Blütenzucker selbst machen

Das Verfahren, dass ich Euch gestern mit dem Salz vorgestellt habe, lässt sich auch 1 zu 1 auf duftende Blüten und Zucker übertragen.

Falls Ihr den Beitrag nicht gelesen habt, könnt ihr hier nachlesen, wie man leckeres Kräutersalz selbst macht.

Nun aber zum Blütenzucker.

Ihr benötigt frische Blüten. Die meisten Blüten der Pflanzen um uns herum sind tatsächlich sehr gut essbar. In der Regel kann man die Blüten essen, wenn auch die Pflanze für uns Menschen genießbar ist. Bitte achtet darauf, dass die Blüten wirklich süß sind. Kapuzinerkresse zum Beispiel wäre eher weniger geeignet, da sie einen sehr scharfen und würzigen Geschmack hat.

Man nimmt also eine handvoll frische Blüten und mischt sie sehr vorsichtig mit möglichst feinem Zucker. Das Ganze kommt für ein paar Tage auf ein Backblech oder Tablett mit Backpapier und kann schonend trocknen. Dann in ein schönes Glas füllen und genießen.

leckerer Lavendelzucker

Toll eignen sich dafür:

  • Lavendelblüten
  • Rosenblüten
  • Kornblumen
  • Sonnenblumen
  • die Blüten aller Obstbäume und (Wild-)obststräucher
  •  allerlei Wildkäuterblüten

Eine ganz besondere Spezialität sind kandierte Blüten. Vor allem in Spanien sind kandierte Veilchenblüten eine Delikatesse.

Hier das Rezept für Euch: 

kandierte Veilchenblüten:
Veilchenblüten je nach Verfügbarkeit
250g Zucker
100ml Wasser

Die Veilchenblüten müssen trocken und ganz sauber sein (hier bitte unbedingt auf den Standort achten). Das Wasser mit dem Zucker aufkochen bis das Gemisch Blasen wirft. Dann auf Körpertemperatur abkühlen lassen.
Nun die Blüten einzeln vorsichtig in den Sirup tauchen und nachach auf Backpapier zum Trocken auslegen. Die Blüten dürfen nicht aneinander kleben.
Das Ganze muss nun gründlich durchtrocknen.
Zum Aufbewahren in eine große Dose oder ein hübsches Glas legen.

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Kräutersalz selbst machen

Eine weitere tolle und schnell gemachte Geschenkidee habe ich hier für Euch aufgeschrieben: das Kräutersalz.

Ihr benötigt:

  • eine handvoll frische Kräuter
  • ca 100g grobes Meersalz
  • ein hübsches Glas

 

Frische Kräuter bekommt  Ihr heutzutage auch im Winter im Baumarkt, Gartencenter und in vielen Supermärkten. Achtet bitte unbedingt auf Bio-Qualität. Ansonsten könnt Ihr natürlich gern selbst angebaute Kräuter von der Fensterbank Terrasse, Garten oder Balkon benutzen.

Die frischen Kräuter könnt Ihr Euch ganz nach Vorliebe zusammenstellen. Ihr könnt auch würzige Blüten mit einarbeiten, wie zum Beispiel Kapuzinerkresse oder die Blüten bzw Samenstände vom Schnittlauch oder Bärlauch. Das gibt nochmal einen hübschen Farbtupfer.

Zum Beispiel:

  • Rosmarin, Oregano, Salbei und Basilikum für eine italienische Mischung
  • Schnittlauch, Dill, Liebstöckel und Petersilie für eine Rundum-Mischung
  • Oregano, Majoran und Salbei für eine Mischung, die gut zu Fleisch passt
  • Dill, Salbei und Thymian für eine Mischung, die gut zu Fisch passt
  • Rosmarin, eignet sich wunderbar zum würzen von Kartoffeln oder Pasta
  • Bärlauch, der Klassiker

Die Kräuter waschen und gut trocknen lassen, dann sehr fein hacken und mit dem Salz mischen. Das Ganze dann auf Backpapier langsam trocknen lassen. Das dauert nur wenige Tage, denn das Salz entzieht den Kräutern sehr schnell die Feuchtigkeit. Alternativ könnt Ihr die Mischung auch im Ofen auf niedrigster Temperatur für ein paar Stunden trocknen. Unbedingt die Ofentür einen Spaltbreit offen lassen.

Ich bevorzuge die langsame Variante, weil hierbei der Geschmack am besten erhalten bleibt.
Solltet Ihr das Ganze feiner haben wollen, könnt Ihr die Mischung auch ein bisschen im Mörser zerreiben.

 Wenn alles getrocknet ist, füllt Ihr es in ein hübsches Glas und beschriftet und verziert es nach Eurem Geschmack.

Mehr über Kräuter und was man daraus machen kann, erfahrt Ihr in meinen Seminaren.

Ein Geschenktipp zu Weihnachten gefällig? Dann ist Anwens Kräuter Quickie genau das Richtige. DAS Buch für Einsteiger ins Thema Wildkräuter und Heilpflanzen.

Und nun viel Spaß beim Ausprobieren und Verschenken.

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Kräuteröl selbst machen

Eine schöne und schnelle Geschenkidee ist auch ein Kräuteröl. Man benötigt gar nicht viel und frische Kräuter gibt es entweder unter der Saison in Hülle und Fülle aus Garten oder vom Balkon, oder in der Nebensaison heutzutage in jedem Supermarkt oder Gartencenter. Wichtig ist, dass es sich um Bio-Qualität handelt, denn eventuelle Spritzmittel möchte wohl niemand in seinem Öl haben.

leckeres Kräuteröl

Du brauchst:

  • ein paar frische Kräuter (zur Not gehen auch getrocknete, der Geschmack ist dann aber nicht mehr so intensiv)
  • gutes Öl, ich nehme am liebsten Olivenöl oder Sonnenblumenöl
  • eine hübsche Flasche

Die gewaschenen Kräuter werden ein bis zwei Stunden lang angetrocknet und dann in die Flasche gegeben. Mit dem Öl auffüllen und fertig ist das leckere Kräuteröl. Lasst es bestenfalls ein paar Wochen ziehen.

Das Antrocknen der Kräuter dient dazu, ein wenig der enthaltenen Feuchtigkeit herauszuziehen. So wird das Öl nicht so schnell schlecht.

Hier einige Idee für leckere selbstgemachte Kräuteröle:

  • Knoblauch & Chili
  • Basilikum, Rosmarin, Oregano, Knoblauch (ergibt ein tolles Öl für die italienische Küche oder für Salate)
  • Bärlauch (hier natürlich der frisch gesammelte im Frühjahr)
  • Liebstöckel, Petersilie, Dill und Knoblauch (Liebstöckel bitte vorsichtig dosieren – ergibt ein großartiges Würzöl für den Alltag)

Bei frischem Knoblauch in größeren Mengen bitte Vorsicht walten lassen, das fängt sehr schnell an zu gären.
Probiere doch einmal selbst aus, was Dir am besten schmeckt und lass Deiner Kreativität freien Lauf.

Viel Spaß beim genießen!


Möchtest Du noch mehr über die weite Welt der Kräuter erfahren? Dann sind meine Seminare genau das Richtige für Dich.
Schau mal auf meiner Homepage Anwen.

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Vanille-Extrakt ganz einfach selbst herstellen

Leidenschaftliche Bäcker werden das Problem kennen: in vielen Rezepten wird nach Vanille verlangt. Gerade in amerikanischen und britischen Rezepten steht hier oft Vanille-Extrakt. Dann geht man in den Supermarkt und wundert sich, warum das Zeug so exorbitant teuer ist. Kaufen tut man es dann meist trotzdem. Das Rezept soll ja gelingen.

Dabei muss das gar nicht sein, denn Vanille-Extrakt kann man ganz einfach zu Hause machen. Und es kostet nur wenige Cent!

alle benötigten Zutaten

Was man benötigt:

  • ausgekratzte Vanilleschote
  • simplen Kornschnaps
  • ein Schraubdeckelglas
  • ein hübsches Glas zum Aufbewahren
  • optional: etwas Zucker

Das Ganze ist letztendlich nichts anderes als eine Vanille-Tinktur.

 

Man nimmt die ausgekratzte Vanilleschote, die sonst bei den meisten im Müll landet (wie schade drum!) und schneidet sie grob in Stücke. Diese kommen in ein Schraubdeckelglas und werden großzügig mit Kornschnaps bedeckt.

das frisch angesetzte Extrakt

Das Glas wird an einem hellen, warmen Ort gestellt und hin und wieder geschüttelt. Bitte auch immer auf Schimmelbildung kontrollieren.

