudem auf Grund der enthaltenen Schleimstoffe auch gegen Halsweh und Reizhusten wirkt, ist sie der ideale Tee für die Abendstunden.

Holunderblüten

Auch die Holunderblüten wirken schweißtreibend und können die Wirkung der Lindenblüten noch unterstützen.

Thymian, Kamillenblüten und Lindenblüten

Mädesüßblüten
Mädesüßblüten enthalten eine Stoff, der vom Körper in Saliclysäure umgewandelt wird. Der Wirksoff des klassischen Aspirins.
So wirken dann auch die Mädesüßblüten: entzündungshemmend und schmerzlindernd und Fiebersenkend. Sie sollten allerdings nicht vorsorglich eingenommen werden, sondern nur zur Behandlung wirklicher Symptome eingesetzt werden.

Thymian

Thymian ist das Mittel der ersten Wahl bei Husten, Bronchitis und Katarr der oberen Luftwege. Er ist auswurffördernd und krampfstillend, wodurch er das Abhusten erleichtert.
Auch Entzündungen im Mund kann der Thymian mit bessern.

Spitzwegerich

Der Spitzwegerich kann bei Katarren der Atemwege und fiebrigen Lungen- und Bronchialleiden eingesetzt werden. Seine Schleimstoffe lindern Reizhusten und Entzündungen im Mund- und Rachenraum.

Es ist aber unbedingt darauf zu achten, dass der Spitzwegerich als Kaltauszug zubereitet wird, da die antibiotische Wirkung beim Aufbrühen verloren geht.

Hagebutten

Hagebutten enthalten sehr viel Vitamin C. Da eine Erkältung oft mit zu wenig Vitamin C einher geht, bietet es sich an, einen Erkältungstee mit den tollen roten Früchte zu bereichern.

Generell empfiehlt es sich, bei einer Erkältung oder einem grippalen Infekt Vitamin C-haltige Obst- und Gemüseorten zu sich zu nehmen.
Hierzu zählen Zitrusfrüchte, Sanddorn, Holunderbeeren, Kiwi, Paprika.

Neben Tees sollte auch die Wirkung von Einreibungen und Inhalationen nicht unterschätzt werden.

Die Palette an fertigen Präparaten ist riesig. Aber man kann bei harmlosen Infekten durchaus einmal schauen, ob sich mit Eukalyptus-, Fichtennadel-, Thymian-, Kampher- oder Lavendelöl nicht eine Besserung erzielen lässt.

Die antibakteriellen Eigenschaften der Kressearten (Brunnenkresse, Kapuzienerkresse) von Rettich, Ingwer, Knoblauch und Bärlauch können ebenfalls unterstützend wirken bei der Bekämpfung von allerlei Infekten.
Tee für die kalte Jahreszeit

zu gleichen Teilen:
Kamillenblüten
Thymian
Salbei
Hagebutten
Spitzwegerich

1 gut gehäuften Teelöffel davon auf eine große Tasse, 10 min. abgedeckt ziehen lassen und dann alsbald trinken. Kann nach Belieben gesüßt werden.

Eine Schwitzkur bei Fieber

zu gleichen Teilen:
Holunderblüten
Lindenblüten

1 Teelöffel auf eine Tasse, 10 min abgedeckt ziehen lassen und so warm wie möglich trinken. Muss eigentlich nicht gesüßt werden, da die Blüten viel eigene Süße mitbringen.

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