Räucherkunde – die Tonkabohne

Die Tonkabohne ist einigen von euch vielleicht noch gar nicht bekannt. Aber sie ist so eine großartige Frucht, dass ich sie Dir heute einmal genauer vorstellen möchte.

die Tonkabohne auf dem Räucherstövchen

Die Tonkabohne ist die Frucht, genauer gesagt, der Same des Tonkabaums, Dipteryx odorata. Der Baum ist in Südamerika heimisch und zählt zur Familie der Hülsenfrüchtler. Sie ist etwa mandelgroß, hat eine stark runzelige dunkelbraune bis schwarze Außenhaut und ein helles Inneres, das von der Konsistenz an Erdnuss erinnert.

Doch was ist das Besondere an der Tonkabohne?
Das Besondere ist ihr Duft!

Sie riecht so herrlich nach Vanille, ein bisschen nach Mandeln und frischem Heu!
Der Duft ist eigentlich unbeschreiblich, aber so wunderbar und geradezu kuschelig, dass man gar nicht anders kann, als ihm zu verfallen.

Nun sind Düfte ja immer ein sehr persönliches Empfinden und es wird Menschen geben, die der Tonkabohne so gar nichts abgewinnen können. Auch das ist vollkommen in Ordnung, aber wer auf warme, weiche und süße Düfte steht, der ist bei der Tonkabohne genau richtig!


Hauptinhaltsstoffe sind Öle, Stärke und eine Vielzahl an ätherischen Ölen. Beim Trocknen entsteht Cumarin.


Die Tonkabohne wird gern auch in der Küche eingesetzt. Zum aromatisieren von allerlei Speisen und Getränken ist sie einfach der Knaller. Früher galt sie als ungenießbar bis giftig, heute weiß man, dass der hohe Gehalt an Cumarin dafür verantwortlich war.
Also bei der Zubereitung einfach sehr sparsam damit umgehen und auf beste Qualität und biologischen Anbau achten.


Nun aber zur Räucherkunde!

In meinen Räucherungen ist die Tonkabohne nicht wegzudenken und in meinen Seminaren ein absolutes Highlight. Denn man vermutet beim Anblick des kleinen runzeligen Dings beim besten Willen nicht diesen Geruch. Er ist warm, einhüllend, heilend und unglaublich lecker.

Und so wird die Tonkabohne auch angewendet:
– zur Heilung
– bei seelischen Verletzungen
– zum Wohlfühlen
– in Liebesräucherungen
– um Mut zu machen, zu Stärken und Aufzubauen

Beim Räuchern der Tonkabohne ist es besonders wichtig auf eine harmonische Zusammensetzung zu achten. So verträgt sie sich schlecht mit harten, sehr starken anderen Düften und Pflanzen wie Benzoe oder Eichenrinde.
Eher stärkende und sanfte Düfte wie Ysop oder Lavendel sind hier angebracht.

So lade ich euch ein, den betörenden Duft der Tonkabohne einmal selbst zu erleben. Es ist ein wahrlicher Genuss.


Mein besonderer Tipp:
Die Tonkabohne bitte immer auf dem Sieb räuchern, nie auf der glühenden Kohle, denn es wäre einfach nur schade drum, diesen wunderbaren Samen nur zu verbrennen.

zum Teilen und Liken:

Räucherkunde: Myrrhe

Myrrhe

Myrrhe ist einer der beliebtesten Räucherstoffe und weltweit weit verbreitet. Ihre endgültige Berühmtheit hat sie durch die christliche Geschichte der Geburt Jesu Christus erhalten, in der die Weisen aus dem Morgenland Gold, Myrrhe und Weihrauch brachten.
Hier sieht man, wie wertvoll und von welch wichtiger Bedeutung das Harz für die Menschen damals war.
Und die Geschichte reicht noch viel weiter zurück. Die Ägypter räucherten die Myrrhe zur Mittagszeit zu Ehren ihres Sonnengottes Ra und in im antiken Griechenland wurde es in Tempeln und bei Zeremonien verbrannt.

Und auch heute noch steckt die Myrrhe in einer Vielzahl von Arzneimitteln, Zahnpasten und Mundwässern.
Medizinisch gesehen hat sie eine desodorierende, zusammenziehende und betäubende Wirkung. So wird die Myrrhentinktur vor allem im Mundraum angewendet bei leichten Entzündungen der Mandeln oder des Zahnfleisches oder Druckstellen.

ein Räucherritual in der Natur

Beim Räuchern entfaltet sie einen sehr herben und würzigen Duft, der in vielen Räuchermischungen gern genutzt wird.


Myrrhe wirkt beim Räuchern
– heilend
– weihend
– segenend
– schützend
– reinigend

Sie vermag es, unsere Emotionen zum Vorschein zu bringen und eine Verbindung zu schaffen zwischen verschiedenen Ebenen des Seins und der Elemente.

Myrrhe auf dem Hausaltar

Wir können sie unterstützend zu Ritualen und Gebeten räuchern, um Heilung oder auch Erfolg bei Unternehmungen herbei zu führen. Auch für Orakel und Liebesrituale ist die Myrrhe das Mittel der Wahl.

Diese Liste ließe sich fast unendlich weiterführen. Ich möchte es an dieser Stelle aber fürs Erste gut sein lassen und Euch einladen, selbst auf Entdeckungsreise zu gehen.


Möchtest Du individuell zusammengestellte Räuchermischungen genau für DICH? Dann schreib mir eine Nachricht. Ich verschicke deutschlandweit.

