Salbenküche – eine kräftige Heilsalbe

Nachdem ich nun mein Pappelöl abgefiltert habe, hat mich die Muse geküsst und mir kam die Idee, daraus mit anderen Ölen eine Heilsalbe herzustellen.
Da ich 2 Kinder haben und selbst viel in der Natur unterwegs bin, könnt Ihr Euch meinen Bedarf an Heilsalbe sicher gut vorstellen.


Also habe ich meinen Medizinschrank aufgemacht und siehe da:
Es strahlten mich 2 Gläser mit Ölen an, die verarbeitet werden wollten.

Und so kam ich zu diesem Rezept:

130 ml Ringelblumenöl (so stellst Du einen Ölauszug her)
120 ml Pappelöl
50 ml Rötöl

alle Zutaten werden langsam im Wasserbad erwärmt, das Bienenwachs beginnt schon zu schmelzen

Das ganze habe ich mit einer kleinen Menge Kakaobutter und 25g Bienenwachs erwärmt bis das Wachs geschmolzen war. Gut durchgerührt und dann sofort in Salbendosen abgefüllt.

die fertige Heilsalbe: 2 große Dosen für zu Hause und eine kleine für Unterwegs

Das Ergebnis ist eine großartige, sehr gut verreibbare Salbe, die einen tollen balsamischen Duft hat. Sie zieht erstaunlich schnell ein und hinterlässt ein sehr weiches Hautgefühl.

Diese Salbe kann auf alle wunden Hautstellen aufgetragen werden. Bei Entzündungen, gerade geschlossenen Wunden, Abschürfungen, Ekzemen (bitte erst auf Verträglichkeit testen wegen der Ringelblumen), rauhen Hautstellen, Abszessen, Pickeln und leichten Verbrennungen. Sie sollte sehr heilkräftig sein und so ungefähr alles abdecken, was an Hautproblemen auftauchen kann.


Ich werde einmal selbst beobachten, was diese Salbe so kann und euch auf dem Laufenden halten.
UPDATE: Ich habe damit einen entzündeten, eingewachsenen Zehennagel bei meinen Sohn behandelt. 2 Nächte lang einen Salbenverband und es war danach komplett weg (und ja, ich bin vom Fach, ich weiß, was ich tue 😉 )

Viel Spaß beim selbst ausprobieren.

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Salbenküche – einen Ölauszug herstellen

Oft liest man in den diversen Gruppen, im Internet und sonstwo von Ölauszügen. Doch was ist das eigentlich? Wie stellt man es her und was kann man dann damit anstellen? Das möchte ich heute ein bisschen näher erklären und auch auf mögliche Fehler eingehen.

Genau genommen handelt es sich bei der Methode, Pflanzenteile in Öl einzulegen um einen Ölauszug, der Fachbegriff lautet Mazerat. Viele Wirkstoffe in Pflanzen sind fettlöslich und gehen beim Einlegen in Öl in selbiges über. Und genau das macht man sich zu Nutze, um Wirkstofföle für die direkte Anwendung oder als Grundlage für Salben herzustellen.


Zum Herstellen eines solchen Ölauszugs benötigt man frische oder getrocknete Blüten, Blütenblätter oder andere Pflanzenteile.

Wichtig ist, dass alles sauber und unbedingt trocken ist. Verwendet man frische Pflanzenteile, muss man sie sehr gut abtrocknen, sollte man sie gewaschen haben. Gut ist es auch, sie einige Stunden antrocken zu lassen, um einen Teil der enthaltenen Feuchtigkeit verdunsten zu lassen.
Je frischer und feuchter das Pflanzenmaterial ist, desto größer ist die Gefahr, dass der Ansatz schimmelt.
Möchte man auf Nummer sicher gehen, kann man auch einen Warmauszug aus frischen Pflanzen machen oder eben getrocknete Pflanzenteile nehmen.
Das geht bei fast allen Pflanzen, einzige Ausnahme bildet das Johanniskraut.

fertiges Ringelblumenöl

Verfahren:
Die Pflanzenteile werden nun also in ein sauberes und trockenes Schraubdeckelglas gegeben und mit einem neutralen Öl, ich nehme gern Mandelöl, großzügig bedeckt. Es sollte immer mehr Öl als Pflanzenteile im Glas sein. Deckel drauf ist ganz wichtig. Bitte nicht nur mit einem Tuch abdecken, da sonst das Öl noch schneller oxidiert, sprich schlecht werden kann. Das Ganze versieht man mit Namen und Datum und stellt es hell, aber nicht in die pralle Sonne. Das Glas am besten täglich schütteln und auf mögliche Schimmelbildung kontrollieren.

Welches Öl man für das Mazerat nimmt, hängt ein bisschen von der Verwendung ab.
Mandelöl und Jojobaöl sind sehr hochwertig und hautpflegend, aber auch recht teuer. Sesamöl oder Rapsöl sind gute Alternativen für Leute, die Sonnenblumenöl oder Olivenöl nicht mögen oder vertragen.
Letztendlich musst Du ausprobieren, was für Dich genau das Richtige ist. Hier kommt es sehr auf individuelle Vorlieben und Geschmäcker an.


Nach ca. 4 Wochen filtert man das Öl durch ein sehr feines Tuch oder Filterpapier. Das gewonnene Öl füllt man dann in ein neues Glas, schreibt Name und Datum drauf und stellt es ab dann dunkel und kühl.

Der Ölauszug ist ca. 12 Monate haltbar.
Hierbei gilt meist: je länger das Basisöl noch haltbar war (beachte das MhD auf der Verpackung), desto länger ist auch das Mazerat haltbar.
Sollte sich Schimmel bilden, oder der Geruch ins ranzige umschlagen, ist das gesamte Öl zu verwerfen.


Ein paar Beispiele und Anwendungsmöglichkeiten:

  • Ringelblumen (besonders gut geeignet zur Herstellung von Ringelblumensalbe)
  • Lavendel (zum Beispiel als Massageöl)
  • Arnika (zum Beispiel als Massageöl)
  • Johanniskraut (das Rotöl eignet sich wunderbar zur Behandlung von Wunden und Hautproblemen)
  • Kümmel,Fenchel, Anis (alle 3 zusammen als Bauchweh-weg-Öl für kleine Kinder)

Mein besonderer Tipp:
Wirkstofföle und ätherische Öle sind nicht das Gleiche, auch wenn Wirkstofföle (Mazerate) bisweilen sehr gut riechen. Ätherische Öle können nur durch eine aufwändige Destilation gewonnen werden und sich leicht flüchtig.
Bei Wirkstoffölen handelt es sich um fette Öle, die man mit oben beschriebener Methode gewinnen kann.

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