Nach 2-4 Wochen kann das Exrakt durch ein sehr feines Sieb oder Kaffeefilter in ein hübsches Glas gefiltert werden. Wenn man mag, kann man noch etwas Zucker hinzugeben, das wäre aber nicht unbedingt notwendig.

das fertige Vanille-Extrakt

Fertig ist das selbst hergestellte und vollkommen natürliche Vanille-Extrakt. Ohne künstliche Aromen oder Zusatzstoffe.

Das Extrakt hält sich locker ein Jahr lang und ist sehr ergiebig. Für einen großen Rührkuchen benötigt man nur ca. ½ Teelöffel voll.

 

 

Nun viel Spaß beim Backen und gutes Gelingen!

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Kräuterportrait – der Beifuß

Der Beifuß, Artemisia vulgaris, ist eine typische Sommer und Herbstpflanze. Viele von uns kennen ihn wohl nur durch die Beifußsträußchen, die zur Weihnachtszeit in den Supermärkten erhältlich sind. Dabei ist der Beifuß eine hervorragende Würz- und Heilpflanze.
Die mehrjährige Pflanze wächst mit einem zentralen Stängel, der immer eine rot-braune Farbe aufweist und eher holzig ist. Im oberen Teil verzweigt er sich stark und bildet viele längliche Blüten an den Triebspitzen. Die Blüten sind winzig klein und unscheinbar. Die dunkelgrünen Blätter sitzen direkt am Stängel, sind im unteren Bereich recht groß und werden nach oben hin immer kleiner und feingliedriger. Die Blattunterseite ist sibrig-grau filzig.

die glänzende Oberseite eines Beifußblattes
die grau-filzige Unterseite eines Beifußblattes

Beifuß wächst fast überall und stellt wenig Ansprüche an den Boden. Man findet ihn auf Wiesen, an Wegen und auf Sandplätzen. Aber auch an Bachläufen kann man fündig werden.


Am ehesten ist der Beifuß mit dem Wermut, Artemisia absinthum, zu verwechseln. Dieser hat allerdings einheitlich graugrüne Blätter, die dazu auch noch an Stielen sitzen. Die Blüten sind kräftiger gefärbt und eher gelb.

Hauptinhaltsstoffe sind verschiedene Bitterstoffe. Dazu findet man im Beifuß noch allerlei ätherische Öle und Flavonoide.

der rötlich-braune Stiel ist hier gut zu erkennen

Im zeitigen Sommer noch bevor sich die Blüten geöffnet haben sammelt man die jungen Triebspitzen. Die Blüten erntet man am Besten im Hochsommer bis in den Herbst hinein. Die Blätter können während der gesamten Vegetationsperiode geerntet werden, sind jedoch immer herzhafter, je älter sie sind.

die Blüte des Beifuß

In der Küche wird der Beifuß hauptsächlich als Gewürz oder würzige Zutat für Suppen, Salate, Eintöpfe angewendet. Er ist eine gute Zugabe zu fettigen Fleischgerichten (hauptsächlich Geflügel) und passt auch gut in verschiedene Eierspeisen.

Seine wohl bekannteste Anwendung in der Hausapotheke ist die Anregung von Appetit und Verdauung. Die Bitter- und Gerbstoffe helfen dem Verdauungstrakt bei der Bewältigung von fetten und schwer verdaulichen Speisen.
Aber auch bei Schlafstörungen und nervösen Erscheinungen hilft ein Tee und verspricht Beruhigung. Beifuß ist nicht in der Schwangerschaft anzuwenden, da er Wehen auslösen kann. Allerdings kann er bei Periodenschmerzen als Tee getrunken Linderung verschaffen und die Periodenblutung ausgleichen. Beifuß gilt als klassisches Frauenkraut.