Hier gibt es eine kurze Einführung in die Räucherkunde.

In den Wintermonaten biete ich Seminare für Einsteiger zum Thema Räuchern an. Schau einmal auf meiner Homepage nach Terminen.

zum Teilen und Liken:

Räucherkunde – Copal

Copal ist ein wertvoller Bestandteil vieler Räuchermischungen. Heute möchte ich ihn euch ein bisschen näher vorstellen.

Copal dient nicht nur zum Räuchern, sondern wird auch heute noch vor allem in der Farb- und Lackindustrie zur Herstellung von Farben benötigt.

Copal

Copal zählt zu den Harzen. Er wird meist in kleinen runden oder länglichen Stücken angeboten, den Copaltränen. Sie sind sehr hell und eher gelblich, manchmal auch fast weiß durchscheinend. Beim Copal handelt es sich wie schon erwähnt um das Harz verschiedener Bäume. Die Bezeichnung ist eher eine geografische als eine botanische.

Vor allem bei den alten Völkern Mittel- und Südamerikas war Copal hoch verehrt und heilig. Es wurde den Göttern geopfert, bei Zeremonien geräuchert und Könige sollen sogar Zahnfüllungen daraus erhalten haben.

Im Handel bekommt man meist das Copal Manila, kleine helle Harzkugeln. Inzwischen sind hin und wieder auch andere Copalsorten erhältlich. Sie unterscheiden sich alle in ihrem Duft.

 

Der Duft des Copal Manila ist frisch harzig, sehr weich und wärmend. Er macht das Herz weich und die Sinne weit.

Die Anwendung ist im Großen und Ganzen für alle Copalsorten gleich:

  • als Opfergabe bei Zeremonien
  • als Helfer bei der Divination
  • öffnet das Herz
  • fördert die Heilung
  • reinigend

Rezept:
das Feuer der Liebe entfachen:
Copal, Damiana, Brennnesselsamen und Rosenblüten

Alles zu gleichen Teilen mischen und auf dem Sieb langsam räuchern. Es ist hilfreich, dabei eine erfüllte Liebe zu visualisieren und eine liebvolle und dankbare Geisteshaltung anzunehmen.

Hier lest ihr einen Artikel zur Einführung in die Räucherkunde.

Viel Spaß und Erfolg beim Ausprobieren.

zum Teilen und Liken:

Einführung in die Räucherkunde

Räuchern bereichert das Leben ungemein. Durch Düfte können Emotionen und Energien geweckt, gedämpft oder geleitet werden. Die Seele der Pflanzen, die wir räuchern vermag zu trösten, zu kräftigen, zu unterstützen oder auch einfach fröhlich zu machen. Räucherungen werden seit Jahrtausenden in allen Kulturen der Erde zur Reinigung, Segnung, Heilung und als Begleiter bei Gebeten und Ritualen genutzt.

Die Räucherkunde wird von einigen, wie ich finde zu Recht, als Räucherkunst bezeichnet.

eine Räucherschale mit Fächer – Bild: B. Nimtz

Doch wie räuchert man denn eigentlich richtig?

Es gibt verschiedene Varianten des Räucherns:

  • Räucherkegel oder -kugeln
  • Räucherstäbchen
  • lose Räuchermischungen entweder auf Kohle oder auf einem Sieb
  • Räuchersticks

Um einen Einstieg zu finden, ist es durchaus legitim, sich erstmal mit Räucherstäbchen an das Thema heran zu tasten. Räuchern ist immer eine energetische Arbeit und so muss man sich keine Gedanken über die Zusammenstellung machen, sondern kann sich auf das Wesentliche konzentrieren.

Möchte man dann tiefer in die Materie einsteigen, empfiehlt sich das Räuchern mit Räuchersticks. Das sind Kräuter, die man zu einen Bündel gebunden hat. Auch hier gibt es verschiedene Varianten, meist nimmt man nur eine Sorte Kräuter, es kann aber auch gemischt werden.

Die Sticks werden an der Spitze angezündet und glimmen dann nur noch, was einen schönen gleichmäßigen Rauch erzeugt. Solche Sticks eigenen sich wunderbar, um Personen, Gegenstände und Räume zu räuchern.

Dann gibt es natürlich noch die losen Räuchermischungen. Es gibt fertige zu kaufen oder man mischt sich selbst das zusammen, was für einen passt. Dafür sollte man sich allerdings mit dem Wesen und der Wirkungsweise der Pflanzen auseinander gesetzt haben.
Eine Räuchermischung kann nur funktionieren, wenn alle Bestandteile ähnlichem Zweck dienen und gut und harmonisch zusammenpassen.

Lose Räuchermischungen werden je mach Zusammensetzung auf Kohle oder einem Sieb verbrannt.
Dafür benötigst Du:

  • ein Räucherstövchen mit Sieb (gibt es fertig zu kaufen)
  • feines Räucherwerk wie Blüten und delikate Kräuter

oder

  • eine feuerfeste Schale aus Keramik
  • Sand oder Erde
  • Räucherkohle
  • loses Räucherwerk

Es gibt viele esoterische aber auch ganz weltliche Ansichten über das Räuchern. Nach vielen Jahren des energetischen Räucherns habe ich für mich meine ganz eigene Wahrheit diesbezüglich gefunden.
So lade ich euch ein, mit mir zusammen auf diese spannende Reise zu gehen und die Welt der Räucherkunde zu entdecken. Dazu gebe ich verschiedene Seminare, sowohl persönlich in Berlin, als auch online. Hier findest Du alle Infos dazu.

zum Teilen und Liken: