Kräuterportrait – die Schafgarbe

Die Schafgarbe, Achillea millefolium, ist eine mehrjährige krautige Pflanze, die vor allem durch ihre sehr speziell geformten Blätter – man nennt sie auch die Augenbraue der Venus 😉 – und die schönen weißen Blüten besticht. Schafgarbe vermehrt sich sowohl über Samen, als auch über ihre kräftigen Wurzeln. Aus diesen wachsen zuerst die Blättchen und dann ein Blütenstiel. Die Blätter sitzen einzeln und ungestielt am Stängel. Die Blüten mit 4-6 weißen, winzig kleinen und sehr zarten Blütenblättchen bilden eine Scheindolde, es handelt sich aber um einen Korbblütler. Die Pflanze hat einen herb-aromatischen, leicht scharfen Geschmack.

die sehr jungen Blätter im zeitigen Frühjahr
der Blütenansatz

Man findet die Schafgarbe hauptsächlich an Wegrändern, auf Wiesen, Weiden und Schuttplätzen. Sie hat wenig Ansprüche an ihren Standort, mag es aber grundsätzlich eher sonnig und trocken.

 

Achtung Verwechslungsgefahr!
Die Schafgarbe kann mit einigen teils tödlich giftigen Pflanzen verwechselt werden. Allerdings ist die Blattform sehr typisch und kommt so bei keiner anderen Pflanze vor. Bitte nur bei 100% sicherer Bestimmung sammeln und immer mehrere Merkmale abgleichen.

Inhaltsstoffe
Hauptinhaltsstoffe sind Bitter- und Gerbstoffe, Schleimstoffe, verschiedene Vitamine, sowie Kupfer und Kalium.

Die ganz jungen und zarten Blättchen können über die gesamte Vegetationsperiode hinweg geerntet werden. Sobald die Blüten im Frühsommer erscheinen, kann man auch diese sammeln.

die wunderschöne Blüte im Detail

Anwendung in der Küche
Die Blätter sind eine tolle Zutat für Gewürzsalze und Kräuterbutter. Sie können aber auch zur Aromatisierung von Kräuterschnaps oder als Tee verwendet werden. Die Blüten dienen als essbare Dekoration und Zutat für Kräuterbutter oder Brotbelag. Man kann auch einen Sirup oder Gelee daraus kochen.

Heilwirkung
Die Schafgarbe zählt zu den wichtigsten Frauenkräutern. So hilft sie bei allerlei Frauenleiden wie Menstruationsschmerzen und -krämpfen, ist blutstillend bei starken Mensblutungen und gleicht Wechseljahresbeschwerden aus. Bei Weißfluss kann ein Sitzbad hilfreich sein. Die Bitterstoffe regen die Verdauung an und können positiv auf Galle, Leber und Nieren, sowie bei Bauchkrämpfen wirken.

mein besonderer Tipp:
Die Schafgarbentinktur wird traditionell bei allerlei Hautproblemen wie unreiner Haut, Entzündungen oder Ekzemen angewendet.

Die Schafgarbe kann bei empfindlichen Menschen eine Kontaktallergie auslösen.

 

alle Fotos in diesem Beitrag von Stefanie Ziege

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