Rezept
Kräutersalz mit Beifuß
einige Beifußblätter
verschiedene andere Kräuter
gutes, grobes Meersalz

Man benötigt Beifuß und verschiedene andere Kräuter aus dem Garten, Supermarkt oder wild gesammelt.
Es eignen sich wunderbar Petersilie, Schnittlauch, aber auch Knoblauchsrauke, Rosmarin, Oregano oder wilder Dost. Hier entscheidet allein der persönliche Geschmack – Experimentierfreude ist gefragt.
Insgesamt sollte man auf ca. 100g Kräuter kommen.
Diese werden mit 300g Meersalz in einem Mixer kurz zerkleinert und dann auf einem Backblech an einem schattigen Platz getrocknet. Alternativ kann man sie auch bei 50°C im Ofen mit geöffneter Tür trocknen.
Das Salz ist fertig, wenn die Kräuter trocken sind. Dann kann es in Gläser abgefüllt werden und zum Würzen von allerlei Speisen genommen werden.
Ein Kräutersalz mit Beifuß eignet sich besonders für fettige Fleischgerichte.


Auch mythologisch hat der Beifuß eine große Bedeutung.
Ihm werden große Zauberkräfte nachgesagt. Bei fast allen antiken und frühmittelalterlichen Kulturen galt er als kraftvolles Schutzkraut vor bösem Zauber, Hexerei und Unglück. Bei den Kelten gilt der Beifuß als Helfer beim Wahrsagen und heißt dort noch heute Mugwort – Machtkraut. In Räuchermischungen wird er besonders gern in den Rauhnächten geräuchert.

Mein besonderer Tipp:
Ein Beifußsträußchen im Zimmer soll Fliegen und Mücken verscheuchen.
Bitte bei Beifuß besondere Vorsicht walten lassen. Er kann Allergien auslösen.


Mehr über den Beifuß und allerlei andere Wildkräuter findest Du in meinem Buch Anwens Kräuter Quickie.

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Kräuterportrait – das Gänseblümchen

Das Gänseblümchen, Bellis perennis, ist sicher fast allen seit frühen Kindertagen wohl bekannt. Stechen seine hübschen weißen Blüten doch auf jeder Wiese hervor. Und wer hat als Kind oder Elternteil nicht schon einmal einen Kranz aus ihnen geflochten. So möchte ich euch diese schlichte und zurückhaltende Schönheit in diesem Blog ein bisschen genauer vorstellen.


Beschreibung:
Die charakteristische Blüte des Gänseblümchens kennt wohl jedes Kind. Sie sitzt an einem kurzen, grünen und behaarten Stängel. Die weiß rosa Hüllblütenblätter sind um die leuchtend gelben Röhrenblüten angeordnet. Die Blattrosette des Gänseblümchens ist oft kaum zu sehen, die Blätter sind eher rundlich, kurz und sehr klein. Das Gänseblümchen ist mehrjährig und wächst fast ganzjährig. Es blüht während der gesamten Vegetationsperiode. Man findet das Gänseblümchen nahezu überall: auf Wiesen, Waldlichtungen und an Wegrändern.

die hübsche Blüte

Verwechslung:
Das Gänseblümchen kann mit keiner anderen Pflanze verwechselt werden. Einzig die Wiesenmargerite hat ähnlich aussehende Blüten, welche aber viel größer sind und die gesamte Pflanze ist deutlich höher im Wuchs. Außerdem wächst die Margerite nicht in einer Rosette, sondern ist verzweigt.


die unscheinbaren Blätter

Inhaltsstoffe:
Reich an den Vitaminen A und C
, sowie Eisen, Magnesium und Calcium ist das Gänseblümchen eine tolle Bereicherung der Wildküche. Außerdem enthält es Bitterstoffe, Schleimstoffe und Saponine.
Die Blüten und Blätter des Gänseblümchens sind essbar. Man kann sie das ganze Jahr über finden und sammeln.
Manche Menschen haben nach dem Essen der Blüten einen rauh-scharfen Nachgeschmack im Mund. Dieser ist aber nicht bedenklich.


Verwendung:
Die Blüten können als essbare Dekoration verwendet werden oder sehr schmückend als Zutat für Blütenbutter. Sie ergeben getrocknet zusammen mit den Blättern einen schmackhaften Tee.
Die Blätter dienen als Zutat für Salat, sind aber sehr mühselig zu erneten.

In der Hausapotheke kann das Gänseblümchen als Tee oder Tinktur bei Frühjahrsmüdigkeit und Erkältung eingenommen werden. Bei Gliederschmerzen helfen Waschungen mit Tee. Das Gänseblümchen wird auch oft als das kleine Arnika bezeichnet. So hilft es gut bei allerlei Problemen des weichen Bewegungsapparats wie Quetschungen und blauen Flecken. Die Tinktur wirkt gegen Hautunreinheiten und Akne.


