eine mediterrane Kräutermischung – so geht’s

Der Herbst naht mit großen Schritten. Zeit, die letzten Kräuter zu ernten, solange sie noch schön sind.

Heute habe ich mir eine italienische Mischung zusammengestellt für alle möglichen Nudelgerichte und sonstige mediterrane Küche.

Die Grundmischung besteht aus folgenden Kräutern:
Basilikum
Thymian
Oregano
Salbei
Rosmarin
Schnittknoblauch

ein ganzer Strauß voller frischer, duftender Kräuter

Diese Kräuter konnte ich noch ein letztes Mal in großen Mengen ernten und mich an ihrem großartigen Duft erfreuen. Schade, dass es noch keine Übertragungsmöglichkeiten dafür gibt.
Da ich so viel hatte, habe ich verschiedene Sachen hergestellt.

Einen großen Teil habe ich klein gehakt in Eiswürfelformen eingefroren. So kann ich pro Nudelsauce eine Portion entnehmen und habe immer frische Kräuter drin.

Einen Teil habe ich so gelassen und einige Flaschen Kräuteröl daraus gemacht.
Hier findest Du eine detaillierte Anleitung für die Herstellung eines Kräuteröls.

Aus dem Rest habe ich ein Kräutersalz gemacht. Das eignet sich super zum Verfeinern von Salaten, Tomate-Mozarella oder anderen italienischen Gerichten.
Lies hier nach, wie du ein Kräutersalz auf verschiedene Arten machen kannst.


Insgesamt 3 tolle Möglichkeiten, den Sommer zu bewahren und sich das Leben ein bisschen leichter zu machen.
Die Italiener unter Euch mögen mir vergeben, wenn die Mischung nicht 100 prozentig authentisch ist, aber meiner Familie und unserem Freundeskreis schmeckt es so hervorragend 😉


Mein besonderer Tipp:
Macht aus der Mischung auch gern eine Kräuterbutter! Der Geschmack ist großartig!

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Kräutersalz selbst machen

Eine tolle und schnell gemachte Möglichkeit, die Kräuterkraft und den wunderbaren Geschmack zu konservieren, ist das Kräutersalz. Die Möglichkeiten sind schier unendlich. Du kannst einzelne Kräuter nehmen oder kombinierst sie miteinander.
Auch essbare Blüten sind dafür wunderbar geeignet.

 

Du benötigst:

  • eine handvoll frische Kräuter oder essbare Blüten
  • ca 100g grobes Meersalz
  • ein hübsches Glas

Frische Kräuter bekommst Du heutzutage selbst im Winter im Baumarkt, Gartencenter und in vielen Supermärkten. Achte bitte unbedingt auf Bio-Qualität. Am besten bieten sich natürlich selbst angebaute Kräuter von  der Fensterbank, Terrasse, Garten oder Balkon an.

Die frischen Kräuter kannst Du Dir ganz nach Vorliebe zusammenstellen. Wie schon eingangs beschrieben, kannst Du auch wunderbar würzige Blüten mit einarbeiten, wie zum Beispiel Kapuzinerkresse oder die Blüten bzw Samenstände vom Schnittlauch oder Bärlauch. Das gibt nochmal einen hübschen Farbtupfer.

Zum Beispiel:

  • Rosmarin, Oregano, Salbei und Basilikum für eine italienische Mischung
  • Schnittlauch, Dill, Liebstöckel und Petersilie für eine Rundum-Mischung
  • Oregano, Majoran und Salbei für eine Mischung, die gut zu Fleisch passt
  • Dill, Salbei und Thymian für eine Mischung, die gut zu Fisch passt
  • Rosmarin, eignet sich wunderbar zum würzen von Kartoffeln oder Pasta
  • Bärlauch, der Klassiker

Zur Verarbeitung gibt es 2 Varianten, die Du je nach Geschmack auch miteinander kombinieren kannst.

Variante 1:
Die Kräuter waschen und gut trocknen lassen, dann sehr fein hacken und mit dem Salz mischen.

Variante 2:
Die gewaschenen und trockenen Kräuter zusammen mit grobem Meersalz entweder im Mörser solange reiben, bis die Kräuter komplett zerrieben sind oder im elektrischen Mixer in Intervallen solange mixen, bis die Kräuter mit dem Salz eine einheitliche Masse und vor allem Farbe erreicht haben.

Das Ganze dann jeweils auf Backpapier langsam trocknen lassen. Das dauert nur wenige Tage, denn das Salz entzieht den Kräutern sehr schnell die Feuchtigkeit. Alternativ könnt Ihr die Mischung auch im Ofen auf niedrigster Temperatur für ein paar Stunden trocknen. Unbedingt die Ofentür einen Spaltbreit offen lassen.

Ich bevorzuge die langsame Variante, weil hierbei der Geschmack am besten erhalten bleibt.

Wenn alles getrocknet ist, füllt Ihr es in ein hübsches Glas und beschriftet und verziert es nach Eurem Geschmack.


Mein besonderer Tipp:
Schichte verschiedenfarbige Salze übereinander, das gibt ein tolles optisches Erlebnis und man hat nacheinander verschiedene spannende Geschmäcker.