Rezept Gänseblümchetinktur:
Man sammelt die voll aufgeblühten Blütenköpfe an einem sonnigen, trockenen Tag. Sie kommen in ein helles Glas mit Schraubdeckel. Das Glas ca. zur Hälfte mit Blüten befüllen und mit ~35%igem Kornschnaps aufgießen. An einen hellen Ort mit gleichmäßiger Wärme stellen und täglich schütteln. Wenn die Farbe aus den Blüten herausgelöst ist (meist so nach 3-4 Wochen) wir das Ganze durch einen Kaffeefilter oder ein Tuch abgefiltert und in ein dunkles Glas gefüllt und beschriftet.
Die Tinktur kann als Zutat für Gesichtswasser bei unreiner Haut dienen oder bei Quetschungen und Verrenkungen.


Mein besonderer Tipp:
Gänseblümchen sind vor allem bei Kindern sehr beliebt zum Spielen. So kann man aus den Blüten, wenn man den Stiel dran lässt, schöne Blumenkränze flechten. Auch sehr beliebt bei Jungen und Mädchen zugleich ist das Spiel, die Blütenblättchen einzeln auszuzupfen. „Er liebt mich, er liebt mich nicht…. „


Noch mehr über das Gänseblümchen gibt es in meinem Buch Anwens Kräuter Quickie zu lesen und nun viel Freude mit dieser zurückhaltenden Schönheit, in der so viel tolles steckt.

 

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Salbenküche – einen Ölauszug herstellen

Oft liest man in den diversen Gruppen, im Internet und sonstwo von Ölauszügen. Doch was ist das eigentlich? Wie stellt man es her und was kann man dann damit anstellen? Das möchte ich heute ein bisschen näher erklären und auch auf mögliche Fehler eingehen.

Genau genommen handelt es sich bei der Methode, Pflanzenteile in Öl einzulegen um einen Ölauszug, der Fachbegriff lautet Mazerat. Viele Wirkstoffe in Pflanzen sind fettlöslich und gehen beim Einlegen in Öl in selbiges über. Und genau das macht man sich zu Nutze, um Wirkstofföle für die direkte Anwendung oder als Grundlage für Salben herzustellen.


Zum Herstellen eines solchen Ölauszugs benötigt man frische oder getrocknete Blüten, Blütenblätter oder andere Pflanzenteile.

Wichtig ist, dass alles sauber und unbedingt trocken ist. Verwendet man frische Pflanzenteile, muss man sie sehr gut abtrocknen, sollte man sie gewaschen haben. Gut ist es auch, sie einige Stunden antrocken zu lassen, um einen Teil der enthaltenen Feuchtigkeit verdunsten zu lassen.
Je frischer und feuchter das Pflanzenmaterial ist, desto größer ist die Gefahr, dass der Ansatz schimmelt.
Möchte man auf Nummer sicher gehen, kann man auch einen Warmauszug aus frischen Pflanzen machen oder eben getrocknete Pflanzenteile nehmen.
Das geht bei fast allen Pflanzen, einzige Ausnahme bildet das Johanniskraut.

fertiges Ringelblumenöl

Verfahren:
Die Pflanzenteile werden nun also in ein sauberes und trockenes Schraubdeckelglas gegeben und mit einem neutralen Öl, ich nehme gern Mandelöl, großzügig bedeckt. Es sollte immer mehr Öl als Pflanzenteile im Glas sein. Deckel drauf ist ganz wichtig. Bitte nicht nur mit einem Tuch abdecken, da sonst das Öl noch schneller oxidiert, sprich schlecht werden kann. Das Ganze versieht man mit Namen und Datum und stellt es hell, aber nicht in die pralle Sonne. Das Glas am besten täglich schütteln und auf mögliche Schimmelbildung kontrollieren.

Welches Öl man für das Mazerat nimmt, hängt ein bisschen von der Verwendung ab.
Mandelöl und Jojobaöl sind sehr hochwertig und hautpflegend, aber auch recht teuer. Sesamöl oder Rapsöl sind gute Alternativen für Leute, die Sonnenblumenöl oder Olivenöl nicht mögen oder vertragen.
Letztendlich musst Du ausprobieren, was für Dich genau das Richtige ist. Hier kommt es sehr auf individuelle Vorlieben und Geschmäcker an.