Mehr über Kräuter und was man daraus machen kann, erfahrt Ihr in meinen Seminaren.

Und nun viel Spaß beim Ausprobieren und Verschenken.

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Kräuterportrait – der Beifuß

Der Beifuß, Artemisia vulgaris, ist eine typische Sommer und Herbstpflanze. Viele von uns kennen ihn wohl nur durch die Beifußsträußchen, die zur Weihnachtszeit in den Supermärkten erhältlich sind. Dabei ist der Beifuß eine hervorragende Würz- und Heilpflanze.
Die mehrjährige Pflanze wächst mit einem zentralen Stängel, der immer eine rot-braune Farbe aufweist und eher holzig ist. Im oberen Teil verzweigt er sich stark und bildet viele längliche Blüten an den Triebspitzen. Die Blüten sind winzig klein und unscheinbar. Die dunkelgrünen Blätter sitzen direkt am Stängel, sind im unteren Bereich recht groß und werden nach oben hin immer kleiner und feingliedriger. Die Blattunterseite ist sibrig-grau filzig.

die glänzende Oberseite eines Beifußblattes
die grau-filzige Unterseite eines Beifußblattes

Beifuß wächst fast überall und stellt wenig Ansprüche an den Boden. Man findet ihn auf Wiesen, an Wegen und auf Sandplätzen. Aber auch an Bachläufen kann man fündig werden.


Am ehesten ist der Beifuß mit dem Wermut, Artemisia absinthum, zu verwechseln. Dieser hat allerdings einheitlich graugrüne Blätter, die dazu auch noch an Stielen sitzen. Die Blüten sind kräftiger gefärbt und eher gelb.

Hauptinhaltsstoffe sind verschiedene Bitterstoffe. Dazu findet man im Beifuß noch allerlei ätherische Öle und Flavonoide.

der rötlich-braune Stiel ist hier gut zu erkennen

Im zeitigen Sommer noch bevor sich die Blüten geöffnet haben sammelt man die jungen Triebspitzen. Die Blüten erntet man am Besten im Hochsommer bis in den Herbst hinein. Die Blätter können während der gesamten Vegetationsperiode geerntet werden, sind jedoch immer herzhafter, je älter sie sind.

die Blüte des Beifuß

In der Küche wird der Beifuß hauptsächlich als Gewürz oder würzige Zutat für Suppen, Salate, Eintöpfe angewendet. Er ist eine gute Zugabe zu fettigen Fleischgerichten (hauptsächlich Geflügel) und passt auch gut in verschiedene Eierspeisen.

Seine wohl bekannteste Anwendung in der Hausapotheke ist die Anregung von Appetit und Verdauung. Die Bitter- und Gerbstoffe helfen dem Verdauungstrakt bei der Bewältigung von fetten und schwer verdaulichen Speisen.
Aber auch bei Schlafstörungen und nervösen Erscheinungen hilft ein Tee und verspricht Beruhigung. Beifuß ist nicht in der Schwangerschaft anzuwenden, da er Wehen auslösen kann. Allerdings kann er bei Periodenschmerzen als Tee getrunken Linderung verschaffen und die Periodenblutung ausgleichen. Beifuß gilt als klassisches Frauenkraut.


Rezept
Kräutersalz mit Beifuß
einige Beifußblätter
verschiedene andere Kräuter
gutes, grobes Meersalz

Man benötigt Beifuß und verschiedene andere Kräuter aus dem Garten, Supermarkt oder wild gesammelt.
Es eignen sich wunderbar Petersilie, Schnittlauch, aber auch Knoblauchsrauke, Rosmarin, Oregano oder wilder Dost. Hier entscheidet allein der persönliche Geschmack – Experimentierfreude ist gefragt.
Insgesamt sollte man auf ca. 100g Kräuter kommen.
Diese werden mit 300g Meersalz in einem Mixer kurz zerkleinert und dann auf einem Backblech an einem schattigen Platz getrocknet. Alternativ kann man sie auch bei 50°C im Ofen mit geöffneter Tür trocknen.
Das Salz ist fertig, wenn die Kräuter trocken sind. Dann kann es in Gläser abgefüllt werden und zum Würzen von allerlei Speisen genommen werden.
Ein Kräutersalz mit Beifuß eignet sich besonders für fettige Fleischgerichte.


Auch mythologisch hat der Beifuß eine große Bedeutung.
Ihm werden große Zauberkräfte nachgesagt. Bei fast allen antiken und frühmittelalterlichen Kulturen galt er als kraftvolles Schutzkraut vor bösem Zauber, Hexerei und Unglück. Bei den Kelten gilt der Beifuß als Helfer beim Wahrsagen und heißt dort noch heute Mugwort – Machtkraut. In Räuchermischungen wird er besonders gern in den Rauhnächten geräuchert.

Mein besonderer Tipp:
Ein Beifußsträußchen im Zimmer soll Fliegen und Mücken verscheuchen.
Bitte bei Beifuß besondere Vorsicht walten lassen. Er kann Allergien auslösen.


Mehr über den Beifuß und allerlei andere Wildkräuter findest Du in meinem Buch Anwens Kräuter Quickie.

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