Nach ca. 4 Wochen filtert man das Öl durch ein sehr feines Tuch oder Filterpapier. Das gewonnene Öl füllt man dann in ein neues Glas, schreibt Name und Datum drauf und stellt es ab dann dunkel und kühl.

Der Ölauszug ist ca. 12 Monate haltbar.
Hierbei gilt meist: je länger das Basisöl noch haltbar war (beachte das MhD auf der Verpackung), desto länger ist auch das Mazerat haltbar.
Sollte sich Schimmel bilden, oder der Geruch ins ranzige umschlagen, ist das gesamte Öl zu verwerfen.


Ein paar Beispiele und Anwendungsmöglichkeiten:

  • Ringelblumen (besonders gut geeignet zur Herstellung von Ringelblumensalbe)
  • Lavendel (zum Beispiel als Massageöl)
  • Arnika (zum Beispiel als Massageöl)
  • Johanniskraut (das Rotöl eignet sich wunderbar zur Behandlung von Wunden und Hautproblemen)
  • Kümmel,Fenchel, Anis (alle 3 zusammen als Bauchweh-weg-Öl für kleine Kinder)

Mein besonderer Tipp:
Wirkstofföle und ätherische Öle sind nicht das Gleiche, auch wenn Wirkstofföle (Mazerate) bisweilen sehr gut riechen. Ätherische Öle können nur durch eine aufwändige Destilation gewonnen werden und sich leicht flüchtig.
Bei Wirkstoffölen handelt es sich um fette Öle, die man mit oben beschriebener Methode gewinnen kann.

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Pflanzenportrait – der Lavendel

Wer schon einmal im Sommer in der Provence in Frankreich war, der ist wahrscheinlich für sein Leben lang beeindruckt. Lila Felder voller Lavendel so weit das Auge reicht. Und der Duft, der in der Luft liegt, betört die Sinne.

Lavendel ist eine DER Sommerblumen schlechthin. Sie hat unglaublich viele tolle Eigenschaften und man kann sie für viele Belange des alltäglichen Lebens einsetzen.

Pflanzenbeschreibung
Lavendel, Lavandula angustifolia, ist eine mehrjährige Pflanze. Da sie ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammt, ist sie bedingt winterhart. Sie benötigt einen lockeren Boden und nicht übermäßig viel Wasser.

Die zuerst sehr zarten und hellgrünen Stängel verholzen mit zunehmendem Alter, was die Pflanze widerstandsfähiger macht. Die länglichen, hellgrünen, leicht gräulichen Blättchen sind ungefiedert und sitzen paarweise gegenständig direkt an den Stängeln. An den Enden der Stängel finden sich die charakteristischen lila Blüten in sogenannten Scheinähren. Es werden hauptsächlich die Blüten verarbeitet. Der wichtigste Inhaltsstoff ist das enthaltene ätherische Öl.

die jungen Triebe des Laendels, man sieht die noch geschlossenen Blütenköpfe

Lavendel im Haushalt
Die beste Eigenschaft von Lavendel ist wohl die, Insekten fernzuhalten. So helfen Lavendelsäckchen im Kleiderschrank, Motten zu bekämpfen. Gleichzeitig duftet die Wäsche großartig und man schont die Umwelt, indem man auf allerlei duftende Wäschezusätze verzichten kann.

Pflanzt man Lavendel auf Balkon oder Terrasse, bleiben einem Mücken im Haus eher erspart. Zwischen Rosen gepflanzt sorgt der Duft des Lavendel dafür, dass die Rosen eher blattlausfrei bleiben.

Lavendel eignet sich hervorragend als Zusatz zum Putz- und Wischwasser. Sein ätherisches Öl wirkt beruhigend und desinfizierend.

getrockneter Lavendel

Auch kleine Kinder profitieren vom Lavendelaroma: mischt man ein paar Tropfen Lavendelöl mit Wasser und gibt dies in eine Sprayflasche, bekommt man ein wundervollen Raumduft, der Kinder beruhigt und gleichzeitig gegen das Monster unterm Bett wirkt 😉 .

In der Räucherkunde setzt man Lavendel traditionell für Schutz und Reinigung ein. Er sollte in keiner Reinigungsmischung fehlen.

Lavendel in der Hausapotheke
Traditionell schreibt man dem Lavendel beruhigende Eigenschaften zu. So wird er hauptsächlich zur Beruhigung und Stärkung der Nerven gebraucht. Ein Tee mit Lavendelblüten wird abends getrunken und hilft beim Abschalten und Einschlafen. Außerdem verlängert er die Schlafdauer und die motorische Aktivität. Auch Bäder, Wickel und Kompressen oder eine Duftlampe mit dem ätherischen Öl helfen hier sehr zuverlässig.
Durch ein kleines Lavendelduftkissen im Bett kann die Wirkung noch erhöht werden.

die Blüte des Lavendels

Lavendel in der Küche
Lavendel ist durch sein kräftiges, aber nicht aufdringliches Aroma eine wundervolle Zutat für allerlei Leckereien. So eignet er sich super als Aroma für Marmeladen – besonders Erdbeeren und Orangen harmonieren gut mit ihm.

Die Blüten in Zucker eingelegt oder zu Sirup eingekocht können so haltbar gemacht werden. Auch Cremespeisen oder Backwaren können toll durch die Zugabe von Lavendel aufgepeppt werden.


Mein besonderer Tipp:
Lavendel zu trocknen ist ganz einfach: Man erntet die aufgeblühten Blütenstände an einem sonnigen und trockenen Tag, am besten um die Mittagszeit. Schneide großzügig ein Stück Stängel mit ab. Meist sprießen aus den geschnittenen Pflanzen noch einmal neue Blüten. Die abgeschnittenen Stängel bindet man zu einem Sträußchen zusammen und trocknet ihn kopfüber hängend an einem hellen, trockenen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung.

Was ist denn Dein Lieblingsrezept mit Lavendel. Schreib mir gern. 🙂

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Kräuterportrait – die Knoblauchsrauke

Die Knoblauchsrauke, Alliaria petiolata, ist eine zweijährige Pflanze, die viele Anfänger auf dem Gebiet der Wildkräuter verwirrt. Ihre Gestalt ist nämlich in den 2 Jahren ihres Wachstums gänzlich unterschiedlich. Deswegen möchte ich diese tolle Wildpflanze ein bisschen genauer für euch beleuchten.

Man findet die Knoblauchsrauke fast überall auf Wiesen oder an Waldrändern. Manchmal auch auf Waldlichtungen. Auch in Siedlungen ist sie häufig anzutreffen. Sie wächst hauptsächlich im Frühjahr, ihre Blütezeit ist in etwa im Mai. Hat man einmal eine Stelle gefunden, wo man die Knoblauchsrauke findet, kann man sich sicher sein, sie auch im Folgejahr dort anzutreffen, da sie ja zweijährig wächst.

Schauen wir uns nun einmal die unterschiedlichen Wuchsformen in den 2 Jahren etwas genauer an:

Die Knoblauchsrauke im ersten Jahr ihres Wachstums:

Sie wächst ausschließlich bodennah und bildet nur Blätter aus. Diese sind rund, in vielen Fällen bis zu handtellergroß und sehr weich gezähnt. Man findet keinen Stängel und keine Blüten.

viele junge Pflänzchen, die dicht beieinander wachsen
das Blatt einer einjährigen Pflanze im Detail

Die Knoblauchsrauke im zweiten Jahr ihres Wachstums:

Sie bildet einen bis zu 100 cm hohen Stängel, an dem Blätter und Blüten wachsen. Die Blätter sind deutlich spitzer als die des ersten Jahres und unregelmäßig gezähnt, meist auch kleiner. Die kleinen weißen Blüten mit 4 Blütenblättern sitzen zu mehreren am Ende des Stängels.
Hier die sehr jungen Blätter des 2. Jahrs im sehr zeitigen Frühling. Noch sind die Blätter rund, aber der Stiel ist dunkel gefärbt.
das Blatt der „erwachsenen“ Knoblauchsrauke im zweiten Jahr im Detail
die Samenstände – Knoblauchsrauke blüht ausschließlich im zweiten Jahr

In beiden Jahren kann die Knoblauchsrauke verarbeitet werden. Allerdings haben die Blätter während und nach der Blüte kaum noch Aroma. Dann verarbeitet man eher die Blüten und später die Samen.

Das Aroma ist das ganz Besondere an diesem tollen Wildkraut. Das leicht scharfe aber dennoch sanfte Knoblaucharoma und die zarten Blätter.
So kann man aus den Blättern wunderbares Pesto herstellen, das ein wenig schärfer ist als Bärlauchpesto. Sie lassen sich aber auch mit anderen Blättern zu Spinat verarbeiten. Toll schmecken Brennnnessel- und Knoblauchsraukenblätter zusammen. Als Einlage für Suppen und Saucen (erst am Ende der Garzeit hinzugeben) sind sie genau so geeignet wie für Frischkäse oder Kräuterbutter. Die kleinen Blüten sind eine tolle essbare Dekoration. Sie sind recht scharf, eignen sich also eher für herzhafte Gerichte.

Im sehr zeitigen Frühjahr oder späten Herbst können die Wurzeln geerntet werden und als scharfes Gemüse verarbeitet werden. Ich persönlich finde das aber recht mühsam, da die Wurzeln nicht sehr groß sind.

Aus den Samen lässt sich eine Art Senf herstellen, wenn man diese mit Essig und Salz vermörsert.

Als wichtigste Inhaltsstoffe möchte ich nennen: Knoblauchöl, Senfölglykoside, Vitamin A & C und reichlich Mineralstoffe.

So lässt sich mit der Knoblauchsrauke der Spieseplan wunderbar aufpeppen. Viel Spaß dabei!

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Kräuterportrait – der Löwenzahn

die leuchtend gelben Blüten des Löwenzahns

Im Moment sieht man ihn überall! Seine leuchtend gelben Blüten sind schon von Weitem zu sehen und bilden manchmal ganze Teppiche. Der Löwenzahn.

Auch der Löwenzahn ist eine furchtbar verkannte Pflanze. Viele Gärtner führen regelrecht Krieg gegen ihn. Dabei wäre es so einfach: aufessen lautet die Devise. Denn der Löwenzahn ist eine wertvolle Wildpflanze mit vielfältigen Vorzügen.

Blätter und Blüten

Aber beginnen wir am Anfang. Der Löwenzahn ,Taraxacum officinale, wird wohl von den meisten gut und sicher erkannt. Die stark gezackten Blätter bilden Rosetten auf dem Boden und die Blüte mit ihren vielen gelben Blütenblättern sitzt an einem langen Stängel in der Mitte. Pflückt man diesen Stängel ab, tritt der charakteristische weiße Pflanzensaft aus, Stängel und Blattstiele sind immer hohl. Der Löwenzahn hat eine bisweilen sehr lange und starke Pfahlwurzel, aus der er immer wieder austreibt, wenn nur die Blätter entfernt werden.


Eine Verwechslung ist kaum gegeben. Nimmt man sämtliche Bestimmungsmerkmale zur Hilfe, so ist ein Löwenzahn recht deutlich zu erkennen. Einzig das Habichtskraut, der Wiesenbocksbart und einige Gänsedistelarten haben ähnliche Blüten, aber andere Blätter und einen hohen Wuchs ohne bodennahe Blattrosette. Der Hainsalat ist sehr ähnlich, hat aber deutlich weniger Blütenblätter.
Da alle genannten Arten essbar sind, wäre eine Verwechslung nicht tragisch.


Vom Löwenzahn lassen sich fast alle Teile verwenden. Aus den Blüten lassen sich Gelees oder ein sehr schmackhafter Sirup, der sogenannte Löwenzahnhonig, herstellen. Die Blätter eignen sich jung als wunderbarer Salat (vorher in Wasser ziehen lassen, dann ist es nicht mehr so bitter) und aus der Wurzel lässt sich ein Kaffee-Ersatz herstellen bzw. man kann sie auch als Gemüse essen.

die Blüte im Detail

Löwenzahn ist extrem gesund und enthält viele sehr nützliche Inhaltsstoffe. Allen voran die Bitterstoffe, die die Verdauung anregen. Aber auch der sehr hohe Gehalt an Kalium, Vitamin C, Magnesium und weiteren Mineralstoffen machen den Löwenzahn für uns so wertvoll. Löwenzahn wirkt demnach allgemein stärkend und kräftigend und wird in der Heilkunde unter anderem zur Anregung der Gallentätigkeit genutzt (Bitterstoffe) und als Mittel zur Bluteinigung, Leber- und Magenheilkunde.

Der weiße Saft kann gegen Warzen helfen.

Ihr wollt mehr über allerlei Kräuter und Wildpflanzen wissen? Dann sind meine Seminare und Kräuterwanderungen genau das Richtige für Euch.

 

 

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